Frage von baloony2000, 18

Wie kann ich es abstellen, mich unbewusst immer nur auf ein Bein zu stützen?

Hallo Community, ich habe vor mehr als 10 Jahren einen Unfall gehabt, und mir dabei das Hüftgelenk meines rechten Beines ausgekugelt. Nach Einrenken unter Vollnarkose im Krankenhaus kamen 2 Wochen reines Liegen und Laufübungen, da die Bänder völlig überdehnt waren. Es folgte eine schmerzhafte Phase mit Physiotherapie, um Muskelaufbau und Laufen können wiederherzustellen. Nach etwa einem halben Jahr war das Bein schmerzfrei, bis heute ist es das. Nun habe ich mir aber seitdem angewöhnt, um dieses Bein zu entlasten, beim Stehen immer das Bein zu entlasten, und das Gewicht auf das linke Bein zu verlagern. Und das nun schon jahrelang. Ich stehe unbewusst mehr immer auf dem linken "gesunden" Bein. Daß dies auf Dauer nicht gesund ist, kann man sich vorstellen. Und in den letzten Wochen merke ich nun immer öfter Schmerzen im inneren Meniskus des linken Knies. Wenn ich mal daran denke, und mal das Standbein wechsele, merke ich, daß das andere Bein mittlerweile eben unbequemer ist, und wechsele wieder in die "Schonhaltung" zurück. Da man ja über den Tag sich nicht nur darauf konzentrieren kann, wechsle ich immer wieder schnell zurück auf das linke Bein. Unbewusst eben, oder aus Gewohnheit. Wie kann ich das abstellen? Und mir bewusst werden, automatisch auf beiden Beinen zu stehen? Denn die Schmerzen werden wohl nicht von ungefähr kommen.

Antwort
von MrMiles, 16

Grundsetzlich kannst du dir die Frage stellen, ob es nicht vor dem Unfall auch schon so war. Jeder Mensch hat eine individuelle Schonhaltung.

Ansonsten machst du es schon richtig. Dir bleibt nichts anderes übrig als dich selbst zu trainieren indem du dich immer und immer wieder selbst erinnerst. Sobald du merkst, du stehst schon wieder auf dem Bein, einfach wechseln. Du wirst natürlich wieder unbewusst zurück in die alte Stellung verfallen, aber das macht erstmal nichts. Versuch einfach, sobald du wieder daran denkst, es zu ändern. Das funktioniert leider nicht von heute auf morgen - du wirst aber merken, dass die Intervalle in denen du nicht daran denkst, immer kürzer werden.

Gib nicht auf - du hast dir das jetzt 10 Jahre so antrainiert. Vielleicht dauert es jetzt ein halbes oder ein ganzes Jahr bis du das bewusst steuern kannst - lass dich davon nicht entmutigen.

Als Hilfe kannst du dir an Plätzen, wo du vielleicht oft herumstehst kleine Erinnerungen plazieren. Verknüpf die Denkweise mit einer anderen Handlung. Vielleicht schaust du im Stehen ja öffters mal auf die Uhr. Merk dir einfach, dann jedesmal auch deine Stellung zu kontrollieren.

Antwort
von STEnrique123, 12

Hallo, ich stand auch immer auf das linke Bein aber nicht aus gesundheitlichen Gründen sondern weil ich diese blöde Macke hatte. Und diese fand ich unschön. Ich wollte eine gerade Haltung also habe ich oft darauf geachtet und mich gerade aufgestellt. Zudem habe ich meine Mitmenschen gebeten, dass die mich dran erinnern sollen falls ich mal wieder nur einen Bein belasten sollte und voila es hat wirklich geholfen. LG

Antwort
von Spielwiesen, 7

Hallo,

es gibt da ein (neues?) Schlagwort: Spiraldynamik und passende Bücher von Dr. Christian Larsen. Mit seinem Buch 'Gut zu Fuß, ein Leben lang' mache ich schon länger gute Erfahrungen f. schmerzfreies Gehen. Zusätzlich will ich mir jetzt dieses Buch bestellen: Larsen-Larsen-Hartelt: 'Körperhaltungen analysieren und verbessern: look@yourself - work@yourself' - vielleicht auch etwas für dich? 

Bei mir war es nach einer Hüft-OP vor 15 Jahren ähnllich wie bei dir, wenn auch nicht ganz so ausgeprägt. Ich musste halt die schwächeren Muskeln gezielt trainieren. Inzwischen merke ich aber auch, dass ich immer öfter in eine Schonhaltung abdrifte, z.B. beim Treppensteigen bzw. wenn ich müde werde. Um das nicht einreißen zu lassen, muss ich jetzt was tun - je früher, desto besser.

Ich werde meine Physiotherapeutin nach gezielten Übungen fragen (die ist einfach näher an der Praxis als Orthopäden). Und mit Techniken der Spiraldynamik ginge es auch allein - was wichtig ist, ist Disziplin.

Ich wünsche dir alles Gute auf deine Weg!

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