Frage von crissfrey222, 325

Wie kann ich mir Ritalin verschreiben lassen?

Hallo, ich wollte mal fragen, ob mein Hausarzt mir Ritalin verschreiben kann ?

Bevor mir jetzt alle davon abraten oder fragen warum eigentlich, werde ich das jetzt etwas genauer erklären.

Bei mir wurde als Kind ADS diagnostiziert und ich habe zwischen dem erstenund zweiten Schuljahr bereits Ritalin bekommen. Es hat mir damals auch sehr geholfen, jedoch bekam ich immer wenn die Wirkung nachließ sehr starke Kopfschmertzen, weshalb das Ritalin nach relativ kurzer Zeit wieder abgesetzt wurde.

Wenn ich mich recht erinnere, dann habe ich glaube ich in der Folgezeit noch ein anderes Medikament bekommen. Dieses allerdings auch nicht sehr lange.

Ich bin mitlerweile 22 und habe den Rest meiner Schulzeit dann ohne Ritalin beendet. Meinen Realschulabschluss, eine Ausbildung, die Fachhochschulreife und eine Fortbildung zum Meister habe ich auch trotz meiner Konzentrationsschwäche gut bewältigt.

Mitlerweile studiere ich jedoch Jura im ersten Semester und habe große Probleme zu Lernen, da ich mich meist nur maximal 30 Minuten am Stück wirklich konzentrieren kann. Dann brauche ich meistens auch wieder eine halbstündige Pause, bevor ich weitermachen kann.

Da ich auch immer große Probleme habe mich mal hinzusetzen um was zu machen und mich auch in den Vorlesungen nicht auf die Themen konzentrieren kann, habe ich wirklich Zweifel, ob ich das Studium so schaffen kann.

In der Schule oder während der Ausbildung hatte ich meist keine Probleme, da ich meist auch ohne zu Lernen 70 bis 80 % der Punkte erreicht habe.

Geht im Studium leider nicht so leicht.

Die Ärztin die ADS damals bei mir diagnostiziert hat ist leider schon seit 2005 im Ruhestand und die Praxis gibt es mitlerweile auch nicht mehr.

Ich würde Ritalin gerne nochmal ausprobieren, auch auf die Gefahr hin, dass ich es eventuell wieder nicht vertrage.

Liebe Grüße

Antwort
von Seanna, 215

Medikinet (selber Wirkstoff wie Ritalin, einzig zugelassenes Präparat damit für Erwachsene) darf nur vom Facharzt für Psychiatrie verschrieben werden in der Erstverordnung und selbst da macht es bei weitem nicht jeder!

Außerdem muss bei so langer Pause (auch wenn es als Kind mal bestand) eine erneute Diagnostik erfolgen (und wenn es nicht mit Unterlagen nachgewiesen werden kann sowieso), diese wird in Spezialambulanzen für ADHS/Erwachsene gemacht und die haben idr Wartezeiten von einem Jahr.

Privat geht auch, kostet ca 400€.

Dazu gehören Untersuchungen wie EEG, MRT, Blutdruck, Augeninnendruck usw - psychologische Tests - und auch Beweise dass es früher schon bestand zb durch Einträge in Zeugnissen.

ADHS nur im Erwachsenenalter gibt es nicht.

Also überleg dir ob es den Aufwand wert ist oder du doch nicht lieber lernen willst...

Kommentar von samm1917 ,

Absolut einverstanden, doch jeder Arzt kann Methylphenidat verschreiben...

Kommentar von Seanna ,

Nicht als Erstverordnung. Nur als Folgeverordnung für 12 Monate, danach muss der Facharzt die Indikation erneut bestätigen.

Antwort
von samm1917, 168

Methyphenidat (der Wirkstoff von Ritalin, Medikinet, Concerta etc.) kann dir im Prinzip jeder Arzt mit staatlicher Zulassung verschreiben. Ich würde dir jedoch raten zu einem Facharzt der Psychiatrie oder zu einem Neurologen zu gehen. Diese kennen sich mit Psychopharmaka am besten aus.

Du kannst dich auch zuerst an deinen Hausarzt wenden, welcher dich anschliessend einem Facharzt überstellt.

Gehe einfach hin und schlidere dein Problem. Im Anschluss wirst du zusammen mit deinem Arzt (welcher sicher noch einige Untersuchungen mit dir anstellen wird) entscheiden, ob Methylphenidat die richtige Variante ist.

Antwort
von Akka2323, 140

Wer so viel schon geschafft hat, hat weder Lernprobleme noch ADHS. Und Pausen zu machen, ist sinnvoll. Und ein Studium ist nun mal anstrengend. Mach einfach weiter, ohne Medikamente.

Kommentar von BiggerMama ,

Das ist Quatsch.

Auch wenn man bereits viel erreicht hat, muss man in der Zukunft nicht unter seinen Möglichkeiten bleiben, was bei unbehandelter ADS oder ADHS leider oft der Fall ist.

Antwort
von Untoxic, 172

Ritalin wurde und wird immer wieder kontrovers diskutiert. Zudem wird regelmäßig Kritik an dem Medikament auch aufgrund diverser Studien geübt.

http://www.welt.de/gesundheit/article116232688/ADHS-Mittel-Ritalin-zeigt-Gewoehn...

www.sueddeutsche.de/gesundheit/behandlung-von-adhs-ritalin-wirkt-deutlich-wenige...

Da es jetzt schon einige Zeit her ist, als dir Ritalin verordnet wurde, wäre es doch möglich, sich vom Hausarzt dazu beraten zu lassen und die aktuelle Situation nochmal zu schildern. Evtl. gibt es andere Lösungen, Alternativen.

Antwort
von einfachichseinn, 131

Der Hausarzt kann natürlich Ritalin verschreiben. Er kann auch Betablocker und Morphium verschreiben.

Es bleibt nur die Frage, ob er es auch macht.

Und diese ist schlicht und ergreifend mit nein zu beantworten.

Du wirst vermutlich erst noch mal einen Facharzt aufsuchen müssen und noch mal eine Diagnostik durchführen lassen.

Antwort
von greulinchen, 173

Wie kann man dir Ritalin verschreiben?
Ganz einfach: Geh zu einem Fach(!)Arzt, schildere deine Beschwerden, lass ihn eine Anamnese machen und der Arzt wird dich untersuchen und dann entscheiden ob Ritalin einen Versuch wert ist oder nicht. Ob es notwendig ist oder nicht, ob nicht andere Medikamente oder Methoden besser geeignet wären oder nicht.

So wie es jeder andere auch tut, wenn er Beschwerden hat. Ob du es bekommst kann dir hier keiner sagen. Aber wenn du genug Ärzte fragst, wenn der erste es für nicht notwendig erachten sollte, wird sich sicherlich auch einer finden, der es dir verschreibt.

Kommentar von antwortbitteja ,

Wieso muss es denn der "Facharzt" sein? Jeder Arzt kann Ritalin verschreiben.

Kommentar von greulinchen ,

Weil dem ganzen vielleicht sinnvollerweise eine vernünftige Diagnose vorausgehen sollte? Macht Sinn, oder? Und nein - Hausärzte verschreiben sehr ungern Psychopharmaka ins Blaue hinein. Da hat man schon Probleme ein Antidepressiva zu bekommen. Und das ist auch gut und richtig so - eben weil.ein Allgemeinmediziner nicht über das notwendige Fachwissen verfügt. Zudem ist Ritalin nur auf BTM-Rezept zu bekommen, auch das nicht grundlos und ein weiterer Faktor, warum ein verantwortungsvoller Allgemeinmedizin es nicht so einfach verschreiben wird, wie OP es sich vorstellt.

Antwort
von kugel, 139

Du hast keine Probleme mit ADHS oder eine Konzentrationsschwäche - du hast in all den Jahren nur nicht gelernt zu lernen!

Du schreibst ja selbst "meist keine Probleme, da ich meist auch ohne zu Lernen 70 bis 80 % der Punkte erreicht habe."

Also, anstatt nun Medikamente in dich einzuwerfen solltest du an deinem Lernverhalten etwas ändern. Und natürlich auch die Einstellung, dass du während des Studiums die gleichen Noten ablieferst wie in der Schulzeit.

Schau mal, du hast OHNE Ritalin deinen bisherigen Weg mehr als gut gemeistert, dann findest du sicherlich jetzt eine Lösung, wie du deine Konzentrationszeit verlängern kannst bzw. Einen andere Lernmethoden für dich findest.

Kommentar von kalippo314 ,

Blödsinniger Kommentar, auch wenn du es sicher gut meinst. ADHSler können ihre Konzentration beim Lernen schlecht aufrecht erhalten, selbst wenn alle Voraussetzungen stimmen.

Kommentar von kugel ,

Ach? Blödsinnig?

Ich habe einen Sohn, 14, mit ADHS. Seit 3 Jahren ohne Medikinet bzw Ritalin.

Aber erfolgreiches Lernsystem.

Antwort
von Prettylilthing, 114

Zu ADS gehören schon noch ein paar andere Symptome außer eine Konzentrationsschwäche. Ich würde dir auf keine Fall raten es einfach so mal aus zu probieren. Oft wird bei vielen Kindern auch eine falsche Diagnose gestellt und diese haben dann gar kein ADS/ADHS.

Da du ja selbst sagts du hast bisher alles ohne große Probleme bewältigt klingt es für mich auch nicht nach ADS, denn dann hätte es sich schon viel früher bemerkbar gemacht.

Kommentar von melinaschneid ,

Jein. Ich habe auch ADS und bei mir war es ähnlich. Im Kindesalter hatte ich fast keine Probleme dafür als erwachsener umso mehr. Einfach aus dem Grund das mir die von den Eltern vorgeschriebene Struktur fehlt. Auch in der schule war ich immer Klassenbeste. Einfach aus dem Grund das ich nie lernen musste. Lernen konnte ich damals nicht und heute noch weniger.

Kommentar von crissfrey222 ,

Es wurde ja schonmal bei mir diagnostiziert. Natürlich könnte es auch eine Fehldiagnose gewesen sein. Glaube ich aber nicht wirklich.

Ich hatte mir vor zwei Jahren mal Eine Liste mit Symptomen angesehen und habe da doch viel bei mir wiedererkannt.

Ich bin z.B. so ein "Träumertyp". Ich kann mich auch besser konzentrieren, wenn ich beim Lernen gehe. Ist ja auch bei vielen die ADS haben so.

Macht allerdings das Lernen in der Bibliothek z.B. schwer.

Ich müsste es einfach mal drauf habe mich zwei Stunden wirklich konzentriert an einen Tisch zu setzten und dann mal ein Kapitel in einem Buch wirklich durcharbeiten.

Wenn ich mich beim Lernen aber ständig bewegen muss und dann nach 30 Minuten wieder Schluss ist, dann reicht das beim Studium einfach nicht. Der Stoff ist einfach viel komplexer als das was man beim Meister oder der FOS macht.

Ist ja auch von der Zeit her total ineffektiv, wenn ich in immer lange Pausen machen muss und maximal die Hälfte der Zeit nutzen kann.

Dazu kommt noch, dass die Studentenverbindung in der ich bin natürlich viele Veranstaltungen hat und ich dann nur wenig Zeit zum Lernen habe.

Montags und Dienstags muss ich z.B. unbedingt alles zwischen 10 und 13 Uhr machen, sonst habe ich an diesen Tagen keine Zeit mehr. Von 14 bis 20 Uhr habe ich Vorlesungen(bei denen ich nicht viel mitnehme, weil ich mich nicht konzentrieren kann) und von 20 bis 22 Uhr ist wieder Programm bei der Vernindung.

Jedes dritte Wochenende fällt praktisch komplett weg, weil wir da dann von Donnerstag bis Sonntag unterwegs sind.

Die Zeit die man dann hat, muss man einfach effektiv nutzen, was ich einfach nicht drauf habe.

Kommentar von Prettylilthing ,

Dann würde ich dir trotzdem empfehlen das von einem Facharzt abklären zu lassen da es ja auch sein kann das du ein ganz anderes Medikament brauchst und nicht Ritalin. Wäre das nämlich so könnte der Schuss nach hinten los gehen und das Ritalin macht es noch schlimmer.

Antwort
von hanspopper, 119

Das musst du mir mal erklären! Realschule, FOS, Ausbildung und Meister???... Und erst 22?

Kommentar von crissfrey222 ,

Realschule mit 17, dann drei Jahre Ausbildung. Mit 20 dann ein halbes Jahr gearbeitet und anschließend für sechs Monate ins Ausland.

Dann wieder sechs Monate Gearbeitet. Mit einem Jahr Berufserfahrung darf man die Prüfung zum Industriemeister antreten(wurde mitlerweile geändert, jetzt kann man das gleich nach der Ausbildung machen).

Dann habe ich einen Kurs belegt, der einen innerhalb von 18 Wochen auf den Meister vorbereitet. Habe dann im Mai 2015 bestanden und anschließend  bis August 2015 gearbeitet.

Ab September 2015 habe ich dann die Fachoberschule Sozialwesen besucht und war dort bis April 2016. Duch meinen Meisterbrief habe ich mich dann zum Sommersemester für Jura eingeschrieben und mich vom Schulamt für die letzten zwei Monate Unterricht befreien lassen.

Wegen den Prüfungen habe ich dann noch zwei Wochen in der Uni verpasst.

Kommentar von hanspopper ,

Net schlecht, da haste dir ja was vorgenommen.👍🏻

Antwort
von heidemarie510, 105

Ich schließe mich Kugel an, Frage Dich aber, warum Du diese Frage stellst. Du hast bisher sehr viel geschafft, alle Achtung. Mein Sohn bekam damals auch eine kurze Zeit dieses Zeug, er ist 4 Jahre alter. Es wurde abgesetzt, Gott sei Dank!!! Er hat es immer schwer gehabt, bis jetzt eigentlich, aber er geht seinen Weg sehr gut!

Du bist 22, und fragst, wie Du Ritalin verschrieben bekommst? Gehe zum Neurologen, er untersucht Dich und entscheidet dann. So geht das.

Alles Gute!

Kommentar von einfachichseinn ,

welcher Arzt verschreib bei einen Kind unter vier Jahren (du schreibst "damals") Ritalin?

Kommentar von heidemarie510 ,

Da war mein Sohn älter! Ich wollte sagen, dass mein Sohn JETZT 4 Jahre älter ist als der FS. :-)

Kommentar von einfachichseinn ,

achso. entschuldige.

Kommentar von heidemarie510 ,

Kein Problem! :-)

Kommentar von crissfrey222 ,

Die Dinge die ich bisher geschafft habe waren aber bei weitem nicht so fordernd wie ein Studium. In der Realschule habe ich nix gemacht und auch einen nicht so guten Schnitt von 2,9 gehabt. Zu Bestehen hat es gereicht. In der Ausbildung war es genauso, da hatte ich dann einen Schnitt von 2,8.

Bei dem Meister habe ich mir die ersten 16 Wochen die Eier geschaukelt und war auch nur ca. 70 % der Zeit beim Unterricht. Die letzten zwei Wochen habe ich dann unregelmäßig was gemacht.

Hat auch da zum Bestehen mit 68 % gereicht.

FOS wird einem in der heutigen Zeit praktisch geschenkt. Da habe ich dann echt nix mehr gemacht und hatte einen Schnitt von 2,3.

Ein Jurastudium ist allerdings aufwändiger. Ist zwar auch kein Hexenwerk, aber mann muss die Theorien einfach wirklich beherschen und dazu muss man dann auch einfach mal wo einige Stunden sitzen und sowas mal durcharbeiten. Natürlich muss man das jetzt nicht jeden Tag machen, aber so ab und an sollte man das schon  machen.

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