Frage von MisterApix, 70

Wie kann ich mein schlechtes Gewissen beruhigen?

Hallo, ich bin 20 Jahre alt und studiere BWL. Ich habe mir in den letzten Wochen, aufgrund der Hinweise eines Freundes, viele Dokumentationen über unsere Welt, hauptsächlich über die ungerechte Vermögensverteilung, die Umweltzerstörung, die Massentierhaltung, die hungernden Menschen, etc., angesehen. Mich macht es einfach krank, dass die Welt so ist wie sie ist und nicht genug dagegen unternommen wird, obwohl es möglich wäre. Ich finde es erschreckend wie uninformiert ich vor einigen Wochen noch gewesen bin und der Gedanke, dass es die meisten Menschen immer noch sind macht das nur noch schlimmer. Die Tatsache, dass wir, wenn wir nur die Nutztiere abschaffen würden, die komplette Welt zweifach ernähren könnten gibt mir zwar einen kleinen Funken Hoffnung, jedoch schockiert es mich umso mehr, dass darüber nicht gesprochen wird. Genauso krass ist es, dass die Hälfte der Umweltverschmutzung nur durch die Massentierhaltung entsteht oder, dass man mit einem Steak 4000 Liter Wasser verbraucht (ich meine das wären 100 Duschen.. da soll mir nochmal jemand sagen, ich solle beim Zähneputzen das Wasser abdrehen.. haha). Naja genug mit den Erklärungen und zu meinem momentanigen Problem. Seitdem ich das weiß geht es mir deutlich schlechter, vor allem weil ich als einziger nicht viel dagegen machen kann. Eigentlich will ich momentan nur mein Gewissen beruhigen und wieder ein bisschen mehr Freude empfinden können. ich rede mir schon als ein, dass ich dafür nichts kann, jedoch bringt das nicht besonders viel. Habt ihr Ratschläge, damit ich mein Gewissen beruhigen kann? Ich lebe nun seitdem vegetarisch und vllt. schon bald vegan aber ich merke, dass das auch nicht viel ändert. Außerdem, fange ich jetzt schon sogar an, an meinem Studiengang zu zweifeln. Ich würde mich über Antworten freuen. Liebe Grüße

Antwort
von Imago8, 28

Als ich das erste Mal von diesen ganzen Dingen erfuhr, war ich auch erstmal geplättet und schockiert. Fühle mich immernoch hin und wieder ohnmächtig, traurig oder wütend, wenn ich mir bewusst mache, dass sehr viele Menschen noch keine oder wenig Ahnung von den Wirkungen ihres Handelns haben (wollen). Aber: ich bin ja selbst nicht "perfekt", schwimme zu einem gewissen Grad im Strom mit, aus verschiedenen Gründen. Manche Dinge lassen sich auch nicht von jetzt auf gleich ändern.

Was du tun kannst, ist dich weiter und besser zu informieren und es nicht bei dem "Wissen", welches du aus Dokus hast, zu belassen. Denn viele Informationen sind schlecht aufbereitet oder ungenau, oder die Zusammenhänge werden nicht klar dargestellt.

Ich finde, ein schlechtes Gewissen ist normal, aber hinderlich. Um handeln zu können und eine Kraftquelle zu haben, solltest du dich nicht nur mit den Problemen, sondern vor allem mit Lösungsansätzen beschäftigen. Es gibt sehr viele Leute, die richtig gute Ideen haben und diese umsetzen.

Den ersten Schritt hast du schon gemacht, indem du diese Informationen an dich heran bzw. herein gelassen hast. Das schafft nicht jeder. Jetz geht es darum, was du draus machst.

Lerne, deine kleinen Schritte wertzuschätzen, aber erwarte nicht, dass du dadurch die Welt rettest.

Antwort
von Shiftclick, 25

Nun, das ist ja alles toll. Es wäre dir zu wünschen, dass du deine Einstellungen nicht (wie fast alle anderen Idealisten) in wenigen Jahren ersatzlos streichen würdest -- oder sie in scheinbare Überzeugungen umwandelst. Dazu wäre es vielleicht dienlich, wenn du durch das Studium des Lebens anderer Menschen versuchst, herauszufinden, warum man in welcher Phase zu welchen Einstellungen tendiert und dass es selten rationale Entscheidungen sind, aber dass sie immer als rational, ja sogar zwangsläufig verkauft werden. Es ist schön, wenn jemand die Ungerechtigkeit in der Welt vermindern möchte, aber bei Lichte betrachtet ist diese Ungerechtigkeit eigentlich systemimmanent, d.h. das Leben an sich basiert auf dem Tod (zumindest seit dem Erscheinen der Tiere, die keine Photosynthese können). Und wenn du dir die Welt, wie sie heute ist, anschaust, dürftest du erkennen, dass sie in sehr vielen Aspekten besser ist als die Vergangenheit. Dazu kannst du dich z.B. mal auf https://ourworldindata.org/ umsehen, denn das persönliche Wissen oder Einschätzungsvermögen ist sehr leicht zu täuschen. Fortschritte, da wo sie gemacht wurden, wurden manchmal von Idealisten hervorgebracht, aber beileibe nicht immer. Manchmal ist es zielführender zu überlegen, wodurch man etwas günstig beeinflussen kann, als nur das Richtige zu wollen.

Antwort
von Fairy21, 12

Man kann im Kleinen auch viel erreichen. 

Hier ein paar Beispiele.

1. Wenn man einkaufen geht, einen Stoffbeutel/Tragenetz /Korb mitnehmen.

 Dann muss man keine Tüte kaufen,  um seinen Einkauf mitzunehmen. 

2. Immer nur so  viel Lebensmittel einkaufen , wie man braucht. 

So das man so wenig wie  möglich, am besten gar nichts 

( Außer dem Putzabfall wie z.B. Kartoffelschalen ) wegwirft.

3. Bei bestimmten Sachen,  wie zum Beispiel Klopapier , auf den "blauen Engel" achten.  Darauf das draufsteht,:" Aus 100% Altpapier! "

4. Beim Kauf von Kaffee kann man auch gleich einiges tun.

Wie etwa, : Fair Trade Kaffee, Kaffee mit  dem "Rainforrest Alliance"Siegel, 

Dallmayer Ethopia

Auf der Packung stehen die Aktionen drauf. 

5. Besteht die Möglichkeit , dann kann man Beispielsweise  auf dem Balkon  Bienenfreundliche Blumen im Balkonkasten pflanzen

Besitzt man einen Garten,  kann man zum Beispiel  " Feld und Wiesenblumen" , es gibt Saatgut dafür,  ausstreuen.  Für viele Insektenarten, speziell der Biene.

Anderes Beispiel, :" Bienen und Hummelmagnet" Saatgut. 

Es gibt auch Blumensamen für Singvögel, was dann auf der Packung drauf steht. 

Google, : Bienen unterstützen

Google, : Was für Bienen tun

6. Öfter mal das Fahrrad nehmen. 

7. Wenn du für dein Studium einen Block zum schreiben holst, dann möglichst einen mit  dem "blauen Engel" und aus 100% Altpapier, steht ja drauf.

Wenn man dann auf dem Papier schreibt,  von oben bis unten und die Rückseite verwenden. 

Wieder zum Altpapier geben,  wenn es dann nicht mehr benötigt wird. 

8. Sich eine Schaltsteckdose holen und daran Geräte wie Fernseher, Computer etc. anschließen.   

Geht man zu Bett oder verlässt die Wohnung/das Haus kann man sämtliche Dinge mit einmal vom Strom nehmen. 

Der Fernseher sollte ja nicht auf "Standby" gestellt sein. 

9. Tageslicht nutzen und nicht unnötig eine Lampe einschalten,  solange wie das Tageslicht noch ausreichend ist. 

10. Wenn man Wäsche wäscht und es ist warm draußen, muss man nicht unbedingt , also wenn man ihn hat, den Trockner anwerfen. 

Man kann die Wäsche draußen aufhängen z.B. auf dem Balkon,  wenn man einen hat.

(11.Wer will und kann,  kann statt Waschpulver/ flüssig Waschmittel, die Waschnuss nehmen. )

Es sind also auch viele kleine Dinge,  welche die im Alltag untergehen,  mit denen man schon was ausrichten kann. 

Antwort
von Tritur, 9

Gewöhne dich an den Gedanken: Die Welt ist, wie sie ist und Du kannst sie nicht ändern.

Lebe Dein Leben wie es dir gefällt, es ist ohnehin nur kurz und du hast nur dieses.

Antwort
von paranomaly, 18

Die Welt ist so weil viele noch mit der Gesellschaft schwimmen, anstatt gegen den Strom. Denn wenn man gegen den Strom schwimmt stört man dass System.

Je nach dem um welchen Aspekt es genau geht, wird man von den anderen als Freak gesehen, sie wenden sich von einem ab.

Zum anderen ist es auch die Bequemlichkeit der Leute, die auch Angst habe wenn sie etwas ändern, dass sie ihre materiellen Besitztümer verlieren könnten.

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