Frage von Karacho, 68

Wie kann ich meinen eigenen Erzählfluss mindern?

Ich habe das Problem, seit ich ein kleines Kind bin, dass ich uninteressante Sachen detailreich erzähle, die im Grunde gar niemanden interessiert - nicht einmal mich selbst. Da quassle ich also quasi nur der Kommunikation wegen und verliere mich darin dann oder wiederhole mich sogar. Dabei ist mir das Kommunizieren an sich nicht einmal so wichtig, ich bin auch glücklich, wenn man mich einige Stunden alleine lässt. Daher zu meiner Frage: Wie kann ich diese etwas lästige Angewohnheit loswerden? Im Grunde verschwende ich ja nur die Zeit meines Gegenübers und meine eigene.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Naiver, 14

Moin Karacho..., starke Frage!
Dir ist selbstkritisch aufgefallen, dass du Leute zuquatscht ...nur, um zu quatschen. Das möchtest du gerne loswerden. Erstmal - toll, dass du sowas als Problem anerkannt hast. Derart Selbstkritik wünschte man vielen! :- )
So wie du es beschriebst, geschieht 'es' mehr automatisch und du ertappst dich selbst beim (wirklich inhaltslosen?) Quatschen. Ich vermute mal, dass du ganz einfach nur Austausch mit anderen suchst, geben und dann auch nehmen und eben berührt sein möchtest. Und deshalb 'sendest' du also unablässig deine Meldungen in einem gesteigerten Sende-Bewusstsein die Umgebung?

Dazu fällt mir ein alter Spruch der Weisen ein:
"Verschenke, was dir fehlt!"
Verschenke du also deine echte Aufmerksamkeit und Interesse an andere.
Schau hin und konzentriere dich auf das Empfangen, werde vom Sender zum Empfänger. Dann wirst du wahrscheinlich ungeduldig auf möglichst viele Empfangungen vom anderen warten... und dieses Warten dann auch aushalten! Echtes, zurückhaltendes Interesse am anderen zeigen und vielleicht nachfragen, wirklich wissen wollen, was den anderen(!) interessiert...! Also, selbst zurücktreten und den anderen wirken und strahlen lassen.
Und Achtung! Erst selbst wieder senden, wenn der andere dich fragt, dir also sein Interesse zeigt! Dazu könnte man fragen: "Interessiert dich, wie ich darüber denke?", "Möchtest du meine Meinung dazu wissen?", "Darf ich dir dazu etwas Persönliches sagen...?" Also, erst abfragen, ob denn der andere auch Interesse an dir hat. Und die Antwort dann auch aushalten.

Sorry, es wurde na sehr lange Antwort! Damit, denke ich, könnte man aber den eigenen Redefluss ganz gut dämmen - Toi-toi-toi dir!. :- )


Kommentar von Naiver ,

Welche schöner Pfingst-Stern? Dank dir, Karacho! :- )

Antwort
von hdsdgfghl, 21

Einfach mal vor dem Erzählen versuchen, kurz darüber nachzudenken.
Gerade bei langen Geschichten.
-> Habe ich gerade wirklich das Verlangen das zu erzählen? Ist mir das wichtig oder könnte es meinem Gegenüber wichtig sein? - Oder habe ich gerade nur Langeweile?

Also lernen, bewusster zu sprechen.

Antwort
von mychrissie, 8

Du hast das Problem erkannt und jetzt fehlt Dir nur noch die Erkenntnis, dass man einen Mund öffnen – aber auch schließen kann.

Menschen die zuhören, sind 100mal so beliebt, wie die, die quatschen.

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