Frage von Eralbr, 26

Wie kann ich gegen unlautere Wettbewerb / Geschäftspraktiken klagen?

Ich wurde von der Werbung: "Wir kaufen ihre Immobilie sofort oder bewerben es bundesweit" angelockt. Die Werbeagentur wollte meine Immobilie nicht kaufen sondern bat mir ein Werbevertrag an und versprach mir, leider nur mündlich, falls es nicht klappen sollte die Wohnung zu verkaufen über ein Sofortkauf zu sprechen. Wo es aber soweit war hat es den sofortkauf abgelehnt. Darf eine Firma so werben? Ich bin zu 99 % überzeugt, dass diese Werbeagentur noch nie eine Immobilie sofort gekauft hat, sonder mit diese Werbung Kunden anlockt. Wie kann ich das beweisen?

Antwort
von Ortogonn, 10

Ja, sie scheinen geschickt zu formulieren.

Bsp.: Wenn 2 Personen ein Wettrennen machen und es kein Unentschieden gibt, belegt die eine einen hervorragenden zweiten Platz, während die andere nur vorletzte wird...

"Wir kaufen ihre Immo sofort oder bewerben sie bundesweit."
Selbst wenn sie nie eine gekauft haben oder werden, entspricht das exakt dem "Versprechen".

"Sollte kein Verkauf zustande kommen, sprechen wir über einen Sofortkauf"
Darüber zu sprechen  bedeutet nicht, dass es letztlich zu einer Einigung und einem Sofortkauf kommt.

Ich stimm dir zu, dass Werbung unbefriedigend für die angesprochene Klientel sein kann. Und damit steht diese Firma in "guter" Gesellschaft mit fast allen anderen Werbetreibenden. Werbung ist halt immer das Anpreisen und Herausstellen eines Produktes/Dienstleistung. Man darf nicht lügen, aber schmeicheln und das ist dann immer eine Einzelfallentscheidung, sollte es zum Streit kommen. Sonst gäbe es Befrifflichkeiten wie "neuwertig" nicht. Auch "neuwertig" ist gebraucht, klingt aber besser. Sprache ist leider nicht eineindeutig. Sonst benötigte man keine Definitionen.

Ein Prozessieren wegen unlauteren Wettbewerbs bedarf der Benachteiligung eines Mitbewerbers. Scheidet für dich also komplett aus, da du keiner bist.

Du fühlst dich betrogen. Das zeigt, in welche Richtung du argumentieren könntest. Bzgl. § 263 StGB seh ich allerdings wenig Hoffnung. Aber selbst wenn, ist das nur der strafrechtliche Teil. Deine Immo hast du damit weiterhin an der Backe.

Du könntest natürlich versuchen, über den Privatklageweg zu gehen. Vielleicht eine Vertragserfüllung bzgl. Kauf der Immo anstreben. Die Frage ist, ob dies überhaupt Bestandteil des (mündlichen) Vertrages war. Wie bereits angedeutet, bedeutet über etwas (wiederholt) zu reden nicht, dass man sich einig wird und es zu weiteren Schritten kommt.

Ich drück dir dennoch die Daumen, dass du etwas bewikren kannst. Es wäre schön, nicht immer jedes Wort 3 Mal wenden und durchleuchten zu müssen, wenn man Werbung bekommt.

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