Frage von DieGeileGerdi, 70

Wie kann ich in diesem Fall am besten Einspruch bei der Steuerklärung einlegen?

Hallo zusammen,

kurz zu meiner Person: Ich absolviere derzeit ein duales Studium, wobei meine Arbeitgeber zum einen die Duale Hochschule (DH) und zum anderen meine Ausbildungsstätte ist.

Nun habe ich meine Steuererklärung für das Jahr 2015 abgegeben und habe nicht alles angerechnet bekommen. Hierbei gab es hauptsächlich Abweichungen bei den angesetzten Fahrtkosten. Dabei habe ich nach der Internetseite der Vereinigten Lohnsteuerhilfe (https://www.vlh.de/arbeiten-pendeln/ausbildung-studium/student-oder-azubi-fahrtk...) meinen Weg zum Arbeitgeber als Deinstreise angesetzt und den Weg zur Hochschule mit der Pendlerpauschale (Weg zum Arbeitgeber ist deutlich länger, weshalb dies meinerseits ein erheblicher Vorteil ist). Ablehnungsgrund von Finanzamt war: "Die erste Tätigkeitsstätte ist immer der Betrieb, da es eine ortsfeste Einrichtung des Arbeitsgebers sein muss. [...]". In diesem Fall widerspricht dies jedoch der Aussage auf der genannten Internetseite oder nicht? (Erste Tätigkeitsstätte wäre die DH)

Des Weiteren ist es so, dass ich mit meiner Freundin (macht ebenfalls ein duales Studium) ihre Steuererklärung nach genau demselben Schema eingereicht haben und dort alles angerechnet wurde (Hochschule -> Erste Tätigkeitsstätte; Arbeitgeber-> Dienstreisepauschale).


Nun zu meiner eigentlichen Frage: Wie kann ich in diesem Fall am besten Einspruch einlegen? Wäre es schlau beim Einspruch auf meine Freundin zu verweisen, die genau denselben Fall genehmigt bekommen hat oder habt ihr andere Tipps für mich?

Bin für jede hilfreiche Antwort dankbar._______________________________________________________________

Kurzes Update: Der Einspruch wurde leider abgelehnt, Begründung: In einem dualen Studium ist immer der Betrieb die erste Tätigkeitsstätte..
Soll ich da dann nochmal was versuchen oder ist das vergebens? Bitte um dringende Antwort

Antwort
von Petz1900, 41

Lohnsteuerhilfevereine sind zuerst einmal Gewerbebetriebe, die natürlich Kunden ködern wollen, wie jeder andere Gewerbebetrieb auch.

Allein maßgeblich ist das hier:
http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuera...

Kommentar von DieGeileGerdi ,

Irgendwelche Tipps, wie ich dann am besten vorgehen soll?

Kommentar von Omikron6 ,

Lohnsteuerhilfevereine sind keine GEWERBEbetriebe sondern  VEREINE!!!

Antwort
von petrapetra64, 20

Du solltest auf die von dir gefundenen Informationen verweisen in deinem Einspruch, aber keinesfalls auf deine Freundin. Das kann sich auf deine Freundin negativ auswirken, selbst dann, wenn es bei der Freundin nicht mehr korrigiert werden kann. Der Sachbearbeiter kann aber einen auf den Deckel kriegen und der wird in Zukunft alle Anträge deiner Freundin millimetergenau prüfen und ihr das Leben schwer machen. Noch mal wird sie das dann wohl nicht mehr durchdrücken können.

Ebenso gibt es kein, "woanders hat es geklappt, also muss das bei mir auch durchgehen". Man kann lediglich auf bestehende Urteile und offizielle Auslegungen verweisen, nicht auf andere Personen, bei denen es vielleicht auch falsch entschieden oder übersehen wurde. 

Antwort
von Omikron6, 59

Leg bei deinem Finanzamt Einspruch ein. Vertrete deine Rechtsauffassung wie hier von dir dargestellt. Ein Verweis auf die Handhabung bei deiner Freundin ist irrelevant. Viele Grüße von einem Fragenbeantworter, der beim Finanzamt arbeitet.

Kommentar von DieGeileGerdi ,

Hallo, 

danke für die schnelle Antwort. Das heißt ich soll nicht darauf verweisen das jmd anderes (hier: Meine Freundin) im genau demselben Fall die Kosten angerechnet bekommen hat? (Mehr Aussicht auf Erfolg?)

Kommentar von Petz1900 ,

1. Du kannst deine Freundin damit "reinreiten", willst du das?
2. Es gibt keine Gleichbehandlung im Unrecht, nur im Recht. Nur weil das bei deiner Freundin anerkannt wurde, muss es ja noch lange nicht richtig sein....

Kommentar von Omikron6 ,

Bite keine Verweise auf die steuerliche Sachverhaltsbehandlung bei anderern Personen. Ggf. führt das zu einer Mitteilung an die für die Freundin zuständige Dienststelle. Und wenn deren Bescheid z.B. nach § 164 AO ergangen ist und somit umfänglich änderbar sein könnte, dann hat sie das Nachsehen. Beschränke dich bei deiner Argumentation nur auf die Rechtslage und deine Rechtsauslegung. Das Finanzamt wird dann entsprechend entscheiden. Ggf. gegen eine Einspruchsentscheidung Klage bei Finanzgericht erheben. Aber Vorsicht. Die Henne  (FA)ist meistens klüger als das Ei...

Kommentar von DieGeileGerdi ,

Alles klar, danke. Versuchen kann ich es ja mal. Werde dann dementsprechend natürlich nicht auf meine Freundin verweisen.

Kommentar von DieGeileGerdi ,

Kurzes Update: Der Einspruch wurde leider abgelehnt, Begründung: In einem dualen Studium ist immer der Betrieb die erste Tätigkeitsstätte..
Soll ich da dann nochmal was versuchen oder ist das vergebens? Bitte um dringende Antwort

Kommentar von Omikron6 ,

Was du machst, ist deine Sache. Wenn du sagst, "der Einspruch wurde abgelehnt", ist eine förmliche Einspruchsentscheidung ergangen? Dazu hast du nichts gesagt. In der Einspruchsentscheidung steht drin, dass du dagegen Klage beim Finanzgericht erheben kannst. Aber: Kosten! Ich kann dir nur raten, die Dienste eines Steuerberaters in Anspruch zu nehmen. Aber: Kosten. Da ich deinen Fall nicht bis ins klitzekleinste Detail kenne (deine Schilderung ist dafür nicht ausreichend; da müsste ich die "Akte" genau einsehen können), rate ich von weiteren Schritten ab.

Antwort
von Hefti15, 29

Lese mal hier nach:

http://www.etl.de/aktuelle-themen/neues-reisekostenrecht-betrifft-auch-azubis-un...

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