Frage von Raquelphillps, 134

Wie kann ich trotz Hartz IV beziehender Mutter ausziehen?

Jaa, diese Frage wurde schon tausend mal gestellt, aber ich erhoffe mir trotzdem dadurch nochmal weitere Einblicke.:

Alsoooo ich stehe kurz vor meinem Abitur und habe vor nächstes Wintersemester im Anschluss zu studieren. Ich habe zurzeit keinen Job, was nicht daran liegt, dass ich faul bin oder ähnliches, sondern weil ich nicht mehr als.. ich glaube 115 Euro verdienen darf.. alles darüber hinaus wird vom Geld meiner Mutter ergo unserer "Haushaltskasse" abgezogen, dh ich verdiene nicht wirklich was dazu, also bringt mir das nicht viel... Jetzt kommt dazu, dass das Verhältnis zwischen mir und meiner Mutter freundlich ausgedrückt nicht im grünen Bereich liegt, kurz: Ich bin nicht mehr wirklich belastbar.

Ich habe lange gewartet, weil es immer hieß "Wir sind bald aus dem Hartz IV raus" aber naja, das ist leider nicht so einfach.. jetzt bin in an einen Punkt gelangen, an dem ich mich nicht mehr in Lage sehe, meinen Lebensraum weiterhin mit ihr zu teilen und will nur noch raus.. Ich habe mich vielseitig erkundigt, doch gelange zu keinem Ergebnis..

Zu aller erst dürfe ich ja sowieso nicht ausziehen von der ARGE aus bis zu meinem 25. Lebensjahr (+-), da ich ja nicht selbst für meinen Lebensunterhalt aufkommen könne.. naja wie auch wenn ich nicht mehr verdienen darf als n Hunderter aber gut..

Dann hieß es ich würde über Bafög vllt. eine Behausung kriegen, aber ich nehme mal an nur wenn ich Auszubildende bin bzw. in meinem Fall (baldige) Studentin und so lange will ich nicht mehr warten...

Ein anderer Freund riet mir zum Jugendamt zu gehen und meine Situation zu schildern, da diese wohl bis zu meinem 21. (ich bin übrigens 20) verpflichtet sind mir eine "stressfreie Unterkunft" zu gewährleisten - die meine Mutter ja nicht bieten würde - und auch darüber hinaus - vorausgetzt ich weise vor, dass ich was mache also Studium, Wohnungssuche etc. - mir in Sachen Wohnen generell weiterhelfen würden.. so hat er es auch gemacht und schließlich sogar ziemlich flott seine eigene Wohnung bekommen, trotzdem.. habe ich ehrlich gesagt noch nie was vom Jugendamt gehalten und befürchte auch, dass für meine Mutter die Konsequenzen schlechter ausfallen als für mich.. ich will nicht, dass sie Stress kriegt wegen mir, sie ist ja keine grundlegend schlechte Mutter, aber ich merke einfach, dass Distanz dringend nötig ist!

Ich weiß einfach nicht mehr weiter, ich habe Angst mit 27 noch bei Muttern zu wohnen und viiiel zu spät erst zu lernen eigenständig zu leben und arbeiten... obwohl ich auf nichts heißer bin als das!!!

was sagt ihr.. gibt es irgendeine Möglichkeit oder muss ich bis Ende nächstes Jahr warten? Bitte seid schonungslos ehrlich und antwortet nur wenn ihr euch gut vorallem in der Hartz IV "Rechts"lage auskennt, Kommentare von unwissenden Idioten wie "Such dir dochn Job" nicht wünschenswert, :)

ein großes DANKE im Voraus für alle Antworten und ein abschließendes sorry für die so langgezogene "Frage" :D

Liebe Grüße, Raquel

Antwort
von DerHans, 50

Dein Ansatz ist einfach falsch.

Wenn du arbeiten gehst, wirst du für deine Arbeit bezahlt.

Die Leistung die der Staat an deine Mutter für dich zahlt steht dir nur zu wenn du bedürftig bist.

Wieso soll der Staat für eine Person Hilfe leisten, die selbst in der Lage ist für ihr Geld zu arbeiten?

Wenn du ausziehst, ist es auch durchaus möglich, dass deine Mutter sich ebenfalls eine neue Bleibe suchen muss, weil dann ihre Wohnung zu groß ist


Antwort
von turnmami, 72

Du darst jederzeit ausziehen, wenn du dir die Wohnung leisten kannst. Ansonsten nur, wenn du zuhause massiv körperlich misshandelt wirst. Der Staat zahlt nicht für "stressfreies" Wohnen!!

Kommentar von Raquelphillps ,

Doch sonst säße mein Kumpel jetzt auf der Straße, der liegt aber grad seelig in seinem Bett in seiner Wohnung. Vielleicht hab ichs blöd ausgedrückt, stimmt aber auf jeden Fall...

Kommentar von turnmami ,

Du aber wohl nicht. Der liebe Staat zahlt nicht Ausziehwilligen eine Wohnung. Glücklicherweise

Kommentar von Raquelphillps ,

nur weil ausziehwillig heißt doch nicht freiwillig?

Kommentar von turnmami ,

du willst doch nur ausziehen, weil der Rest deines Geldes von eurem H4 abgezogen wird. Das ist aber dein Anteil am Familieneinkommen, damit der Rest der Steuerzahler nicht alles bezahlen muss. Aber versuche dein Glück beim Jugendamt. Die sagen dir dann schon, was geht oder nicht geht.

Kommentar von Raquelphillps ,

was??? Lies dir nochmal meine Frage durch mami, das Geld ist mir doch egal, ich habs nur erwähnt um deutlich zu machen, dass ich grad nicht in der Lage bin mir eine Wohnung von selbst zu leisten

Kommentar von turnmami ,

Tja, Pech für dich

Kommentar von Raquelphillps ,

danke für die krass unnötige antwort?? hoffentlich bist du nicht wirklich die mutter von jemandem

Kommentar von turnmami ,

Tja, das ist dann wohl Pech für meine 3 Kinder. Nur die haben sich bisher nicht beschwert...

Antwort
von hertajess, 32

BEVOR Du Dich an irgendein Amt wendest bespreche Dich bitte erst hier

116 111

Da findest Du kompetente Menschen die die Frage von allen Seiten zu Deinem Vorteil durchleuchten können. 

Denn: Ein Gesetzestext ist eine schöne Sache. ABER über 50% der Bescheide der ARGE sind fehlerhaft. Sehr gut vorbereitet da zu erscheinen macht also mehr als Sinn. 

Und Jugendämter leiden unter massivem Personalmangel und Geld steht ihnen auch kaum zur Verfügung, jedenfalls nicht im angemessenen Rahmen. Wir brauchen das Geld eben nötiger für andere Dinge wie z.B. der Türkei mal eben zwei Milliarden zu schenken diesen Monat. 

Nutze die Nummer. Sie ist kostenlos und funktioniert europaweit ohne Vorwahl

Antwort
von himako333, 31

Du kannst Dich noch  ans JA wenden( Hilfe für junge Erwachsene mit vielen pers. Schwierigkeiten.. in Krisen bis 21J. ) , dort wird speziell für Dich ein Eingliederungsplan erstellt, der der Beseitigung  Deiner persönlichen Schwierigkeiten entspricht .. Du wirst dann engmaschig betreut, 

mußt alle Vorgaben pingelig genau erfüllen und Dich an den Kosten beteiligen, da Du ja ( über 18J.) den Antrag auf Hilfe stellst.

Dein KG geht auch an die Einrichtung über ..

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Hartz IV, 55

Wenn du deiner Mutter keine Unannehmlichkeiten machen willst,dann lässt du das Jugendamt außen vor und versuchst das Jobcenter selber davon zu überzeugen das es dir nicht mehr möglich ist mit deiner Mutter zusammen zu leben !

Sie kann dir zu deinem Antrag ja ein kurzes formloses Schreiben aufsetzen,dass sie dich am Tag X vor die Tür setzen wird,es kann sie ja keiner zwingen mit dir zusammen zu leben.

Aber dann kann es zur Folge haben das nach deinem Auszug die Wohnung nicht mehr angemessen ist,dann würde die tatsächliche Miete in der Regel für weitere 6 Monate übernommen,danach dann nur noch die angemessenen Kosten.

Sie würde dann in einem Schreiben darauf hingewiesen das sie die KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) zu senken hat und wenn sie nach den 6 Monaten nicht in eine angemessene Wohnung gezogen ist oder die Kosten auf die Angemessenheit abgesenkt hat,dann würde sie nur noch die angemessenen KDU - bekommen und sie müsste den Rest selber zuzahlen.

Deine Mutter könnte dein Zimmer natürlich dann auch vermieten,dann sollte sie einen Untermietvertrag machen und auf die qm des Zimmers und die Mitbenutzung von Küche und Bad eine angemessene Miete festlegen.

Die bekommt sie dann von ihren KDU - abgezogen,müsste aber nicht umziehen bzw.die Differenz aus eigener Tasche zuzahlen.

Du kannst im Prinzip verdienen was du willst,deiner Mutter wird von ihrem Bedarf nichts abgezogen,es wird nur von deinen Leistungen abgezogen,die deine Mutter für dich bekommt.

Rein theoretisch könntest du also nach deinem Abi bzw.wenn es die Zeit zulassen würde Vollzeit arbeiten gehen,dann würdest du aus der BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) deiner Mutter raus sein,sie würde also gar nichts mehr für dich bekommen.

Wenn sie kein Kindergeld mehr für dich bekommen würde,dann darf auf ihren Bedarf gar nichts angerechnet werden,denn nur das Kindergeld welches du dann bei einem guten Einkommen zur eigenen Bedarfsdeckung nicht mehr benötigen würdest dürfte angerechnet werden,also max.dann das volle Kindergeld von 190 €,wenn es noch bezogen würde.

So könntest du z.B.im Monat 1200 € Brutto und 900 € Netto verdienen,dann gibst du deiner Mutter 50 % ( dein Kopfanteil ) deiner KDU - also der Warmmiete,dazu dann deinen Anteil für den Abschlag für Haushaltsstrom,evtl.Telefon,Internet usw.

Dazu dann noch Kostgeld für deine Verpflegung oder du versorgst dich dann selber und der Rest ist deine.

Du brauchst im Prinzip nur soviel Nettoeinkommen zu haben,dass dir ein Vermieter etwas vermietet und du mit deinem Einkommen deinen Lebensunterhalt selber decken kannst,dann kannst du ab 18 jeder Zeit bei den Eltern ausziehen.

Dazu könntest du dann vorrangig sogar Wohngeld beantragen,wenn du das Mindesteinkommen von 80 % deines Bedarfes nach dem SGB - ll ( ALG - 2 oder auch Hartz - 4 ) haben würdest,brauchst aber dazu schon eine Wohnung,also ein Mietvertrag und musst da gemeldet sein.

Angenommen du würdest eine Wohnung für 326 € warm finden,dann läge dein Bedarf mit deinem Regelsatz von 404 € dann bei min.730 € pro Monat und 80 % davon würden dann min. 584 € Netto sein,auch wenn das Wohngeld nach dem Brutto berechnet würde.

Aber dann könntest du auch theoretisch wenn es mit Wohngeld nichts werden sollte eine Aufstockung beim Jobcenter beantragen,aber dann würdest du wieder Termine bekommen,müsstest Bewerbungen schreiben und auch Belege vorweisen können,dass du dich um eine besser bezahlte Beschäftigung bemühst.

Antwort
von Baranars, 65

Es geht sogar recht einfach. Du darfst zwar nicht von dir aus ausziehen, weil dann im Falle weiteren Bezugs die Unterkunftskosten nicht übernommen werden, aber es gibt definierte Ausnahmen, sogenannte wichtige Gründe...

Hier mal als Zitat:

Umzug von unter 25jährigen

Für unter 25jährige werden im SGB II § 22 Abs. 5 folgende wichtige Gründe für einen Umzug genannt:

1. die oder der Betroffene aus schwerwiegenden sozialen Gründen nicht auf die Wohnung der Eltern oder eines Elternteils verwiesen werden kann,

2. der Bezug der Unterkunft zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt erforderlich ist oder

3. ein sonstiger, ähnlich schwerwiegender Grund vorliegt.

Unter 1. dürften alle Gründe fallen, die das Kindeswohl gefährden (u.a. Vernachlässigung, Sucht, Missbrauch). Hier sollte unterstützend die Hilfe des Jugendamtes gesucht werden, dass auch diesbezüglich gegenüber des Leistungsträgers einen Auszug fordern kann.

Unter 3. sind Fälle, wie z.B. der "Rausschmiss" aus der elterlichen Wohnung oder der Umzug der Eltern ohne dass sie ihr (volljähriges) Kind mitnehmen (z.B. künftige Wohnung zu klein) zu verstehen.

D. h. du musst deiner Mutter nur klarmachen, dass sie genug von dir hat oder ene andere kleinere Wohnung schöner wäre. Sobald sie dich rausschmeisst oder umzieht bist du unterstützungsfähig.

Das ist jetzt aber keine anstiftung zur Familienfehde.

Hoffe dir damit geholfen zu haben.

Kommentar von Raquelphillps ,

Hmm.. wäre bei mir also erster Fall, wo "melde" ich das denn quasi, dass dieser Fall bei mir vorherrscht? und danke :)

Kommentar von Baranars ,

Sollte die Situation eintreten, dass ihr nicht mehr zusammen wohnen könnt, dann lass dir von deiner Mutter schriftlich bestätigen, dass sie dich ab ... aus der Wohnung rauswirft. Das bekommt dann das JC.

Zwei Sachen solltest du allerdings vorab bedenken:

1. Wird anschließend bei deiner Mutter geprüft werden, ob die Größe der alten Wohnung für sie noch angemessen ist, d. h. ev wird sie dann auch umziehen müssen.

2. Gehen die Mitarbeiter der JC davon aus, das jüngere oder neue H4 -Bezieher gut zu belügen sind. Die werden dir also allen möglichen Unsinn erzählen um sich die Arbeit zu ersparen. Suche dir lieber eine rechtskundige Begleitung, wenn du deswegen einen Termin bekommst. Und das wird sicher der Fall sein...

Kommentar von Raquelphillps ,

ok wow viiieelen lieben dank! den ersten punkt den du ansprichst, hatte ich schon auf den schirm, konnte ihn in der frage nur nicht ansprechen, da ich keine Zeichen mehr ürbig hatte hust.. und glücklicherweise wüssten wir auch jemanden, der liebend gern direkt meinen platz einnehmen würde in der wohnung, sodass sie immernoch die wohnung behalten dürfte..

 und was die rechtskundige begleitung angeht, werd ich mich sofort auf die suche machen und jmd vernünftiges mitschleppen :D , nochmal danke sehr!

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