Sehe jetzt bei meinem Vater wie teuer alles ist und habe Bedenken wie es wird, wenn ich mal alt und vielleicht Pflegebedürftig bin. Weiss nicht wie ich das finanzieren sollte und habe auch nicht die Möglichkeit z.zt noch etwas Geld zur Seite zu legen. Was kann man tun?

"Ganz einfach:" so früh wie möglich anfangen zu sparen, sicher und verzinst. - Zu glauben, daß das nicht geht, weil kein Geld übrig sei, DAS ist der Fehler! Solange Du nicht an Unterernährung stirbst, kannst Du noch etwas zur Seite legen - und wenn es die kleinsten Beträge sind. Aber man muß es dann eben auch durchhalten. Und das ist um so schwieriger, je mehr man vom Wohlstand der anderen umgeben ist.
Ich habe selbst mal ein paar Jahre ohne Wohnung, ohne Arbeit und ohne Sozialhilfe gelebt - in Deutschland! Zum Teil mußte ich monatelang mit 5 Euro pro Woche auskommen. Habe zwar massiv abgenommen. Aber ich hab's überlebt. Ich habe mir immer bewußt gemacht, wie die Menschen früher gelebt haben und welche Hungersnöte es in allen Jahrhunderten und Jahrtausenden zuvor schon gab. Es ist "nur" eine Frage der inneren Einstellung - die sich übrigens auch auf die Kinder überträgt, wenn man es ihnen sinnvoll verständlich macht.
Bei manchen, wenigen Menschen würde ich aber sagen: Man kann maximal nur soviel einsparen, wie man verdient. Und wenn man, statt zu sparen, das Geld INVESTIERT, um ein höheres Einkommen zu erzielen, dann ist das allemal besser. Aber das setzt hohe Qualifikation und die Fähigkeit, harte Kämpfe durchzustehen, voraus. Das ist nicht jedermanns Sache.

Ich befürchte die Gedanken machen sich viele und das nicht ohne Grund. Wenn ich auf meine Rentenberechung sehe, uahhhh. Da muss ich nicht mal von Krank und Pflege ausgehen. Ich bin da angekommen, dass ich denke ich lebe heute. Zurücklegen ist nicht, bei dem Geld was ich durch meine Berufstätigkeit verdiene. Selbst wenn ich heute monatlich hundert Euro zurücklegen könnte, ist das denn auch nur paar Monate länger vor dem "Armenhaus". Also hoffe ich mal, dass ich einigermaßen gesund bleibe und wenn das nicht mehr der Fall ist dass ich entscheiden kann, was mit mir passiert. Lieben Gruß Lotusblume
Da wird man nicht viel tun können. Die Lebenshaltungskosten werden noch weiter steigen. In einigen Jahren werden selbst die privat eingezahlten Beträge, bzw. was man rausbekommt nicht mehr reichen. Heute hören sich 500,- extra viel an. In ein paar Jahren wird das nicht mehr viel Wert sein. Zurechtkommen werden nur noch die wenigen, die sich heute einen erheblichen Zusatz leisten können.

Vielleicht mit "Prämiensparen flexibel". Bei meiner Bank kann man schon ab 20 Euro monatlich sparen. Maximal 25 Jahre lang. Man kann jederzeit kündigen. Kurze Kündigungsfrist. Ein bißchen Geld käme da zusammen.

Die Einheitsrente ist schon verabschiedet. Keiner hats gemerkt. Der Nachhaltigkeitsfaktor, der in die Rentenformel mit eingebaut wurde, sorgt dafür, dass die Rente nicht in dem Maße steigt wie sie sollte. D.h. es wird nicht mal die Inflation zukünftig augeglichen. Die Durchschnittsrente für Männer beträgt 976 € für Frauen aufgrund der verschiedenen Erwerbsbiografien nur bei 465 €. Der Grund warum das so ist, ist vielschichtig. Einer der Hauptgründe ist die Plünderung der Rentenkassen. Es wurden in der Vergangenheit und auch noch heute viel versicherungsfremde Leistungen aus der Rentenkasse bezahlt. Hinzu kommt, dass ab 2005 die Renten besteuert werden. Dies erfolgt stufenweise. Wer 2030 in Rente geht hat 90 % seines Einkommens zu versteuern. ab 2040 sind es dann 100%.
Das einzige was hilft ist sich selbst um seine Altersvorsorge zu kümmern. Dabei sollten alle drei Schichten wie sie seit dem 1.1.2005 durch das Alterseinkünftegestez vorgegeben sind zu nutzen.
Schicht 1 - Basisversorgung Gesetzliche Rentenversicherung Basisrente (Rürup-Rente)
Schicht 2 - Zusatzversorgung Betriebliche Altersversorgung Förderrente (Riester-Rente)
Schicht 3 - Kapitalanlageprodukte Fondspolicen Geschlossene Beteiligungen Investmentfonds Kapitallebensversicherungen Rentenversicherungen
Jede Schicht hat ihre Besonderheiten. In Schicht 1 +2 gibt es staatliche Förderungen. Die sollte man auf alle Fälle nutzen.
p.s.: Unter Stalin sind etwa 20 bis 22 Millionen Russen (vornehmlich Landbevölkerung) verhungert, weil er ihnen alles Vieh und Getreide weggenommen hat, um Militär und Stadtbevölkerung zu versorgen. DIE, diese 20 Millionen Tote, die konnten wirklich nichts mehr zur Seite legen. Aber hier, in Deutschland, ist es nur eine Frage der gesellschaftlichen Maßstäbe. Das Grundgesetz und die Sozialgesetzbücher garantieren zwar theoretisch eine Grundversorgung innerhalb dieser Maßstäbe ("um am sozialen Leben gleichberechtigt teilnehmen zu können..."), aber die Praxis sieht leider anders aus. Für die Politiker gibt es natürlich keine Armut in Deutschland. Aber für einen selbst ist es LEBENSWICHTIG, die eigene Situation REALISTISCH einzuschätzen. Wer dabei die Altervorsorge vergißt, der verschiebt ggf. die Armut nur auf später. Das ist nichts anderes, als wenn ein Bauer sein Saatgut verkaufen würde, um seinen Kindern ein paar Schuhe zu kaufen. Das ist zwar vielleicht lieb gemeint, aber einfach naiv und gefährlich. Dann haben die Kinder zwar warme Füße, aber verhungern dafür im kommenden Jahr.
Es ist richtig, daß man so früh wie möglich anfangen sollte. Als ich noch "jung" war, hat eine Azubi-Kollegin von ihrer Lebensversicherung erzählt und das hat mich so dermaßen abgeschreckt, als ich hörte, wie lange sie ab jetzt einzahlen muß, daß ich es nicht gemacht habe. Heute wäre ich froh, ich hätte es getan.