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Wie kann ich mich wieder zum Lesen motivieren?

gefragt von Noel1994 am 06.05.2009 um 1:14 Uhr

Früher hab ich min. 4 bis 5 Stunden gelesen (auch sehr gute Sachen wie Schiller), aber im Moment lese ich nur noch gut 1 Stunde am Tag und dann auch noch Mist, was ich sehr Schade finde. Also nun die Frage: Wie schaffe ichs von dem Mist weg zu kommen?


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Maienblume
beantwortet von Maienblume am 6. Mai 2009 01:17
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Besorge Dir spannende oder bewegende Bücher, dann bleibst Du auch wieder drin kleben.

Und: es hilft, den Compi abzuschalten! LG!


anonym
beantwortet von user26 am 6. Mai 2009 01:18
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Definiere Mist....

Dir scheint es zu gefallen. Daher liest du es. Willst du lieber das lesen, was andere Menschen für tolle Literatur halten?

ich habe eine ganz spezielle Meinung über Literaturprofessoren, die einen ominösen Literaturkanon als einzige Quelle der Erquickung ansehen.

Wenn du stirbst, steht niemand an deinem Grabstein und sagt "wow, der hat Homer gelesen".

Die Tragödie dieses Lebens ist, dass man eh nicht genug Zeit hat, alle Bücher zu lesen, die lesenswert sind. Also bleib bei den Büchern, die dir Freude bereiten.

Ich ziehe ein Pratchettbuch, welches mich zum Lachen gebracht hat, allen Goethe-, Schiller-, Brecht-, und Hessebüchern zusammen vor, durch die ich mich gequält habe.

Lesen soll Freude bereiten.

Und extra für meinen ehemaligen Germanistikprof:

ich finde Harry Potter besser als Goethe.

Kommentar von Noel1994 am 6. Mai 2009 01:23

Das ist so, dass ich immo eher Phantasiebücher von Hohlbein lese. Die finde ich zwar gut geschrieben, weil man sich immer toll in die Chraktere versetzen kann und direkt in die Handlung geschmissen wird, allerdings denke ich sollte man aus Büchern lernen und ich finde die Struktur der Sätze aus älteren Büchern toll; da war jedes einzelne Wort wohl überdacht, nur hab ich jetzt keine Lust mehr darauf, obwohl ichs echt klasse finde. Und das ist das Problem, dass ich damit gerne wieder anfangen würde, nur lasse ich das Buch einfach liegen und nehme einen Hohlbein auch wenn ich ihn vorher schon gelesen habe

Kommentar von user26 am 6. Mai 2009 01:29

Ich lehne es kategorisch ab, sich auferlegten Zwängen hinzugeben.

Hohlbein ist nicht schlimm. Du hast Spaß daran. Was soll sonst von Bedeutung sein?

Dem einzigen Menschen, dem du Rechenschaft ablegen musst, bist du selbst. Daher verzichte ganz einfach auf Bücher, die dich im Moment nicht zu interessieren scheinen.

Schau mich an: Meine Dozenten halten sehr viel von mir. Alleine schon wegen meines Talents, komplexe Probleme mit einfachen Worten zu beschreiben. Das kann man nicht, wenn man Kant und Co. gelesen hat, da man immer die Wortwahl seiner Autoren unbewusst übernimmt. Die einfache Sprache ist die Kunst des Profis. Wer es schafft, einem Deppen Platon beizubringen, ist wertvoller als jemand, der sich nur innerhalb eines bestimmten Kreises verständigen kann.

Lies banale Literatur, erweitere deinen Wortschatz und trainiere dein Spiel mit der Sprache durch das Lesen von Büchern, die dir gefallen. Mehr kann ich dir nicht raten.

Kommentar von Noel1994 am 6. Mai 2009 01:35

An meinem Wortschatz mangelt es nicht. Ich lerne Alt-Griechisch und Latein, kann mich vondaher wandelndes Fremdwörterbuch nennen :D Aber muss man nicht, um überhaupt komplexe Sachverhälte in einfache zu fassen, zunächst diese verstehen?- Das denke ich schafft man nur, wenn man diese auch versteht. Und dafür muss man eine Menge davon gelesen haben und daher würde ich gerne sowas lesen

Kommentar von user26 am 6. Mai 2009 01:46

Nein, das ist ein Trugschluss.

Nimm philosophische Werke. Es gibt Philosophen wie zum Beispiel Plessner, die in ihren Werken kompletten Müll verzapfen und diesen mit einem undurchschaubaren Sprachpuzzle tarnen. Daneben stehen zum Beispiel Platons Dialoge, deren Kraft in der Einfachheit der Sprache liegen.

Man muss keine komplizierten Texte erschaffen oder lesen, um sich behaupten zu können. Vor meinem Studium habe ich objektiv betrachtet nur Trivialliteratur gelesen und das mache ich heute immer noch wesentlich häufiger als die "großen" Texte.

Dennoch leidet mein Wissen nicht darunter. Es gibt Texte, deren Inhalt man kennen sollte, die man aber nicht selbst gelesen haben muss, wenn du verstehst, was ich meine. ;-D

Ich kann mich durch Kants Kritik der reinen Vernunft beissen und am Ende das Buch hassen. Oder ich lese eine Arbeit darüber, in denen die Hauptthesen beschrieben werden.

Denn eines ist gewiss: nicht jede der knapp 800 Seiten ist lesenswert...

Daher muss man aussortieren...

Kommentar von Noel1994 am 6. Mai 2009 02:01

Eine Frage: Hast du Philosophie oder Literatur studiert? Und ja ich versteh was du meinst: Wikipedia ist mein Freund. Aber ist es nicht dann nicht so, dass zumindest der Inhalt entscheidend ist? Und wenn es ein komplexer Inhalt ist, ist doch automatisch auch die Sprache auf einem etwas anderem Niveau?

Kommentar von user26 am 6. Mai 2009 02:12

Beides. Und studiere noch.

Denk an naturwissenschaftliche Werke. Dort wird auch nur ein gewisses Vokabular gefordert. Der Rest ergibt sich automatisch beim Lesen. Zugegeben: es gibt viele Texte, die sehr kompliziert sind, aber es gibt nur einen ganz kleinen Teil, die auch wirklich kompliziert sein müssen. Und diese Texte sind nicht aufgrund der Sprache, sondern aufgrund der Verknüpfung der Aussagen anspruchsvoll. Welches Bild ich einfach vermeiden will: der Student der völlig genervt vor einem trockenen Schinken sitzt und so die Freude an der Thematik verliert. Die Freude an der (als Beispiel) Moralphilosophie kann durch gewisse Texte zerstört werden (ich nenne jetzt aus Fairness mal keine Namen :-D). Und sowas gilt es partout zu vermeiden. Man lernt nur, wenn man Freude an dem hat, was man liest. Daher rate ich dir, bei dem zu bleiben, was dich im Moment interessiert. Und sprachliches Niveau ist wirklich meist nur Tarnung von dünnen Aussagen ;-)

Kommentar von Noel1994 am 6. Mai 2009 02:22

Naturwissenschaftliche Werke sind aber auch Sachtexte und die fallen mal wieder in einen ganz anderen Bereich, denke ich. Und Beispiele würden mich echt interessieren^^ Achja noch ne Frage: Was kann man mit einem Literatur/Philosophiestudium machen? Ich habe nämlich überlegt das auch später zu studieren, habe jedoch arg Bedenken, was meine finanzielle Karriere angeht. Und ist es nicht eigtl. eine Kunst etwas höher-wertig aussehen zu lassen, obwohl es eigtl. ein 2. Klässler verstehen könnte. Bzw. anders gesagt: ist das denn nicht eigtl. Literatur wenn ich andere glauben lassen kann etwas sei gut obwohl es gerade das gar nicht ist? (Achne das war Politik, pardon)

Kommentar von user26 am 6. Mai 2009 02:32

Philosophie ist eine brotlose Kunst... wenn du Erfolg haben willst, geh in die Wirtschaft. Ich studiere nicht wegen eines beruflichen Zieles, sondern nur aus Interesse (die Gründe dafür werde ich dir nicht verraten).

Und was du meinst, ist literarisches Blendertum. Es gibt nichts, was ich mehr verachte. Der Inhalt (bzw. die Gedanken) eines Menschen sind nur dann von Bedeutung, wenn sie einen Wert für die Menschheit haben. Jemand, der nur hübsch quasseln kann, ist nur ein Sophist :-D

Kommentar von Noel1994 am 6. Mai 2009 02:45

Kann man denn mit solch einem Studium in die Wirtschaft bzw. besser als ohne? Ich finde ja den Begriff Sophist nicht so toll hier, weil es m.E. nach eher ein Begriff für Leute ist die weise Inhalte auch schön verpacken können. Ich finde den Begriff Nihilist schon treffender. Naja jedenfalls ist es doch aber auch so, dass es damals der Stil war so zu schreiben und wenn jemand dieses Niveau verstand, so konnte er auch mitreden. Oder würdest du einen Bauarbeiter operieren lassen?

Kommentar von user26 am 6. Mai 2009 03:02

Sokrates war gegen die Sophisten, da sie für ihre "Weisheiten", die eigentlich nur rhetorische Fertigkeiten waren, Geld verlangten, während Sokrates die Meinung vertrat, dass das Wissen für alle zugänglich sein sollte.

Wie heisst es so schön bei den meisten Werken: Philosophen schreiben für Philosophen....

Aber schau dir unsere Zeit und unsere Gesellschaft an. Wir sind in der Lage durch die mediale Vielfalt Menschen zu erreichen, die früher (also zu Zeiten der großen Wortkünstler) niemals in Kontakt mit großem Wissen gekommen sind. Man kann zwei Wege beschreiten: Entweder man eigenet sich die Sprache der Gelehrten an (die keinerlei Auskunft über dein Qualitäten als Gelehrten gibt) oder aber du bietest dein Talent einem Millionenpublikum an. Verstehe mich nicht falsch: die großen Texte sind für die Entwicklung des menschliches Geistes von fundamentaler Bedeutung, aber sie kamen nur schleppend voran. Platons Texte sind 2500 Jahre alt und seine Philosophie wird immer noch von einem kleinen Kreis überarbeitet und auseinandergepuzzelt. Ist es da nicht viel lohnender durch eine Veränderung des Wissenssystems den Kreis zu vergrößern?

Ich bringe lieber der Masse etwas bei als vor einem unwichtigen Kreis von arroganten Möchtegernphilosophen meine Thesen zu präsentieren.

Aber wir weichen vom Thema ab.

Eines der Hauptprobleme, welches ich noch gar nicht ansprach, sind die Kriterien des Kanons. Was ist wertvolle Literatur? Eines haben die meisten Werke gemeinsam: sie sind alt. Aber was viel schlimmer ist: sie wurden meist zur Zeit ihrer Veröffentlichung belächelt und als Schund abgestempelt.

Schließen wir diese Diskussion mit einer kleinen Anregung:

vielleicht wird der Schund, den du gerade liest, in 100 Jahren zum Kanon gehören. Dann bist du halt deiner Zeit voraus... Wenn du mir nicht glauben solltest:

Charles Darwin, Sir Arthur Conan Doyle...Klassiker wie "Der Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde" oder "Der Herr der Ringe".

Was ist wertvoll?

Und warum sollte jemand anderes darüber entscheiden ausser der Leser?

Kommentar von F4f04e18182d99ad6132eb6e911fcb3fsmallPositivia am 7. Mai 2009 22:35

Super, Euer Austausch. Danke er hat mir viel gebracht. Vielleicht darf ich Euch einladen, einfach mal das "S" vom Lesen durch ein "B" auszutauschen. Beides braucht halt seine Zeit, wenn Ihr Euch als intelligente, neugierige sowie gefühlvolle Menschen annehmen könnt. Ich brauche immer wieder viel Zeit das Gelesene zu "verdauen". Dabei hilft mir achtsames Leben mit viel Bauchgefühl, Humor und Leichtigkeit. Eine willkommene Abwechslung ist mir der Fluß meiner kreativen Schreibe (ganz ohne Wertung).


anonym
beantwortet von gelbeXtomate am 6. Mai 2009 01:16
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Das A und O beim regelmäßigen Lesen ist ein gutes Buch. Liest man selten oder das Buch nur zur Hälfe, ist das Buch für einen uninteressant. Wie man ein interessantes Buch findet, kann ich leider nicht sagen. Bei mir ists Glücksache :)


Godwana
beantwortet von Godwana am 6. Mai 2009 01:23
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hab gerade das gleiche problem, leider! ganz einfach: werf deinen pc im 6 stock aus dem fenster, und kauf dir danach keinen neuen! internet und pc ist schuld!


DaExorcist999
beantwortet von DaExorcist999 am 6. Mai 2009 01:16
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knall die Bücher über Zuhälter, Dealer und Mörder rein, das sind die besten...


Lavendel53
beantwortet von Lavendel53 am 6. Mai 2009 01:16
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Geh in eine gute Bücherei und lass dich beraten.


anonym
beantwortet von bijou1020 am 6. Mai 2009 01:25
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vor kurzem sagte ein Radiomoderator : Bücher ! An alle die nicht wissen was Bücher sind. Bücher sind wie mehrere aneinandergereihte SMS en :)


anonym
beantwortet von DeLiKaNLi50 am 6. Mai 2009 01:26
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Ein Buch könnte ich dir empfehlen

Der Chronist der Winde von Henning Mankell

Ist ein sehr schöner Roman, hat mich auch motiviert!


anonym
beantwortet von lana94 am 6. Mai 2009 01:34
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Kauf dir Twilight Buecher.

Sind sehr toll :)

Kommentar von Noel1994 am 6. Mai 2009 01:40

Bitte nicht.... Lana94...war ja klar solch eine Antwort von einer 14-jährigen zu bekommen

Kommentar von lana94 am 6. Mai 2009 06:26

-.- Is trotzdem ein gutes buch


swatkatten
beantwortet von swatkatten am 6. Mai 2009 02:12
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Lies doch mal das Telefonbuch! Viele Personen, so gut wie keine Handlung...


heureka47
beantwortet von heureka47 am 6. Mai 2009 02:26
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Bis vor ein paar Jahren habe ich auch sehr viel gelesen. Aber seit ich in Therapie war, lebe ich "mehr" und intensiver.


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