Frage von Starlink, 112

Wie kann ich meinem Onkel helfen, der Tschernobyl überlebt und ernsthafte Krankheiten hat?

Guten Tag,

sicherlich erinnern sich alle von euch an die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl. Meine Mutter hat letzten Monat ihren Bruder nach 55 Jahren in Lettland wiedergefunden. Bei ihrem ersten Treffen am Flughafen war sie geschockt. Mit einem Alter von 56 Jahren sah ihr Bruder unglaublich krank aus. Seine Haut war rot/blau, seine Augen sahen entzündet aus. Er konnte sich kaum regen und seinen Kopf drehen. Er hat oft Schaum im Mund und macht immer alles langsam. Er tut alles, um gesund zu bleiben - vergeblich. Er hat das Unmögliche überlebt.

Als er nach der Katastrophe in Tschernobyl geholfen hat, die Strahlung dort zu verringern, um uns alle vor der Strahlung zu schützen, opferte er sich und bekam die Strahlung selbst ab. Alle seine Freunde starben dabei, wenige überlebten und er gehörte zu den Überlebenden. Danach hatte er, aufgrund strahlenbedingter Herzprobleme, eine Herzoperation hinter sich und mehrere Schlaganfälle, die er heute noch hat, wenn auch nur weniger schlimmer. Hat er noch einmal einen heftigen Schlaganfall, dann wird er definitiv sterben. Seit der Tschernobylkatastrophe ist er Arbeitsunfähig und nimmt bestimmte Tabletten ein, um am Leben zu bleiben. Als wenn das noch nicht genug wäre, ist seine Tochter gestorben und jedes mal, wenn er sich Sorgen um etwas macht, gehts ihm gesundheitlich immer schlechter. Außerdem muss er nun zwei kleine Kinder, seiner verstorbenen Tochter, erziehen, was für ihn nicht leicht ist. Ohne ihn und den anderen Arbeiter – wären wir jetzt, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, ALLE tot.

Der Punkt ist, dass er so krank ist, dass er voraussichtlich nicht mehr lange zu leben hat. In Lettland kann ihm nicht geholfen werden, da allein eine Operation Unmengen an Geld kostet und in Deutschland kann er nicht behandelt werden, da er hier nicht lebt und es hier ebenfalls sehr teuer ist. Hätte meine Mutter ihn früher kennengelernt, hätte ich diesen Text schon längst geschrieben. Ich bin nun entschlossen ihm irgendwie zu helfen. Ich möchte Spendenaktionen starten und nach Hilfe suchen. Ich brauche seriöse und vertrauliche Hilfe. Ich weiß nicht, was ich tun kann und jeder Tag kann meines Onkels letzter sein -  

Falls ihr also Vorschläge habt, was ich für ihn tun kann, um zu helfen oder an wen ich mich da wenden kann, dann bitte....bitte helft mir!

Ich hoffe jemand kann mir einen Rat geben, wir sind komplett verzweifelt.

Mit freundlichen Grüßen, Mara

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Antwort
von juergen63225, 38

nur ein Arzt kann eine genaue Diagnose stellen .. auch in Lettland sollte das möglich sein.

Wenn jemand an Folgen der Strahlenkrankheit leidet, und hat 30 Jahre überlebt, dann heisst das zunächst mal, dass die Krankeit sehr langsam fortschreitet, also kein Indiz ob man so noch weitere Jahre überleben kann ... In Hiroshima gab es auch Opfer, die uralt geworden sind, 

Genaue Prognosen wird kein Arzt machen, heilbar ist die Strahlenkrankeit nicht .. selbst wenn die Krankenversicherung in Lettland schlechter ist als bei uns: ich würde nicht davon ausgehen, dass mit teuren Verfahren wie Chemotherapie viel zu machen ist .. Sinnvoll ist Schmerzlinderung und gute Betreuung .. Palliativmedizin, und Angehörige die eine gute Pflege organisieren.  




Kommentar von Starlink ,

Danke für deine Antwort! Er geht öfter zum Arzt, aber die Medikamente, die er dabei verabreichert bekommt, haben Nebenwirkungen, die ich im ersten Abschnitt beschrieben habe. Ich bin mir selbstverständlich darüber im Klarem, dass die Strahlenkrankheit nicht heilbar ist. Es geht jetzt aber weniger um die Strahlung, als um seine restlichen Krankheiten, die er hat. Kannst du bitte näher beleuchten, warum du der Auffassung bist, es sei nicht sinnvoll, viel Geld für teure Operationen ect. zu investieren? Das wird mir noch nicht ganz klar. Und könntest du den letzten Satz erläutern? Was meinst du mit: 

und Angehörige die eine gute Pflege organisieren.  
Antwort
von segler1968, 20

Es tut mir leid, dass das jetzt pietätlos 'rüberkommt. Aber wir wären natürlich nicht alle tot, wenn Tschernobyl weiter eskaliert wäre. Die allerwenigsten - und nur die in der Nähe - hätten eine lätale Dosis bekommen. Hier wäre das im allgemeinen Radioaktivitätsrauschen untergegangen. 

Davon abgesehen ist natürlich sein Verhalten bewundenswert: denn er half, tausenden von Menschen das Leben zu retten. Tausende sind aber nicht hunderte von Millionen.

Medizinische Hilfe wird wahrscheinlich sinnlos sein. Hilf ihm lieber, die Tage in Würde und Liebe zu leben.

Warum sollte er in Lettland keine angemessene medizinische Versorgung bekommen? Kannst Du das konkret erläutern? 

Kommentar von Starlink ,

Wenn sie nichts getan hätten, dann hätte sich die Strahlung immer mehr ausgebreitet. Darüber kann man noch lange diskutieren und Theorien aufstellen, aber darum geht es gar nicht. Kannst du erläutern, wieso medizinische Hilfe sinnlos wäre? Er könnte z.B. eine weitere Herzop bekommen. Ich kann es leider nicht erklären, aber durch Selbsterfahrung weiß ich, dass die Ärzte dort viel unvorsichtiger und unerfahrener sind. Gut, das kann man jetzt nicht pauschalisieren, aber ich kenne einige Leute, die von dort nach Deutschland kamen und sich über die Ärzte daheim beschwert und die Ärzte von hier gelobt haben. Das ist keine eindeutige Aussage, sondern eine Feststellung, die vielleicht auch falsch sein könnte. 

Kommentar von segler1968 ,

Ja, die radioaktiven Stoffe hätten sich weiter ausgebreitet. Aber irgendwann wäre halt Schluss gewesen. Und die Verdünnung über tausende von Kilometern wäre so oder so derart ungefährlich, dass es nicht mehr siginifikant viel Todesopfer gäbe.

Aber zur Medizin: Wenn er die Strahlenkrankheit hatte, dann nur die leichte Variante mit maximal zwei Sievert Äquivalenzdosis. Sonst wäre er längst tot. 

Was er offensichtlich hat, sind schwere somatische Spätschäden. Ramponiertes Immunsystem, ggf. Krebs, verändertes Blutbild usw. Einzelne Krankheiten lassen sich vielleicht heilen, aber das ja auch nur mit viel Aufwand ohne Erfolgsgarantie. Wenn es so ist, wie Du schreibst - dann ist eine Heilung extrem unwahrscheinlich. Strahlung macht Zellen richtig kaputt. Da helfen keine Tabletten. Natürlich können Sypmtome gelindert und das eine oder andere Jahr gewonnen werden. Aber es sieht dennoch sehr böse aus. Und was ist dann wichtiger? Ein Monat mehr im Krankenhaus oder ein Monat weniger und dafür noch erfüllte Tage? Ich für mich möchte lieber kürzer leben und dafür glücklich.

Gute Ärzte gibt es überall. Jedenfalls in entwickelten Staaten und in der EU. Spezialisten sind immer dünn gesät. Geld hilft nur bedingt: gesundheitssysteme mit viel Geld führen keineswegs automatisch zu einer hohen Lebenserwartung.

Antwort
von STRYNX, 57

Strahlung ist nicht heilbar aus Medizinischer Sicht.

Das einzige was es gibt ist die Halbwertszeit. Diese beträgt ( je nach dem Stoff) Eine gewisse Zeit, bei Tschernobyl 30 Jahre. Allerdings bleiben folge Schäden etc, woran er wahrscheinlich sterben wird.

Kommentar von Starlink ,

Dessen bin ich mir bewusst. Aber sein Arzt meinte, es sei möglich ihm noch zu helfen. Also zumindest so, dass ihm sein Leben erleichtert wird. Ich möchte wenigstens, dass er komplett untersucht wird - aber selbst das kostet sehr viel Geld. 

Kommentar von STRYNX ,

Ähm... Schon mal was von "Strahlen Therapie" gehört? (Wobei ich hier nicht weiß, ob das auch so viel Kostet, da diese normalerweise von der Krankenkasse übernommen wird). Dabei kann man so einiges Erkennen. Und nochwas: Gibt es da nicht irgendwelche Hilfsorganisationen und hat die Ukraine nicht immer noch die Verpflichtung den Opfern zu helfen?

Kommentar von Starlink ,

Ich setzte eher auf deutsche Hilfsorganisationen. Das mit der Ukraine höre ich zum ersten mal. Wo muss man sich da melden? 

Kommentar von Alicia32 ,

Strahlen Therapie ist sehr teuer da ist man pro Behandlung so bei ca 100.000€ 

Nicht jede Hilfsorganisationen wird das übernehmen 

Kommentar von STRYNX ,

Ob es das bei der Ukraine gibt KP um ehrlich zu sein. Bei Fukushima auf jeden fall. Kannst ja mal googlen...

Kommentar von STRYNX ,

Strahlen Therapie heilt keine Strahlen... Strahlen Therapie bedeutet, dass man MIT Radioaktiven Zeugs (:P) Krebs-Tumore etc. Behandelt.

Antwort
von ErsterSchnee, 56

Da kannst du leider nicht mehr helfen. Wenn deine Geschichte tatsächlich genau SO stimmt, dann wird er kurzfristig sterben - ganz egal, wo er sich befindet und welche medizinische Versorgung er bekommt.

Kommentar von Starlink ,

Das sind die Informationen, die ich von ihm bekommen habe. Die Beschreibung seines Aussehens stamm von mir, was bedeuten kann, dass ich ein wenig überspitze. Aber so wirkte er auf mich. Kannst du bitte erläutern, wie du zu diesem Rückschluss kommst? Ich bin nämlich davon überzeugt, dass ein paar Operationen, seinen gesundheitlichen Zustand, zumindest ein wenig bessern können und er länger leben kann. 

Kommentar von ErsterSchnee ,

Das ist Wunschdenken und das wird auch niemand mehr machen. Was sollte deiner Ansicht nach denn operiert werden? 

Kommentar von Starlink ,

Ich weiß es nicht. Ich will einfach nur, dass er noch ein paar Jahre länger zu leben hat. Es ist sehr wichtig für mich und ich will nicht versagen. Er soll zumindest komplett untersucht werden in Deutschland, was wiederum sehr viel Geld kostet. Ich habe einfach keine Ahnung, an wen ich mich wenden soll. Irgendwas muss man doch machen können. Und ich werde nicht aufgeben. 

Kommentar von ErsterSchnee ,

Du brauchst dich an niemanden zu wenden, weil man nichts machen KANN! Du schreibst doch selber, dass es jeden Tag so weit sein kann, dass er stirbt! Dann ist auch nichts mehr zu retten - egal mit wieviel Geld.

Kommentar von Starlink ,

Ich bin aber davon überzeugt, dass ihm geholfen werden kann. Es ist mein sehnlichster Wunsch, dass er zumindest untersucht wird. Und ich brauche Hilfe. Ich bin verzweifelt.....

Kommentar von ErsterSchnee ,

Du hörst nicht zu, nicht wahr?

Antwort
von Alicia32, 3

Wo kommst du her?

Mfg Alicia32

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