Frage von douschka, 93

Wie kann ich meinem Kind auf die Sprünge helfen?

Nach 5 Jahren vollstationärer Jugendhilfe ist mein Sohn, im Sept. 18 J., wieder zu Hause (s. meine letzte Frage). Momentan macht ihm die neue Situation sehr zu schaffen. Hat kein Ohr für die Zukunft- Motto: "ich kann sowieso Nichts und leben geht auch ohne Arbeit gut".

Schritt für Schritt, ja, aber die Zeit für Bewerbungen rennt davon. Da noch keine Berufsorientierung, käme FSJ od. BUFDI in Frage.

Strukturierter Alltag ist allgemein schwierig, da ist in der Vergangenheit viel schief gelaufen. Zu früh im Verselbstständigungsprogramm gelandet, d.h. eigene Wohneinheit mit 16 J., Selbstversorgung, sporadische Kontrollen, Forderungen ohne einzufordern, 1-2 Schulstunden pro Woche (!), sonst nichts, zweifelhafter Umgang in OF mit denkbaren Folgen. Und das für 5.600,- im Monat, was diese Maßnahme kostete.

Habe diese und frühere Situationen nicht hingenommen, gekämpft mit gebundenen Händen. Viel Gerede, Pläne, kaum umgesetzt, Asche aufs Haupt der Verantwortlichen. Lediglich das Ziel eines Schulabschlusses wurde erreicht, weshalb mein Kind dort landete.

Das Schulproblem entstand durch AdHS und leider Hochbegabung, Regelschule war nicht mehr möglich. Die private Sonderschule für Schulabsenten war der Ausweg, der mit Heimunterbringung aufgrund der Entfernung verbunden war. Sonst. Gründe gab es nicht um ihn fremdbetreuen zu lassen.

Die Verzweiflung, was aus meinem Sohn wurde, ist groß. So habe ich ihn nicht erzogen. Er hat keinerlei Ehrgeiz, lässt sich hängen. Tagesablauf funktioniert halbwegs nach vielen Auseinandersetzungen und wenn ich wie ein Feldwebel dahinterstehe. Ich wünschte von ihm ginge mehr Interesse und Intitiativen aus.

Klar, wer mit dem Alltag Probleme hat, tut sich um so schwerer mit der Zukunft. An der Alltagsbewältung arbeiten wir. Gewisser Druck ist unvermeidbar, wohl ist mir dabei nicht.

Wie kann ich meinem Sohn weiter helfen, da eigentlich der "Aufbau" bei Null anfängt (morgens aufstehen...............) ?

Probleme mit desorientierten Jugendlichen sind nicht neu, aber hier gibt es eine nachteilige Vorgeschichte, die mehr abstempelt.

Sorry für den langen Text, aber nur so kann es evtl. nachvollzogen werden.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von amrita1, 11

Mein Vorschlag ist, trotz des Alters deines Sohns, dass du dich zum einem mit der Montessori-Pädagogik auseinander setzt, zum andern das Buch von Rudolf Dreikurs "Kinder fordern uns heraus" liest.

Auch wenn es dein Wunsch ist, dass dein Sohn schnell eine berufliche Perspektive bekommt, ist es mMn. besser hier erst einmal in kleinen Schritten zu beginnen. Grenzen setzen, dafür sorgen, dass Regeln bzw. Strukturen
eingehalten werden. Der "Feldwebel" sollte am besten eine zeit lang Urlaub machen, weil er Trotz-verhalten fördert.


Kommentar von amrita1 ,

Danke für den Stern ;-)

Antwort
von Handwerkbursche, 53

Der Ehrgeiz deines Sohnes lässt sich - wie bei jedem heranwachsenden Kind - mit Sicherheit fördern.

Leider weiß ich zu wenig über die Hintergründe, zumal ich dein Profil nicht eingesehen habe.

Ich berate dich aber gern mit dem Ziel "Strategie der kleinen Schritte".

Sende mir einfach eine FA mit detaillierteren Infos.


Kommentar von douschka ,

Mein Profil hast Du eingesehen, der Fragetext ist ausführlich. Kind kam aufgrund Schulpflichtbefreiung in die Fänge des Jugendamtes. 5 vergeudete Jahre, mit all dem Trennungsschmerz vom Elternhaus. Zwangsweise zum Heimkind geworden. Nichtgewollte Entfremdung, die beiden Seiten sehr weh tut. Es gab keine Alternative. Wohlgemeinte Versuche ohne Nachdruck mit fatalem Ergebnis. Habe ein gut erzogenes Kind abgegeben und einen Zombie zurück bekommen. Was willst Du noch wissen um zu raten?

Kommentar von Handwerkbursche ,


Mein Profil hast Du eingesehen,


Nein, habe ich nicht.

Ich bin lediglich auf dein Profil gegangen, um dir ein Kompli zu senden.

Dein daraufhin hier angeschlagener Ton gefällt mir absolut nicht :(

Ich klinke mich deshalb aus diesem Thread aus und bedaure, dir nicht weiterhelfen zu können.

Alles Gute für deinen Sohn & für dich.

Adieu.

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