Frage von delsocorro, 78

Wie kann ich meinen Vater auf seine Marijuana-Sucht ansprechen, und ihm meine Gefühle mitteilen?

Hallo

Ich bin 23 Jahre alt. Meine Eltern sind seit ich 3 Jahre alt bin geschieden. Meine Mutter hatte das Sorgerecht und jedes zweite Wochenende besuchten wir unseren Vater. Mein Vater ist seit ich denken kann Marijuanasüchtig. Er raucht je nach dem zwischen 10 und 15 Joints am Tag. Als Kind war es so, dass er mir und meiner Schwester verbot, unserer Mutter von seinem Konsum zu erzählen. Er sagte uns: ''Wenn ihr euer Mutter etwas davon erzählt, darf ich euch nie wieder sehen und ich weiss nicht was ich ohne euch machen würde. Ohne euch hätte ich mich schon lange vor einen Zug geworfen.'' Als Kind verstand ich diese Manipulation nicht. Und hatte immer sehr grosse Angst, dass jemand erfährt, dass mein Vater kifft und er einen Suizid begeht. Daher schwieg ich jahrelang. Er benutzte mich auch als Aufseherin, beispielsweise wenn er im Zug einen Joint drehte, musste ich Ausschau halten, ob jemand kommt. Auch hatte ich auch in der Öffentlichkeit immer Angst, dass uns jemand ertappt. Das erste mal als mein Vater mir einen Joint anbot war ich 14 Jahre alt. Ich kiffte damals regelmässig mit ihm. Wenn ich nicht mit ihm kiffen wollte, sagte er ich sei komisch. Weil ich wollte das er mich gerne hat, kiffte ich oft mit. Neben dem Kiffen bot er mir auch andere Subtanzen wie LSD und irgendwelche Pillen an. Ich habe aber immer abgelehnt ( zum Glück ). Heute ist mein Vater 53 und ohne Arbeit. Seit c.a 5 Jahren bezieht er Sozialhilfe und jammert immer er habe kein Geld. Ich allerdings kann ihn nicht ernst nehmen, weil er so viel kifft und für das Rauchen so viel Geld ausgibt. Bei meinem Vater dreht sich heute noch alles nur um das Kiffen. Ich habe sehr wenig Kontakt zu ihm. Auch weil er immer total benebelt und ''drauf'' ist. Für mich ist es dann schwierig, mit ihm zu Sprechen, da ich mich nicht ernst genommen fühle, vor allem weil ich das Gefühl habe dass meine Worte nicht bei ihm ankommen. Ich habe sehr ambivalente Gefühle ihm gegenüber. Einerseits bin ich sehr wütend und sehr traurig. Wie kann man als Vater so verantwortungslos sein? Ich verstehe dass nicht... Ich habe es bis heute nicht geschafft, ihm meine Gefühle mitzuteilen und ihm zu sagen: ''dass was du mit uns gemacht hast war nicht gut und für die Entwicklung von mir und Meiner Schwester nicht förderlich'' Meine Schwester war 10 Jahre lang an Bulimie erkrankt und in 2 Kliniken. Wie kann man als Vater seine Sucht über die eigenen Kinder stellen? Ich verstehe dass nicht... und es tut mir auch weh ihn so zu sehen für mich ist er einfach ein ''armer siech'' . Ich merke aber immer mehr und mehr, wie ich ihn vergesse... oder eben verdränge und ich weiss, dass dies nicht gut für mich ist, weil es mich irgendwann einholen wird. Am liebsten würde ich ihm meine Gefühle anschreien. Aber ich habe Angst davor, ihn so zu beschuldigen... auch wegen seiner psychischen Verfassung und weil er so unberechenbar ist. Was meint ihr? Habt ihr Ideen wie ich das angehen soll? oder Erfahrungen?

Danke.

Antwort
von mohrmatthias, 37

schreibe ihm einen lieben brief.versuche ihm keine Vorhaltungen zu machen auch wenn es schwer fällt. laß deinen gefühlen freien lauf.so hat er zeit sich den brief durchzulesen wenn es ihm mal besser geht.das er hilfe braucht weiß er sicher auch allein.vieleicht findest du darüber zugang zu deinem vater.

Antwort
von Philippus1990, 47

Das mag jetzt hart klingen, aber ich befürchte da ist nichts mehr zu machen. Wenn er derart labil ist, würde so ein Vorwurf alles vermutlich nur noch schlimmer machen.

Von der Sucht kommt man nur los, wenn man es selbst will. Und das will er nun wohl nicht. Und du dringst eben nicht zu ihm durch, weil er süchtig und dadurch ständig benebelt ist. Dass Du zu ihm durchdringst wäre aber eben Bedingung dafür, den Wunsch nach einem Ende der Sucht zu wecken. Das ist ein gordischer Knoten.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community