Frage von Devynfr, 65

Wie kann ich mich als Transmann vor meiner Familie outen?

Uhm.. Hey, ich bin wie im Titel geschrieben ein Transmann und 14 Jahre alt. Allerdings weiß nur eine Freundin von mir etwas davon. Ich würde es gerne meinen Eltern sagen, aber sie sind echt nicht tolerant bei sowas. Sie haben sogar Probleme mit Schwulen/Lesben. Ich hatte überlegt ihnen einen von mir geschriebenen Brief zu geben, nur habe ich halt echt Angst vor deren Reaktion. Und ein Gespräch möchte ich eher vermeiden, da ich kein gutes Verhältnis zu ihnen habe. Ich habe auch gerade Ferien. Das heißt, falls sie ausrasten, könnte ich weg gehen. Habt ihr irgendwelche Tipps wie ich das ganze anstellen kann?

Antwort
von Bodaway, 14

ich finde auch, mal zu schauen, wo s ne queere jugendgruppe gibt, oder ne beratung für transjugendliche, wäre vllt gar nicht so verkehrt für dich?

Also, wenn Du gerne einen Brief schreiben möchtest, dann ist das doch ein guter Weg.
Ich finde das auf jeden Fall gut, wenn ihr sonst nicht so intensive Gespräche führen könnt. Dann kriegst Du s auch nicht direkt in your face und sie haben Zeit kurz nachzudenken, bevor sie dir verletzende Sachen an den Kopf werfen. Ist es eine Möglichkeit für Dich vielleicht auch einfach, ihnen den Brief irgendwo hin zu legen, bevor du vielleicht ein paar Tage weg fährst, oder so?
Kannst ihn ja schreiben, und Deine Freundin fragen, ob sie den gegenchecken will?

Wenn du so nen Brief schreibst, kann ich Dir nur vorher sagen, was ich zubeachten versuchen würde. Ob das für Dich und Deine individuelle Situation passen kann, kann Dir hier wohl niemand sagen. (ich hab erfahrung mit konservativen Eltern... meine Mutter redet seit meinem Outing als trans*mann nicht mehr mit mir, mein Vater ist bemüht, aber er hat ne ganze Weile gebraucht um zu checken, dass es Kontakt mit mir nur geben wird, wenn er mich als ich respektiert. Aber ich bin auch nicht abhängig von meinen Eltern.)

-ihre gefühle mit einbeziehen, erklären warum du einen brief schreibst, mögliche reaktionen einbeziehen (vielleicht reagiert ihr mit ablehnung, oder verwunderung und ich kann auch verstehen, dass das Thema für Euch neu ist, und bla...)
-zeit geben nachzudenken und nicht zu viel auf einmal fordern
-sagen, wie du dich fühlst und was du dir wünschst, von ihnen, aber ohne forden (ich würde mir wünschen, dass ihr das irgendwann versteht, deshalb sage ich euch das, ich weiß... vielleicht klappt das nicht jetzt und sofort, aber vielleicht versteht ihr s ja irgendwann. das ist meine hoffnung (oder so))

-dir selbst vorher bewusst machen, was du dir davon erhoffst.

Antwort
von Zathy, 25

Gibt es vielleicht ne LBGT (Jugend-) Gruppe in deiner Nähe? Die könnten dir sicher Tips und moralische Unterstützung geben.

Sowas ist immer ne voll schwierige Frage. Ich persönlich denke, in deinem Alter kannst du noch die Ignoranz von Erwachsenen zu deinem Vorteil nutzen.
Also statt nem direkten comming out erst mal ne langsame Gewöhnung hervorrufen. ZB könntest du anfangen ganz langsam damit anzufangen mehr entsprechende Kleidung zu tragen und behaupten, daß das im Moment total Mode ist. (Wenn du Transmann schreibst, dann meinst du von Mann zu Frau? Oder andersrum? Ich raff das nie ^^) Halt die Eltern langsam dran gewöhnen, daß man mehr der feminine/maskuline Typ ist.

Aber das hieße natürlich dich noch ne Weile selbst zu verleugnen. Keine Ahnung, ob das was für dich ist.

Kommentar von Bodaway ,

das sinngebende wort ist im Deutschen immer das letzte, also ist er ein Typ, der bei seiner Geburt scheinbar weiblich klassifiziert wurde. Vielleicht hilft Dir das weiter, in Zukunft nicht mehr solche Fragen stellen zu müssen.
Die meisten Menschen, die binär trans sind, sind mit ihrem Geschlecht zur Welt gekommen, wurden halt nur als Baby irgendwie falsch eingetragen  und ggf auch in den falschen Körper gesteckt. Wenn trans*personen nicht als selbstbezeichnung mtf oder ftm nutzen, ist es nicht sehr cool sie damit zu betiteln.

(ich könnte Menschen, die das machen, obwohl sie nichts für ihre ahnungslosigkeit und unbedarftheit können und sicher zielführender wäre das in ruhe zu erklären, in meinem alltag oft liebend gern den Kopf abreißen, weil ich s ebend schon so oft erklären musste.

Ich hätte gern so flyer mit so Sätzen für den Moment:
-Ich war nie Frau. Ich werde nie Frau sein. Ich ändere mein Geschlecht nicht. Ich gleiche es an!
-Mein richtiger Name, ist nicht der Geburtsname.
-ich frag' dich doch auch nicht nach Deinen genitalien.
-ich habe mir das nicht ausgesucht
-halts Maul trans*phobia!)

Kommentar von Zathy ,

So im Nachhinein ist es auch irgendwie logischer, daß Leute in der Bezeichnung, die sie für sich verwenden auch tatsächlich ein Wort benutzen, daß auf sie zutrifft. *haut mal kurz mit dem Kopf auf die Tischplatte*

Und nach dem ersten Satz bist du mir ein wenig angepißt vorgekommen, ich hoffe ich hab nicht zu viele dumme Sachen gesagt.

Mit dem trans-sein kenne ich mich halt nicht so super aus, ich habe zwar Freunde, die da in unterschiedlichen Stadien ihres Weges zu sich selbst sind, aber für mich bedeutet das ja nur, daß ich evtl irgendwann nen neuen Vornamen genannt bekomme und damit ist das Thema für mich im Allgemeinen erledigt. Nicht aus Desinteresse, sondern weil ich denke, daß der Mensch ja der gleiche bleibt. (Und weil ich mit eben dem binären System nicht viel anfangen kann, außer zu akzeptieren, daß dies manchen Menschen sehr wichtig ist.)

Okay... erfahrungsgemäß ist das der Punkt, an dem meine Gesprächspartner immer noch wütender sind als vorher, daher beende ich diesen Kommentar lieber langsam ^^

Jedenfalls wollte ich nur Ideen für den Umgang mit Outing bieten.

Antwort
von Chillida13, 26

Hey! Nimm doch deine Freundin mit, wenn du dich deinen Eltern anvertraust. Den richtigen Zeitpunkt zu finden, scheint mir auch wichtig. Vielleicht sollte man zunächst mit dem toleranteren Elternteil reden. Wird die Reaktion heftig, solltest du trotz allem Ruhe bewahren und nicht davonlaufen. Der Sturm legt sich wieder.

Antwort
von Jakob1710, 25

Hey ich kann deine angst völlig verstehen
Es gibt da ehrlich gesagt nur 2 möglichkeiten
1: du gehst hin ung gibst dem brief und gehst wieder
2: du lässt es jemand anderen für dich ihr geben.
Wenn sie aggressiv reagiert oder so dann solltest du das trozdem respektieren
MFG Jakob

Kommentar von Devynfr ,

Hmm. Okay. Danke :)

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