Frage von Piura19, 58

Wie kann ich Spielangebote von Kinder ablehnen lernen?

Hallo, ich bin mitten in meiner Erzieherausbildung und mir fällt immer wieder auf, dass es mir Probleme bereitet ein Spielabgebot von Kindern abzulehnen, weil ich etwas anderes zu erledigen habe oder auch einfach am 3. Tag keine Lust mehr auf Memory habe. Ich denke, dass es okay ist auch mal nein zu sagen, allerdings fällt mir das sehr schwer, da mir das für die Kids immer total leid tut. Was könnte ich tun, damit mir das leichter fällt und ich vllt ein besseres Gefühl bei der Sache habe?

Antwort
von Aliverwirrt, 4

Wahrscheinlich stehst du am Anfang deiner Ausbildung, ansonsten wüsstest du die Kinder zu anderen Spielen zu motivieren. Sollten sie dennoch nicht alle dazu lust haben, dann spielst du mit die Kinder die sich dazu bereit erklären. Das es Abwechslung bringt in den monotonen Memoryablauf und Spaß machen kann, werden die anderen Kiddis schon merken. Auserdem ist es völlig okay einem Kind zu sagen momentan eingebunden zu sein und es ohne zeitlicher Abmachung auf später zu vertrösten. Ich nehme an du absolvierst ein Praktikum in einer Kita. Da hast du do sicherlich einen Praxisanleiter?! Wobei ich mich gerade die Frage stelle, wie kompetent eine Kita ist, in der Kinder 3 Tage nur Memory spielen...

Antwort
von kiniro, 14

Lerne, deine eigenen Grenzen zu zeigen.
Sage dem betreffenden Kind, dass du gerade X zu machen hast.
Biete ihm eine Alternative an oder versuche gewisse Sachen miteinander zu kombinieren - "unden" statt "entweder oder".

Möglich, dass das Kind enttäuscht ist, wenn du "Nein, ich habe jetzt keine Lust dazu" sagst.
Du kannst ihm sagen, dass du das verstehst.

Antwort
von o0bellaAnna0o, 33

Jetzt muss ich ganz dringend ... erledigen, aber danach spiele ich gerne mit dir. Oder: ja, für ein Spiel habe ich Zeit, aber danach habe ich noch andere Aufgaben. Oder: Tut  mir leid, ich habe jetzt etwas anderes zu tun, aber xy möchte auch Memory spielen, spielt doch bitte zusammen.

Du kannst eine Alternative zu Memory anbieten, die sollte dann aber zumindest genau so anspruchsvoll sein, ansonsten füg dich eben. Du hast dir den Beruf doch ausgesucht.

Antwort
von albialba, 17

Wenn es möglich ist, schlage doch vor dass die Kinder dir bei der Arbeit helfen können, meistens machen sie das sehr gerne und sind wieder mit dir beschäftigt. Wenn sie darauf keine Lust haben suchen sie sich andere Möglichkeiten die du auch (wie oben schon genannt) einleiten kannst.

Wenn das nicht geht, verstehen sie auch mal wenn du keine Zeit hast. Bin schon lange in dem Beruf, meiner Erfahrung nach vergessen Kinder das nicht so schnell, aber sie verstehen und sind dir nicht böse wenn du mal keine Zeit zum Spielen hast.

Finde es schön dass du diesen Beruf ausüben möchtest, wünsche dir viel Freude dabei... Kinder sind unser größtes Glück auf Erden ;)

LG

Antwort
von Menuett, 32

Nun ja, wenn Du etwas anderes zu erledigen hast, dann ist das halt so.

Wenn Du aber am dritten Tag einfach keine Lust mehr auf Memory hast, dann geht das nicht. Du kannst Dir die Spiele nicht aussuchen, das machen die Kinder.

Kommentar von Piura19 ,

Naja, das sehe ich anders. Ich denke schon das auch wir Pädagogen mal keine Lust haben dürfen. Wenn man die Kinder beobachtet, kann man schließlich auch des öfteren hören, dass sie unter einander auch Spielangebote ablehnen, weil sie keine Lust haben das vorgeschlagene Spiel zu spielen. Unsere Aufgabe ist es nicht alles zu bejahen und uns den ganzen Tag nur mit einem Kind zu beschäftigen, in dem meisten Gruppen gibt es noch 25 andere Kinder. Ich könnte jetzt noch mit Kongruenz und auch Frustrationstoleranzen um mich werfen, aber darum geht es gar nicht. 
Meine Frage war lediglich, wie ich handeln kann, wenn ich in dieser Situation bin. Ich möchte den Kindern nicht einfach sagen "Nö, kein Bock", sondern würde es irgendwie gerne erklären oder nach Alternativen suchen, damit wir vielleicht beide glücklich sind.

Kommentar von kiniro ,

Ich finde es vollkommen legitim "Ich habe keinen Bock / Lust" zu sagen.
Da gibt es viel schlimmere Sachen in Kindergärten - wie der "stille Stuhl" zum Beispiel.

Vergiss die Sache mit dem Glücklich sein.
Besonders, wenn es ein Zustand sein sollte, der im Vordergrund stehen soll - besser finde ich es auch andere Gefühl aushalten zu können.

Kommentar von Menuett ,

Sorry, Job ist Job.

Ich habe auch nicht immer Lust, das zu machen, was ich gerade machen muß.

Kommentar von Aliverwirrt ,

Naja ganz richtig ist das nicht, dass die Kinder sich die Spiele aussuchen und nicht der Erzieher...

Also ich möchte schon, dass der Erzieher mein Kind fordert und Fördert und nicht mein Kind dem Erzieher Beschäftigen muss! Nach dem 100en Mal zu Memory NEIN zu sagen, wäre mit ein Alternativangebot pädagogisch richtig. Sollten die Kinder es ablehnen, dann hab ich mein Angebot nicht interessnt genug verkauft oder ein falsches Angebot (nicht Altersgerecht) gewählt.

Zudem denke ich, dass sich das in der Beurteilung positiv auswirkt eigene Ideen didaktisch und methodisch umzusetzen. Selbst wenn man gegen die Wand damit gefahren ist und einen Fehler gemacht hat...na und...daraus wird gelernt. Du bist die Jenige die den Ablauf strukturiert und führt! Tagesstruckturen, Grenzen und Regeln dienen auch zur Orientierung im Kitatagesablauf und vermitteln sicherheit. Wenn nicht der Erzieher die Führung übernimmt, wer dann?

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