Wie kann ich mich endlich mit Chemie und Physik anfreunden und Spaß am Lernen finden?

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4 Antworten

Hey,

Ich ede im Folgenden eher über Chemie, da ich das als LK habe ^^

Warum magst du das Fach denn nicht? Mir fällt es schwierig, dir einen konkreten Rat zu geben, da Chemie seit der achten Klasse, also seitdem ich es habe, mein Lieblingsfach ist und ich auch im LK Chemie sitze, mit sehr guten Noten ohne viel zu tun. Ich versuch mal, dir das bei mir an nem anderen Beispiel zu erklären, wie es da bei mir funktioniert hat.

Also, ich bin in Geschichte eigentlich eine totale Niete, das Fach liegt mir eben eigentlich nicht. Genau wie Deutsch - Ich kann Naturwissenschaften und alte Sprachen, das war's so ungefähr. Reicht ja auch.

Nun, ich hatte in Geschichte eine 5 und in Deutsch eine 4 geschrieben, das war in der zehnten Klasse. mündlich stand ich 3 bzw 4, weil mich das einfach null interessiert hat. Lag nicht am Lehrer - meine Lehrerin war echt super und wollte mir sogar helfen -, aber ich kann halt einfach keine Texte schreiben. Natürlich hat man dann keine Motivation, wenn einem das Thema auch nicht passt und man schlecht ist.

Als ich in die Oberstufe kam - das war Anfang des Schuljahres -, wendete sich alles. Mal abgesehen davon, dass ich in Deutsch und Geschichte super Lehrer bekam, waren auch die Themen super (das ist in Geschichte noch immer so). Mündlich hatte ich in beiden Fächern plötzlich statt ner 3 und 4 jeweils ne 1-, in Geschichte habe ich jetzt mündlich sogar eine 1. Die Klausuren in Deutsch und Geschichte waren auch wesentlich besser: In Deutsch habe ich eine 2- geschrieben (was für meie Verhältnisse bombastisch ist) und in Geschichte eine 1 (was so episch ist, dass es nie wieder vorkommen wird). Ich war motiviert, das bin ich jetzt immer noch. Ich weiß, wie ich lernen muss und worauf es bei den Lehrern ankommt, sodass ich einigermaßen passable Texte abliefern kann. Mein Problem ist vor allem, dass es mir an Tiefe fehlt in dem Sinne, als dass ich zu oberflächlich mit den Texten arbeite; weiterhin schreibe ich oft unkohärent, weil ich einfach zu wenig Zeit habe. Ich weiß, wo meine Probleme liegen und kann diese am Schopf packen.

Du siehst: Gute Vorbereitung ist das Wichtigste. Auf meine letzte Geschichtsklausur habe ich mich relativ gut vorbereitet, sodass ich da schreiben konnte, was gefordert war, auch, wenn ich leider wieder zu oberflächlich geblieben bin. Deutsch schreibe ich Montag, da kann man nur so Kram wie die Dinge, die im Text vorkommen sollten und ein paar allgemeine Dinge zu Gedichten sowie zur Epoche lernen, mehr geht nicht. Ich versuche dennoch, mein Bestes zu geben. Man darf sich von Misserfolgen auf keinen Fall entmutigen lassen!

Ganz krass hatte ich das in Latein. Als ich an meine Schule kam, bekam ich als zweite Fremdsprache Latein. Du glaubst nicht, wie ich dieses Fach gehasst habe...ich habe niente für das Fach getan und dementsprechend sahen auch meine Noten aus...jedenfalls hatte ich dann in Klasse 9 Metrik, ich liebe das total. Da ich dann immer noch kein Latein konnte außer die Metrik, ich aber die Gedichte verstehen wollte und generell die Nase voll hatte, dass ich in Latein nichts auf die Reihe bekommen habe, nahm ich Nachhilfe. Ich habe mich rapide verbessert und ich habe den Weg von einer 4/5 zu einer 1 geschafft. Ich hätte Latein als LK genommen, wenn es nicht parallel zu Chemie liefe. 

Auch in meinen Lieblingsfächern bin ich nicht immer zum Lernen motiviert. Okay, teilweise ist das nicht notwendig, aber nehmen wir mal Physik: Ich mag das Fach echt gern. Dennoch verstehe ich Vieles nicht sofort, aber ich frage meinen Lehrer oder Leute, die Ahnung haben. Im Unterricht arbeite ich mit, ich versuche es zumindest. Das Thema ist nicht so leicht. Für die Klausur habe ich nicht gelernt, weil ich mir dachte "du musst das Fach eh nicht einbringen". Dieser Gedanke ist falsch. Man sollte schauen, was gut am Fach ist, sodass man etwas Motivation beim Lernen hat - das blieb bei mir leider auf der Strecke. So, dann saß ich in der Klausur und dachte "okay, du kannst nichts, schreibste halt irgendwas hin, mit Glück bestehst du (d.h. mindestens ne 4 schreiben)". So, nicht mal eine Woche später gab es die Klausur zurück - ich bin fast im Achteck gehüpft vor Freude, als ich las, ich habe eine 1+ geschrieben. Ich habe eben versucht, noch das Beste aus der Situation zu machen, hat wohl geklappt.

Und genau das musst du auch versuchen. Du hast keine Lust zum Lernen. Dir liegt Chemie nicht, Physik auch nicht. Versuche trotzdem, das Beste draus zu machen, d.h., du solltest dich mit deiner Situation "arrangieren" und dennoch versuchen, irgendwie im Rahmen des dir Möglichen zu lernen. Was findest du toll an Chemie? Mir gefällt Folgendes an der Chemie:

Experimente machen Spaß und machen dieses Fach enorm anschaulichman lernt was über Dinge in der Welt, wie man sie aus dem alltäglichen Leben kennt (z.B.: Wie wird Seife hergestellt? Antwort: Aus einem Fett und einer Kali- oder Natronlauge)Die angewandte Mathematik. Neben Chemie habe ich Mathe als Leistungskurs und in Mathe ist mir die Anwendung oft schleierhaft. In der Chemie weiß ich die Mathematik richtig anzuwenden, das hilft mir enorm weiterich habe eigentlich nur Erfolge, d.h. Noten zwischen 1 und 1+ich beschäftige mich in meiner Freizeit sehr gern damit

Du musst die tollen Seiten am Fach finden; das ist nicht immer einfach, das gebe ich zu. Das fällt einem deutlich leichter, wenn man für ein Fach "brennt", da geht einem das Lernen (wenn man das denn nötig hat, wie zB bei ir in Physik) leichter von der Hand. Ich habe auch lange gebraucht, mal die schönen Seiten an Geografie, Geschichte oder Deutsch zu finden. Wenn ich lerne oder in der Klausur sitze, denke ich an die schönen Facetten dieses Gebietes und das motiviert mich.

Mein Ansporn ist weiterhin auch mein Berufswunsch. Wie du schon oben erfahren hast, mache ich Abitur - dieses erhalte ich voraussichtlich 2017. Danach möchte ich Chemie und Latein auf Lehramt studieren. Ich brauche zwar keinen sonderlich guten Schnitt, da Chemie keinen NC hat und Latein einen ziemlich niedrigen, dennoch spornt es mich an. Das motiviert mich seit Jahren unheimlich, nicht aufzugeben.

Noten sind nur Nebensache, das war für mich anfangs auch schwer zu begreifen. Wenn ich Chemie nur wegen Noten mögen würde, wäre es nicht meine Freizeitbeschäftigung! Chemie fasziniert mich :)

Eiserne Disziplin ist wichtig. Du musst verteilt lernen, dann hast du auch nicht das Problem, dass eine Welle von Lernstoff auf dich zurast (siehe Anhang^^). Ich war bis Klasse 10 auch faul. Maximal faul bei größtmöglicher Leistung = lebendes Paradoxon :D
Nein, mal ernsthaft. Ich kann noch immer nicht von mir behaupten, dass ich irgendwie diszipliniert bin, aber ich versuche zumindest, zu lernen. Es wird irgendwann bessern, man muss seinen inneren Schweinehund überwinden! Es ist machbar, ich habe es ja teilweise geschafft. WIe, steht oben. 

So, das konnte ich im Wesentlichen dazu sagen. Wenn du irgendwelche Fragen zur Chemie oder Physik hast, so zögere nicht, dich an mich zu wenden, ich helfe dir gern bei deinen Fragen und Verständnisproblemen weiter! Ich hoffe, dass ich dir etwas helfen konnte.

Ich wünsche dir viel Erfolg in der Chemie und Physik.

LG

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Schau dir das mal an. Wenn es dich nicht interessiert, schau dir eine Doku zur Relativitätstheorie an. Und wenn dich das nicht fasziniert, dann weiß ich auch nicht weiter.

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Schreibe dir auf, was dich motiviert, vielleicht ein Motivationsheftchen. Setze die kleine Ziele und belohne dich. Träume darfst du nicht aus den Augen verlieren. Was kannst du nur mit einer guten Chemienote schaffen? Was passiert, wenn du schlecht abschneidest? Viel Glück. 

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