Frage von FindMyOwn, 34

Wie kann ich ihr beibringen, dass ich nicht streng gläubig bin?

Eigentlich bin ich ein Muslime allerdings ist es mir egal. Meine Mutter sieht es nicht ein das ich in Deutschland geboren und aufgewachsen und somit eine andere Denkweise habe als sie. Ich esse und trinke was mir schmeckt und bete auch nicht. Mit 20 werde ich wohl am besten wissen was gut und schlecht für mich ist und ich muss mir doch nicht mein Leben diktieren lassen. Ich gehe auch nicht in die Moschee. Meine Mutter soll das akzeptieren nur wie kann ich ihr das bei bringen?

Antwort
von nachdenklich30, 13

Hallo FindMyOwn!

Im Grunde machst Du das doch genau richtig: Du isst und trinkst, was Dir schmeckt und lebst Deine Religiosität so, wie Du es willst.

Deine Mutter lebt es anders, und es ist ihr wichtig, dass Du religiös nicht verloren gehst.

Ob Du mit 20 am besten weißt, was gut für Dich ist, ist eine andere Frage. :-) Aber das musst Du selber herausfinden. Manchmal können Eltern da gute Ratgeber sein. Und manchmal können sie unendlich nerven. Das ist in gewisser Weise ihr Job. Wenn Du mal Kinder in dem Alter hast, wird es ihnen möglicherweise mit Dir genauso gehen.

Wobei: Je mehr sie von Anfang an lernen, selbständig zu sein und Verantwortung für sich und die Gesellschaft zu übernehmen, und je mehr man sie in dieser Selbständigkeit begleitet, desto weniger werden die Eltern und die Kinder den anderen Part nerven.

Vielleicht ist das auch ein Anknüpfungspunkt: Dass Du Deine Mutter bittest, Dich in Deiner Selbständigkeit zu unterstützen. Dass Du sie liebst und auch dann brauchst, wenn Du mal merkst, dass Du Fehler gemacht hast. Aber Fehler gehören halt dazu, wenn man selbständig wird. Ob Sie trotzdem zu Dir halten will, wenn Du sie drum bittest?

Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich evangelischer / christlicher Theologe bin. Und ich weiß, dass religiöse Systeme wie Kirche oder Moschee ganz schön nerven können. Dass sie auch veralten können. Und dass es dort Modernisierungsbemühungen gibt, die einem selber gut tun können, die aber auch Menschen brauchen, die sich für die Modernisierung einsetzen. Das gilt für das Christentum und das gilt für den Islam.

Vielleicht findest Du ja einmal einen Weg, in dem Du Deinen religiösen Weg für Dich findest. Aber immer gilt: Die Religionen sind dazu da, den Menschen zu stützen und selbständig und liebevoll zu machen. Wenn sie das nicht tun, läuft etwas verkehrt. Das hast Du für Dich offenbar wahrgenommen. Ich wünsche Dir, dass Du auch mal die religiösen Wegen findest, die in die richtige Richtung laufen und Dir gut tun.

Und durch den Konflikt mit Deiner Mutter musst Du durch. Das ist einfach so. Nicht nur im Islam, sondern in allen Religionen. Aber gib auf Dich acht, wie eng die Grenzen Deiner Eltern sind. Manchmal vergessen sie all ihre Liebe zu den Kindern und tun Dinge, die grausam sind. Leider derzeit gerade auch im Islam. Pass gut auf Dich auf und schau, wo Du Dir ggf. Hilfe holen kannst.
Möglicherweise könnte eine erste Anlaufstelle eine Telefonnummer sein: http://www.sueddeutsche.de/panorama/telefonseelsorge-fuer-muslime-hilfe-ohne-gre...

Das muslimische Seelsorgetelefon ist täglich von 16 bis 24 Uhr unter der Nummer 030 44 35 09 821 zu erreichen.

Antwort
von jojo26033, 34

Hm, dass ist echt schwer. Du musst ihr einfach mal sagen, dass du mal mit ihr reden möchtest. Dann musst du ihr einfach vorsichtig sagen, dass du erwachsen bist und selber entscheiden kannst, was für dich gut ist und was nicht.

Antwort
von stine2412, 19

FindMyOwn, lies dir den Link www.zeit.de/2015/38/Mohammed durch und wenn du meinst, deine Mutter liest das, dann drucke es aus und gib es ihr zu lesen. Dieser Text wurde von einem ehemaligen  Muslim geschrieben. Jetzt wird er mit dem Tod bedroht.

Dann wäre es durchaus interessant, Mohammed mit Jesus Christus zu vergleichen. Ich meine jetzt nicht, wie sog. Christen sich in den Jahrhunderten verhalten haben, sondern was die Lehre Jesu ausmacht und seine Taten und die Lehre und die Taten Mohammeds. Dazu wäre noch die Islamseite.de zu empfehlen. Wenn du das alles intus hast, hast du eine gute Diskussions-Grundlage und das Argument, im Gegensatz zu deiner Mutter vielleicht etwas mehr über den Tellerrand schauen gelernt zu haben. Deine arme Mutter! Ansonsten wirst du sicherlich auch andere Diskussionspartner finden.

Antwort
von monte4, 17

Eltern bleiben dein lebenlang für dich verantwortlich

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten