Frage von Simon545, 121

Wie kann man am Computer noch schneller tippen?

Hallo Community,

wir haben seit diesem Schuljahr das Fach IT und haben das Zehn-Fingern-System schon gelernt. Wir sind jetzt damit auch schon durch. Das Fach selbst macht mir sehr viel Spaß und ich bin auch nicht der langsamste in unserer Gruppe.

Nun meine Frage! Wie kann ich noch schneller und fehlerfreier tippen? So gehts schon ziemlich gut und schnell, aber ich verschreibe mich immer noch bei ca. jedem 2. Wort.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Unsinkable2, 37

Wie kann ich noch schneller und fehlerfreier tippen?

Der Trick liegt darin, dass du NUR das richtige - also fehlerfreie - Schreiben üben musst. Die Geschwindigkeit ist eine Sache, die sich mit der Zeit von ganz allein einstellt. 

Und dazu hilft nur: Üben, üben, üben...

Ach ja: Vermeide am Anfang diese "Schnellschreibe-Webseiten". Sie erhöhen nur das Frustrationslevel und verlangsamen den Lernprozess, weil man dort motiviert wird, Geschwindigkeit über die Richtigkeit zu priorisieren. Doch das ist ein falscher Ansatz für Einsteiger. Nutze solche Seiten erst, wenn deine Finger die Buchstaben wirklich sicher finden; wenn du also alles richtig tippst, aber zu langsam bist...

--------------------------

Tipp

  • Geschirrhandtuch über die Tastatur legen. 
  • Hände drunter. 
  • Dann auf dieser Plattform anderen Leuten Antworten und Hilfestellungen geben. 

Wichtig ist, dass du nicht sehen kannst, wie deine Finger tippen. Und dass du auch keine Chance hast, mal eben schnell hinzugucken. Deine Finger müssen die Tasten ganz allein finden. 

So lernt dein feinmotorisches Gedächtnis, bis die Finger automatisch über die Tastatur tanzen und besser wissen, wo die Buchstaben sind, als du beim Hingucken. :)

Tippe immer so langsam, wie es nötig ist, um wirklich sicher die richtigen Tasten zu treffen. Und wenn du nur 15 Anschläge in der Minute schaffst, ist das völlig okay. Schon nach kurzer Zeit wirst du merken, wie du immer sicherer und schneller wirst. 

Doch bleibe trotzdem dabei: Richtig ist wichtiger als schnell. Denn das "schnell" kommt von ganz allein. Das "richtig" hingegen musst du üben.

Kommentar von Simon545 ,

Erstmal Dankeschön für deinen ausführlichen Kommentar!

Das mit dem Geschirrtuch haben wir Anfangs in der Schule auch immer gemacht. Mittlerweile schreibe ich aber schon ohne und trotzdem blind.

Kommentar von Jackie251 ,

welchen Sinn soll das Handtuch ergeben?
Das man dann rät? ob dies hier vielleicht die richtige Taste sein könnte?

Genauso wie die Geschwindigkeit steigt, nehmen die Blicke auf die Tastatur ab, wenn man sicherer wird.
Das Abdecken ist doch nur bei Klassenunterricht ohne Leistungsnachweis sinnig um festzustellen das wirklich 10 Finger genutzt wurden und nicht die Leistung anderweitig erbracht wurde. Für jemanden der expliziet fragt wie er sich verbesser kann - jemand der also gar nicht motiviert werden muss - ist es logischerweise kontraproduktiv nicht auf die Tastatur zu sehen.
Die Feinmotorig kann man doch viel besser erlernen wenn man sieht was die Finger machen und wie weit es noch bis zur den umliegenden Tasten ist.
Es kommen ja auch Ärzte nicht mit verbundenen Augen zur OP weil man eine bessere Feinmotorig hätte, wenn man nicht sieht was man tut.
Sowenig wie möglich jedoch soviel wie nötig.

Auch die Versteifung auf richtig sei wichtiger kann ich nicht nachvollziehen. Generell steigen Präzion UND Geschwindigkeit wenn man etwas extensiv übt. Das nennt sich Drill. Und dabei wird auch die geforderte Geschwindigkeit immer gesteigert.
Genauigkeit und Geschwindigkeit müssen zusammenpassen.
Wenn man nicht auch von vorherein eine angemesse Geschwingkeit antrainiert, fehlt die Dynamik und der Lernprozess schneller zu werden ist fast schon ein erneutes lernen, weil sich die Körper auf die langsame Arbeitsweise einstellt. Versuchen sie es, nehmen sie etwas das sie schon oft im Leben gemacht haben, sagen wir morgen früh aufstehen in Bad duschen rasieren, Kaffe kochen und losflitzen. Alles dreimal so schnell wie normal. Sitzt nun alles mit dergleichen Präzion wie sonst, weil man es ein Lebenlang langsam geübt hat?
Ohne Frage sind 200 Anschläge mit 20 Fehlern ein Ergenis bei dem das Tempo runter und die Genauigkeit raus müssen. Jedoch ist alle 4 Sekunden ein Buchstabe bei 0 Fehlern auch kein sinniger Stand - dabei erlernt man nicht die erforderlichen Fingerbewegungen, da die Hände als ganzen sich jeweils mit ausrichten werden. In 4 Sekunden kann sich die Handstellung bequem zum schreiben dieses Buchstaben ausrichten. Das in Wahrheit zum Schnellschreiben jedoch weitgehend die Finger die Arbeit verrichten müssen - da ein anderer Finger dieser Hand schon Sekundenbruchteile später ebenfalls aus der Grundstellung der Hand arbeiten will.

Kommentar von Unsinkable2 ,

Ich habe dir hier geantwortet: https://www.gutefrage.net/frage/wie-kann-man-am-computer-noch-schneller-tippen?#...

Eine Wiederholung wäre reines "Tippen üben". ;)

Kommentar von TeeTier ,

Für jemanden der expliziet fragt wie er sich verbesser kann - jemand der also gar nicht motiviert werden muss - ist es logischerweise kontraproduktiv nicht auf die Tastatur zu sehen.

Also ich hatte zwar ohne Handtuch gelernt, aber auch nie das Bedürfnis, auf die Tastatur zu schauen.

Ich denke, wenn man wirklich systematisch lernt, hat man das auch nicht nötig.

A, S, D und F sind nun mal nur vier Zeichen, deren Position man sich auf Anhieb merken kann ohne ständig auf die Tastatur schauen zu müssen. Diese vier übt man dann so lange, bis sie sitzen. Je nach System parallel mit J, K, L und Ö.

Und ERST wenn man die wirklich treffsicher beherrscht, kann man mit G und H, etc. weiter machen.

Dabei stellt sich dann auch gar nicht die Frage, ob man auf die Tastatur schauen darf, oder nicht, weil man es - wie gesagt - einfach nicht nötig hat, da die bisher gelernten Tasten ja sowieso perfekt sitzen.

Und wenn man dann irgendwann den Alphanumerischen Block durch hat, merkt man plötzlich, dass man ganz automatisch schneller geworden ist, obwohl man überhaupt nichts dafür getan hat, und nur auf Korrektheit geachtet hat!

Anders, wird das nichts werden! :)

Naja ... muss jeder individuell selber wissen, wie er lernt. :)

Kommentar von TeeTier ,

Das sehe ich genauso! Am Anfang unbedingt langsam üben! :)

Ich habe leider den Fehler gemacht, und wollte schnell fertig werden. Das hat mich im Nachhinein viel Zeit gekostet, Fehlverhalten wieder abzutrainieren.

Das ist jetzt zwar schon fast 30 Jahre her, und ich war noch ein Kind, aber heute weiß ich, dass man so lernen muss, wie du es beschrieben hast. Wohlgemerkt nicht nur Maschinenschreiben! :)

Sehr gute Antwort!!!

Antwort
von TeeTier, 15

Vor zich Jahren habe ich das Tippen mit einer Software gelernt, in der auch (sehr primitive) Tippspiele enthalten waren. Damit konnte man binnen kürzester Zeit die Tippgeschwindigkeit steigern.

(Die Software hieß "Flying Fingers" bzw. "Flinke Finger", und lief noch unter Windows 3.1. Ohne Emulator oder Uralt-PC bekommt man die in der heutigen Zeit aber nicht mehr zum starten. Aber heutzutage gibt es ja vermutlich genügend Alternativen.)

Ich weiß noch genau, dass ich an einem Freitag Nachmittag angefangen hatte, und am Montag früh mit allen Tasten (Buchstaben, Zahlen, Sonderzeichen, F-Tasten, Ziffernblock, Strg, Alt, etc.) durch war. Binnen dieser 3 Tage kam ich aber nur auf ca. 100 Anschläge pro Minute, obwohl ich pro Tag bestimmt mehr als 3 Stunden geübt hatte.

Oh man, das waren noch Zeiten ... erste Lektion "ASDF JKLÖ": AAA SSS DDD FFF JJJ KKK LLL ÖÖÖ AJA FÖF ... oder so ähnlich. :)

Dank der besagten Tippspiele kam ich dann relativ schnell auf über 600 Anschläge pro Minute. Das hat allerdings einige Wochen gedauert!

Seitdem habe ich mich nicht mehr darum gekümmert, weil ich eigentlich mit meiner Geschwindigkeit zufrieden war, aber vor ca. 2 Jahren habe ich es nochmal auf einer Website gemessen, und kam auf deutlich über 800 Anschläge ohne Fehler.

Also ich denke, dass solche Spiele sehr lustig und motivierend sind, und man damit seine Geschwindigkeit enorm steigern kann. Die sind zwar oft wirklich primitiv, machen deshalb aber nicht weniger Spaß.

Es gibt auch Schreibmaschinenwettbewerbe, aber da nehmen Leute teil, die weit über 1000 Anschläge pro Minute haben, also hat man da eigentlich keine Chance. Trotzdem kann man es ja mal versuchen. :)

Am besten du suchst bei Google mal nach Websites, die solche Spiele zur Steigerung der Tippgeschwindigkeit anbieten. Davon gibt es genügend. Ich wette, du wirst damit deine Geschwindigkeit binnen einer Woche deutlich erhöhen, vielleicht sogar verdoppeln!

Ansonsten hilft viel Übung! Ich programmiere täglich Software, und benutze deshalb auch überdurchschnittlich viele Klammern und andere Sonderzeichen. Außerdem schreibe ich oft auf Japanisch, wobei die Tastenbelegung etwas anders ist.

Aber irgendwann gewöhnt man sich auch daran, und bekommt gar nicht mehr bewusst mit, mit welchem Keyboard-Layout man gerade arbeitet. Die Umstellung geschieht automatisch.

Apropos "Keyboard-Layout": Es gibt da sehr große Unterschiede, und einige Leute stehen auf so etwas wie NEO & Co ... damit würde ich - wenn überhaupt nötig - aber erst anfangen, wenn du mit dem normalen QWERTZ oder QWERTY Layout gut klar kommst. Ansonsten ist das für Einsteiger vermutlich zu verwirrend.

Naja, viel Erfolg noch beim Tippen! :)

PS: Habe während meiner Antwort die Stoppuhr laufen lassen, weil deine Frage mein Interesse geweckt hat: Vier Minuten und 18 Sekunden bis zum "PS". :)

Wobei man beim Verfassen eigener Texte ja immer merklich langsamer ist, als beim bloßen Abtippen eines vorgegebenen Dokuments.

Kommentar von Jackie251 ,

ein interessanter Bericht
vieleicht magst du diese Erfahrung ja auch im Lexikon belegen?
https://de.wikipedia.org/wiki/Anschl%C3%A4ge_pro_Minute

der Artikel scheint dich nicht zu kennen, die behaupten doch allen ernstes, dass 750 Anschläge pro Minute als physikalisches Maximum gelten.

Kommentar von TeeTier ,

Interessanter Link, denn ich habe vor einigen Jahren mal etwas von weit über 1000 gehört.

Ich denke, das hängt immer von der Zählweise ab, und wie Tippfehler mit berechnet werden. Von deinem Wikipedia-Artikel mal abgesehen, eine Fehlerkorrigierte Leistung von weit über 1000 Anschlägen schaffen nicht wenige!

Mark Kislingbury schafft 360 WPM, und bei 5 Anschlägen pro Wort liegt er damit bei ca. 1800 Anschlägen pro Minute!

Google einfach mal nach dem Thema, auch gerne mal auf Englisch! Dann wirst du merken, dass es noch wesentlich mehr Quellen als Wikipedia gibt.

Wenn aber mal von knapp 700 Anschlägen, und mal fast 2000 Anschlägen die Rede ist, kann ich zu dem Thema nichts mehr sagen. Offensichtlich unterscheiden sich hier die Messmethoden stark.

Keine Ahnung, wie viel ich nun genau habe ... Zähl einfach die Wörter oder Zeichen aus meiner obigen Antwort, teile sie durch 4 Minuten und 18 Sekunden.

Schönen Tag noch! :)

Edit: Gerade nachgerechnet. Ich komme auf 697 Anschläge pro Minute ... :)

Kommentar von Unsinkable2 ,

der Artikel scheint dich nicht zu kennen, die behaupten doch allen ernstes, dass 750 Anschläge pro Minute als physikalisches Maximum gelten.

Zu schnell gelesen, Jackie251? ;)

Der Artikel scheint auch Helena Matouskova nicht zu kennen, obwohl er über sie berichtet:

Helena Matouskova, aktuelle Weltrekordhalterin aus Prag hat bei den Weltmeisterschaften 2001 in Hannover den ersten Platz im Maschinenschreiben (30-Minuten-Schnellschreiben, 24630 Anschläge, vier Fehler) mit 821 Anschlägen pro Minute erreicht (Quelle: ebenda)

Wie sie es trotzdem schaffen? Auch das sagt der Artikel: Tastaturkürzel.

... sodass auf internationalen Wettbewerben derzeit regelmäßig 900 Anschläge pro Minute erreicht werden. (Quelle: ebenda)

... Und dabei war der Artikel wirklich kurz.

Außerdem gibt es - das steht nicht bei Wikipedia, sondern stammt aus einem Artikel in einer Fachzeitschrift, die sich mit Ergonomie auseinandersetzt - anscheinend auch Tests mit anderen Tastaturlayouts, die zum Teil auf deutlich über 1.200 Anschläge kommen. Da diese jedoch nicht "Standard" sind, werden sie nicht gewertet.

Kommentar von Jackie251 ,

Du weist aber schon das Tastaturkürzel eben gerade NICHT Anschläge sind oder ?
Stenographen schaffen sogar nicht deutlich höhere Geschwindigkeiten - eben gerade WEIL sich Abkürzungen verwenden statt jeden Buchstaben in korrekter Reihenfolge zu tippen. Die erhaltene Schreibgeschwindigkeit mit der der Text entsteht ist größer als die Geschwindigkeit mit der getippt wird!

Die - wenn es um Echtzeitmitschriften geht - immernoch weit verbreiteten Stenographen bzw. Audiomitschnitte und automatische Worterkennung sollte übrigends zu denken geben, bevor man ersthaft glaubt 1200 Anschläge pro Minute seinen ein realitischer Wert. Warum lässt man dann Mitschriften nicht mit der Schreibmaschine tippen - da bräuchte man nicht mal einen Dolmetscher um die Mitschrift zu lesen.

Antwort
von Noidea333, 46

Mein Rekord war bei 360 Anschläge die Minute mit 0 Fehler. ...  probiere mal http://10fastfingers.com/typing-test/german

Da kann man auf jeden Fall gut üben ;-)

Kommentar von Simon545 ,

Ich war gerade drinnen und hab geübt. Werde später oder wann anders noch mal üben.

Kommentar von KnorxyThieus ,

Haha, 73 WPM, 6 falsche oder Zehnfingersystem ... ^^

Antwort
von macqueline, 52

Üb jeden Tag ca. 30 Minuten, achte erst mal auf fehlerfrei, dann später auf fehlerfrei und schnell. Such dir einige Texte zum Abschreiben.

Kommentar von Simon545 ,

Dankeschön für deinen Tipp

Kommentar von Jackie251 ,

warum erst fehlerfrei?

Kommentar von Unsinkable2 ,

... weil die "Geschwindigkeit" von allein kommt...

Kommentar von Jackie251 ,

mit der gleichen Begründung kann man auch sagen "erst schnell" - weil mit mehr Übung logischerweise auch Präzision dazu kommt.

Das erarbeiten eines "Muskelgedächstnis" durch Drill erfordert immer das auch die Geschwindgkeit soweit oben gehalten wird wie es geht. Bei 0 Fehlertoleranz weis man aber gar nicht ob die Geschwindgkeitsgrenze schon erreicht ist. Daher benötigt man eine sinnvolle Fehlertoleranz.

Beim 10 Fingerschreiben kommen die Legenden "mit abgedeckter Tastatur schreiben" oder "richtig schreiben" schlicht aus der Historie des Lernen.
Häufig wurde das in großen Klassen mit wenig Aufsicht und einer recht einfachen Prüfung unterichtet. Diese Klassen bestanden nicht nur aus Lernwilligen. Wenn man nun die Tasten verdeckt ist es viel einfacher zu prüfen ob der Lernende die Lage der Tasten kennt.

Weiterhin war es bei Schreibmaschinentexten einer ganzen Klasse extrem aufwendig die Texte auf Fehler zu prüfen. Im Gegensatz dazu war die Ermittlung der Schreibgeschwindigkeit sehr einfach, wenn man die Anzahl der Buchstaben pro Zeile kannte und mit einer Uhr umgehen konnte.
Auch waren Fehler in der Anfangszeit kaum sauber zu korrigieren, während die Schreibgeschwindigkeit bei den schweren mechanischen Maschinen deutlich unter den heutigen Werten beim PC lag. Unbedingte Präzion war früher wichtiger als Geschwindigkeit.

Ich habe zu diesen Legenden bisher jedenfalls keine ernsthafte Untersuchung gesehen die beweist das Fixierung auf fehlerfrei später zu besseren Fähigkeiten führt.
Es wurde einfach seit 100 Jahren so gemacht und jeder plappert nach was sein Lehrer behauptet hat. Ob die Grundbedingungen heute überhaupt gegeben sind (am PC ist die Fehlerprüfung viel einfacher und die genaue Eingabe weniger wichtig).
Aber ich lasse mich gern belehren, vieleicht haben sie ja doch ein Quelle die das Gegenteil beweist.

Kommentar von TeeTier ,

Die "Geschwindigkeit kommt von allein" gilt für ALLE Bereiche und zwar Ausnahmslos. Leute die von Anfang an etwas versuchen schnell zu lernen, werden es nicht gut hinbekommen! Punkt. :)

Das ist auch logisch und kann gar nicht anders sein, denk mal drüber nach! Du kannst auch Mathematik, Karate, Kochen oder Musizieren nicht schnell lernen.

Nur intensives und vor allem langsames Lernen bringt Erfolg!

Egal was man lernt, am Anfang sollte man sich Zeit nehmen! :)

Allerdings muss ich dir Recht geben, dass Tastaturschreiben keine soooo hohe Kunst ist, dass man sie sich nicht tatsächlich relativ schnell aneignen könnte. Ich denke, nach ein paar Wochen kann man durchaus auf Geschwindigkeit abzielen. Aber in der Zeit davor (!) sollte man unbedingt auf Ruhe und Korrektheit achten.

----------- schnipp -------------

Stopp! Puh ... hab mich jetzt mal angestrengt, und auf "Speed" getippt. :)

Für diesen kurzen Kommentar bis zur Markierung habe ich laut Stoppuhr knapp 25 Sekunden benötigt. Das sind 789 Zeichen und 124 Wörter. Komme demnach also auf 297 WPM und 1892 Anschläge ... klingt für mich aber illusorisch ... entweder ich habe mich grob verrechnet, oder die realistische Messmethode funktioniert deutlich anders, als ich dachte.

Fehler sind jetzt zwar nicht mit einberechnet, aber zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich den Text ja auch nicht "abgetippt" sondern selbstständig "formuliert" habe.

Kann das sein??? Habe ich wirklich 1892 Anschläge?

Faszinierend ... ;)

Kommentar von TeeTier ,

PS: Noch ein paar Anmerkungen zu Zitaten aus deinem Beitrag ...

Das erarbeiten eines "Muskelgedächstnis" durch Drill erfordert immer dasauch die Geschwindgkeit soweit oben gehalten wird wie es geht.

Also man tippt ja oft die gleichen Wörter, und beruflich tippe ich sehr oft in der Kommandozeile so etwas wie ...

kate * &>/dev/null &

... das musst du nicht verstehen, aber dieses Konstrukt ist für mich wie ein einzelnes Zeichen. Ich denke nicht nach, wenn ich das Tippe. Meine Finger machen das irgendwie selbst, und zwar rasend schnell.

Ich denke, je mehr man übt, umso schneller werden alltagliche Wörter, Phrasen oder Textbausteine.

Um allerdings an diesen Punkt zu kommen, muss man langsam und bewusst anfangen. Das Gehirn braucht Zeit, sich darauf einzustellen!

Weiterhin war es bei Schreibmaschinentexten einer ganzen Klasse extrem aufwendig die Texte auf Fehler zu prüfen.

Also normalerweise macht das eine Software automatisch. :)

Kommentar von Unsinkable2 ,

mit der gleichen Begründung kann man auch sagen "erst schnell" - weil mit mehr Übung logischerweise auch Präzision dazu kommt. ... Ich habe zu diesen Legenden bisher jedenfalls keine ernsthafte Untersuchung gesehen die beweist das Fixierung auf fehlerfrei später zu besseren Fähigkeiten führt.

Du kennst zahllose Studien dazu. Du ignorierst sie nur. ;)

SÄMTLICHE pädagogischen Konzepte basieren auf "Erst richtig, dann schnell."

Denn "Geschwindigkeit" ist eine "En-passant-Eigenschaft", die automatisch eintritt, sobald die Gewohnheit ihren Platz gewonnen hat.

Deshalb lernst du zuerst die Buchstaben, dann die Silben und Worte, und dann das (schnelle) Schreiben. Deshalb lernst du auch zuerst die Ziffern, dann die Zahlen, dann das Rechnen.

-------------------------------

Pädagogische Feldversuche am lebenden Subjekt in den 70er und frühen 80er Jahren, es umgekehrt zu gestalten, also das Erlernen von Buchstaben zu umgehen, indem man sich direkt auf das "Erkennen" von Worten und Wortgruppen; und damit auf - in der Tat SEHR viel höhere - Lesegeschwindigkeiten konzentrierte, führten langfristig zu einer "partiellen strukturellen Legasthenie":

Menschen, die Versuchstiere dieser Feldversuche wurden, sind im Laufe der Zeit immer weniger imstande, neue Wörter zu lernen. Sie werden "leseschwach". Ihnen entgeht die Bedeutung der Buchstaben; also die Fähigkeit der Präzision auf Buchstabenebene.

Allein dazu gibt es eine ganze Reihe an Studien der Vor- & Nachbetrachtung, aber auch der laufenden Ergebnisermittlung. 

Und die Folge? Man stampfte dieses Konzept vollständig ein und kehrte wegen des Totalversagens zum "klassischen Konzept" zurück.

-------------------------------

Oder wollen wir andere Vergleiche bemühen? Nehmen wir aus der unzähligen Fülle das Erlernen der Gitarre als Musikinstrument:

Auch hier erlernst du zunächst langsam die korrekten Griff- & Zupffolgen. Auch hier steigerst du erst DANACH die Geschwindigkeit.

Es umgekehrt zu versuchen, wird - das sage ich auch aus der Erfahrung des Selbstversuchs - in einem hochgradig frustrierenden Desaster enden: Du bist imstande, jede Menge arrhythmischer und atonaler Tonfolgen zu produzieren, also etwa "zu Schrammeln"; doch von "Musik", gar von "wohlklingender Musik" bist du weit entfernt.

Um das zu korrigeren, bleibt dir nur ein einziger Weg: "Erst richtig, dann schnell."

Kommentar von Jackie251 ,

Ich bin nicht sicher ob wir wirklich aneinander vorbeireden oder ob du bewusst meine Aussage verzerrst um Recht zu behalten.

Die Geschicht wie auch die Realität lehrt und: Extremisten sind DAS übel - in jedweder Beziehung. Man Opfert niemals alles nur damit ein einziger Wert sein Optimum annimmt.

Natürlich lernt man zu Beginn sehr langsam. Aber auch die Geschwindigkeitsmesslatte darf nicht zu niedrig hängen, wenn man am Ende eine gewisse Geschwindkeit erreichen will.

Wenn man Geschwindigkeit steigern will, muss man Geschwindigkeit trainieren. Wenn man so langsam läuft, das die Schritte perfekt ausgeführt werden, wird man kaum der Sprintweltmeister oder.
Man muss Geschwindigkeit fordern - sonst entwickelt sie sich nur langsam und auch nur in begrenzten Maß.
Nur welche Geschwindigkeit ist denn die richtige Forderung.
bei deinen vorgeschlagenen 15 Zeichen pro Minute - fehlerfrei weis man nicht ob dies die gerade so erreichte Geschwindigkeit ist oder ob auch 90 Zeichen pro Minute - fehlerfrei drin wären.

Ganz anders liegt der Fall bei bei folgenden Werten:
50 Anschläge / Minute bei 10% Fehlern => Geschwindigkeit runter
200 Anschläge / Minute bei 0,05 % Fehlern => Geschwindigkeit rauf

Insbesondere da wir ja noch von Menschen reden und daher praktisch jede Geschwindigkeit zu hoch ist, wenn wir deiner Idee der "Fehler => neverever" folgen. Menschen machen Fehler, weil es sind ja Menschen! Die Fixierung auf fehlerfrei entspricht auch nicht des bekannten Lehrsatzes: aus Fehlern lernt man.
Ja aus Fehlern lernt man viel mehr! Nur so lernt man was zu beachten ist.
Fehlerfreiheit kostet im realem Leben viel zu viel. Auch da definieren wir unterschiedliche Sicherheitsanforderungen und IMMER ein vertretbares Maß an Fehlerwahrscheinlichkeit.

Welche Fehlerrate man zu akzeptieren bereit ist, muss dabei individuell entschieden werden und auch regelmäßig überprüft.

ZB bedeutet Textverarbeitung vor 100 Jahren, das viele Textepassagen von vorh. Dokumenten abgetippt werden mussten und das Fehler schwer zu korrigieren waren und auch erstmal gefunden werden mussten. Abtippen bedeutete => Augen müssen auf der Vorlage sein!
Auf der anderen Seite, war eine Seite fertig, sobald alle Buchstaben getippt waren. Hier ist eine geringe Fehlerrate von Vorteil.

Heute ist Abtippen deutlich seltener, da man aus den vorliegenden Texten kopieren kann. Die finden von Fehlern ist beträchtlich einfach, das korrigieren noch einfacher.
Andererseits ist liegt nach dem Tippen nur Fließtext vor. Häufig möchte dieser noch weiter formatiert werden, mit Bildern und Verweisen bestückt werden usw.
Die Texte sind also nicht fertig sondern müssen sowieso bearbeitet werden. Hier steigt die Effektivität, wenn man zugunsten der Geschwindigkeit, eine höhere Fehlerrate zulässt.

Vernunft und Balance sind hier die Maßregeln. Extremismus ala "hey 15 Zeichen /min fehlerfrei" wie auch "superschnell - aber 100% Fehlerquote" sind schlicht absurde und nicht für den Menschen passenden Sichtweisen.

Antwort
von MrSeegurke, 59

Ich tippe NICHT mit dem Zehn-Finger-System, und komme dennoch auf 600 Anschläge pro Minute, welche auch beinahe fehlerfrei sind.

Finde diese Vorgabe schwachsinnig. Natürlich, in der Regel tippt man damit am schnellsten, allerdings solltest du deine eigene Art entwickeln. So fühlst du dich dabei wohler, tippst schneller, und machst weniger Fehler.

Kommentar von macqueline ,

Ich brachte es auf einer mechanischen Maschine auf sehr viele Anschläge, fast fehlerfrei, 10 Finger blind. Meine Mutter war mit ihrem 2 Finger "Hacksystem" mindestens genau so schnell!

Kommentar von MrSeegurke ,

Eben. Man sollte so tippen, wie man sich am wohlsten fühlt und nicht nach irgendwelchen Vorgaben.

Kommentar von KaeteK ,

Ist ja ok, aber ich kann noch nebenher reden, wenn ich schreibe :-)

Antwort
von KaeteK, 48

Üben und sich selber nicht unter Druck setzen. Kannst du denn auch "blind" schreiben?

Kommentar von Simon545 ,

Ja, komplett blind, bis auf die Zahlen. Die sind so naja.

Kommentar von KaeteK ,

Ich schreibe seit 40 Jahren blind und bei den Zahlen komme ich auch immer wieder ins Schleudern

Kommentar von Simon545 ,

Dankeschön

Antwort
von maggylein, 40

Üben üben üben

Antwort
von hurnosaurusflex, 46

Du kannst auf 10fastfingers.com üben.

Kommentar von Simon545 ,

Dankeschön für deinen Tipp. Habe gerade angefangen zu üben. Werde später oder wann anders nochmal weiter machen.

Antwort
von MarkusGenervt, 8

Das, was "Unsinkable2" sagt!

Nichts Anderes!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community