Frage von UsernameABC, 111

Wie kann ich es schaffen mit 17 in eine eigene Wohnung zu ziehen?

Hallo Leute! Ich werde in 1 1/2 Monaten 17 und möchte gerne in eine eigene Wohnung ziehen… Aus folgendem Grund: Bei uns zu Hause ist es extrem unordentlich, verdreckt, unhygienisch. Seit meine Mutter vor 6 Jahren einen Schlaganfall hatte kümmert sich mein Vater um gar nichts mehr, er lehnt aber auch jegliche Hilfe von Außerhalb ab… Meine Mutter kann nicht auf Grund ihrer Behinderung. Wir leben von Hartz IV und mein Vater kann nicht mit Geld umgehen… Habe nicht genug Klamotten, ab dem 20. kein Geld mehr für Essen. Ich habe außerdem schwerwiegende psychische Erkrankungen… Die Sache mit meiner Mutter belastet mich auch. Ich weiß, sie kann nichts dafür (Eigentlich schon, denn sie hat die Warnungen der Ärzte ignoriert), aber sie ist wirklich eine unerträgliche Person. Früher war sie immer für mich da, war total lieb und ruhig und heute… Ich weiß, mir würde es auch schlecht gehen, wenn ich nicht mehr sprechen und nicht mehr laufen könnte und nichts mehr tun, aber sie ist wirklich den ganzen Tag nur am meckern oder am weinen. Sie will immer ihren Willen durchsetzten, sie versteht z.B nicht, dass wir nicht so viel Geld haben und will immer teure Dinge kaufen, teures Essen und ganz schlimm, sie will immer die aller teuersten Zigaretten, sonst fängt sie an zu weinen und herum zu brüllen (Sie kann ein paar Worte, wie “Ja”, “Nein”, … Das war’s dann auch) … Mein Vater lässt das alles durchgehen, weil er nicht will, dass sie weint. Auch mit dem Essen geht sie nicht sparsam um, will von allem zu viel und ist egozentrisch. Wenn sie es nicht kriegt, weint sie und schreit. Genauso ist es bei meinen Erkrankungen. Ich gehe nicht mehr zur Schule und meide es oft raus zu gehen, weil ich panische Angst habe, ich gehe auch schon dagegen an, gehe öfter raus. War auch in einer Psychiatrie und bei Therapeuten. Wenn ich versuche ihr zu erklären, dass es mir nicht gut geht und ich Gründe habe, weshalb ich nicht so kann, wie ich gerne wollte sagt sie total frech “Jaja” und fängt an zu lachen. Sie ist absolut nicht mehr sie selbst. Ich verkrafte es nicht mich mit so einem Menschen auseinander zu setzen. Ich weiß, sie ist meine Mutter und liebt mich etc pp...

Ich möchte mich von all dem trennen. Eine eigene Wohnung, Abendschule + Abitur, Nebenjob. Einfach ein ganz neues und besseres Leben aufbauen. Meine Sozialarbeiterin (Jugendamt) kümmert sich aber um kaum was und traut mir nichts zu, sieht mich als Kind. Bietet mir nur eine Wohngruppe. Ich muss seit Jahren alles alleine machen (Kochen, putzen, Wäsche waschen, andere Sachen...) und ich hab kein Problem damit. Und ich habe keine Lust jemandem auf der Tasche zu liegen.

Eine Freundin ist auch schon mit 16 in eine eigene Wohnung gezogen. Da ging das ganz schnell und sie musste in keine Wohngruppe.

Was muss ich machen? Ich möchte auch erst Ende des Jahres ausziehen, weil ich dann auf die Abendschule gehe und der JobC einen Nachweis braucht, damit sie die Miete zahlen. Ich wünschte ich könnte selbst arbeiten.

Antwort
von DerHans, 38

Wenn es dir zu Hause zu dreckig ist, kannst du ja mal einen Putzlappen in die Hand nehmen.

Eine eigene Wohnung kannst du ja wohl kaum finanzieren. Übrigens müsstest du da auch putzen

Kommentar von UsernameABC ,

Wie in der Frage steht: Ich putze schon. Aber 4 Personen immer hinterher putzen ist nicht leicht.

Antwort
von Chillyourbut, 49

Erstmal: Du tust mir wegen deines sozialen Umfeldes aufrichtig Leid, sowas ist auch für eine außenstehende Person nicht schön zu hören.

Wenn es die Situation so drastisch ist, dann nimm die Wohngruppen in Anspruch, gib ihr eine Chance. Sollten dir die Mitwohnerinnen/er nicht passen, denke ich, hast du auch noch die Möglichkeit zu wechseln. In meinen Augen wäre es wirklich besser, zu Hause kanns so ja auch nicht weiter gehen wenn du sozusagen in den wichtigsten Punkten "ausgeschlossen" wirst, aber die Arbeit dann erledigen kannst. 

Ich denke, für eine Wohnung jedoch wäre es noch zu früh. Du hast noch kein eigenes Einkommen, ich denke (jedenfalls ist es dort, wo ich wohne so) mit dem Alter wirst du noch nicht so viel verdienen um eine Wohnung zu bezahlen, dir Essen zu kaufen und deine Bedürfnisse zu "stillen". Ich denke auch du, würdest gerne ohne übers Geld nachzudenken Shoppen gehen und dir hübsche Klamotten kaufen, wenn du dir aber gleichzeitig eine Wohnung, Strom, Möbel, Essen usw. kaufen musst, geht das nicht besonders. Da wirst du wie momentan auch, nur ÜBERLEBEN und nicht LEBEN. Und dies ist auch kein Zustand. Spare lieber etwas und nimm die Wohngruppe in Anspruch, vor erst.

Alternative: könntest du nicht evtl. zu deiner Freundin ziehen? Wenn sie eine eigene Wohnung besitzt, könntest du ja theoretisch wenn es für sie okay wäre, bei ihr eine Weile Unterkommen bis du dir eine Wohngruppe angeschaut hättest. Oder bei anderen Freundinnen zu Hause, oder bei Verwandten.. Ich denke, deren Eltern und besonders deine restliche Familie können genug Verständniss anhand deiner Situation aufbringen, um dich bei ihnen eine Weile wohnen zu lassen.

Liebe Grüße und viel Glück!:)

Antwort
von Panazee, 47

Es ist sehr ungewöhnlich, dass das Jugendamt dafür sorgt, dass man mit 16 eine eigene Wohnung bekommt. Ich bin mir auch nicht sicher, ob das für dich überhaupt das richtige wäre, wenn du so große psychische Probleme hast, dass du nicht zur Schule gehen kannst. Da wäre eine betreute Wohngruppe vermutlich wirklich das Beste.

Und ich habe keine Lust jemandem auf der Tasche zu liegen.

Wenn du mit 16 und ohne Job eine eigene Wohnung willst, dann liegst du jemandem auf der Tasche und zwar mir und allen anderen Steuerzahlern. Ich für meinen Teil bin gerne bereit dich zu finanzieren, wenn du in eine betreute Wohngruppe gehen würdest, denn dort wird dir geholfen dich in einem selbstständigen Leben zurecht zu finden und deine psychischen Probleme anzugehen. Ungern möchte ich dir mit deinen massiven psychischen Problemen eine eigene Wohnung zahlen.

Kommentar von UsernameABC ,

Beide Situationen, sowohl eine Wohngruppe, als auch die familiäre Situation würden mich nur belasten bzw. belasten mich. (Ich habe mir schon eine angesehen und auch die anderen Kinder dort sagten es sei schrecklich, ich solle mir lieber was anderes suchen) Auch meine ehemalige Familienhelferin hält das für absolut nicht richtig für mich. Sie ist auch der Ansicht, dass ein eigenes Reich das beste wäre, weil ich dort meine Ruhe habe um in Ruhe damit fertig zu werden. 

Ich würde arbeiten auf 450€ Basis und würde BAföG beziehen. Dass ich irgendjemandem auf der Tasche liegen würde, kann ich mit 17 nicht vermeiden, aber ich meinte in dem Sinne, dass ich komplett auf den Kosten meines Vaters lebe, oder irgendwie sowas wie "Taschengeld" bekomme... Da möchte ich lieber weitestgehend selbst etwas tun.

Kommentar von Panazee ,

Ich gehe nicht mehr zur Schule und meide es oft raus zu gehen, weil ich panische Angst habe,

Wie willst du in diesem Zustand einen Job annehmen und eine Abendschule absolvieren?

Zudem hast du anscheinend nur die Wahl zwischen einer Wohngruppe und weiter bei deinen Eltern zu wohnen. Das Leben ist kein Wunschkonzert und man kann oft nicht das haben was man will.

Hast du das mit dem BAföG und dem Abendgymnasium schon geklärt? Ich habe das Abitur an einem Kolleg in Vollzeit gemacht und da war auch ein Abendgymnasium im gleichen Gebäude. Da war die Voraussetzung eine abgeschlossene Berufsausbildung oder 3 Jahre Berufstätigkeit. Für das Abendgymnasium gab es die ersten 1,5 Jahre keinerlei BAföG, weil die gesagt haben, dass man ja tagsüber arbeiten gehen kann. Lediglich die letzten 3 Semester bestand ein Anspruch auf BAföG.

Kommentar von SimonG30 ,

genau so kenne ich die Zugangsvoraussetzungen fürs Abendgymnasium & die Förderkriterien fürs Bafög auch.

An dem Abendgymnasium, das an meinem ehemaligen Schulzentrum war, bist Du außerdem gar nicht aufgenommen worden, wenn noch die Möglichkeit bestand auf eine "normale" Regelschule zu gehen.

Kommentar von KaeteK ,

So ist es! Ich bin immer wieder erstaunt, was hier alles geraten wird. lg

Kommentar von UsernameABC ,

Ein Freund von mir ist vor einem Jahr mit 17 auf diese Schule gekommen, es ist eine Abendrealschule. Bei dem hat alles geklappt und er hatte ähnliche Probleme (Schule schwänzen, schlechte Noten), die Direktorin ist da sehr freundlich. Ich bin auf dieser Schule für den Sommer auch schon angemeldet, es scheint alles zu klappen. Und wenn mein Freund mit 17 vor einem Jahr BAföG durch diese Schule beziehen könnte, wieso sollte ich das dann nicht auch können?

Antwort
von DieKatzeMitHut, 56

Wenn es dir so schlecht geht, solltest du die Hilfe deiner zuständigen Mitarbeiterin des Jugendamtes erst einmal annehmen - so schlimm ist der Zustand ja zuhause dann doch nicht, wenn eine Wohngruppe dir nicht "gut genug" ist.

Du sagst, dass du niemandem auf der Tasche liegen möchtest, dir ist aber gleichzeitig selbst klar, dass du dir keine Wohnung leisten kannst.

Nimm die Hilfe an, die du bekommst - oder bleibe in deiner Situation, und gib dich damit zufrieden.

Kommentar von UsernameABC ,

Beide Situationen, sowohl eine Wohngruppe, als auch die familiäre Situation würden mich nur belasten bzw. belasten mich. (Ich habe mir schon eine angesehen und auch die anderen Kinder dort sagten es sei schrecklich, ich solle mir lieber was anderes suchen) Auch meine ehemalige Familienhelferin hält das für absolut nicht richtig für mich.

Ich würde arbeiten und würde BAföG beziehen. Dass ich irgendjemandem auf der Tasche liegen würde, kann ich mit 17 nicht vermeiden, aber ich meinte in dem Sinne, dass ich komplett auf den Kosten meines Vaters lebe, oder irgendwie sowas wie "Taschengeld" bekomme... Da möchte ich lieber weitestgehende selbst etwas tun.

Kommentar von DieKatzeMitHut ,

Du hast es nicht einmal ausprobiert. Und bevor du das nicht tust, ist das hier bloßes Gejammere.

Natürlich ist eine Wohngruppe nicht immer Zuckerschlecken - aber du hast die Wahl ob du Hilfe annimmst, solange du sie brauchst, oder ob du eben lieber jammerst.

Kommentar von UsernameABC ,

Ich möchte wirklich nur Tipps für eine eigene Wohnung, denn möglich ist es, man muss nur wissen wie.

Ich habe es 5 Tage ausprobiert, ihr habt keine Ahnung, wie es dort war. Niemand möchte irgendwo leben, wo man sich nicht zu Hause fühlen kann.

Kommentar von DieKatzeMitHut ,

Möglich ist es, wenn man es sich eben leisten kann - das kannst du nicht.

Nun warst du plötzlich 5 Tage in einer Wohngruppe? Ich dachte du hast nur mit Kindern dort gesprochen? ;)
Abgesehen davon: 5 Tage sind NICHTS. So groß kann der Leidensdruck zuhause schlichtweg nicht sein.

Antwort
von Biberchen, 37

am günstigsten wäre es für dich du könntest zu Verwandten ziehen! Sonst sieht es mit einer Wohnung schlecht aus, du brauchst einen Bürgen und auch Geld um die Wohnung zu finanzieren.

Antwort
von KaeteK, 15

Was du machen mußt...die Wohngruppe annehmen. Wenn du es wirklich nicht mehr aushälst, dann ist das eine gute Lösung, da du scheinbar auch psychisch labil bist. Und eine Behandlung in einer psychosomatischen Klinik für Jugendliche wäre auch zu empfehlen, damit du ganz fit wirst. lg

Antwort
von turnmami, 30

Du kannst nur mit Hilfe des Jugendamtes ausziehen. Da dir das Jugendamt "nur" eine Wohngruppe anbietet hast du genau zwei Möglichkeiten.

Du bleibst zuhause oder du gehst in die Wohngruppe....

Antwort
von martinzuhause, 54

deine freundin hate dann das einverständnis der eltern und diese haben die wohnung auch gemeitet und bezahlt. dann geht das auch mit 16 schon.

ansonsten musst du dich da erst mal an das jugendamt wenden. die werden dann prüfen was gemacht werden kann. das kann auch eine wohngruppe sein.

Kommentar von UsernameABC ,

Nein. Sie hat sich ja mit ihrer Mutter verstritten gehabt, ähnlich wie bei mir. Da hat das Jobcenter dann die Wohnung gezahlt.

Ich bin sicher, hätte ich eine andere Sozialarbeiterin, würde das auch klappen. Ich hatte mal eine Familienhelferin bis vor 2 Jahren, wir haben immer noch Kontakt und sie ist der Ansicht, dass ich das locker schaffen würde und würde mir auch helfen, aber sie ist nicht mehr für mich zuständig. Und meine Sozialarbeiterin (Wie auch meine ehemalige Familienhelferin sagt) kümmert sich nicht, traut mir nichts zu, nimmt mich nicht ernst.

Kommentar von martinzuhause ,

es geht nicht darum das dir das jemand nicht zutraut. es geht auch darum das dann auch alles bezahlt werden muss. und du hast kein einkommen.

also wer soll dir das leben finanzieren??

Kommentar von UsernameABC ,

Wie gesagt, ich habe einige Freunde die mit Hilfe des Jugendamtes im Alter von 16-18 Jahren ausgezogen sind.

BAföG und 450€, mehr kann ich ja auch nicht machen.

Wenn ich zu Hause lebe, lebe ich auch auf Kosten der Steuerzahler, weil mein Vater Hartzer ist.

Kommentar von martinzuhause ,

um bafög zu bekommen muessen die viraussetzungen dan auch erfüllt sein. uind du musst jemanden haben der die wohnung für dich meitet. kein vermeiter wird einem 17-jhrigen eine wohnung vermieten

Kommentar von UsernameABC ,

Die Vorraussetzung ist die Abendrealschule. Ich werde im Sommer (Bin schon gemeldet) dort hin gehen, dann bin ich 17 und kann bei Regelmäßgem Schulbesuch BAföG beantragen.

Kommentar von KaeteK ,

Du mußt das nehmen, was du bekommst. Die Entscheidung trifft das Jugendamt und nicht du. Du bringst dich doch im Moment nicht wirklich ein. Keine Schule, keine Ausbildung und kein Job...Erst mußt du selber mit dir klar kommen.

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