Frage von Lilian060186, 10

Wie kann man bei der Deckungsbeitragsrechnung einen Bezug zur Preispolitik (Marketing) herstellen?

Antwort
von ArbeitsFreude, 3

Das ergibt sich aus der Definition von DB und gesundem Menschenverstand:

LANGFRISTIG MUSS ein Unternehmen einen positiven DBIII (also einen Deckungsbeitrag, der ÜBER anteilige Fixkosten aller Art hinaus geht) erwirtschaften, sonst geht das Unternehmen pleite (Es sei denn, es handelt sich um ein Geldwäscheunternehmen:)

D.h. für die Preispolitik: Der Preis für ein Gut/DL, welches das Unternehmen verkauft, muss über dem DBIII liegen.

KURZFRISTIG kann ein Unternehmen überleben, wenn es lediglich einen positiven DB I erwirtschaftet, also mehr, als die variablen Kosten reinholt.

Deshalb gilt ein DB I von 0 als Preisuntergrenze.Denn:Wenn ein Unternehmen mit negativem DB arbeitet (das tun bspw. derzeit einige staatliche und nicht-staatliche Ölförderfirmen), macht es logischerweise mit jeder verkauften Einheit Verlust und manövriert sich damit in Richtung bankrott - und je mehr es verkauft, desto schneller...

Negative Deckungsbeiträge sind also nur kurzfristig unternehmerisch zu rechtfertigen
a) wenn dadurch LANGFRISTIG das Überleben des Unternehmens gesichert werden kann, d.h. wenn es als SICHER gelten kann, dass das Unternehmen in naher Zukunft wieder positive DB erwirtschaften wird oder
b) Wenn das Unternehmen nur bei bestimmten taktisch / strategisch wichtigen Produkten negative DB erwirtschaftet, diese aber durch stark positive DB auf anderen Produkten mehr als ausgleichen kann (wie bspw. oft im Handel bei sog. "Lockvogelangeboten" geschieht)

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