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Wie kann ich meiner 12-jährigen Tochter einfach und für sie verständlich Homöopathie erklären?

gefragt von unterwegsunterwegs am 15.04.2009 um 15:53 Uhr

Wie kann ich meiner 12-jährigen Tochter einfach und für sie verständlich erklären wie und warum Homöopathie tatsächlich funktioniert?

Ich selbst habe beim Lesen des Buches „Schicksal als Chance“ von Thorwald Dethlefsen mit Begeisterung (gerade mal so) die zusammenhänge verstanden. Aber es ist zu komplex für mich um es zu vermitteln. Obwohl ich das Gelesene gern zitiere, gelingt es mir nicht den ganzen Zusammenhang darzustellen bevor ein Zweifler – in diesem Fall meine Tochter – aufhört zuzuhören.

Sie hat schon Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung gemacht. Es waren auch erste Erfolge zu sehen. Aber das auf und ab von Verschlechterung und Besserung macht sie misstrauisch, obwohl ich ihr auch erklärt hab, dass die so genannten Erstverschlechterungen dazu gehören.

Gibt es im Web oder in Buchform eine schöne Darstellung für Teenager? Ich habe bis jetzt nur „Wie Herr Lebenskraft gerettet wurde“ gefunden. Aber damit würde sie sich wahrscheinlich nur noch mehr verkohlt fühlen.

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caramello
beantwortet von caramello am 23. April 2009 13:51
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Hilfreichste Antwort

Vielleicht etwas spät, mein Beitrag, aber hoffentlich konkreter, als die anderen "Antworten", die ja nie auf deine Frage eingingen (wie erklärt man Homöopathie).

Der entscheidende Wert der (klassischen) Homöopathie liegt darin, dass jeder einzelne Mensch als einzigartig betrachtet wird. Der Mensch ist eben nicht die Summe seiner biologischen Merkmale, sondern jeder unterscheidet sich sehr vom anderen.

Deine Tochter wird sicher nicht mit jedem über das Gleiche lachen können. Wenn sie Kopfschmerzen hat, fühlen die sich vielleicht ganz anders an, als bei ihrer Freundin, manche Menschen frieren weniger, wenn sie barfuß sind usw.

Der Begründer der Homöopathie, Hahnemann, war ein echter Wissenschaftler. Als Arzt seiner Zeit weit voraus. Während nämlich die normalen Ärzte seiner Zeit wilde Theorien über "schlechte Säfte" als Krankheitsursache bildeten und mit Standardbehandlungen wie Aderlässen Patienten durchaus zu Tode brachten (siehe W.A. Mozart), forderte der Arzt Hahnemann - noch vor Beginn der Geburtsstunde der Homöopathie - dass man eine sehr gründliche Untersuchung, Anamnese, vornehmen müsste.

Wie äußern sich die Symptome also genau? Was verschlechtert, was verbessert? Was ging der Erkrankung voraus? Was begleitet sie? Welche psychischen Stimmungen sind vorhanden? Eine sehr wissenschaftliche, gründliche Herangehensweise.

Wer einen Patienten derart gründlich untersucht und sich für ihn ZEIT nimmt, stellt fest, dass bei der oberflächlichen Diagnose Kopfschmerz bei unterschiedlichen Personen eigentlich gar nicht von der gleichen Erkrankung gesprochen werden kann. Denn die Eine hat drückenden Schmerz über den Augäpfeln, fühlt sich aber dabei ganz fit und hat dabei sogar mehr Appetit als sonst. Die Nächste hat stechende Schmerzen im Hinterkopf, die auf die linke Seite wandern. Außerdem ist sie extrem abgeschlagen. Kein Appetit. Menschenkontakt ist ihr dann sehr lästig. Sie friert schnell dabei. Usw. usw., der nächste Patient hat wieder ganz andere Symptome. Naturwissenschaftlich orientierte Ärzte stellen lediglich die Diagnose: Kopfschmerz. Dafür gibts Kopfschmerzmittel, ein Mittel für komplett unterschiedliche Krankheitsbilder. Das ist oberflächlich und sogar unwissenschaftlich.

Aber kurz für deine Tochter: 1. Eine sehr gründliche Anamnese, um herauszufinden, welche Symptome er im Detail hat. Nicht nur die körperlichen, sondern auch die Gemütssymptome sind ganz wichtig! Manche sind bspw. schon einen Tag vor dem Ausbruch der Erkältung reizbar. Die Frage ist: Was ist das Einzigartige beim Patienten, was macht ihn aus, was für ein Typ ist er? Bei schweren Erkrankungen: Was sind seine Lebensumstände, Bedürfnisse, Wünsche, Leid...etc. (alles Fragen, die für die naturwiss. Medizin völlig unerheblich sind und sie deshalb bei chron. Erkrankungen so hilflos ist...)

  1. Das Mittel, das gegeben wird, muss den Krankheitssymptomen ähnlich sein. Beisp.: Wenn ich Tollkirschen (Belladonna) esse, kommt es bei mir als gesunder Mensch zu Vergiftungserscheinungen: Mein Gesicht wird rot, ich bekomme ganz plötzlich schnell hohes Fieber, die Pupillen sind weit, im Fieber bin ich sehr heiß, feucht, unruhig, habe vielleicht sogar wilde Halluzinationen...u.a.m.

Nun wird ein Kind krank, möglicherweise die ersten Anzeichen einer Erkältung: Es bekam ganz plötzlich schnell hohes Fieber, die Pupillen sind weit, es ist sehr heiß und feucht, das Gesicht ganz rot. Dabei ist es unruhig und sieht eingebildete Monster im Fieberwahn...Diese Symptome sind in diesem Fall die Reaktion des Körpers des Kindes auf Erkältungsviren.

Nicht die Viren selbst machen also die Symptome, sondern der Körper des Kindes, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Ganz anders als ein anderes Kind, das mit dem gleichen Virus angesteckt wurde (dessen Körper reagiert darauf, dass das Kind ganz müde, schlapp, blass ist, es hat nicht so hohes Fieber, friert...etc.)

Das erste Kind wirkt so, als habe es sich mit der Tollkirsche vergiftet. Stimmt aber nicht. Das Kind zeigt mit den Krankheitszeichen nur seine ganz typische individuelle Reaktionslage. Es hat lediglich sehr ähnliche Symptome wie bei einer Vergiftung mit der Tollkirsche.

Gibt man dem Kind nun die Tollkirsche (Belladonna) in so verdünnter Form, dass sie nicht mehr giftig ist, dann gibt man sozusagen der individuellen Reaktionsweise des Kindes einen "Schubs" in die gleiche Richtung. Es unterstützt also in gleicher Weise die natürliche "Aufräumarbeit" des Körpers, wieder gesund zu werden. Dabei wird der gesamte Genesungsprozess extrem beschleunigt, so dass viele weitere Symptome gar nicht mehr auftreten.

Noch ein Wort zum Begründer Hahnemann an alle Kritiker: Hahnemann war nicht nur Arzt, sondern überdies Chemiker und Pharmakologe, er prangerte auch die willkürliche Verschreibung von teils sehr giftigen Arzneien wie Arsen an. Er forderte genaue Aufzeichnungen über Wirkungen und Nebenwirkungen, um zu gesicherten Erfahrungen und Anwendungen zu gelangen. Schließlich verfasste er ein mehrbändiges Apothekerlexikon, welches über viele Jahre als Standardwerk galt.

In Indien ist Homöopathie Staatsmedizin, dort gibt es zahlreiche homöop. Krankenhäuser, die englische Königsfamilie ist seit jeher in ausschließlich homöopathischer medizinischer Betreuung, es gäbe noch viele andere Länder aufzuführen. Wenn Homöopathie nichts bewirken würde, wäre sie längst dort verschwunden...

Kommentar von D3e337a17adc9b41de4c697fbc28aaa2smallunterwegs am 23. April 2009 18:34

danke, du hast dir viel arbeit gemacht. so kann ich es wirklich gut erklären. liebe grüße und vielen dank!


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anonym
beantwortet von Mietnormade am 15. April 2009 15:58
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Gib ihr eine homeopathische Dosis an Taschengeld und erkläre Ihr das die Taschengelddosis proportional zum Verständnis steigt. Ich bin mir sicher Sie lernt schnell.

Kommentar von D3e337a17adc9b41de4c697fbc28aaa2smallunterwegs am 15. April 2009 16:01

:-)


MikeFFM
beantwortet von MikeFFM am 15. April 2009 15:55
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Deine Tochter ist clever. Hoffentlich lässt sie sich nicht bequatschen und wartet auf eigene Erfahrungen!

Kommentar von D3e337a17adc9b41de4c697fbc28aaa2smallunterwegs am 16. April 2009 09:41

die soll sie ja machen. ich will ja nur, dass sie es versteht. und unter clever versteh ich was anderes. bequatschen bzw. beeindrucken lässt sie sich nämlich von anderen seiten.


flamingstar
beantwortet von flamingstar am 15. April 2009 15:55
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Es ist eigentlich ganz simpel. Man bekämpft Krankheiten genau mit dem gleichen Erreger, nur stark verdünnt. Zudem ist diese Methode ganzheitlich. Also der gesamte Mensch wird einbezogen. Auch spielt, denke ich, der Glaube daran eine sehr große Rolle. Denn der Glaube bewirkt sehr viel und setzt Kräfte frei.

Kommentar von D3e337a17adc9b41de4c697fbc28aaa2smallunterwegs am 15. April 2009 18:41

das ist alles klar. erklärt aber nicht genug für einen zweifelnden.


Drahreg
beantwortet von Drahreg am 16. Mai 2009 02:23
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Ist der Unterschied zwischen einem Naturheilpraktiker und einem Homöopathen eigentlich klar? Naturheilpraktiker arbeiten mit Naturheilmitteln, deren Wirksamkeit zweifelsfrei nachgewiesen ist. Homöopathen arbeiten mit Wasser. Diese Wasser enthält - je nach Potenz der Verdünnung (D 1 bis D irgendwas) kein Molekül der Wirksubstanz mehr. Die Wirkung soll durch das Wasser eintreten, dass die Information der Moleküle durch klopfen des Fläschchens auf eine Lederunterlage vervielfältigen und bewahren soll. Das ist allerdings wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen. Hört sich ja ganz logisch an, aber: jede weitere Erschütterung müsste diese Information ja auch wieder vernichten; und wie erklärt man sich denn nur die angebliche Wirkung von Globuli, die nur aus Zucker bestehen. Das Wasser, mit dem sie beträufelt wurden, ist beim packen schon längst wieder verschwunden. Und von der Wirksubstanz ist ja eh nichts mehr vorhanden. Die Verdünnung funktioniert bei D 1 glaube ich 1 zu 1000, und je Schritt wieder 1 zu 1000. Bei D 20 haben wir also 1 wirksames Molekül inmiten eines Meeres von 1.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000 Wassermolekülen!!! Dafür gibts schon garkeine Zahl mehr. Das sollte deine Tochter auch wissen.

Kommentar von D3e337a17adc9b41de4c697fbc28aaa2smallunterwegs am 17. Mai 2009 09:35

danke, darüber weiß nun sogar ich besser bescheid. es lohnt diese diskussion nicht, denn sie würde zu nichts führen. ich habe längst sehr gute antworten auf mein problem bekommen.


Isartaucher
beantwortet von Isartaucher am 15. April 2009 17:06
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Lass sie das neueste Interview mit Edzard Ernst, Professor für Komplementärmedizin lesen. Dazu gibt es auch ein leicht verständliches Buch.

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/schweiz/standard/Homoeopathie-ist-e...

Kommentar von D3e337a17adc9b41de4c697fbc28aaa2smallunterwegs am 15. April 2009 18:34

zur homöopathie erklärt er aber nichts brauchbares. er hält tatsächlich nichts von ihr.

Kommentar von Simple_avatar1smallIsartaucher am 16. April 2009 08:11

Er hat u.a. nachgewiesen, dass H. wirkungslos ist. Das ist das Brauchbarste überhaupt! Früher war er übrigens selbst Homöopath, und als er den Lehrstuhl für Komplementärmedizin übernahm, hat die Homöopathieszene zunächst Freudentänze aufgeführt. Erfreulicherweise ist Prof. Edzard Ernst im Gegensatz zu den meisten Homöopathen auch ein lern-, erkenntnis- und v.a. selbstkritikfähiger Wissenschaftler, der in seinen Forschungen rasch herausfand, dass Homöopathie nicht über den Placeboeffekt hinaus wirkt.

Mehr braucht man zur Homöopathie nicht mehr zu wissen.

Kommentar von D3e337a17adc9b41de4c697fbc28aaa2smallunterwegs am 16. April 2009 09:22

er war wohl erstens nie ein guter bzw. echter homöopath und hat zweitens nie verstanden was homöopathie wirklich ist.

da führt wohl nun die schulmedizin freudentänze auf...

Kommentar von Simple_avatar1smallIsartaucher am 16. April 2009 12:23

Ein schlechter Homöopath unterscheidet sich in nichts von einem guten, und eine Wirkung der Homöopathie, die über die des Placeboeffekts hinausgeht, konnte seit 200 Jahren und in hunderten von Studien nicht nachgewiesen werden. Im Gegensatz zu den Homöopathen, die immer noch an eine besondere Wirkung der Homöopathie glauben, hat Prof. Ernst erkannt, dass diese Wirkung eben nicht existent ist. Im Gegensatz zu den Homöopathen, konnte er seine Thesen auch beweisen.

Damit ist übrigens nicht gesagt, dass H. sprichwörtlich "wirkungslos" sei, denn die Wirkung des Placeboeffekts darf nicht unterschätzt werden. Allerdings muss der Anwender immer einen Plan B in der Hinterhand haben, der nicht auf dem Placeboeffekt beruht.

Kommentar von domenica am 17. April 2009 00:11

das ist halt das problem auf dieser seite, dass sich beim thema homöopathie auch immer die von jeglicher kenntnis unbeleckten, dafür umso eifrigeren homöopathiegegner lautstark bemerkbar machen. ja, prof. ernst ist ein gefundenes fressen für sie, aber trotz seines namens nicht wirklich ernst zu nehmen. ich empfehle dir das buch "homöopathik" von gerhard risch. sehr schön und verständlich geschrieben. evtl müsstest du es antiquarisch im internet beschafffen, aber lohnt sich.

Kommentar von D3e337a17adc9b41de4c697fbc28aaa2smallunterwegs am 18. April 2009 11:22

danke dir sehr domenica :-))) schade dass ich dir keinen punkt eben kann. die sind dir wahrscheinlich auch wurscht.


anonym
beantwortet von anjanni am 15. April 2009 15:54
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Erklär's mir.

Wenn ich's verstehe, versteht sie's auch...

Ich glaube nicht, daß man es wirklich "erklären" kann. Aber ich habe beobachtet, daß es sogar bei Tieren funktioniert.

Kommentar von Mietnormade am 15. April 2009 15:59

Plazebo

Kommentar von anjanni am 15. April 2009 16:05

Beim Tier????

Plazebo funktioniert ja, weil man dran glaubt. Aber meine Katzen glauben nix.

Kommentar von Mietnormade am 15. April 2009 16:10

Schon mal eine homeopathische Krebsterapie bei Deiner Katze erfolgreich getestet? Was meinst Du wieviele Tiere bei Deiner Versuchsreihe sind ohne Mittel auch wieder gesundet? Wie hoch ist die Fehlerabweichung bei 1 Versuchsperson? Wenn ich die Plazeborate von den Versuchsreihen abziehe kommt ziemlich genau 0 zusätzliche Heilung raus. Was meinst Du woran das liegt?

Kommentar von clausrutan am 15. April 2009 16:20

der Hauptvorteil der Homöopathie ist dass sie zumindest nicht schadet. Ich denke auch dass die Heilerfolge mit der Beschäftigung mit dem Patienten zu tun haben und weniger mit den nicht vorhandenen Wirkstoffen.

Kommentar von D3e337a17adc9b41de4c697fbc28aaa2smallunterwegs am 15. April 2009 18:38

in dem buch von Dethlefsen wird es ziemlich gut erklärt. nicht nur das mit dem ähnlichkeitsprinzip. aber eben recht komplex. ich muss es wohl nochmal lesen. und ich weiß, dass es nicht nur placebo ist. sonst hätte ich die frage hier wohl nicht gestellt.

Kommentar von 9d5da3b3d76a9aa6e77778bff2b03239smallDrahreg am 16. Mai 2009 02:26

Und ich habe beobachte, wie es bei einigen Tieren nicht gewirkt hat. Die sind alle gestorben (es handelte sich um erkrankte Brieftauben). Wenn Tiere oder Menschen nach einer Krankheit wieder gesunden - was ja die Regel ist - und sie sind vorher homöopathisch behandelt wurden - ist das noch lange kein Beweis dafür, dass sie durch die Homöopathie geheilt wurden. Viel eher glaube ich, dass die menschliche vorstellungskraft hier viel stärker wirkt, als das geklopfte Wasser.

Kommentar von D3e337a17adc9b41de4c697fbc28aaa2smallunterwegs am 16. Juni 2009 21:17

oder du hast bei den tauben nicht das richitge mittel gehabt.


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