Mein Vater ist eitel wie ein Pfau und dabei stocktaub.
Wie kann ich ihn dazu bringen, endlich ein Hörgerät zu verwenden?

Bei meiner Oma hatten wir es endlich geschafft, nachdem wir (in Absprache) sie kurz hintereinander besucht hatten, alle so taten als schrien wir sie an, sie verstand kaum was.
Meine Mutter ist dann mit ihr zu einem Hörgeräteakkustiker, in Absprache hatte ich sie (meine Mutter) in der Zeit auf ihren Mobil angerufen, meine Oma hatte gerade ein Testgerät im Ohr und hörte was ich diesmal wirklich ins Telefon schrie und war begeistert, das sie Verstand, was ich meiner Mutter erzählte.
Hört sich zwar gemein an aber wir wußten auch nicht mehr was wir sonst noch hätten tun können. Und unsere Oma konnte so wieder ein bissl mehr am gesellschaftlichem Leben teilhaben.
Wobei es mit einem Höhrgerät nach ihren Worten auch nicht ganz einfach ist, wenn man auf einmal wieder all die Nebengeräusche hört die vorher einfach nicht mehr da waren.

Ja, das Problem kenn' ich;-(. Ist er auch der Meinung, das er doch eigentlich supergut hört? Da hilft es mit ihm nur noch in normaler Lautstärke zu kommunizieren, eben nicht zu versuchen sich durch Schreien unbedingt verständlich zu machen. Dann wird er merken, dass ihm einiges entgeht. Liest Dein Opa gerne? Dann schenk ihm ein Hörbuch eines Buches, das ihn wirklich interessiert. Man muss ihm einfach, dass richtig gute Hören wieder schmackhaft machen. Manchmal hilft es trotz allem an die Vernunft zu appelieren. Hast Du selber schon Kinder? Bei uns hat es etwas gebracht ihm klar zu machen, dass seine Urenkel physisch tatsächlich nicht in der Lage sind zu Schreien, um sich ihm verständlich zu machen (und gerade die hellen Kinderstimmen sind für Schwerhörige so gut wie gar nicht zu verstehen)und das es doch schade wäre, wenn er sie so eigentlich nie richtig kennenlernen kann (anders sieht es natürlich aus, wenn jemand tatsächlich taub ist) und er doch die leichte Möglichkeit hat die Situation zu verbessern. Wenn es tatsächlich hauptsächlich die Eitelkeit ist, würde ich mir mal einen Katalog eines Hörgeräteakustikers besorgen und ihm die modernen Modelle zeigen, die man ja wirklich kaum sieht. Vielleicht hat er auch noch völlig falsche Bilder im Kopf.
schurke am 21. November 2007 21:20 So verschieden kann es sein, die hellen lauten Stimmen ihrer Enkelkinder hatte meine Oma verstanden, und wenn diese schrien (was ja bei Kinern nicht selten ist)war ihr das sogar zu laut, dann beschwerte sie sich.
koira1975 am 21. November 2007 21:24 Echt? Also mein Großvater versteht am besten tiefe Männerstimmen, umso heller die Stimmen werden, umso weniger hört er. Vielleicht gibt es da auch Unterschiede beim Grad der Schwerhörigkeit.

Geh mit ihm in ein Gehörgerätegeschäft, lass ihm ein Hörgerät einpassen, damit er den Unterschied zwischen schlecht und gut hören erst mal selber erlebt. Dann lass ihn in einen Spiegel schauen, damit er selber sieht, dass moderne Hörgeräte gar nicht mehr auffallen. Das sollte ihn eigentlich überzeugen, auch bei aller Eitelkeit( die ich gerade bei älteren Herren sehr positiv finde).
Luise am 21. November 2007 21:16 Genau, das hast Du nett gesagt. Ist wirklich positiv. DH
Meines Wissens gibt es mittlerweile Hörgeräte, die man direkt in den Gehörgang einführen kann, die sind von außen quasi nicht zu sehen. Erkundige Dich doch mal bei Deinem HNO!

Diese Woche saß ein etwa 16 Jahre alter Schüler vor mir im Bus. Er hatte eine hippe Frisur, eine Art Irokesenschnitt, in der Mitte blondiert, die Seiten ganz wegrasiert. Ich staunte nicht schlecht, als ich sah, daß er an beiden Ohren Hörgeräte trug. Zusätzlich (!) hatte er sogar einen MP3-Player laufen und trug daher auch die Ohrenstöpsel an beiden Ohren. Er war auch ganz modern angezogen. Was ich damit sagen will, er versteckte die Hörgeräte nicht, hätte ja versuchen können, die Haare lang wachsen zu lassen, damit keiner diese sieht. Aber nix da. Vielleicht kannst du das ja deinem Vati erzählen.

den opa einfach mal mit vor den pc setzen,und im internet mal ne seite suchen wo die vielen verschiedenen hörgeräte vorgestellt werden.. soweit mir bekannt ist.. gibt es auch welche die man im ohr trägt,also nicht offen sichtbar. und ich vermute mal... lesen und gucken kann er
bohnie am 5. Dezember 2007 14:54 noch ein zusatztip: http://www.geers.de/index.php
vielleicht findest du dort wertvolle hinweise
Mein Großvater wurde mit Mitte 80 von einem Auto angefahren - wahrscheinlich weil er es nicht hat kommen HÖREN. Er ist an den Verletzungen gestorben. Das war in den 60ern, als die Autos noch lauter waren als heute.
Das erzähle ich jedem, der so schlecht hört, daß er eigentlich ein Hörgerät bräuchte. Bei vielen hilft es.

Empfehle ihm doch es mal zu probieren. Damit er sich selbst eine Vorstellung machen kann. Denn auch im Straßenverkehr nichts zu hören kann gefährlich sein. Soweit mir bekannt ist, gibt es sogar schon Brillen mit integriertem Hörgerät. Womöglich gehst du mal mit ihm einkaufen und so ganz nebenbei in ein Geschäft und er probiert mal. Womöglich fragt man einfach zu viel, lächel. Einfach mal vor vollendete Tatsachen stellen. :). Manche Menschen müssen zu ihrem Glück gezwungen werden. LG Lotusblume

Ich habe schon öfter gehört, dass ein Hörgerät auch furchtbar viel Störgeräusche aufnimmt und es gerade in einem größeren Kreis auch wirklich für den Träger sehr störend sein kann. Sich da gut beraten lassen und auf Qualtität achten. Das ist für meine Schwiegermutter immer der Grund, keines zu haben, wobei man noch ganz normal mit ihr sprechen kann, ist nur leichtes Hörproblem.
paradies am 21. November 2007 21:25 Das stimmt. Eine Kollegin von mir trägt auch an beiden Ohren ein Hörgerät. Wenn wir ihr zu laut sind (größeres Büro), dann muß sie die Hörgeräte auch mal ausschalten, da sie es nicht aushält.

Eines der besten Argumente ist: Für alle die Dich lieben ist es so schwer sich mit Dir zu unterhalten. Wir würden Dir gern öfter etwas erzählen - lassen es aber dann sein weil es so anstrengend und zeitraubend ist. Manchmal entsteht der Eindruck Du seist geistig nicht mehr so fit - obwohl das nur daran liegt das Du etwas nicht richtig verstanden hast.
Am Besten gibt man konkrete Menschen ( deine Enkelin, o.ä.) die dem Opa sehr wichtig sind an! Eitelkeit betrifft den Wunsch nicht senil zu wirken.

Schwierig. Du kennst Deinen Papa am Besten: Wo kann man ihn kriegen? Was stachelt ihn an? Oder musst Du zu Tricks greifen, um ihn dazu zu bringen? Bleib' auf jeden Fall hartnäckig, rede mit ihm und biete ihm an, mit ihm zum Akustiker zu gehen und das ganze nur mal zu testen! Er wird eh erst Hörgeräte mit zur Wahl und zum testen mit nach Hause bekommen, bevor er sich entscheiden muss.
Eine einfache Frage - eine wirklich schwere Antwort. Zunächst kommt es auf Deinen Vater an: wie fit ist er, packt er Dinge noch an oder hängt er schon durch (was er mit 80 natürlich dürfte)? Aber das ist keine moralisierende Frage, denn nur er kann es selbst schaffen. Wenn das aussichtslos ist, lass es.
Was hilft, wenn es noch aussichtsreich ist? Mach ihm klar, daß seine Schwerhörigkeit viel sichtbarer ist als ein fast unsichtbares Hörgerät. Sag ihm, daß Deine Freund/innen schon gesagt hätten, daß er wegen seine "Taubheit" viel älter als 80 wirke. Finde heraus, was er gerne hört: Enkelkinder, Musik, Vögel etc. In diesen speziellen Situationen will er vielleicht besser hören.
Nur eins: er wird nie wieder hören wie früher, er wird aber auch nicht mehr so laufen wie früher. Das ist eben das Alter. Und er hat schon vieles vergessen, was er wieder hören würde, wenn er ein Hörgerät hätte.
Letztlich kommt es auf Deinen Vater an. Sag ihm, die gebildeten und intelligenten Alten würden es leichter schaffen. Er soll selbst entscheiden, zu welcher Gruppe er sich zählt.

das ist ein schwieriger Fall, meine Mutter 84 will auch kein Hörgerät haben. Sie rennt ständig zum Frisör, Kosmetikerin usw., sie meint, in ihrem Alter trägt sie soetwas noch nicht, evtl. wenn sie 100 wird Ich wünsche Dir starke Nerven und versuche die Sache mit Humor zu betrachten, vlg iris
Der Zweck heiligt die Mittel, das war doch eine nette Idee. Habt ihr prima gemacht, DH.