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Wie kann ich meinem Hund die Angst vor dem Autofahren nehmen?

gefragt von MaienblumeMaienblume am 12.01.2009 um 19:10 Uhr

Liebe Community!

Ich bin etwas ratlos, denn neuerdings verweigert meine Schäfermixhündin (1 3/4 Jahre) in den Kofferraum des Kombi zu hüpfen. Dabei wirft sie sich platt auf den Boden, oder schlüpft sogar nach hinten aus dem Halsband heraus, obwohl ich niemals nach vorne an der Leine zerre.

Alles Locken oder Befehlen nützen nichts, selbst ihre Lieblingsleckerlis (Hühnerherzchen) bringen keinen Erfolg.

Dabei hat sie meines Wissens nie etwas Schlimmes im Auto erleben müssen...

Sie ist ein ziemlich kluger Hund, und sonst sehr folgsam. Früher hat sie wohl Schläge bekommen vom Vorbesitzer, aber ihre Ängstlichkeit konnte ich ihr weitgehend nehmen. Gewalt gegen Tiere verabscheue ich.

Wißt Ihr irgendwelche Tricks, wie ich ihr Verhalten umpolen könnte? Ich möchte nicht jedesmal zum letzten Mittel greifen müssen, und sie hineinheben, denn sie wiegt schon ihre 27 kg.

Ach ja... früher hat sie sich nicht so angestellt, aber wir mußten leider meist weite Strecken fahren, beinahe durchgängig Autobahn... vielleicht wird ihr davon schlecht, ich weiß es nicht. Spucken muß sie jedenfalls nicht, und ist auch sonst ganz normal, und brav, WENN sie mal drin ist im Kombi.

Denn wenn sie mit ihrer Verweigerung zu oft Erfolg hat, ist das ja auch die falsche Prägung.

Für Tipps und Ratschläge Eurerseits bin ich sehr dankbar!


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Baiana
beantwortet von Baiana am 13. Januar 2009 12:53
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Puh! Das ist wirklich ein wenig trickig. Bei so einer gewitzten Dame wirst Du vermutlich die komplette Trickkiste anwenden müssen. :-)

Deutlich ist, dass irgendetwas vorgefallen ist, was ihr die Freude am Autofahren verleidet.

Ich würde vermutlich wie folgt vorgehen:

  • Die Hühnerherzen kommen weg. Wenn Du es damit jetzt schon einige Male versucht hast, dann kann die Verknüpfung zwischen Herzen und Unwille schon erfolgt sein. Nimm Käsestücke, Leberstücke, Fleischwurstteilchen.

  • Herausbekommen, ob die Angst/das Unwohlsein auf den Kofferraum bezieht oder auf das Autofahren an sich. Dafür würde ich sie erstmal hinten auf den Sitz (Decke, Geschirr und Gurt) oder vorn in den Fußraum locken. Nicht mit zuviel Gewesen, sondern ganz locker. Wenn das problemlos funktioniert, dann kurze Ausflüge in die Umgebung. Kauf ein neues besonderes Spielzeug, das immer dann und nur dann mitkommt, wenn es Autoausflüge gibt. Als Schäferhündin wird sie gern arbeiten, also könntest Du z.B. einen Futterdummy nehmen. Die Verknüpfung Spielzeug-Auto-riesengroßer Spaß muss klar werden.

  • Dann muss der Kofferraum wieder schmackhaft werden. Setz Dich vielleicht mit einem Buch (und dick eingepackt) eine Viertelstunde dort rein. Sie ist dabei, bekommt aber keinen Befehl, Du beachtest sie gar nicht weiter. Vermutlich wird sie ziemlich verwundert davor hocken.

  • Wenn Du clickerst, dann kannst Du den Clicker zur Unterstützung nehmen. Jeder Blick Richtung Kofferraum, jeder Schritt drauf zu, Schnauze auf den Rahmen legen - alles mit Click und Belohnung kommentieren. Am besten ohne Leine, damit das Training nicht mit Zwang verbunden ist. (ohne Clicker geht das natürlich auch)

  • Die etwas "rabiatere" Variante: Schick sie in den Kofferraum. Springt sie nicht, dann kommt der Hund ins Haus und Du fährst ohne sie.

.

Mehr Ideen hab ich leider auch nicht. Wenn das alles nichts bringt, dann frag bei www.dogforum.de nochmal nach. Da sind ein paar echte Füchse unterwegs, die vermutlich noch mehr Ideen haben.

:-) Viel Erfolg!

Kommentar von 1fbd04cbe07943860c54a31479062621smallMaienblume am 13. Januar 2009 13:46

Ui! das ist aber eine Menge Input!

Danke, Baiana, genau wie ich es mir von Dir erhofft hatte!

Werde mal mein Hirnschmalz daran setzen - wäre doch gelacht, wenn ich das nicht irgendwie hinkriege. Clickern tue ich übrigens nicht.

DH + LG!


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Taraa
beantwortet von Taraa am 12. Januar 2009 22:01
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Ich habe da gerade eine Idee! Wie würde Kay denn mit leerem Magen auf Hühnerherzen reagieren? Versuchs doch einfach nochmal nach dem Morgenspaziergang wenn sie wirklich sehr hungrig ist :-D

L.G. Taraa


CrazyDaisy
beantwortet von CrazyDaisy am 13. Januar 2009 13:45
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Da sie ansonsten springt, tippe ich einfach mal auf Übelkeit und Unwohlsein. Deshalb funktionieren wahrscheinlich auch Leckerlis nicht - mich bekämst Du auch mit der schönsten Schoki nicht in die Achterbahn... im Gegenteil.

Ich habe damals mit meinem JRT Rüden sehr gute Erfahrungen mit "Bonamine" von Pfizer gemacht. Leider nicht mehr im Handel, hier erfährst Du aber, welche Präparate mit dem gleichen Wirkstoff arbeiten - http://www.yacht.de/schenk/seekrank.html

Es ist ein Menschenmedikament und muss natürlich entsprechend der Kilozahl herunterdosiert werden. Du kannst auch sicherheitshalber noch mal mit dem Tierarzt die Sache absprechen, mir wurde es damals vom Tierarzt empfohlen.

Mein Rüde, dem es damals vor dem Autofahren grauste, hat mit Medikament soviel Spaß daran bekommen, dass wir es nach einer Weile auch weglassen konnten - erst auf Kurzfahrten, dann auch auf längeren. Womöglich ist auch Autokrankheit ein "erlerntes" Verhalten, das wieder rücktrainiert werden kann. So wie wir Menschen Angst vor der Angst entwickeln können, so gibt es wohl auch die Angst vor der "möglichen" Übelkeit - ich selbst habe Höhenangst und kann das nachvollziehen!

Kommentar von 1fbd04cbe07943860c54a31479062621smallMaienblume am 13. Januar 2009 13:55

Ah ja!

Na, das ist doch auch mal ein sehr guter Ansatz! Werde mal mit dem TA reden, der ist hier gleich ums Eck, ich muß ihm eh noch was vorbeibringen...

Ich danke Dir sehr! LG + DH.

Kommentar von A521e3ba76c4794eea46a88ce74fd517smallCrazyDaisy am 13. Januar 2009 14:02

Merk Dir den Wirkstoff! Womöglich ist der TA jung und kennt Bonamine nicht mehr!


raubkatze
beantwortet von raubkatze am 12. Januar 2009 19:15
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Schätze, dass das Problem nicht das Autofahren selbst ist, sondern das, was daraus folgen kann. Wenn die Hündin Kurzstrecken eher weniger kennt und das Autofahren immer mit einer langen "Weltreise" und Unannehmlichkeiten verbunden ist, wird sie es nicht mögen. Trainiere mit ihr kurze Fahrten und belohne sie fürs "Mitspielen". Fahr jeden Tag zum Bäcker, zum Gassigehen... Dann wird sie ruhiger. Lock sie mit einem Kaninchen(fell) ;) in den Wagen.

Kommentar von 1fbd04cbe07943860c54a31479062621smallMaienblume am 12. Januar 2009 19:18

Würde ich ja gerne....aaaah! Ich krieg sie nicht rein!!!

Und Kaninchen gibt´s hier nicht im Dutzend billjjer... no, madam!

Trotzdem danke... sobald ich Hundine drin hab, wollte ich solches trainieren. Auch mal gar nicht fahren, sondern vielleicht einfach mal ein bissel sitzen lassen, Platz, und weitere Sachen...


claudi1973
beantwortet von claudi1973 am 12. Januar 2009 19:17
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Grade Schäferhunde leiden schon in jungen Jahren an Hd... schau mal hier http://www.doesc.de/wissen/hd.html vielleicht ist es ja so, das sie Schmerzen hat und deshalb nicht hochspringt.


Kommentar von 1fbd04cbe07943860c54a31479062621smallMaienblume am 12. Januar 2009 19:24

Dankeschön! Ein sehr kluger Gedanke!

Das Springen funktioniert einwandfrei, wir haben da ein paar Übungen, die wir gerne durchführen... Sie ist vom Rahmen her schön rechteckig, und der Papa war ein Altdeutscher Hütehund, eine ziemlich ursprüngliche Rasse. Natürlich schaue ich mir den Link an, doch eigentlich mache ich mir da keine Sorgen.

Sie umkreist das Auto weiträumig - das Springen allein wird es wohl nicht sein.


josysue
beantwortet von josysue am 12. Januar 2009 19:26
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als ich meinen ersten hund vom züchter abgeholt habe, mussten wir auch so ca. 20 km mit dem auto fahren, es ging ihm schlecht, er hat auch gebrochen, dies fahrt war für den hund so prägend, er hat sie in seinem ganzen leben nicht wieder vergessen, er hasste auto fahren, es war sowohl für den hund als auch für uns eine ziemliche strapaze........

Kommentar von 1fbd04cbe07943860c54a31479062621smallMaienblume am 12. Januar 2009 19:31

Oh weh!

Bei uns ging es anfangs eigentlich ganz gut. Aber es waren halt oft so drei Stunden Fahrt - klar, mit Pinkel- und Erholungspausen, aber eben lang. Ich glaube, daß es daran liegen könnte - ich würde mit Sicherheit Kurzstrecken üben, wo der Hund etwas Positives am anderen Ende erleben kann...

Ich ahne dunkel, wenn ich Pech habe kriege ich das nicht mehr weg...:-(

Kommentar von 12150d2618d26f0ee27516c30a2e9ff1smalljosysue am 12. Januar 2009 19:51

ja probiere es mal so, ich drücke dir alle daumen die ich habe, für dich und deinen hund.....

Kommentar von 1fbd04cbe07943860c54a31479062621smallMaienblume am 12. Januar 2009 20:01

Ich danke Dir, josysue!


anonym
beantwortet von Teufli am 15. Januar 2009 14:17
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Uiiiii da hast Du aber ein echtes Problem Wir haben das gleiche mit unserem Rüden dem wird dazu noch Speiübel und arbeiten noch daran , bis jetzt sogar mit Erfolg. Wir machen folgendes: Auto auf Hund bleibt draussen,Autotüren weit offen, wir sitzen drin lesen Zeitung putzen die Scheiben beschäftigen uns mit irgendwas Hund wird neugierig und steigt von alleine ein ,dann beachten wir ihn nicht nach 10 min steigen wir aus und erst dann wird er gelobt das machen wir jetzt seit zwei Wochen (die Zeit im Auto immer weiter ausdehnen mal die Türen schließen oder den Motor an, aber alles ohne Zwang) und er fährt jetzt sogar schon kurze strecken mit uns. Achso und gegen die Übelkeit geben wir ihm Globoloies Cocculus C30 also nur Geduld das wird sich bestimmt geben wir sind jedenfalls voller Hoffnung

Kommentar von 1fbd04cbe07943860c54a31479062621smallMaienblume am 15. Januar 2009 21:14

Danke für Deine Antwort!

Schön, daß Ihr schon solche Erfolge seht, das freut mich aufrichtig für Euch! Man muß echt hartnäckig sein, schätze ich mal.

Ich habe mir jetzt erstmal etwas gegen Reisekrankheit besorgt, denn der nächste Trip steht schon wieder an, da greift ein Training nicht mehr, leider.

Mal sehen, ob es besser geht, wenn Hundine merkt, daß die Übelkeit nicht wiederkommt.

LG + DH!

Kommentar von Teufli am 28. März 2009 11:55

Hallo Marienblume Wollte mal nachfragen wie es mit Deiner Hundine jetzt so läuft ist es mit der Angst etwas besser geworden ? lG

Kommentar von 1fbd04cbe07943860c54a31479062621smallMaienblume am 17. August 2009 15:34

Hallo Teufli.... ja, es ist besser geworden, hin und wieder springt sie nun sogar selbst hinein, allerdings sieht man ihr an, wie sehr sie sich dazu überwinden muß.

Wir haben Spiele trainiert, ganz zwanglos und ohne Leine, sie lernte ihr geliebtes Golfbällchen aus dem Auto zu holen, solche Sachen...

Nun kommt die Zeit, wo wir die Betonung auf Kurzstreckenerlebnisse legen werden , die dem Hund insgesamt einfach als Belohnung erscheinen: Ausflüge in die Natur, mit tollen Wanderungen obendrauf! LG!


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