Frage von DRINGENDHILFE8, 33

Wie kann ich fristlos bei meiner Arbeitsstelle in der probezeit ohne einen Arbeitsvertrag kündigen wenn der Chef im urlaub ist?

Ich möchte fristlos kündigen. Wie kann ich das machen wenn der chef im urlaub ist und es keinen anderen Ansprechpartner gibt? Es ist ein kleines Familienbetrieb. Und einen Arbeitsvertrag habe ich auch nicht und auch noch keinen Gehalt bekommen. Bin seit 1,5 monaten dort beschäftigt. Und wie kann ich es trotzdem nach der Kündigung schaffen das ich mein geld bekomme? Vielen Dank für deine Antwort

Antwort
von peterobm, 24

auch ohne schriftlichen Vertrag hast du einen Vertrag, wenn auch nur mündlich, dein Chef hat einen Vertreter - überreiche ihm die Kündigung, innerhalb von 14 Tagen kann in der Probezeit gekündigt werden.

für eine Fristlose müssen schon gute Verfehlungen angeführt werden, so einfach ist das nicht 

das Geld kannst du einklagen

Antwort
von marcussummer, 18

Eine Kündigung wird durch Eingang einer schriftlichen, also unterschriebenen Erklärung beim Arbeitgeber erreicht. Dafür es grundsätzlich, wenn die Erklärung den Herrschaftsbereich des Arbeitgebers erreicht, also zum Beispiel den Briefkasten. Das tatsächliche Lesen ist nicht notwendig.

In deinem Fall sehe ich allerdings keine Umstände, weshalb du fristlos kündigen können sollst. Auch ein mündlicher Arbeitsvertrag ist ein wirksamer Arbeitsvertrag, da Arbeitsverträge nicht von der Einhaltung einer bestimmten Form abhängig sind. In einer vereinbarten Probezeit beträgt die Frist einer Kündigung nach BGB 14 Tage. Ob in deinem Fall überhaupt eine Probezeit vereinbart ist, ist jedoch fraglich, weil du keinen schriftlichen Arbeitsvertrag hast. Und der Inhalt eines mündlichen Vertrages ist immer etwas schwer zu beweisen. Eine Probezeit muss jedoch ausdrücklich vereinbart sein, sonst gibt es keine.

Wie du nach der Kündigung dein Geld kriegst? Wenn der Arbeitgeber nicht freiwillig zahlt, mahnst du ihn an oder verklagst ihn direkt. Ohne Vereinbarung über die Fälligkeit gilt die gesetzliche Regelung, dass der Lohn zum Ende des jeweiligen Monats fällig ist.

Kommentar von vic444 ,

Mündliche Vereinbarungen können doch ganz einfach wiederrufen werden? Ein Arbeitsvertrag ist eine mündliche Vereinbarung doch nicht... ich hab auch eine Mündliche Vereinbarung aufgelöst indem ich das dem Chef nur mitgeteilt hab (telefonisch). Denn wenn nix auf Papier ist kann man doch nix einfordern was zwei so einfach ausmachen? Ich bin neugierig, bitte Antworte mir :)

Kommentar von peterobm ,

das ist schon keine Vereinbarung mehr, reden wir von einem mündlichem Vertrag, da gilt ausschliesslich das BGB - dort ist alles geregelt. auch steht dort, Kündigungen sind ausschliesslich in Schriftform einzureichen mit persönlicher Unterschrift

wenn der Chef im Urlaub ist, wer übernimmt seine Tätigkeit bzgl. der Überweisungen, das kann da schon mal dauern bis er wieder anwesend ist

Kommentar von marcussummer ,

Weiß nicht, wo du diese rechtlich eindeutig falschen Info her hast. Natürlich ist ein mündlicher Arbeitsvertrag eine "Vereinbarung" = bindender Vertrag. Und natürlich kann man NICHT jede mündliche Vereinbarung widerrufen. Die Quelle musst du mir mal zeigen...

Ob der Inhalt eines Arbeitsverhältnisses auch beweisbar ist, hat damit rechtlich erst mal nichts zu tun. Im konkreten Fall will der Fragesteller aber auch noch das Entgelt für die bisherige Arbeitszeit haben. Wenn er behauptet, dass es gar kein Arbeitsverhältnis gab, wird das schwierig. Warum bitte hat er dann gearbeitet? Und wofür will er Geld, wenn nicht für die geleistete Arbeit? Und wenn es doch einen (mündlichen) Arbeitsvertrag gab, gilt zumindest in Deutschland §623 BGB: Arbeitsverträge können nur schriftlich beendet werden.

Kommentar von DRINGENDHILFE8 ,

Danke für deine Antwort.

Aber probezeit wurde bei mir garnicht vereinbart. Also heisst dass, das ich dann doch einfach fristlos kündigen kann? Lg

Kommentar von marcussummer ,

Nein. Ohne Probezeitvereinbarung gilt rechtlich gesehen nach BGB die ordentliche Kündigungsfrist: Vier Wochen zum Monatsfünfzehnten oder Monatsende. Stand heute also der 15.10.2016.

Antwort
von AndiRat, 19

Du setzt eine schriftliche Kündigung auf:

dein Name

Name der Firma,  zu Händen des Chefs, Adresse

Kündigung

Sehr geehrter Herr xxx,

hiermit kündige ich den Arbeitsvertrag mit sofortiger Wirkung. Grund: keine Lohnzahlung.

Hilfsweise kündige ich zum nächst möglichen Zeitpunkt.

Mit freundlichen Grüßen

Datum                 deine  Unterschrift.

Jetzt musst du das Schreiben in den offiziellen Briefkasten der Firma werfen und Datum des Einwerfens bzw. den Einwurf beweisen können. Dazu nimmst du einen Bekannten mit zum Briefkasten. Zeigst dem die Kündigung. Dann tust du die Kündigung in einen Briefumschlag und wirfst vor den Augen des Bekannten den Brief in den Briefkasten.

Der Bekannte unterschreibt jetzt das:

Am heutigen Tag um ddd Uhr hat  dein  Name eine fristlose Kündigung unter meiner Anwesenheit in den Breifkasten der Fa. xxx  eingeworfen.  Datum Unterschrift 

Damit hast du jedenfalls den Vertrag gekündigt. Notfalls gilt die normale Kündigungsfrist.

Kommentar von DRINGENDHILFE8 ,

Vielen Dank für die mühe :)

Kommentar von marcussummer ,

Es wird wohl rechtlich gesehen bei der normalen Kündigungsfrist bleiben: Eine fristlose Kündigung wegen Zahlungsverzug hinsichtlich des Arbeitslohns ist regelmäßig erst beim Rückstand von zwei Monatsgehältern zulässig. 

Praktisch wird ein Arbeitgeber, der den Lohn nicht zahlt aber möglicherweise sogar froh sein, wenn der Arbeitnehmer sofort verschwindet und nicht auch noch für eine Kündigungsfrist Lohnansprüche erzeugt.

Dem Rest der Antwort ist vollkommen zuzustimmen.

Antwort
von AntwortMarkus, 18

Du hast einen Arbeitsvertrag.  Nur keinen in schriftlicher Form.

Es kann dir egal sein, ob der Chef vor Ort ist. 

Er muss in seiner Abwesenheit dafür Sorge tragen, dass solche Dinge von einer Vertretung bearbeitet werden. 

Die gesetzliche Kündigungsfrist nimmt keine Rücksicht auf die Ortsabwesenheit deines Chefs.

Antwort
von vic444, 14

Nunja ohne Arbeitsvertrag kannst du eigentlich ja kommen und gehen wie du willst so lange du mit dem wegbleiben keinen Schaden verursachst (z.B. einfach alles offen stehen lassen und aus z.B. nem Laden gehen)

Ohne Arbeitsvertrag musst du nicht am Arbeitsplatz erscheinen... wenn du das Geld haben willst für das du schon gearbeitet hast, musst du deine Stundenzahl belegen und wie viel du vorher pro Stunde bekommen hast (Lohnabrechnungen)

Mehr kann ich dir nicht sagen

Ich hoffe wie immer das ich helfen konnte

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