Frage von vonGizycki, 142

Wie kann man Christ sein aber sich dabei nicht als religiös bezeichnen?

Ich glaube, hier liegt ein Verkennen dessen vor, was religiös sein eigentlich ist? Christ zu sein heißt, sich an Jesus als Sohn Gottes religiös zu binden und das auch zu glauben, an die Trinität (Dreifaltigkeit) zu glauben, an die Auferstehung und das Jesus die Sünden aller Menschen mit dem Kreuzestod auf sich genommen hat. Lediglich Jesus als Mensch zu glauben, weil er (angeblich) so freundliche Sachen gesagt hat oder gar als leuchtendes Beispiel für besondere Menschlichkeit steht, begründet für mich nicht das Christsein. Also wie geht das Christsein und sich nicht als religiös zu bezeichnen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Baoshan, 45

Viele Menschen bezeichnen sich als Christen, obwohl sie gar keine sind.

Mein Vater z.B. würde sich selbst als Christ bezeichnen, fragst du ihn aber nach Gott, dann kommt als antwort, dass er glaubt, dass es da "irgendwas" gibt.

Also eher eine deistische Gottesvorstellung. Dies dürfte bei einer nicht unerheblichen Anzahl sogennanter Christen der Fall sein.

An sich sind das keine Christen, bezeichnen sich aber solche, da sie es von klein auf beigebracht bekommen haben und treten daher natürlich auch nicht aus der Kirche aus.

Kommentar von vonGizycki ,

Das sehe ich auch so, wollte aber mal nachgefragt haben, ob es da noch andere Konstellationen gibt.

Kommentar von Baoshan ,

Zumindest dürfte dies die gängigste sein. Schätze den Anteil mal über 50%, eher mehr...

Kommentar von vonGizycki ,

Kleine Randbemerkung

Es ist ja auch so, dass das, was den Menschen im positiven Sinne ausmacht, als Christsein deklariert wird. Das aber ist so nachweislich falsch, denn humanistische Züge des Menschen im Sinne des Begriffes...

  (https://de.wikipedia.org/wiki/Humanismus und unter Geschichte dort nachlesen), ...

... ist keine Erfindung des Christentums, obwohl das immer behauptet wird. Der Kirche gefällt das natürlich, weil sie nur über das Christsein Menschlichkeit impliziert.

Wer sich also deshalb als Christ bezeichnet, liegt eigentlich historisch falsch. Der Humanismus musste erst in vielen (blutigen) Kämpfen gegen das Christentum durchgesetzt werden.

Antwort
von matmatmat, 65

Ich denke das beruht auf einem Mißverständnis:

Da wird entweder der eigene Glaube an "eine Höhere Macht" mit der Christlichen Erziehung in einen Topf geworfen, aber die christlichen Lehren abgelehnt - so kommt dann ein glaubender, aber nicht sehr christlicher Mensch heraus der den "titel" noch führt.

Oder man versteht sich als Christ im Sinne von "christliches Abendland", weil man dem Irrtum aufsitzt, daß unsere Kultur, unsere regeln für das Zusammenleben, ja überhaupt das man ein guter Mensch ist damit zusammen hängt irgend wie von Christen erfolglos indoktriniert worden zu sein.Man war damals im Religionsunterricht, man ist heute ein guter Mensch, also muß das eine für das andere verantwortlich sein. Dann ist man eben "kultur christ" ohne den Glauben.

Das wäre so meine Vermutung, wie man sich Christ nennen kann ohne dran zu glauben.

Kommentar von vonGizycki ,

Die Frage war ja, ob man Christ sein könnte, ohne religiös zu sein. Wie hier schon bemerkt wurde, ist Glauben und Religiosität etwas Unterschiedliches.

 
Die Erfahrung des Heiligen, des Erhabenenkönnen fast alle Menschen machen – religiöse Gläubige ebenso wie Atheisten und Wissenschaftler.

Einstein: „Das Wissen um die Existenz des für uns Undurchdringlichen, der Manifestation tiefster Vernunft und leuchtender Schönheit, die unserer Vernunft nur in ihren primitivsten Formen zugänglich sind, dies Wissen und Fühlen macht wahre Religiosität aus; in diesem Sinne und nur in diesem gehöre ich zu den tief religiösen Menschen.“

Es gibt ja Gefühle des Heiligen und Schönen, etwa wenn man in den nächtlichen Sternenhimmel schaut und sich die Unendlichkeit der Galaxien bewusst macht. Oder einen Sonnenuntergang oder Blume oder schöne Musik, was auch immer. Da gibt es unendlich Vieles. So sehe ich das auch.

Aber das Christsein ist genau definiert. Ich kann mich der Definition von Wikipedia anschließen.

Wikipedia


Als Christ wird eine Person bezeichnet, die sich zu Jesus von Nazaret (auch Jesus Christus genannt) und zu dessen Lehren bekennt, welche im Neuen Testament der Bibel überliefert sind, und die getauft ist. Die Christen teilen sich auf verschiedene Konfessionen des Christentums auf.

Im Folgenden allerdings gäbe es für mich etwas zu bemerken

Der Begriff Namenschrist bezeichnet eine Person, die formal einer christlichen Glaubensgemeinschaft angehört, ohne sich an deren Lehren gebunden zu fühlen oder deren Versammlungen beizuwohnen.


Wenn man dann aber logisch vorgeht, sind diese keine Christen, sondern lediglich auf dem Papier Mitglied dieser Glaubensgemeinschaft. Religiös sein, wie eben beschrieben könnten sie dennoch. Nur frage ich mich dann, was sie bei den Christen suche, das wäre doch eine inkonsequente Haltung.

1) Wenn man sich nicht als christlich-religiös betrachtet, braucht man diese Gemeinschaft nicht und ist auch kein Christ.

2) Ist man aber religiös und Mitglied der Christengemeinschaft im Sinne de´s definierten Begrtffes, dann ist man Christ. 1 und 2 geht für mich daher nicht zusammen.

Antwort
von gamine, 25

Ich glaube, hier liegt ein Verkennen dessen vor, was religiös sein eigentlich ist?

Das glaube ich auch. Nach Paulus genügt es, an den Tod und die Auferstehung Jesu zu glauben und damit ist man "gerettet". So kam es sehr bald zur Säuglingstaufe.

Die meisten heutigen Christen wurden als Babies getauft. Sie haben zwar im Religionsunterricht mehr oder weniger über den Inhalt der christlichen Lehre erfahren, können jedoch Christ sein, ohne sich je damit auseinander gesetzt zu haben, was es bedeutet.

Während zur Taufe des Johannes Menschen freiwillig kamen, ihre Verfehlungen öffentlich bekannten und sich dazu entschlossen, ein besseres Leben zu führen, geschieht die Taufe heute vielfach unter Zwang.

Unter diesen zwangsgetauften, gibt es Menschen, denen das gleichgültig ist und sie bleiben entweder Mitglied einer Kirche oder sie treten aus, weils was kostet.

Die anderen setzen sich mit Religion auseinander und wollen wissen, wo sie selber stehen. 

Mitläufer gibt es wahrscheinlich in allen Religionen, nicht nur im Christentum. Und es ist doch sehr stark anzunehmen, dass es auch im Christentum Menschen gibt, die sich mit Religion auseinander setzen und ihr Leben danach ausrichten.

Aber hier in Mitteleuropa, da gebe ich dir recht, ist wohl die Mehrheit so, wie du es beschreibst.

Das Potenzial an gleichgültig religiösen Menschen ist im Islam noch höher, da laut Koran jeder als muslim (dem einzigen Gott ergebener Mensch) geboren wird - nicht nur die getauften.

Kommentar von vonGizycki ,

An gamine!


... oder sie treten aus, weils was kostet

Das glaube ich nicht. Ich halte solches Argument für vorgeschoben. Wem ein Verein wirklich etwas gibt, ist bereit ihn zu fördern und sogar finanzielle Opfer zu bringen. Deshalb denke ich,  das solche Menschen keinen Sinn mehr sehen in der Kirche oder im Christentum. Wer will dafür sich dann noch krummlegen? Das aber zuzugeben, fällt immer noch vielen recht schwer, weil man sich dann möglicherweise borender Fragen von Glaubensgenossen ausgesetzt sieht, die man schlecht beantworten kann. Man weiß zwar genau und gefühlsmäßig, das einem der Glauben nichts mehr sagt, aber oft weiß man eben nicht so recht warum. Da fehlt die Fähigkeit eine stichhaltige Begründung zu formulieren, außer: ich spare mir das Geld.

Kommentar von gamine ,

Da magst du recht haben. 

Damit hast du auch die Antwort auf deine Frage. Die Übrigen, denen das Christentum oder die Kirche auch nichts mehr sagt, aber jetzt nicht Geld vorschieben wollen, bleiben halt dabei, ebenfalls um den Fragen und Diskussionen auszuweichen.

Kommentar von vonGizycki ,


Damit hast du auch die Antwort auf deine Frage.

Nicht ganz, aber das macht nichts.

Sie treten ja aus der Kirche aus und sind auch wegen der Glaubenszweifel kein Christ mehr. Religiös könnten sie dann doch noch sein, nur anders vielleicht. In meiner Frage ging es ja um den umgekehrten Zustand.

Das ist jetzt aber mittlerweilse zufriedenstellend beantwortet worden :-)

Antwort
von Gronkor, 28

Naja, solche Leute sagen dann, Religion bedeute, an Dogmen zu glauben und irgendwelche Rituale durchzuführen. Und ihnen ginge es eben nicht um Rituale oder Dogmen, sondern darum, eine "lebendige Beziehung mit Jesus" zu führen.

Ich habe sowas schon oft von Christ_inn_en gehört. Und ich würde sagen, das ist eigentlich ein Trick, mit Religionskritik umzugehen. So nach dem Motto: "Ja, Du hast Recht: Religion bringt nur Unheil über die Menschen. Aber ich bin ja nicht religiös!"

Hier noch ein Fundstück aus dem Netz dazu. Wenn Du Dich mal ein wenig in die (frei-) christliche Subkultur begibst, wirst Du solche Sprüche wirklich häufiger hören.

Kommentar von vonGizycki ,

Danke, ist ein gutes Beispiel -  Allerdings muss ich da doch ein wenig den Kopf schütteln

Antwort
von Hamburger02, 43

Da musst du die Begriffe Glauben und Religion auseinanderhalten.

Laut Paulus ist der Christ, der an die Auferstehung von den Toten nach dem Kreuzestod glaubt. 

Ein Gläubiger ist auch der, der sich z.B. selber mit der Bibel beschäftigt und seine eigenen Schlüsse daraus zieht.

Religion ist ein Bekenntnis zu einem ganz bestimmten Glauben, dessen Inhalt z.B. von Kirchenlehrern oder Theologen vorgebene wird, z.B. in Form der Dogmen, und diese Vorgaben übernimmt man dann.

Kurz formuliert: Religion ist organisierter Glauben mit vorgegebenen Glaubensinhalten. Glauben ist zwar Voraussetzung von Religion aber nicht umgekehrt.

Die Reden Jesu lassen sich sehr leicht als Argumente gegen Religion auslegen und Jesus hat auch nie für Religion gesprochen oder gar eine gegründet. Erst Paulus hat eine Religion gegründet und organisiert.

Beispiel aus der Bergpredigt:

Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler, die da gerne stehen und beten in den Schulen und an den Ecken auf den Gassen, auf daß sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich ich sage euch: Sie haben
ihren Lohn dahin.

Wenn aber du betest, so gehe in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten öffentlich.






Kommentar von vonGizycki ,

Hamburger02

Könnte es sein, das Du meine Frage nicht richtig verstanden hast?

Kommentar von Hamburger02 ,

Das liegt immer im Bereich des möglichen.

Habe deine Frage so verstanden, ob man christlich glauben und leben kann, ohne einer Religion anzugehören und meine Antwort ist ja. Das war z.B. bei den ersten Frühchristen der Fall, als sich noch keine christlichen Religionen herausgebildet hatten.

Wer individuell glaubt, aber keine vorgekauten Lehrsätze einer Religion übernimmt, ist zwar gläubig, aber nicht religiös.

Kommentar von vonGizycki ,

Hamburger02

Und was ist mit Einstein, dem sich mittlerweile alle religiöse Atheisten anschließen und andere, die auch Alternativen  zum Christentum suchen(Freireligiöse)?

Ich bin auch einer von denen.

Kommentar von Hamburger02 ,

Gläubige beziehen sich zwar oft auf Einstein. Der hat aber ausdrücklichg betont, die Behauptung, er sei gottgläubig, wäre eine reine Lüge, der er oft genug widersprochen habe, die aber trotzdem ständig wiederholt wird.

Er meint selber, religiös könne allenfalls seine allgemeine Bewunderung der Natur genannt werden.

Der Begriff "freireligiös" ist mir zwar neu, kann aber womöglich als "frei von konventionellen religiösen Zwängen" verstanden werden. Das würde ich dann als Mittelding zwischen individuellem Glauben und Religion betrachten.

Auf der politischen Ebene gibt es ähnliche Strukturen.

Man kann sich z.B. eine individuelle politische Meinung zulegen. Das wäre vergleichbar mit einem Gläubigen.

Man kann aber auch in eine Partei eintreten, verpflichtet sich damit aber auch, das Grundsatzprogramm und Parteitagsbeschlüsse zu respektieren und zu vertreten. Das wäre Religion.

Freireligiös würde ich hier als "Bürgerinitiative" einordnen. Das ist ein lockerer Zusammenschluss von Leuten, die eine ähnliche Auffassung und Ziele haben, die sie gemeinsam "parteiübergreifend" besser verwirklichen können. Das bedeutet aber nicht, dass man insgesamt eine einheitliche Meinung und Ziele hat und sich schon gar nicht einem bestimmten Gesamtprogramm unterwirft.


Kommentar von vonGizycki ,

Für Hamburger02


Hier ein Beispiel für die Freireligiösen an Hand der Freireligiösen Gemeinde Rheinland-Pfalz

http://www.freireligioese-pfalz.de/was-sind-grundsaetze-freier-religion-.html

Oder die Unitarier - Religionsgemeinschaft freien Glaubens

http://www.unitarier.de/unitarier/wer-wir-sind/grundgedanken/erlaeuterung/

Oder den DFW (Dachverband)

http://www.dfw-dachverband.de/


Kommentar von Hamburger02 ,

Na dann lag ich mit meinen Vermutungen ja gar nicht mal so falsch.

Antwort
von crazyboy2001, 60

Ganz einfach, bin ohne es gewünscht zu haben konfimuert worden.
Den Abschluss Test habe ich bestanden.
Ob ich die Geschichten glaube oder nicht, einen großen Bogen um die Kirche mache, nicht bete, bin ich dennoch christlich konfimiert.

Kommentar von matmatmat ,

Aber du mußt weder ein Mitglied der Kirche bleiben, noch dich so bezeichnen, oder? Man hat dir doch kein Brandzeichen verpaßt damals...

Kommentar von crazyboy2001 ,

Richtig, mit der Konfirmation hat man den Glauben der Religion angenommen.

Antwort
von Mignon5, 59

"Religiösität" ist schwer zu definieren. Ohne Definition kann man eigentlich gar nicht darüber diskutieren. Aber sei's drum.

Es gibt keine allgemeingültigen Regeln für Glauben und Religiösität. Du kannst dir deinen Glauben ganz indivduell so gestalten, wie er für dich am sinnvollsten erscheint. Wenn du dich zu einer Glaubensgemeinschaft hingezogen fühlst, bist du religiös. Du kannst aber auch religiös sein, ohne dich zu einer Glaubensgemeinschaft zu bekennen. Glaube und Religiösität sind nicht so einfach voneinander zu trennen. Allerdings finde ich die Frage, ob du religiös bist, völlig unwichtig.

Kommentar von matmatmat ,

Die Frage schien mir auch, wie man auf die Idee kommt wenn man sich zu einer Glaubensgemeinschaft (wie du schreibst) nur "hingezogen fühlt" von sich behaupten kann dazu zu gehören und gleichzeitig wichtige Inhalte abzulehnen.

Kommentar von vonGizycki ,

Dieser Zweifel ist absolut berechtigt!

Antwort
von MarkusK1987, 14

Da waren schon viele interessante Sichtweisen in den Antworten dabei. Christ-sein zu definieren einfach nur nach der Bibel ohne persönlichen Meinungsanstrich und religiöse Traditionen, ist naheliegend - finde ich.

Dazu bedarf es mehr als nur ein, zwei Aussagen von Jesus aus dem Zusammenhang gerissen zu zitieren. Ich versuche mal, zentrale Aspekte, die Jesus seinen Nachfolgern/Jüngern/Schülern (=Christen) mitgab aus den vier Evangelien zusammenzufassen:

Jesus respektierte die Bibel (die Teile, die es zu der Zeit schon gab) als Gottes Wort.

Er betete einzig und allein seinen Vater Jehova/Jahwe an und machte seinen Namen bekannt.

Das Erweisen echter (Nächsten-)Liebe war ihm extrem wichtig.

Jesu Lösegeld muss man als Gottes Mittel zur Rettung annehmen.

Kein Teil der Welt sein (ist bisschen abstrakt, hier eine Erläuterung: http://bit.ly/Neutralitaet_kein_Teil_der_Welt)

Seine Nachfolger lernten, das Gottes Königreich als einzige Hoffnung für die Menschen zu predigen.

(siehe auch: http://bit.ly/bh_K15)

Antwort
von ProfFrink, 45

Du beantwortest Deine Frage eigentlich schon selbst. Wer Christ ist kann nicht gleichzeitig religiös sein. Religiöse Menschen meinen immer Gott mit irgendwas gefallen zu müssen. Im Mittelalter kannte man sogar das Mittel der Selbstkasteiung. Furchtbar.

Nach der Kreuzigung Jesu zeriss der Vorhang im Tempel, der die Menschen vom Allerheiligsten trennte von oben nach unten. Von selbst. Dies war das sichtbare Zeichen, das uns sagen soll: Der Zugang zum Vater ist frei. Und damit ist auch gleichzeitig das Ende aller Religionen eingeläutet.

Kommentar von vonGizycki ,


ProfFrink

Nee, das habe ich nicht eigentlich selbst beantwortet. Ich verstehe es nicht: Christ sein und nicht religiös sein? Das war ja meine Frage.

Kommentar von ProfFrink ,

Okay. Dann beantworte ich es nochmal ganz knapp und klar. Christsein und Religion geht nicht zusammen. Der Unterschiede besteht darin:

Religion: Der Mensch bessert sich solange bis er Gott gefällt.

Christsein: Gott nimmt mich an und tut mir etwas Gutes.

Beides sind unvereinbare Gegensätze. Religion ist sogar Sünde, weil sie das gute Werk, das Gott bereits vollendet hat, ignoriert.

Kommentar von Zicke52 ,

@ProfFrink: Ein Christ DARF sich also gar nicht verbessern, um Gott zu gefallen? Das wäre eine Sünde?

Das ist ja ein origineller Standpunkt.

Darum hat Jesus zur Ehebrecherin auch gesagt "gehe hin und setze deinem Mann weiterhin Hörner auf".

Kommentar von ProfFrink ,

Hallo Zicke52,
in der Originaltonspur Joh. 8,11 heisst es aber "So verdamme ich dich auch nicht; sündige hinfort nicht mehr. "
Natürlich DARF ein Christ sich verändern, um Gott zu gefallen.

Es ist aber so ähnlich, als wenn ich mal so eben ein wenig abnehmen will um meinem Partner/meiner Frau wieder mehr zu gefallen. Dann kommt der Jo-Jo Effekt und ich bin wieder dick. Ich will damit sagen, dass diese Selbstverbesserungsbemühungen nicht lange anhalten. Der tiefere Grund liegt darin, dass wir von unserer Natur her SÜNDER sind. Religion hin und Religion her. Darin kann man leider nicht viel ändern. Es sein denn: Es sei denn wir haben uns Jesus Christus ganz ausgeliefert. Ja, so muss man es ausdrücken. Ausliefern. Das Gebet das Jesus dazu einlädt in Dein Leben zu kommen, löst einen Ego-Enttrohnungsprozess aus, der dazu führt, dass Du am Ende eine neue Kreatur bist. Das Alte ist vergangen. Auf diese Weise sind sogar Alkoliker wieder trocken geworden, Junkies clean geworden, Fresssäcke wieder schlank geworden usw. Freiheit auf allen Ebenen ist das Ergebnis.

Weisst Du, hinter dem Selbstverbesserungsversuch steht ein bisschen auch immer die Aussage: Herr, ich brauch' Dich nicht. Ich schaff' das selbst. Das ist im Grunde falscher Stolz und damit Sünde. Bei den anonymen Alkolikern fängt der Befreiungsschlag immer mit dem Selbstbekenntniss "Ich bin Alkoliker" an. Wer das über die Lippen bekommt, der hat es schon halb geschafft. Und wir "normale" Menschen könnten ja auch mal bekennen: "Ich bin ein Ego-Mensch.."

Kommentar von Zicke52 ,

@ProfFrink: "....sündige hinfort nicht mehr".

Ja, eben. Jesus empfahl der Sünderin, sich zu bessern. Du hattest aber behauptet, Religion (gemaess deiner Definition der Wunsch, sich zu bessern, um Gott zu gefallen) sei Sünde.

Zum Rest deiner Ausführung: die "Liebe" Gottes, so wie du die darstellst, ist für mich das Gegenteil von Liebe. Was ist das für eine Liebe, die mir einredet, ich sei ein Sünder, ein durch und durch verderbtes Wesen, zu rein gar nichts aus eigener Kraft fähig? Und wenn ich das nicht "einsehe", also mich nicht zutiefst verachte, werde ich nicht "gerettet"? 

Wenn mir mein Partner sagt "ohne mich bist du ein Nichts. Dumm, uninteressant, zu nichts fähig. Aber zum Glück hast du ja mich. Ich liebe dich, obwohl du es nicht verdienst. Na, dankbar für diese unverdiente Liebe, du Nichtsnutz?" - hältst du das für eine schöne Liebeserklärung?

Solche Partnerschaften gibt es übrigens. Wo der eine den anderen kleinmacht und ihm in jahrelangem Psychoterror jedes Selbstbewusstsein nimmt, um ihn von sich abhängig zu machen. Alle Psychiater und Seelenklempner sind sich aber einig, dass das kranke Perverslinge sind und das mit Liebe nicht im Entferntesten zu tun hat.

Kommentar von ProfFrink ,

Liebe Zicke52, ich merke dass Du Dich sehr über meinen Kommentar geärgert hast. Zuerst einmal vorweg: Niemand will, dass Du Dich zutiefst verachtest, eher das Gegenteil. Und wenn in Partnerschaften einer den anderen kleinmacht, dann ist das nicht okay.

Jetzt müsste ich eigentlich viel erklären. Aber es ist vielleicht besser an diese Verurteilungsgeschichte aus Johannes Kap. 8 anzuknüpfen. Schau Dir mal die entscheidende Aussage von Jesus an Joh. 8,7: .."Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie."

Danach bückte Jesus sich und schrieb was auf die Erde. Vielleicht tat er das, damit die Ältesten in Ruhe ihr Gewissen prüfen konnten.

Jesus sagt ihnen nicht ins Gesicht: Ihr seid selber nicht besser als die Frau, sondern er gab Ihnen Gelegenheit zur Selbstprüfung. In der weiteren Geschicht liest man dann, dass einer nach dem anderen ging, bis Jesus mit der Ehebrecherin allein war.

Die Ältesten, das waren damals die Guten. In diesem Fall waren es sogar die Frommen. Und doch haben sie dann beschämt erkannt, dass sie sooo fromm dann doch wieder nicht waren. - Sie haben sich plötzlich im richtigen Licht gesehen und haben dann von der Vollstreckung abgesehen. - Vielleicht muss ich es mal so erklären: Niemand hat das Recht Dich klein zu machen. Ich persönlich glaube auch, dass Du ganz okay bist. Aber wenn Dein eigenes Gewissen sich melden sollte, dann geh' diesem Impuls nach und red' mit Jesus. Nur er kann uns unsere Lasten abnehmen.

Antwort
von reziprok26, 50

Man kann auch Christ sein, wenn man den Unsinn, der einen verkrüppelt ignoriert, zB Sex nur zum Kinderzeugen u.a.m.

Antwort
von Zicke52, 17

Als Christ ist man natürlich religiös, denn das Christentum ist eine Religion. Ob man gewisse Dogmen anerkennt oder Kirchengesetze befolgt, tut dabei nichts zu Sache, denn diese sind konfessionsabhaengig, aber solange sich eine Konfession auf das NT bezieht und seine wesentlichen Aussagen anerkennt, gehört sie zum Christentum.

Gewisse Christen behaupten aber (auch hier auf GF immer wieder zu lesen), sie gehörten keiner Religion an, sondern folgten Jesus nach. Aber die "Nachfolger Jesu" SIND eben Christen. Ich halte diese künstliche Differenzierung Christentum/Religion für einen Trick, um sich als etwas Besonderes darzustellen: "Religionen gibt's viele, aber WIR sind einzigartig!" 

Antwort
von DODOsBACK, 30

Religion ist "ritualisierter" Glauben - und vielen Menschen unheimlich. Wenn man sich nur mal anschaut, wie gespalten all die "Nachfolger Jesu" sind, hat das mit den "Urwerten" des Christentums nichts mehr gemeinsam.

Abgesehen davon war der Gott, den Jesus verehrte, eben nicht "eifgersüchtig" und "aufmerksamkeitsgeil", sondern durchaus bereit, sich ganz im Stillen an "guten" Menschen zu erfreuen, die seine Gesetze befolgten, ohne ihn permanent und eplizit "zu ehren"...

Antwort
von fricktorel, 5

Ein "Kind des wahren Gottes" (Jes.45,22) ist nicht "religiös" (Offb.12,9; 2.Kor.11,14), sondern "glaubt" Seinem Wort (Joh.17,17; Röm.6,23).

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