Frage von tennis1110, 61

Wie kann ich mich als Jugendlicher vorbereiten, wenn ich einmal Pilot werden möchte?

Hey :) also erstmal bisschen was über mich: Ich bin ein Junge, 15 Jahre alt und gehe auf ein Gymnasium. In meinem letzten Zeugnis hatte ich einen Schnitt von 1,9. Außerdem bin ich auch recht sportlich. Zu meiner Psyche kann ich leider nicht so viel sagen, da ich ja in meinem Alltag nicht wirklich all zu großen Stresssituationen ausgesetzt bin. Nun zu meiner Frage, ich möchte eines Tages mal Pilot bei der Bundeswehr werden, bevorzugt Helikopterpilot. Ja, ich weiß dass es sehr schwer werden wird, wenn ich es nicht probieren werden, würde ich nie wissen, ob ich es schaffen könnte ;). Könnt Ihr mir vielleicht sagen, was ich als Jugendlicher schon trainieren könnte, damit sich meine Chancen verbessern, dass eines Tages mein Traum in Erfüllung geht.

Ich danke Euch für Eure Antworten :D

MfG

Expertenantwort
von ramay1418, Community-Experte für Pilot, 19

Wie kannst Du Dich vorbereiten? Nun, wie Tausende von Bewerbern vor Dir auch, sogar, als es noch kein Internet gab, aber schon Hubschrauber. 

Heutzutage ist es ja noch einfacher: 

1. Die GF-Datenbank checken. Viele User wollen Militärpilot werden, also gibt es auch viele viele Fragen mit ebenso vielen - oft falschen - Antworten. Die richten aussortieren, ist dann Dein Job. Ein gutes Training für die Problemlösungsfähigkeit. 

2. Auf dem YT-Kanal der Bundeswehr nachschauen. 

3. Sich unter luftwaffe.de die Infobroschüre "Offizier im fliegerischen Dienst" herunterladen. 

4. Ab sofort keine Drogen, keine Medikamente (auf Dauer), kein Alkohol, keine schnellen Frauen (wegen Herz-Kreislauf ;-) Keine Straftaten, keine Einträge im Bundeszentral- oder Erziehungsregister! 

5. Ausdauersport: Herz-Kreislauf-System, Lungenfunktion, Belastung der Wirbelsäule (viele Hubipiloten leiden wohl an Wirbelsäulen- und Beckenproblemen, weil sie unbewusst versuchen, das Drehmoment des Hauptrotors auszugleichen; habe ich mal von Jahr und Tag gelesen). 

6. Da Du in erster Linie Soldat, dann Offizier und erst dann Pilot bist, solltest Du Dein Allgemeinwissen immer auf dem neuesten Stand halten - auch für die Offizierseignungsprüfung. Geographie, die weltpolitische Lage, EU, NATO, Bündnisverpflichtungen: Es gibt genug zu lernen. 

7. Die technischen Dinge: Hubschrauberaerodynamik, Elektrik, Wetterkunde, Hydraulik, IT-Systeme: Auch hier gibt's eine Menge zu tun. 

8. Deine soziale Kompetenz aufbauen, ausbauen oder verbessern. Teamplayer oder Einzelkämpfer, Umgang in Diskussionen mit den Gesprächspartnern, bist Du sicher, die Vorgaben der politischen und militärischen Führung um- und durchsetzen zu können, auch mit Waffengewalt (Kampfhubschrauber)? 

9. Englisch. Es geht weniger ums mittelalterliche Englisch, auch nicht um Pfeil und Bogen oder Schwerter, sondern mehr ums heutige militärische NATO-Englisch, dann um den täglichen Gebrauch. 

10. Bewerben und schauen, ob's klappt. Aber Du hast ja noch genug Zeit. 

Antwort
von Hamburger02, 21

Die allerbeste Voraussetzung könntest du schaffen, indem du in eine Flugsportgruppe bei einem Sportflughafen in deiner Nähe eintrittst. Viele bieten da für Jugendliche günstige Möglichkeiten an, das Fliegen zu lernen. Alleine schon ein Segelflugschein oder Flugschein für ULs wäre von Vorteil.

Meistens ist es in diesen Gruppen so, dass man Geld spart, wenn man regelmäßig Arbeiststunden ableistet.

Interessant könnte auch diese Seite sein:

https://www.bw-flugsport.de/index.php/ueber-uns-glass/ortsvereine

aus dem Text:
"Ein besonderes Anliegen ist die Förderung des Flugsports in der
Bundeswehr und die Unterstützung der flugsporttreibenden Jugend im Sinne von Nachwuchsgewinnung und Leistungssteigerung."

Expertenantwort
von navynavy, Community-Experte für Bundeswehr, 22

Konkret etwas "vorbereiten" kannst Du nicht, wenigstens kaum. Die Fähigkeiten, die später evtl. den Ausschlag über das Bestehen oder Nichtbestehen der entsprechenden (Aufnahme)prüfungen geben, müssen eher Talent bzw. Begabung sein - es ist u.a. Aufgabe der Tests/Lehrgänge, in den entscheidenden Bereichen (Motorik/Reaktionsschnelligkeit/Multi-Tasking-Fähigkeit...) besonders begabte Bewerber zu erkennen und diese bewusst zu fordern und fördern.

Natürlich kannst Du heute schon an drei wesentlichen Kriterien arbeiten - das sind die körperliche Leistungsfähigkeit (v.a. Kondition), mathematische und physikalische Kenntnisse und natürlich auch (Grund)kenntnisse über die Fliegerei. Praktische Erfahrung ist da natürlich ein großer Pluspunkt.

Dir muss aber klar sein, dass die Ausbildung zum Piloten (v.a. zum Kampfpiloten) neben der Ausbildung der Spezialkräfte zu den schwierigsten und anspruchsvollsten überhaupt zählt - mit extrem hohen Durchfaller- und Abbrecherquoten. Und zum anderen sucht die Bundeswehr keine Piloten, sondern Offiziere, die fliegen. Heißt: Neben der Faszination Fliegerei würde es als Kampfpilot vorrangig darum gehen, militärische Gewaltmittel in bzw. aus der Luft einzusetzen. Um was es dabei gehen kann, siehst Du jeden Tag in den Nachrichten in Syrien und dem Irak. Du musst Dir auf jeden Fall rechtzeitig darüber klarwerden, ob Du persönlich bereit und willens bist, für Deutschland bzw. den politischen Willen seiner Regierung diese Mittel anzuwenden.

Antwort
von Volkerfant, 6

Die Voraussetzungen für den Beruf des Piloten kennst du ja bereits: gutes Abi, Sportlichkeit, Interesse an Flugzeugen und Thermik, Gelassenheit und ruhige Ausstrahlung, schnelle Reaktionsfähigkeit, schnelle Auffassungsgabe....

Wenn ich Pilot werden würden wollte, würde ich mich schon in jungen Jahren mit diesem Theam physisch und psychisch auseinandersetzen. Würde viele Sachbücher lesen, würde Modellflugzeuge basteln und in einen Fliegerverein eintreten, wenn ich die Möglichkeit hätte würde ich mit 16 Jahren den Segelflugschein machen und selbst schon fliegen.

Auf jeden Fall wäre es dir sehr hilfreich, wenn du ein überlegt handelnder, ruhiger und sachlicher Typ wärst.

Menschenkenntnis wäre auch von Vorteil, sogar psychologische Kenntnisse. Da kannst du Kurse besuchen, etc....

Wenn das alles in deinem Lebenslauf bei der Bewerbung auftaucht sammelst du besstimmt Pluspunkte.

Antwort
von MarvinW97, 29

So schwer ist das  nicht zur Bundeswehr zu kommen die sind in der Suche verzweifelt wie sonst was. Aber du könntest dich mal nach einem Flugplatz in der Nähe umsehen evtl. gibts ja sowas bei dir :) Außerdem informiest du dich am besten mal auf der Internetseite der Bundeswehr und evtl. bei einem Tag der offenen Tür.

Kommentar von navynavy ,

So schwer ist das  nicht zur Bundeswehr zu kommen die sind in der Suche verzweifelt wie sonst was.

Man kann es nur immer wieder gebetsmühlenartig wiederholen:

Ja, die Bundeswehr hat in einigen (v.a. technischen) Verwendungen Personalknappheit. Das hat sie aber gerade deswegen, weil sie eben nicht jeden nimmt. 2015 wurde im Schnitt aller Laufbahnen und Verwendungen etwa jeder 3. Bewerber genommen. Die Bundeswehr nimmt jetzt und auch in Zukunft nicht jeden.

Geht es um die Bewerbungen für die fliegerische Laufbahn, ist der Hinweis geradezu absurd irreführend: Die Bewerberzahlen sind dort so exorbitant hoch, dass es sich die Truppe leisten kann, eine absolute Bestenauslese zu betreiben. Und von diesen wiederum schaffen es ein paar Prozent dann tatsächlich ins Cockpit eines Jets.

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