Frage von Ni8ke, 106

Wie kann ich es dem Kind begreiflich machen?

Ich bin langsam selber am verzweifeln. Mein Neffe (fast 5) hat so eine Angewohnheit. Wenn er etwas haben will, dann heißt es immer nur aber ich will. Wenn man einfach erklärt das er es nicht haben kann (obwohl man es hat) dann gibt er bald nach. Doch wenn er etwas haben will, das man nicht da hat oder es nicht findet, weil er es mal wieder verloren hat, dann steigert er sich so rein und brüllt immer nur aber ich will. Meine Schwägerin ist schon so weit das sie ihn mittlerweile anbrüllt im Erklären. Doch er hört natürlich nicht auf. Ich habs ne ganze Weile ruhig versucht zu erklären wieso, weshalb, warum usw., hab sogar den Rat befolgt und ihn mit was anderem abgelenkt oder wie seine Erzieherin meinte, ihm einen Gegenvorschlag machen. Obwohl ich das für blödsinnig halte, auch noch so ein Benehmen zu belohnen. Schließlich kann er es so ja auch. Bei mir funktioniert momentan nur noch das ich es ihm einmal erklär und dann ausspinnen lasse - Konsequent - und hoffentlich zeigt es bald Wirkung Was würdet ihr noch empfehlen?

Antwort
von Nessza, 22

Ignorieren ist falsch. Dadurch lernt der kleine nur, das seine Gefühle nichts wert sind, das er sie zu unterdrücken hat.

Alternativen bieten ist da schon die Beste Möglichkeit. Mit nem konkreten Beispiel könnte man mehr anfangen, daher Beispiel von uns:

Tochter (2,5 jahre) verschüttet ihr Getränk, weil es so lustig plätschert. Dann wird das mäuschen ausgezogen und mit bechern und schalen ins bad gesetzt, wo sie mit wasser planschen kann und es von becher in schüssel und zurück laufen lassen kann.

Unbedingt haben muss sie z.B. ihr Schnuffi zum schlafen. Das teil verschwindet beinahe täglich und führt dadurch auch gern zu Tränen. Ich schnapp mir dann die maus und wir wandern rufend und suchend durch die wohnung "schnuuuuuuffi! Wo biiiiiist duuuu?" ;) dabei werden alle möglichen und unmöglichen Plätze abgesucht ^^ das suchen funktioniert als ablenkung super und führt ja am ende doch zu dem was sie gebraucht hat :)

Im Laden darf sich jedes Kind 1 Extra (pudding, süßes, kleines Spielzeug,...) aussuchen. Möchten sie mehr haben, müssen sie sich entscheiden.

Mein sohn (18 monate) braucht abends zum einschlafen sein stillen, oft will er schon unten dran, da wird dann nur ruhig erklärt "schatz, du weißt doch das es das erst oben im bett gibt" und damit ist es auch (meistens) getan.

Wenn etwas wirklich gar nicht geht, z.B. länger auf dem Spielplatz bleiben (wegen Terminen oder weils langsam dunkel wird...) dann bereite ich die mäuse schonend darauf vor, das gleich schluss ist. "Ok maus, einmal noch rutschen und dann gehen wir aber weiter ja?" Meistens kommt ein "ja", es wird gerutscht und gegangen. Manchmal wird auch bockig verneint und Trampolin gesprungen oder so. "Achso, du möchtest gar nicht rutschen, sondern hüpfen.! Gut, dann spring zu ende und dann gehen wir aber" ab und an erkläre ich auch das weitere vorgehen "jetzt gehen wir nach hause, dann essen wir nich was und wenn du möchtest mache ich dir deinen tee,....." Auto fahren, Essen, Tee, Schlafi, Zähne putzen, Sandmann, Bett,.... Das sind bei meinen Kindern schlagwörter, womit sie sich schnell zum heim gehen bewegen lassen. Je nachdem, wie sie drauf sind ^^ (bei Müdigkeit ist Bett DAS wort, usw.)

Alternative heißt ja nicht, das das kind immer nen schokoriegel bekommt, wenns zu bocken aufhört, sondern das man sinnvoll dinge ersetzt oder für ablenkung sorgt, ggf mit dem kind gemeinsam durch die wut gehen und es nicht allein lassen ^^

Kommentar von Ni8ke ,

alles andere klappt ja auch genau so wie du bei deinen Beispielen sagst. Damit du aber ungefähr dir vorstellen kannst was ich speziell meine, lies mal meinen Kommentar unter dem von kiniro durch. 

Antwort
von Ini67, 23

Ruhig und gelassen bleiben. Erklären warum es nicht geht und konsequent bleiben, sich aber auch immer mal fragen: Muss ich das jetzt durchsetzen? Regnets zB und Kind WILL aber mit Sandalen raus - so what? Geht er halt mit Sandalen.. Vermutlich kein zweites Mal. Daran kann man wachsen.Manche Dinge sind auch nicht verhandelbar.

Außerdem macht es Sinn vorauszuschauen. Artet der Einkauf in Stress aus, plane ich so, das ich alleine fahren kann. ...und einfach auch mal über alles lachen und fünf gerade sein lassen. Reduziert den Stress auch ungemein.

Antwort
von Greyback1909, 47

Hast du mal ein genaues Bsp. wann es zu so einer Situation kommt? 

Also meine Kleine hat solche Momente auch ab und an. Ich rede dann immer ganz ruhig mit ihr und sag ihr das sie jetzt ruhig weinen kann und schreien kann wie sie möchte aber deswegen wird das gewünschte ziel auch nicht schneller erreicht. Das beste beispiel ist wenn ich sie vom Kindergarten abhole und sie eigentlich wollte das es die Mama macht dann fängt sie an zu weinen und zu quengeln ich sag ihr dann das wir in 10 Minuten zu hause sind, entweder weint sie jetzt 10 Minuten oder sie redet 10 Minuten mit mir. .... Sie hat sich noch nie für weiter weinen entschieden.

Antwort
von larry2010, 23

mein fast 3 jähriger neffe bekommt auch einen anfall, wenn etwas nicht so geht, wie er will.

da lassen wir ihn einen augenblick in ruhe, er sucht sich dann meist von sich aus einen ruhigen platz und wenn wir sehen, das er ruhiger geworden ist, gehen wir hin und erklären es ihm nochmal bzw. bieten wir eine alternative.

letzte woche war er bei oma und opa und seine mutter fuhr kurz weg, weil sie allein einkaufen wollte. klar war da theater, als er sich beruhigt hat, gab es einen spaziergang mit steine ins wasser suchen.

das ist aber völlig normal.

es nervt und kostet zeit, aber es ist wichtig, das man ruhig bleibt. man spürt dann als kind, das man sich auf die mutter, oma oder wen auch immer verlassen kann und folgt dann dieser person.

wie soll ich wissen, das meine mutter recht hat, wenn sie sich aufregt und mich anschreit.?

Antwort
von polarbaer64, 36

Ablenkung ist schon richtig.

Versuch´s doch mal auf die spaßige Art. Wenn er wieder "will", dann sage ihm "...und ich will ein Wiener Schnitzel mit Pommes". Das wird ihn überraschen ;o) . Musst dir eben ein paar eigene "Willies" einfallen lassen.

Sei beruhigt, die "Willie-Phase" machen alle Kinder in dem Alter mehr oder weniger durch. Je mehr man darauf eingeht, desto dicker der Dickkopf. Nur: Schreien hilft ja nun gar nicht, dann eher Ignoranz. Aber ein Kind hat schon auch das Recht, etwas erklärt zu bekommen, was es nicht versteht. Nur, wenn es sich stur stellt (das ist ja keine Bosheit, das ist eine Entwicklungsphase), dann muss man eben auf Durchzug stellen, und entweder kontern oder durchhalten, es zu ignorieren.

Eigentlich sollte der junge Mann mit der Trotzphase bald durch sein. Vielleicht ist er in seiner Entwicklung etwas spät dran.

http://www.onmeda.de/kind/trotzphase.html

Wünsche viel Durchhaltevermögen. Zum Glück sind meine schon groß ;o) .

Antwort
von Kandahar, 33

Ich finde das mit dem Gegenvorschlag sehr gut, das lenkt ihn ab und er beruhigt sich. Das ist ja auch keine Belohnung, sondern eine Ablenkung, wie die Erzieherin sehr richtig sagt. Ist doch besser, als das Kind ewig toben zu lassen. Das macht eure Nerven kaputt und seine auch, ohne dass es zu einem Ziel führt. Ebenso ist Anbrüllen die denkbar schlechteste Lösung des Problems.


Kommentar von larry2010 ,

vorallem kommt man aus der situation erstmal raus, wo niemand nachgeben will und dann findet man als erwachsener in ruhe eine lösung, mit der beide parteien leben können.

Antwort
von Goodnight, 32

Einmal ruhig und gelassen nein, das genügt.

Antwort
von MrParadise, 44

Das beste ist hier wirklich ignorieren, ihn wirklich ausspinnen lassen oder komplett umlenken auf ein anderes Thema wie eine Reise planen und keine Versuche eingehen das er irgendwie wieder damit anfangen kann, psychologische Tricks sozusagen :)

Antwort
von kiniro, 24

Es handelt sich hier um ein 5 (in Worten fünf) jähriges Kind.

Ausspinnen lassen, konsequent stur auf seinen eigen Willen beharren und gleichzeitig dem Kind sein Willen austreiben.

Ja, das hat schon sehr viel von einem respektvollen, reifen und besonnenen Erwachsenen - nicht (!).

Ich gebe nur den Tipp, mal sich statt eines Kindes einen anderen Erwachsenen vorzustellen.

Kommentar von Ni8ke ,

und was genau, sollte man dann deiner Meinung nach tun? Wir haben ja sämtliches nettsein, Kompromisse usw versucht, doch ohne Erfolg.

Kleines Beispiel: Er wollte gestern Abend einen Pyjama anziehen der grade frisch gewaschen war und auf der Leine hing. Nachdem ich ihm erklärt habe, das er nass ist und ihn nicht anziehen kann. Fing Runde 1 an *ich will aber*. Dann durfte er, damit es verständlicher ist, den nassen Pyjama anfassen, um zu sehen, das ich die Wahrheit sage, Runde 2 *ich will aber den Pyjama*. Dann schlug ich ihm halt vor, sich einen anderen aussuchen zu können, seine Antwort war Runde 3 *nein, ich will den*, anschließend schlug ich ihm vor, soll er doch versuchen den nassen anzuziehen, wenn er unbedingt will Runde 4 *nein, aber ich will den anziehen*..

gepaart mit jede Menge Geheule und brüllen seinerseits.

Darauf hin hab ich ihm (ja ich, die Tante, da seine Mutter nicht mehr konnte) die Situation nochmals erklärt und ihm gesagt, das es einfach nicht geht und es jetzt beim Nein bleibt. Ausspinnen lassen. Nach ca. 30 Minuten hat er sich dann eingekriegt, kam zu mir auf die Couch und tat so als wäre nie was gewesen.

Und jetzt du: Wie würdest du bei sowas reagieren. Und das mein ich nett. Nur für den Fall das es anders klingt, als es gemeint ist 

Kommentar von larry2010 ,

so etwas ist völlig normal. nur als tante ist man aussenstehender und erlebt das nicht wie die mutter täglich mehrmals.

deine idee, das er den schlafanzug anfasst, mag man zwar bei einem 2 jährigen anwendern, aber nicht bei einem 5 jährigen.

von daher zwei andere schlafanzüge holen und diese zur auswahl gebene. ansonsten im bademantel sitzen lassen.

Kommentar von Nessza ,

Ich hätte ihn den anziehen lassen. Er hätte gemerkt, das es unangenehm ist und würde nach kurzer Zeit den Pyjama wechseln wollen.

Kinder lernen durch Erfahrung, wenn sie keine machen dürfen, lernen sie auch nicht ^^

Antwort
von ZIzIZakg, 28

Wenn mein kleiner Bruder sowas gemacht hab ich ihm einfach immer gesagt das es nicht da ist und wenn er es nicht findet (wenn gewünscht mit meiner Hilfe) er Pech gehabt hat.

Wenn er dann gebrüllt hat hab ich ihn das machen lassen und nach späteste fünf Minuten ist es ihm dann zu blöd geworden.

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