Frage von 1panda, 99

Wie kann ich Reise Trombose entgegen wirken?

Hallo, wie kann ich Reise Trombose im Flugzeug bei einem Flug von ca. 12 Std. Entgegenwirken? Gibt es spezielle Übungen, tipps oder Tricks? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit davon betroffen zu sein und was wären die Symptome und was müsste man dann machen?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Pangaea, Community-Experte für Gesundheit, 38

Thrombosestrümpfe wurden schon genannt, regelmäßig die Füße kreisen oder anwinkeln und strecken ist gut, ab und zu mal aufstehen und ein paar Schritte gehen, während des Fluges genug Wasser trinken (mindestens ein Glas pro Stunde) und Alkohol meiden.

Wenn du ein von Natur aus erhöhtes Thromboserisiko hast, kannst du deinen Hausarzt um ein Privatrezept für einen Gerinnunghemmer bitten - die modernen Gerinnungshemmer Xarelto, Pradaxa und Eliquis wirken schnell und haben eine kurze Wirkungszeit. Achtung: Die sind nicht ganz billig. Du musst sie selbst bezahlen, denn als Vorbeugung von Reisethrombosen sind sie nicht zugelassen, deswegen übernimmt die Kasse die Kosten nicht.

Du nimmst eine Tablette beim Einsteigen ins Fluzeug, das reicht für den Flug. Ist einfacher, als Heparin zu spritzen.

Eine Thrombose würdest du durch einseitige Schmerzen im Bein bemerken. Aber wenn du vorbeugst, ist es unwahrscheinlich, dass du eine bekommst.

Kommentar von Pangaea ,

Vielen Dank für das Sternchen!

Antwort
von polarbaer64, 40

Auch im Flugzeug darf man aufstehen. Das ist ganz wichtig. Lauf immer wieder mal rum, wenn du sitzt, wippe mit den Füßen.

Hast du ein Thromboseproblem, weil du fragst? Dann solltest du vor dem Flug Heparin spritzen. 

Kompressionsstrümpfe sind auch nicht verkehrt.

Die Wahrscheinlichkeit ist so hoch, wie deine Grunderkrankung. Die meisten Leute werden keine Thrombose bekommen, wenn sie fliegen. Aber wenn du eine Gerinnungsstörung hast, die davon beeinflusst wird, dann musst du bei langen Reisen dein Blut verdünnen.

Sprich mit deinem Hausarzt darüber, der kann dir dazu mehr sagen.

Antwort
von MarioGoetze09, 52

Strümpfe vorher anziehen, Tabletten oder Spritzen vom Arzt geben lassen, im Flieger aufstehen und Füße bewegen. Viel mehr kannste nicht machen.

Antwort
von petrapetra64, 8

solltest du ein Risikopatient sein, dann sprich mit deinem Arzt bezüglich Strümpfen und vorbeugenen Strümpfen. 

Ansonsten einfach die Füße beim Flug bewegen, so oft es geht, mit den Füßen pumpen (nach oben und unten bewegen). Jede Gelegenheit zum laufen nutzen (z.B. aufs Klo oder beim Umsteigen). Ausreichend trinken. 

Wenn du willst, kannst du dir auch Kniestrümpfe (Apotheke) kaufen. 

Antwort
von Parnassus, 53

Zur Thrombose Prophylaxe zählt in erster Linie, viel  Bewegung, viel Wasser trinken -verdünnt dein Blut, nicht rauchen und natürlich jene Thrombose Strümpfe aus dem Fachhandel (nicht unbedingt diese weißen aus dem Krankenhaus,am besten schon ausgeleiert) 

Wenn du bis jetzt keine Probleme mit Ödemen hattest, mache dir mal keine Panik damit, Strümpfe anziehen und viel trinken...

Kommentar von Shilja ,

Also die Thrombosestrümpfe aus dem Krankenhaus sind 1x Artikel, werden also (zumindest hier in Österreich) nur einmal verwendet und dann weg geworfen bzw dem Patienten mitgegeben wenn er sie haben möchte :)
Nur falsch ausgemessen wirken sie ausgeleiert :)

Kommentar von Parnassus ,

Das ist schön dass ihr die Dinger in Österreich dann wegwerft, ich habe hier immer wieder mit Leuten zu tun die das nicht machen und mit den ausgeleierten Strümpfen an kommen ;)

Kommentar von Pangaea ,

Ich habe mir vor Jahren (für einen Flug nach Australien) in einem Sanitätshaus Reise-Kniestrümpfe gekauft. Die leiern überhaupt nicht. Ich trage sie immer bei längeren Flügen oder auch auf langen Autofahrten.

Das Paar kostete um die 30 Euro, das fand ich nicht billig, aber es hat sich gelohnt. Die Füße schwellen auch bei langen Flugreisen nicht an, und eine Thrombse hatte ich auch noch nie.

Kommentar von user8787 ,

Apotheken bieten spezielle Strümpfe für lange Reisen an...

- viel trinken

- regelmäßig aufstehen und rumlaufen

- Fußgymnastik 

- ich lege meine Füße gerne  auf den Schoß meines Mannes ( wenn der Platz das hergibt ) 

Bist du kein Risikopatient, dann mache dir bitte nicht zu viele Gedanken. 

Vorsicht mit Gerinnungshemmern, die können sehr unschöne Wechselwirkungen / Nebenwirkungen haben. Hier kann es richtig gefährlich werden. 

Gute Reise.... 😉

Kommentar von Pangaea ,

Die Neben- und Wechselwirkungen der Gerinnungshemmer kennt der Hausarzt, der die ja verschreiben muss.Und bei zweimaliger Einnahme innerhalb von ein paar Wochen (einmal auf dem Hinflug, einmal auf dem Rückflug) ist das nicht so wild.

Meine Mutter nimmt die seit Jahren täglich und hat keine Nebenwirkungen - außer natürlich, dass sie heftig blutet, wenn sie sich verletzt. Das ist unvermeidlich bei diesen Medikamenten.

Kommentar von user8787 ,

Ich rate hier generell zur Vorsicht. Übliche Gerinnungshemmer brauchen für die Wirksamkeit einen Spiegel im Blut, d.h. die Einnahme müsste einige Tage vor Reisebeginn starten und dann wieder ausgeschlichen werden. Das gleiche dann für die Rückreise. Nur so wäre ein Schutz gegeben. 

Eine Ausnahme ist hier Clexane, nur hier ist das Risiko spontaner Blutungen auch entsprechend höher. Hier sollte man Risiko / Nutzen gut abwägen, ich rate bei gesunden Menschen davon ab. Mir ist auch kein Mediziner bekannt der entsprechende Verordnungen ausstellen würde. 

Besteht generell ein Thrombose- Risiko kann der HA entsprechende Vorkehrungen treffen.

Kommentar von Pangaea ,

Du sprichst von Marcumar. Das braucht in der Tat Tage, bis sich der Wirkspiegel aufgebaut hat. Und es hat Wechselwirkungen mit allem Möglichen, bis hin zu Kohlrabi.

Aber die modernen Gerinnungshemmer (NOAK, neuartige orale Antikoagulantien) wirken sofort und haben eine kurze Wirkdauer. Bei Langzeitbehandlung bedeutet das, dass bereits bei einer vergessenen Tablette die Wirkspiegel absinken und das Thromboserisiko wieder ansteigt. Aber für einen Langstreckenflug ist das ohne Belang, man braucht die Gerinnungshemmung ja nur für den Flug.

Man muss auch die INR nicht messen, eine Dosierung für alle.

Wie ich sagte: Wenn unser Fragesteller ein erhöhtes natürliches Thromboserisiko hat, sollte er seinen Hausarzt darauf ansprechen.

Kommentar von user8787 ,

Es hat seine Berechtigung warum die "modernen" Medikamente von den KV's nicht gezahlt werden. Es geht hierbei nicht in erster Linie um die Kosten, sondern um offene Studien. 

Selbst in den noch laufenden klin. Studien kommt es immer noch zu nicht erklärlichen Todesfällen und schweren Hirnblutungen. Deshalb nehme ich diese Wirkstoffe aus der Debatte völlig raus. 

Eine sofortige, also sinnvolle Prophylaxe ist nach wie vor nicht entgültig bewiesen und ich rede hier von kranken Menschen.

Ich sehe also keinen Sinn darin warum ein Gesunder sich einem solchem Risiko aussetzen sollte. Keiner weiß wie die Leute reagieren. 

Wie ich bereits sagte, besteht Risiko ist der HA der Ansprechpartner. Selbst hier kenne ich keinen der z.B. Xarelto verordnet. 

Kommentar von Pangaea ,

Wenn du dir die Studien genau anschaust, findest du keine statistisch signifikanten Unterschiede in den Blutungsraten zwischen den modernen Gerinnungshemmern und Marcumar.

Nur deswegen konnten die doch überhaupt zugelassen werden.

Auch in der klinischen Praxis treten Blutungen unter NOAK nicht öfter auf als unter Marcumar. In dieser Studie http://www.thelancet.com/journals/lanhae/article/PIIS2352-3026(15)00257-4/abstract sieht es auf den ersten Blick sogar so aus, als hätten Marcumar-Patienten fast dreimal so viele schwere Blutungskomplikationen, aber wenn du die das 95%-Konfidenzintervall anschaust, ist es nicht statistisch signifikant. Also: Kein Unterschied.

Dass Hausärzte die NOAK selten verordnen, liegt nur daran, dass sie so teuer sind und das Arzneimittelbudget belasten. Aber wenn man dranbleibt und darauf besteht, kann man erreichen, dass sie umstellen.  Am ehesten ist das dann möglich, wenn Patienten wegen der INR-Messung zum Arzt müssen. Dieser Kostenfaktor fällt ja weg, wenn man auf NOAK umstellt.

In ein paar Jahren werden die NOAK billiger, dann ist dieses Problem auch gelöst.

Kommentar von janfred1401 ,

Bist du kein Risikopatient, dann mache dir bitte nicht zu viele Gedanken. 

Gott sei Dank spricht hier auch mal jemand Klartext. Die Panikmache über Thrombosen bei Flugreisen wird ja schon peinlich.

Kommentar von user8787 ,

Ganz schlimm...ja. 

Mal sehen wann die Werbung darauf anspringt. Nocht traut sich keiner, weil es keine sicheren "Blutverdünner" gibt. 

In die Nesseln setzt sich bis jetzt zum Glück nichtmal die Pharma. 

Kommentar von Pangaea ,

Ich bin sicher, die Pharmafirmen würden ihre Produkte sehr gerne auch zur Prävention von Reisethrombosen verkaufen. Rein vom logischen Denken her muss es funktionieren, da Hemmstoffe der plasmatischen Gerinnung tiefe Venenthrombosen verhindern können.

Aber um  dafür eine Zulassung zu bekommen, müsste man randomisierte prospektive Studien durchführen. Und da Reisethrombosen vergleichweise selten sind, bräuchte man gigantische Probandenzahlen, um eine statistisch signifikante Überlegenheit zu finden.

Und hinterher bleibe selbst bei einer statistisch signifikanten Überlegenheit immer noch die Frage, ob es sinnvoll ist, 10.000 gesunde Menschen mit Gerinnungshemmern zu behandeln, um letztlich eine einstellige Zahl von Thrombosen zu verhhindern.

Insofern ist es sinnvoller, bei erhöhtem Thromboserisiko einen NOAK "off-label" zu verordnen.

Kommentar von Parnassus ,

Die natürlichste Weise sein Blut zu verdünnen ist einfach täglich genug Wasser zu trinken...es kann so einfach sein;)

Kommentar von Pangaea ,

Das alllein reicht aber bei Risikopatienten auf Langstreckenflügen nicht aus.

Antwort
von altgenug60, 41

Stützstrümpfe sind durchaus anzuraten. Und es ist auch gut, immer wieder mal aufzustehen und ein paar Schritte zu laufen. Und beim Sitzen sollte man zumindest relmäßig mal immer wieder die Zehen kräftig anziehen und die Füße kräftig durchdrücken. Guten Flug! (Btw: 12 Stunden im Flieger sind wirklich ätzend!)

Antwort
von jule2204, 42

Besorg dir spezielle Strümpfe die du während des Fluges trägst.

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