Frage von katim8, 44

Wie kann ich meiner Mutter Grenzen setzen?

Ich verzweifle in letzter Zeit mit meiner Mutter. Sie ist extrem penedrant wenn es um das Thema "Arbeit" geht. Kurz zu mir. Ich habe eine Ausbildung zur SteuFa, habe danach studiert und letztes Jahr meinen Masterabschluss gemacht. Ich war bisher immer in einer Steuerkanzlei tätig. Letzes Jahr habe ich mich entschlossen zu kündigen und über eine Leihfirma zu einem großen Unternehmen zu gehen. Anders kommt man leider nicht rein. Und seit etwa drei bis vier Monaten lässt meine Mutter keine Gelegenheit aus das Thema anzuschneiden. Ich solle irgendwas bei der Stadt suchen und ich solle mich bewerben und ich hätte gleich beim Finanzamt arbeiten sollen und ich solle das und das machen. Ich kann es nicht mehr hören. Ich sehe mich immer nach Stellen um - aber nach denen, die mir SPASS machen und die ICH möchte! Aber das checkt sie nicht. Mein Freund ist Handwerker. Sie hätte sich jemanden gewünscht der mich "versorgen" kann. Danke, das kann ich selbst! Auch das kapiert sie nicht. Ich habe manchmal das Gefühl sie hält mich für eine Versagerin. Dabei vergisst sie einfach das ich berufsbegleitend den Master of Arts erreicht habe.Reicht das nicht? Für mich schon! Vielleicht denkt sie ich kann mich selbst nicht versorgen und verhunger irgendwann?!?! "Wie willst du dir denn mal ein Haus leisten?" Sie hört mir gar nicht zu das ich das vielleicht gar nicht möchte'! Oft rede ich ihr nach dem Mund nach dem Motto "Ja Mama, ich bewerbe mich für die 3. Qualifikationsebene" oder sonstiges damit sie mich einfach mal in Ruhe lässt. Aber bei jedem Besuch, bei jedem Gespräch, wird das Thema wieder aufgerollt. Sie denkt ich kann mehr und verschwende "mein Können" - aber andererseits tut sie so als wenn ich nichts bin und am Rande des sozialen Abstiegs stehe so wie sie immer tut. Ich bin zufrieden mit dem was ich habe. Sie selber ist übrigens ganz "normal". Und das soll keinesfalls abwertend sein. Aber sie scheint zu denken sie müsse das verpasste bei mir nachholen. Ich weiß das sie es gut meint. Auch mein Vater - nur er ist etwas ruhiger und pocht nicht ständig darauf herum. Wenn allerdings etwas schief geht, dann kommt garantiert die Aussage "Ich habs ja gesagt. Aber auf mich wolltest du ja nicht hören. Und du weißt ja immer alles besser". Aber ich kann es nicht mehr hören - und ich glaube das bald ein riesen Streit ausarten wird wenn sie nicht damit aufhört! Es kommen immer spitze Kommentare ala "Du wirst schon wissen was du tust" und "Naja, was soll ich da sagen". Wie kann ich ihr auf liebevolle aber bestimmte Art sagen das sie mich meinen Weg so gehen lassen soll wie ich es für richtig halte. Mal ganz abgesehen davon, dass die Zeiten auf dem Arbeitsmarkt leider nicht mehr vergleichbar sind mit denen von vor x Jahren.

Antwort
von Ansegisel, 17

Dieser lange Text hier zeigt recht eindringlich, wie sehr dich die Sache beschäftigt.

In meinen Augen solltest du wesentlich bestimmter auftreten und nicht zu allem Ja und Amen sagen. Das hast du überhaupt nicht mehr nötig, denn du stehst auf deinen eigenen Beinen, hast eine top Ausbildung und offensichtlich neben deiner Familie ein stabiles soziales Umfeld.

Du musst dich vor deiner Mutter nicht für deinen Entscheidungen rechtfertigen, als wärst du ein Teenie, der keine Lust hat, sich einen Ausbildungsplatz zu suchen.

Zuerst würde ich das Gespräch in einem günstigen Moment gezielt darauf bringen, dass du diese Einmischung nicht mehr möchtest. Vielleicht kannst du ja über deinen Vater etwas Einfluss auf deine Mutter nehmen.

Außerdem würde ich versuchen, den Kontakt etwas einzudämmen. Weniger Anrufe, weniger Besuche. Damit kannst du vielleicht dafür sorgen, dass ihr nicht mehr über solchen Kleinkram redet, wenn ihr euch seht/hört, und vor allem, dass sie merkt, dass du sie nicht mehr als Stütze brauchst.

Als letztes Mittel würde ich die Sache dann vielleicht einmal eskalieren lassen. Also bei Gelegenheit das Thema nicht durch Wegducken beiseite schieben, sondern es ruhig auch mal zum Streit kommen lassen. Das wird nicht angenehm, ist aber durchaus angebracht, um zu zeigen, dass du deine eigenen Grenzen hast.

Deine Mutter und Du, ihr habt es vielleicht einfach irgendwann versäumt, euch weit genug voneinander abzunabeln. Das sollte aber - in meinen Augen - unbedingt nachgeholt werden, weil ihr beide mit der Situation sicher sehr unglücklich seid.


Antwort
von brennspiritus, 26

Dann lass es doch mal auf eine Explosoin ankommen. sie wirft dir vor und du rechtfertigst dich wie eine Schülerin. Verbitte dir mit freundlichen aber klaren Worten eine Einmischung in dein Leben.

Wappne dich, weil es evtl. Tränen gibt. Sie tut sich dann nur selber leid, weil ihre Kontrolle schwindet. Mit Sorge hat so ein Verhalten fast nie zu tun.


Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community