Frage von Referendarwin, 112

Wie kann man das Bienensterben verhindern?

Ich weiß, dass die Varoamilbe die Ursache für das Bienensterben ist, aber wie kam es dazu und wie kann man das Bienensterben verhindern?

Expertenantwort
von Agronom, Community-Experte für Biologie, 74

Erstmal muss man die Gründe ermittlen. Die Varroamilbe ist auf jeden Fall ein Teil des Problems, aber nicht der einzige. Pflanzenschutzmittel können auch negative Einflüsse auf Bienen haben, aber ein sehr entscheidender Punkt ist die Genetik der Bienen, denn bei den "Nutzbienen" werden nur wenige verschiedene Rassen auf der ganzen Welt in der imkerei eingesetzt und wer weiß, was es noch alles für Einflüsse gibt, die dann im Zusammenspiel zu den fatalen Folgen führen.

Ein kleiner Schritt, den aber jeder machen kann, ist das aussäen von Wildblumen.


Antwort
von Jekanadar, 72

Dazu kam gestern/vorgestern? ein netter Artikel im MDR. Hab leider nur den Schluss gesehen. 
Wie es dazu kam, kann ich nicht sagen; aber um die Milbe zu bekämpfen wurde eine Art "Bienenstockheizung" entwickelt, welche den Stock aufheizt. (Vermutlich erstmal ein Prototyp) Also auf eine Temperatur bringt, welche die Bienen aushalten können, die Milben aber nicht.
Zuchtziel soll es sein, die Bienen dazu zu bringen, die Milben selbst zu erkennen und zu bekämpfen.

Kommentar von Luftkutscher ,

Der Ansatz klingt erfolgversprechend, aber bislang gibt es noch keine konkreten Ergebnisse, obwohl bereits 250 solcher Geräte im Einsatz sind. Seriöse Bienenwissenschftler zweifeln die Wirkung dieser Geräte an, solnge es noch keine wissenschaftlich untersuchte Einsätze gibt. 

Kommentar von Jekanadar ,

Ist ja mit jeder Neuentwicklung so. Aber es gibt auch kaum Interesse an Bienen. Eine Bekannte hat ewig gesucht, bis jemand die Völker von ihrem verstorbenen Mann übernehmen wollte.

Antwort
von Luftkutscher, 26

Das Bienensterben hat verschiedene Gründe, aber der Hauptgrund ist immer noch die Varroa-Milbe. Diese Milbe parasitierte ursprünglich nur die östliche Honigbiene Apis cerana. Hier hatte sich ein stabiles Wirt-Parasit-Gleichgewicht eingependelt. Die Milbe vermag zwar die Bienenvölker zu schädigen, aber nicht so stark, dass das Volk eingeht. 

Die östliche Honigbiene war geographisch von der westlichen Honigbiene Apis melifera getrennt, so dass die Milbe nicht auf die westliche Art überspringen konnte. Durch den Handel mit Bienen gelang es jedoch der Milbe, diese geographische Trennung zu überwinden und sich in der westlichen Honigbiene auszubreiten. Die westliche Honigbiene hat jedoch noch keine Abwehrstrategien gegen diesen Parasit entwickelt, so dass sich kein Wirt-Parasit-Gleichgewicht einstellen kann. Befallene Völker der westlichen Honigbiene sind somit dem Untergang geweiht und sterben nach wenigen Monaten ab, wenn der Mensch hierbei nicht helfend eingreift. Hierbei ist es egal, ob es sich um wilde und züchterisch unbeeinflusste Rassen oder um züchterisch selektierte Zuchtlinien handelt. 

Lediglich die afrikanische Rasse Apis melifera scutellata bzw. Kreuzungen der europäischen Rassen mit dieser afrikanischen Rasse kommen mit der Varroa-Milbe zurecht, weil deren Entwicklungsdauer von der Larve zur fertigen Biene ähnlich kurz ist wie die der östlichen Honigbiene.

Eine Einkreuzung der afrikanischen Rasse in unsere europäischen Rassen kann allerdings nicht die Lösung sein, denn erstens kann diese Rasse den europäischen Winter nicht überleben, weil sie keine Wintertraube bildet und ausserdem sehr stechlustig ist, was die Haltung der Honigbiene im dicht besiedelten Europa unmöglich machen würde. 

Das langfristige Ziel ist die Zucht von Linien, die mit der Varroa-Milbe co-existieren können, aber trotzdem ruhig und nicht stechlustig sind.  Bis dahin hiftves die westlichen Honigbiene, wenn möglichst viel Menschen Imker werden und Bienen halten, denn ohne Imker wäre sie bei uns längst ausgestorben.

Antwort
von Fuchssprung, 49

Da nur die Bienen in Schwierigkeiten stecken, die wir Menschen züchten, ist die Antwort relativ einfach. Man müsste auf die Zucht der Bienen verzichten. Das klingt im ersten Moment sehr sehr extrem und erscheint vollkommen Sinnlos, weil wir doch so viele Vorteile von den Bienen haben. 

Würde man jedoch tatsächlich diesen Schritt gehen und auf die Zucht verzichten, müssten die wilden Verwandten den Job unserer Bienen übernehmen. Sehr gut würden sich die wilden Afrikanischen Bienen dafür eignen. Man müsste ihnen am Anfang helfen und ihnen ein Überleben in unserem Winter ermöglichen. Aber irgendwann werden sie sich an unser Klima anpassen und dann sollten wir die Finger von ihnen lassen und nicht weiter in ihr Leben eingreifen. Denn sonst passiert mit ihnen genau das Gleiche wie mit unseren jetzigen Bienen. Die Zucht verändert jede Art! Egal ob Wolf, Pferd, Rind, Schwein, Ente, Huhn oder Biene. Jede Art wird in der Hand des Menschen so geformt, wie der Mensch es braucht. Der Wolf wird zum Hund usw... Unsere wilden Bienen waren den Afrikanischen Bienen einmal sehr ähnlich. Aber man hat ihnen ihre "schlechten" Eigenschaften einfach weg gezüchtet. Sie sich nicht mehr so angriffslustig und sie bringen viel mehr Honig als früher Heim. Leider hat man bei der Zucht nicht auf ihre Widerstandsfähigkeit geachtet. Man hat ihnen ihre Vitalität regelrecht weg gezüchtet und beklagt sich jetzt, dass die armen Tiere es so schwer haben. 

Die so genannte "Killerbiene" breitet sich in den USA dagegen immer weiter aus. Sie ist vital und gesund. Ihnen kann die Varoamilbe nur wenig anhaben und wenn die Europäische Bienen tatsächlich aussterben sollten, wird die Killerbiene in den USA und hier den Job übernehmen. Wenn wir dann jedoch diese Bienen benutzen und sie zu unserem Vorteil umformen, werden sie das gleiche Schicksal erleiden wie unsere jetzigen Bienen. Zucht verändert jede Art!

Kommentar von Luftkutscher ,

Auch züchterisch unbeeinflusste europäische Rassen haben keine Überlebenschance, wenn sie von der Varroa-Milbe befallen werden. Das hat nichts mit der Wegzucht von einer natürlichen Robustheit zu tun, sondern mit der Entwicklungszeit der Brut zur entwickelten Biene. Die afrikanische Rasse kommt mit der Milbe zurecht, nicht weil sie robust ist, sondern weil deren Entwicklungszeit kürzer ist und sich deshalb die Milben nur unzulänglich in der Brut entwickeln können. 

Kommentar von Fuchssprung ,

Das ist alles richtig was du sagst. Aber es ist ja nicht nur die Milbe. Es ist das Gesamtpaket Biene. Jede noch so kleine Krankheit wirft sie aus der Bahn. Das Sterben der Bienen ist ja ein Zusammenspiel aus ganz vielen Faktoren, bei dem die Milbe nur ein Faktor, wenn auch ein sehr bedeutender ist. 

Antwort
von pandababy4, 47

Es gab mal eine bestimmte Marmelade, die sich mit einer bienenrettungsinitiative zusammengeschlossen hat. Und bei zb dm gibt es bestimmte lipbalms. ich glaube sie heissen bee natural. Falls du ein junge bist kannst du die ja verschenken^^ Sind zwar nur kleine Schritte, aber wenn viele Leute das machen, bewirkt es auch viel! Hoffe ich konnte dir helfen <3

Antwort
von Modem1, 24

USA hat das Bienensterben auf Genmanipulierten Pflanzenanbau seine Ursachen. Hier gibt es doch angeblich nur Genmanipulierten Mais in Versuchsfeldern. 

Kommentar von Luftkutscher ,

In Nordamerika ist auch die Varroamilbe Hauptursache des Bienensterbens. Weitere Ursachen wie bestimmte Pestizide oder Viren stehen im Verdacht das Absterben ganzer Bienvölker zu beschleunigen, doch ist dies nicht die Hauptursache. Der Verzehr von Pollen von genmanipulierten Pflanzen konnte bisher noch nicht als Ursache nachgewiesen werden. Fütterungsversuche mit solchen Pollen hatten keinen signifikanten Einfluss auf die Entwicklung von Honigbienen.

Antwort
von exxonvaldez, 47

Die Varoamilbe ist nur eine der Verdächtigen.

Ein weiterer Hauptverdächtiger ist Glyphosat.

Das Bienensterben hat wahrscheinlich mehr als nur eine Ursache.

Antwort
von Kajawizu,

alle möglichen chemischen Mittel die z.B. durch Abgase (Flugzeuge, Autos, Industrie), sauren Regen, Landwirtschaft (Düngemittel), Gewässerbelastung, sowie diverse Parasiten und fehlendem Naturschutz von Bienenwaben und deren Bestände, da man damit gutes Geld verdienen kann, hinzu kommen fehlende Blütenbestände z.B. Obstbäume.

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