Frage von AlwaysBeStrong, 15

Wie kann ich wieder mit Freude in die Arbeit gehen?

Hey, ich bin 17 und männlich. Zuerst mal will ich sagen dass mir meine Ausbildung grundsätzlich schon Spaß macht. Allerdings in den letzten Monaten wurde mir erst richtig klar, dass ich einfach darauf keine Lust habe täglich mich nach der Arbeit zu richten. Ich muss früh ins Bett gehen, wo ich noch nicht mal schlafen kann, dann wieder früh aufstehen. Ich bin aber immer müde. Fast meinen gesamten Tag verbringe ich in der Arbeit. Ich beziehe folgende Aussage mal auf alle Firmen allgemein: es geht nur ums Profit, egal ob die Arbeitnehmer glücklich sind. Am liebsten würde ich abhauen in ein anderes Land/ anderen Kontinent wo ich per Selbstversorgung leben könnte frei von Stress und Druck und was mir irgendjemand vorschreibt. Geld ist mir nicht wichtig, ich will mein Leben genießen und frei sein. Versteht mich jemand? Wie kann ich mich dem Arbeitsleben anpassen, aktuell macht mich die Situation sogar bisschen fertig.

Antwort
von AriZona04, 2

Ich kann Dich nur zu gut nachvollziehen! Der ewige Trott und ständig nach einem falschen Rhytmus leben - nur nicht nach Deinem eigenen Biorhytmus. Wer schreibt einem das eigentlich vor? So unselbstbestimmt. In der Schule werden auf gute Noten gedrängt und danach auf Ausbildung oder Studium. Man hat zu funktionieren. Warum eigentlich?

Ich rate Dir: Mach Deine Ausbildung zu Ende. Geh früh ins Bett und steh früh auf. Bis die Ausbildung abgeschlossen ist. Und dann versuch, einen Teilzeitjob zu finden. Oder mach was GANZ anderes. Du musst nich gleich ins Ausland "flüchten" - das ist tatsächlich nur eine Flucht vor Dir selbst. Such Dir nach der Ausbildung eine Beschäftigung, die Dir gefällt. Und wechsel die Beschäftigung ab und zu - bleib bloß nicht Dein ganzes Leben in einem Job. Das ist Langeweile pur! Und mit Deiner Freizeit stell was gutes an, was Dir Spaß macht!!!! Nicht bloß ackern und schlafen!

Antwort
von Spirit528, 1

Mach mal Urlaub! Dafür isser ja da.

> Fast meinen gesamten Tag verbringe ich in der Arbeit. 

Lol, darüber muss ich durchaus lachen. Das geht anderen die Vollzeit arbeiten doch genauso (aber nicht dass es mit Hartz IV besser wäre - da fühlt man sich sogar noch schlimmer), während draußen die Sonne mir die Freiheit anbietet sitze ich drinnen im verdammten klimatisierten (und damit umweltschädigten) Büro und mache teils völlig unnötige und absurde Dinge, weil es der Geschäftsführung in manchen Dingen an Bewusstsein fehlt. Weil wir eben alle so weit von der Natur weg sind.

So mein Wecker geht das erste mal um 5:50 an einem Werktag. Um spätestens um 7:05 sollte ich an der Tür heraus sein, um den Zug zu bekommen. Um 8:30 bin ich dann erst im Büro. Frühstück unterwegs gekauft und gegessen, zuhause keine Zeit dafür, brauche nachdem der Wecker zum x-ten Mal klingelte schon eine Weile um auf die Beine und unter die Dusche zu kommen und meine Sachen zusammen zu packen. Klar wird nochmal schnell online was gecheckt. Geht aber glücklicherweise mit meinem aktuellen Smartphone und Tarif (den bezahlt die Firma, das sind dann die Vorteile) auch im Zug ganz gut. Okay. 8 Stunden Büro. 45 Minuten Mittagspause. Versuche pünktlich (vertragsgemäß 40 Stunden in der Woche) weg zu kommen und mich durchzusetzen um nicht wieder Überstunden zu machen, da es noch kein Zeitkonto mit Gleitzeit in dem "Startup" gibt.

19:15 bis 19:20 - wenn sich nicht wieder jemand aufs Gleis geworfen und damit alle Züge auf der Strecke für bis zu 2 Stunden zum Stillstand brachte, die Bahn nicht streikt und auch sonst keine Ausfälle hat und ich pünktlich von der Arbeit weg gekommen und alle Anschlüsse erwischt habe, dann bin ich zu dem Zeitpunkt zuhause. Ansonsten kann es auch mal 20:15 oder sogar 21:15 werden. Das wird es regelmäßig, denn nach der Arbeit steige ich zum Einkaufen von Lebensmitteln am Bahnhof der nächst größeren Stadt aus. Dabei trage ich dann i.d.R. bis zu vier schwer beladene 

Wenn ich zuhause bin wird das Essen für den nächsten Tag vorbereitet und vielleicht auch noch für das Abendessen, wenn genug Zeit ist und es zu essen. 

Und dann geht es schon ins Bett. Vielleicht noch ein paar Porno-Clips geschaut und getan was man so tut. Doch Freizeit - was genau ist das? Ich lebe hauptsächlich im Zug und am Bahnhof. Von dem Abend zuhause habe ich selten irgendetwas.

Und wofür? Na für die bunten Scheinchen. Damit ich leben kann muss ich arbeiten, doch lebe ich scheinbar um zu arbeiten.

Wofür dann überhaupt arbeiten? Naja für die Zukunft, die Altersvorsorge und so. Glaubst doch nicht, dass ich als Rentner noch zur Miete wohnen will! Da hätte man viel zu wenig Geld zur Verfügung. Also vorsorgen. Das Ziel Wohneigentum sollte klar sein.

Ich komme übrigens aus armen Verhältnissen und habe mir krass was selbst aufgebaut, aber leicht ist das nicht. Vor allem wenn Du kurz vor dem totalen Burnout stehst aber trotzdem weiter machen musst.

Was will ich damit sagen? Deine Situation ist nur halb so schlimm wie Du tust. 

Anpassung kommt über die Zeit automatisch. Man hat den Urlaub um zu reflektieren, um sich zu "rebooten" und danach macht einem der Stress nur noch halb so viel aus wie vorher - zumindest für eine ganze Weile. Man ist abgehärtet und irgendwann gehört man zu den alten Hasen. Schaffe, schaffe, Häusle baue - das haben so viele schon vor uns getan und die meisten haben es bis zu einem gewissen Punkt durchgezogen.

Es ist bei mir nicht nur der Kampf gegen mich selbst und ums Überleben sondern gleichzeitig auch noch der Kampf gegen Babylon. Klar ist das ein System dahinter. 

Die wollen dass es so ist. Sie könnten die Ressourcen gerechter verteilen und alle in Teilzeit-Beschäftigung bringen - stattdessen werden die einen krank und schwach gemacht und die anderen mit so langer Beschäftigung von sich selbst abgelenkt. Ansonsten wäre der gesetzliche Urlaubsanspruch länger als nur 2 Tage pro Monat.

Schau Dir den Film "In Time – Deine Zeit läuft ab" an. Den und "The Matrix".
Diese Filme haben es in sich was Allegorien zu unserem babylonischen System angeht.

Das Wort "Arbeit" geht auf das germanische Wort "arba" zurück, was so viel wie Knecht bedeutet. Deutlicher wird es im althochdeutschen, da bedeutet arbeit, arabeit, arebeit so viel wie "Mühsal, Plage, Leid, Erdulden". http://www.ethikprojekte.ch/texte/arbeit.htm

Du hast Recht. Es geht nur ums Geld. Das ist deren Gott. Noch ein Film dazu: They Live von John Carpenter.

Antwort
von lenelu, 2

Ich arbeite im Sozialen Bereich mit Menschen zusammen. Mir macht es Spaß diesen zu helfen und das Positive feedback baut mich auf und lässt mich die Arbeit mit Freude angehen. Zusätzlich lächel ich viel. Diese Glückshormone puschen mich auch noch schätz ich.

Klar nach der Arbeit bin ich kaputt. Meistens habe ich Überstunden und wünschte das ich nach Hause gehen kann. Doch andererseits kann ich dann entspannen. Am Woe kann ich dann die Party steigen lassen und Hausarbeiten so einrichten wie ich will. Aber ich kann wenigstens diese Zeit verplanen.

Versuch dir auch dein Positives herauszupicken auf das du Stolz sein kannst.
Sei fröhlich dann steckst du auch andere an.

vlt schaffst du es ja dann auch früher ins bett zu gehen weil du dann genug kraft fürs Wochenende hast.

Antwort
von Schwoaze, 1

Augen zu und durch. Die Ausbildung solltest Du auf alle Fälle fertig machen!

Du wirst im Laufe Deines Lebens immer wieder mal so Phasen haben, in denen Du nicht so recht glücklich bist mit Deinem Arbeitsleben.  Damit bist Du nicht allein.

Wenn Du aber Arbeit und Kollegen hast, die Dir Freude machen, ist alles halb so schlimm! Streng Dich an, mach Karriere, dann werden Deine Möglichkeiten größer, als Du es Dir jetzt vorstellen willst oder kannst.

Antwort
von FeeGoToCof, 2

Durchziehen, Basis schaffen, sich neu sortieren und dann eine gereifte Entscheidung treffen. Aber nicht gleich aufgeben.

Du bist in einem normalen Umstellungsprozess.

Antwort
von j1999j, 1

Work n Travel ?

Kommentar von AlwaysBeStrong ,

Hab ich mir auch schon überlegt. Allerdings alleine auch nicht so toll.

Kommentar von j1999j ,

Such dir halt jemanden mit dem du es duevhziehen kannst gibt bestimmt genug Leute die einfach raus wollen.

Kommentar von AlwaysBeStrong ,

Wie finde ich so Leute? In meinem Umfeld kenne ich keine

Kommentar von j1999j ,

Internet ??

Antwort
von NewKemroy, 1

Oh, da bist Du nicht alleine. Das geht bestimmt Millionen anderen auch so. Wenn Du daran etwas ändern möchtest musst Du diese Wirtschaftsordnung verändern, z.B. indem Du in die Politik gehst. Oder Du führst Dein lebenlang ein Nischen-Dasein als Sonderling, z.B. Hartz IV-Empfänger, Mönch, Eremit, Poet oder Bankräuber ;-)


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