Frage von Pferdejule 10.12.2011

Wie kann ich meiner Mutter von meinen Problemen erzählen?

  • Hilfreichste Antwort von Kleinlok 10.12.2011
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Liebe Pferdejule!

    Ich finde es gut, dass du deiner Mum von deinen Schwierigkeiten erzählen willst. Das wäre sehr mutig, weil deine Mutter leider schon irgendwie komisch reagiert hat, als du das mal versucht hast. Dass du da dir jetzt Sorgen über ihre neue Reaktion (oder gar Nichtreaktion) machst, das ist sehr verständlich.

    An das folgende (so denn es für dich zutrifft) könntest du denken:

    • dir geht es nicht gut.
    • du hast dir das nicht ausgesucht.
    • es tut dir weh

    a) Das sind alles Sachen, für die du dich nicht schämen solltest!

    es geht weiter:

    • du willst aus deinem Schlamassel rauskommen
    • du möchtest dir helfen lassen
    • du willst das deiner Mum erzählen

    b) Das sind Sachen, auf die du eher stolz sein kannst!

    Leider wird so ein sinnvolles Verhalten nicht immer so geachtet, wie es das verdient hätte, weil viele Menschen in diesem Land mit psychischen Problemen nicht umgehen können. Psychische Probleme sind leider oft so was wie ein Tabu, was es den davon betroffenen Menschen schwer bis unmöglich macht, darüber zu sprechen. Das tut aber keinem gut

    Man stelle sich mal zum Vergleich vor:

    Jemand verletzt sich, fährt z.B. mit dem Fahrrad gegen einen Baum, hat sich bös den Kopf verbeult und sollte am besten ins Krankenhaus. Er rappelt sich aber schnell auf, versteckt sein total demoliertes Fahrrad und tut so als ob alles in Ordnung ist, nur damit auch niemand etwas mitbekommt. Blöderweise kippt er dann halbtot vor den anderen um....

    So was würden wir vermutlich reichlich beknackt finden, aber genau dieses beknackte wenig hilfreiche Verhalten läuft genau dann, wenn es jemanden psychisch dreckig geht!

    Wenn du statt dieses wenig hilfreichen Schweigens und Versteckens dir Hilfe suchen willst, dann ist das super. Deine Angst, dass andere das mitbekommen könnten, die kann ich zwar verstehen, nur diese Angst hilft dir nicht weiter. Du musst dich für deine Probleme nicht schämen, so was kann jeden treffen und wenn es einem mies geht, dann hat man Hilfe verdient und braucht am allerwenigstens dummes Geschwätz oder Kommentare von anderen. Sei dir die Hilfe wert!

    Leider brauchst du wahrscheinlich schon sowas wie viel Mut und auch innree Stärke, wenn du deiner Mum das erzählen würdest. Was wäre, wenn deine Mum wieder komisch reagieren würde?

    Wie ich dir schon mal schrieb, das könnte dann daran liegen, dass deine Mum damit nicht umgehen kann, dann wäre es gut, wenn du damit halbwegs umgehen könntest, dass deine Mum damit nicht gut umgehen kann.

    So verschachtelt das klingt wäre das, aber leider ist das nicht ausgeschlossen. Damit du aber nicht aus allen Wolken fallen musst, wenn Mum komisch reagieren würde (vielleicht ist es ja gar nicht so?!), könntest du dir vorher mal sagen, woran das liegt und das das gar nichts so viel mit dir zu tun hat, sondern mit den in dieser Hinsicht teils echt bescheuerten Verhaltensweisen unserer Zeit.

    Vielleicht kann dir so eine Erklärung die Angst nehmen?

    Denke auch schon mal an Alternativen, was du entweder vorher oder noch nachher machen könntest, wenn du es deiner Mutter sagst. Sollte deine Mum noch nicht fit für solche Meldungen sein, dann kann es dir vielleicht helfen, wenn du noch andere Stellen hättest, an die du dich wenden könntest bzw. schon dann gewendet hättest.

    Das finde ich wichtig, weil du solltest jetzt weitermachen, ich glaube du bist schon so was wie auf einem richtigen Weg, es wäre schade, wenn du da den Mut verlieren würdest.

    Liebe Grüße, Thomas

  • Antwort von Kurushiyama 10.12.2011
    5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Sag ihr das in umgekehrter Reihenfolge: "Mama, Du kannst wirklich nichts dafür, aber ich muss Dir ein paar Dinge erzählen, weil ich Deine Hilfe brauche."

    Sicherlich wird sie geschockt sein und sich Sorgen machen, aber das ist normal und heißt nicht, dass sie Dich nicht liebt, auch wenn Du am Anfang sicherlich mit heftigen Reaktionen rechnen kannst. Gib ihr Gelegenheit, die Situation zu verstehen und sag ihr immer wieder, dass sie nichts dafür kann.

  • Antwort von hoessmagni 18.12.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Bei deinen Gedanken, auch bezüglich der Magersucht, ist es wirklich verdammt wichtig, dass du mit deiner Mutter darüber sprichst.

    Weißt du, ich habe seit 2 Jahren Krankheitsängste, ich mache eine ambulante Therapie, meine Eltern wissen davon nichts, ich würde es ihnen gerne sagen, weiß aber auch nicht wie, habe auch Angst, dass sie enttäuscht sein werden, vorallem weil ich schon 17 Jahre alt bin.

    Wenn du es ihr nicht sagen kannst, dann teile es ihr in Form eines Briefes mit, das werde ich so machen, denke ich.

  • Antwort von Seeteufel 10.12.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Sofort hier anrufen. Bitte sofort 0800/111 0 111

  • Antwort von Pferdejule 20.03.2012

    An alle:

    Danke für eure zahlreichen Antworten:) Ich war jetzt schon länger nicht mehr hier, deswegen hab ich auch nichts geschrieben... Mir geht es jetzt etwas besser; ich mache seit Januar eine Therapie(hilft zwar noch nicht wirklich, aber mal abwarten). und nochmal danke an euch alle:)

  • Antwort von janina121 11.12.2011

    Hallo.... ich kann dich supergut verstehen.... ich habe mich vor ein paar Wochen täglich geritzt und muss mich jetzt echt manchmal beherschen, dass ich es nicht wieder mache... Wie viel wiegst du denn und wie groß bist du? (ich mein jetzt auch wegen der Magersucht). Ich leide auch an einer Essstörung... aber welche genau, dass weiß ich nicht so recht. Wahrscheinlich Bulimie. Ich will es meinen Eltern auch nicht sagen, weil ich auch iwie Angst davor habe, wie sie reagieren könnten. Aber es ist immer das beste, es so früh wie möglich jemandem davon zu erzählen, da man immer weiter reinrutscht...

    Viel Glück noch... liebe Grüße Janina121

  • Antwort von Isifan123 10.12.2011

    Ich hatte das selbe Problem.. Ich habe dann irgendwann einfach zufällig irgendwas gemacht, damit sie die Wunden sieht. Und so sind wir ins Gespräch gekommen. Falls es dir schwer fällt ihr das so direkt zu sagen...

  • Antwort von LostInBlack91 10.12.2011

    Ich würde es auch so machen wie Kurushiyama es vorgeschlagen hat. Du musst deiner Mutter vertrauen, sonst bekommst du keine Hilfe.

    Ich weiß, dass ist schwierig, aber da musste ich auch durch, und mittlerweile gehts mir besser.

    Ich bin ziemlich sicher, sie wird es verstehen.

    Wenn du dennoch Hilfe brauchst ihr das zu sagen:

    In sogut wie jeder Stadt gibt es eine Caritas-Station, dort kannst du Kostenlos hingehen und dir (mehr oder weniger Professionelle) Hilfe hohlen.

    Und wenn es nur ist um deiner Mum zu sagen was mit dir los ist.

    Ich wünsche dir viel Glück bei deinem Gesammten Weg den du noch vor dir hast.

    Wenn du willst, schreib mir doch mal, wie schon erwähnt ich hatte eine ganze Zeit lang ähnliche Probleme. Da kann man sich glaube ich ganz nett drüber austauschen.

    LG, LiB91

  • Antwort von katzekatz 10.12.2011

    hey :-) also wenn du dich nicht traust mit deiner mama zu reden dann geh doch mal zu Zychologen/Zychater weil, der kann dir ganz bestimmt helfen :-) Einfach mal im Telefonbuch nachschlagen :-) schaffst du schon !

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