Frage von Gruenling4w, 123

Wie kann man einem Hund am Besten "bei Fuß!" beibringen?

Antwort
von torfmauke, 26

Je weniger man sich mit, oder je weniger man seine(n) Hund(e) beschäftigt, je weniger man mit ihnen spielt und ihnen Aufmerksamkeit schenkt, je weniger Sicherheit und Schutz man ihnen gewährt, desto unsicherer, ungehorsamer, aggressiver und gefährlicher können sie werden! Auch Hektik, Geschrei, negativer Zuspruch oder gar Bestrafung führen meist ins Gegenteil von dem, was man von einem gut erzogenen Hund erwartet.

Neben einer vernünftigen Sozialisierung in Welpentagen und einer sanften Heranführung an die Herausforderungen im Alltag, muss man die angeborene Funktion seines Hundes im Rudel erkennen und ihm die Aufgabe geben, die ihn fordert und fördert und selber muss man die Aufgaben übernehmen, die der Rudelführer oder sein persönlicher Schützer im Rudel hätte. Dazu gehört auch das Training der wichtigsten Kommandos, um den Hund notfalls auch ohne Leine führen zu können. Ich empfehle auch bei Anschaffung einer (lautlosen) Hundepfeife, um den Hund darauf zu trainieren, beim Pfiff dieser Pfeife sofort herzukommen. Der Vorteil ist, das der Hund diese auch über große Entfernung hört, sollte er mal ausbüxen und die lautlosen Pfeifen kann man auch mitten in der Nacht verwenden, ohne den Nachbarn im Schlaf zu stören.

Die Sprache sollte man dabei so gering wie möglich halten und nur klare, kurze und immer gleiche Worte für die Führung des Hundes verwenden, wobei auch der Klang dieser Worte möglichst ihrem Sinn entsprechen. Sanft und liebevoll für die positive aber dominant und scharflautig für die negative Ansprache! Ansonsten ist es besser, Körpersprache einzusetzen, weil das die natürliche Sprache des Hundes ist. Natürlich sind wir nicht in der Lage, das komplette Spektrum auszuführen, uns fehlt halt der Schwanz, der ein wichtiges Instrument unter Hunden darstellt, aber der Hund kann unsere Körpersprache sehr gut lesen! Er erkennt ebenso leicht Unsicherheit und Angst an unserer Körpersprache, wie Dominanz und Führungsqualitäten.

Die Kommandos also sollten kurz und knapp, aber auch deutlich unterscheidbar gehalten sein und mit Körpersprache unterstützt werden. Wenn sie den Hund als Welpen bekommen haben, sollte der Züchter/Vorbesitzer ihm bereits mindestens 3 Kommandos beigebracht haben, nämlich "NEIN", "AUS" und "PFUI". NEIN heißt es, bevor der Hund etwas macht, was er nicht soll, AUS, wenn er bereits mit etwas ausführt, was er nicht soll und PFUI, wenn er etwas anleckt oder ins Maul nehmen will, was er nicht soll. Wenn er darauf nicht sofort hört, immer mit Körperaktionen unterbinden (Dazwischen stellen, Hand dazwischen halten, Wegnehmen).

Später sollten zügig weitere Kommandos trainiert werden, die wichtigsten sind:
PLATZ: der Hund soll sich in Verbindung mit einem Fingerzeig entweder neben Frauchen/Herrchen oder an seinen Platz hinlegen.
SITZ: der Hund soll sich setzen und auf weitere Kommandos warten (Frauchen/Herrchen im Auge behalten).
BLEIB: der Hund soll nach SITZ oder PLATZ sitzenbleiben, auch wenn Frauchen/Herrchen sich entfernt, bis aufgelöst wird.
KOMM: der Hund soll zum Frauchen/Herrchen kommen.
STEH: der Hund soll beim Spazierengehen stehenbleiben, sich nicht von der Stelle rühren und auf weitere Kommandos warten
WARTE: der Hund soll beim Spazierengehen langsamer gehen, bis Frauchen/Herrchen aufgeschlossen haben
FUSS: der Hund soll beim Spazierengehen links am Fuß mit dem Kopf auf Beinhöhe laufen.
BEI FUSS: der Hund soll herkommen und sich links neben Frauchen/Herrchen setzen bzw. beim Losgehen weiter am Fuß laufen.
ZURÜCK: der Hund soll beim Gehen und Stehen hinter Frauchen/Herrchen bleiben.
Lauter "PFIFF" mit Fingern oder Hundepfeife, wenn der Hund sehr weit entfernt ist, um ihn "zurück zu pfeifen".

Das sind die Kommandos, die ich meinen Hunden beigebracht habe, die muss man aber nicht unbedingt übernehmen. Dem Hund ist es egal, ob er auf "SITZ" oder "BANANE" zum Hinsetzen trainiert wird, es ist aber für Frauchen/Herrchen besser, wenn das Kommando einen sinnvollen Bezug zur gewünschten Ausführung hat. Sie müssen es sich schließlich merken und immer gleich aussprechen. Es muss knapp, unterscheidbar und deutlich sein, denn der Hund versteht das Wort nicht, sondern nur die Handlung, die er auf dieses Wort hin ausführen soll.

So ein Satz trainierter Kommandos reicht völlig aus, den Hund unter Kontrolle zu halten. Um dem Hund diese Kommandos beizubringen ist es sinnvoll, die Leidenschaften des Hundes zu kennen, um ihn damit positiv zu belohnen, wenn er eine Übung richtig macht. Das kann ein besonderes Leckerli sein, eine kurze Spielpause mit oder ohne Lieblings-Spielzeug oder auch ein gesprochenes Lob mit Streicheleinheit. Da hat jeder Hund seine ganz speziellen Vorlieben, die der Halter kennen sollte. Negative Behandlung, wie Schimpfe oder gar Bestrafung sind zu unterlassen, da sie zu nichts führen, als den Hund zu verunsichern. Wer schwache Nerven hat, sollte lieber eine Beruhigungspause einlegen und sich mit autogenem Training wieder runterbringen.

Wenn der Hund seine Übung richtig gemacht hat, das bitte sofort anzeigen. Das kann per Klickertraining (Knackfrosch) oder mit den sanft und zustimmend gesprochenen Worten "FEIN" oder "FEIN GEMACHT" passieren und muss anfangs gleich danach belohnt werden. Ich persönlich mache es mit der Stimme, weil ich einerseits glaube, dass das die Bindung festigt (Klickertraining ist vorteilhafter, wenn viele Personen ein Tier trainieren) und ich immer und überall trainieren kann, auch wenn ich den Knackfrosch nicht dabei habe. Später kann eine Belohnung auch nach dem Training erfolgen, was bei Belohnung durch eine Spielsession natürlich vorteilhafter ist. Wichtig ist auch viel Einsatz von Körpersprache zur Unterstützung der Kommandos.

Manche Menschen vergessen, dass der Hund in den 30.000 Jahren, die er sich uns schon angeschlossen hat, unsere Körpersprache sehr gut zu lesen gelernt hat. Aus diesem Grund wird es auch immer wieder Probleme in der Führung von Hunden geben. Sie geben beim Zusammentreffen mit anderen Hunden oder in sonstigen Situationen z.B. ein Kommando, das der Hund ausführen soll, aber er liest in ihrer Körpersprache Unsicherheit oder gar Angst und reagiert natürlich völlig falsch.

Wenn man aber mit seinem Körper signalisieren kann: sieh, ich stelle mich vor Dich und deute Dir mit der Hand, hinter mir zu bleiben, weil ich der Situation gewachsen bin, sowie mich kümmere und zeigen dabei auch Stärke und schlottern nicht vor Angst, wird sich der Hund auch ganz anders verhalten. Es kann eventuell etwas der Übung bedürfen, klappt aber über kurz oder lang besser, als alle anderen Maßnahmen.

Expertenantwort
von Berni74, Community-Experte für Hund, 50

Als erstes müßtest Du unterscheiden, ob er wirklich "Fuß" gehen soll, also links neben Dir, Brust auf Kniehöhe und Dich anschauen, oder ob Du nur möchtest, daß er nicht an der Leine zieht, wenn Du mit ihm raus gehst.

Was genau möchtest Du Deinem Hund beibringen?

Antwort
von kreuzkampus, 41

Unabhängig, wie Du es im beibringst: "Fuß" reicht und ist schneller ausgesprochen. Das gilt für alle Hundebefehlen, wie Sitz, Platz, Aus, Gib. In der Kürze liegt die Würze. Viele Leute sagen ja: Mach Sitz, mach Platz, Gib her....Das zweite Wort ist überflüssig.

Wie Du ihm das beibringen kannst, findest Du z.B. hier, aber auch anderwärts im Internet, wenn Du "Hund erziehen" o.ä. eingibst.

http://www.tippscout.de/hund-erziehen-fuenf-kommandos-die-jeder-hund-koennen-sol...

Nachtrag: Wenn Du allerdings einen Dackel hast, dann "Halleluja". Da würde ich Dir durchaus auch einen Trainer (Hundesportverein?) oder starke Nerven  empfehlen.

Antwort
von strega77, 36

Ich verwende zwar "bei mir" aber es bleibt das selbe. Wenn meiner von sich aus Fuß gegangen ist habe ich ihn gelobt und dabei das Kommando verwendet. Wie: "Toll gehst du bei mir". Genauso hab ich ihm Sitz, Platz, und ziemlich viel beigebracht. Ab und zu hab ich auch einen Hundekeks in die Hand genommen und eine leichte Faust gemacht. So dass er ihn riechen, aber nicht fressen kann. Und während dem gehen wieder das Kommando wiederholen. (Bei Platz lernen die Faust auf den Boden). Natürlich muss er dann ab und zu ein Stück bekommen. Viel Erfolg. 

Kommentar von strega77 ,

Toll das du bei mir gehst. Soll es natürlich heißen. Und den Befehl betonen.

Antwort
von Viowow, 43

mit einem hundetrainer. zug erzeugt immer gegenzug, die tips mit "zieh ander leine" kannst du also getrost vergessen. mach dich interessant. z.b. mit futterbeuteln.
es schadet aber tatsächlich nicht, sich am anfang für 2 oder 3 mal einen guten trainer zu holen, und dann nur noch bei bedarf.
ich kann dir die D.o.g.s . trainer empfehlen.

Kommentar von SunshineHorse ,

Ich hab es ohne Trainer geschafft , ganz alleine :D

Kommentar von Viowow ,

das ist schön und man schafft es sicher auch mit einem gewissen maß an verhaltenswissen. aber bevor ich irgendwelche kniffe von x-beliebigen leuten aus dem netz durchführe und noch mehr misserfolge häufe, investiere ich lieber einmal zum wohl des tieres;)

Antwort
von thinkfirst, 40
Antwort
von supercitty, 63

Probiere es am besten als erstens mit Leine. Sag bei Fuß und zieh etwas an der Leine. Mach es jeden Tag nur nicht zuoft. Belohnen ihn auf jedenfall nicht, sonst denkt er er würde immer was bekommt wenn er gehorcht hat. 

Kommentar von Viowow ,

belohne ihn auf jeden fall nicht...?! und wie soll der hund das dann lernen, wenn er für richtiges verhalten nicht gelobt wird???

Kommentar von supercitty ,

Du kannst ihn loben mit streicheleinheit und ab und zu ein Leckerli. Aber nicht jedesmal sonst gewöhnt sich der Hund daran und will immer was. Er soll es so tun das es selbstverständlich für ihn ist nicht belohnt zu werden

Kommentar von Viowow ,

richtig. aber um dahin zu kommen muss man erstmal belohnen. ich streichel und lobe meinen hund immer wenn er zu mir kommt. deswegen kommt er auch gerne zu mir. lieber , als zu jagen oder an der leine zu ziehen...;)

Antwort
von Epiccream, 44

Ich hab immer wenn ich meinen Hund an der Leine hatte und Leckerlis mit nahm und mein Hund gezogen hat sofort als ich das ziehen bemerkt hatte ihn ein zug nach hinten gegeben so das er sich zu mir drehte und wenn er dan neben mir gelaufen ist immer ihn gelobt hab mit leckerlis und Streicheleinheiten,bis es dan ohne leckerlis oder so ging

Antwort
von Lena123WL, 23

Geh doch mit deinen Hund auf einen Hundplatz. ..da lernst du sowas richtig aufzubauen und dem Hund macht das Spaß weil er "vom Kopf" ausgelastet wird....

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