Frage von xX0noxXname0xX, 56

Wie kann ich endgültig damit aufhören (SVV) (Ritzen)?

Hallo liebe Community,

Ich habe mich hier neu registriert um einen Rat zu suchen. Vielleicht waren einige von euch schonmal in einer ähnlichen Situation und vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen.

Also ich bin 16 jahre alt und weiblich. Ich ritze mich seit ich 13 bin weil sich ab da an mein Leben total geändert hat. Ich war glücklich bis meine Eltern sich getrennt haben. Ich habe sehr darunter gelitten und mir die Schuld dafür gegeben weil sie sich wegen mir oft gestritten haben. Ich wurde in der Schule auch gemobbt bis ich die Schule komplett verweigert habe und auch körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit, erbrechen..) bekommen habe. Ich konnte nicht mehr. Meine Familie und ich wir wussten das ich Hilfe brauche. Letzendlich landete ich in der Klinik. Es wurde eine Depression diagnostiziert und die Ärzte konnten einen Beginn einer Persönlichkeitsstörung nicht ausschließen. Sie sagten aber auch das es nur eine “Phase“ während der Pubertät sein kann. Ich habe mich oft und tiefer geritzt, hatte Selbstmordgedanken, Schlafprobleme, und einen Selbstmordversuch hinter mir.etc.. Ich bekam Medikamente, aber seit einem halben Jahr habe ich die Medikamente mit dem Einverständnis des Arztes abgesetzt. Ich habe eine Therapie begonnen, 1Jahr durchgezogen und vor 3Monaten abgebrochen weil der Psychologe mir bei dem Thema ritzen nicht wirklich helfen konnte. Sport gegen das ritzen habe ich auch versucht, klappt nicht. Ich war jetzt 3Wochen clean aber ich bin leider kurz davor wieder rückfällig zu werden. Skills helfen jetzt auch nicht mehr. Ich will doch nur damit aufhören.. aber ich schaffs nicht. Das ist ein zu starker Drang und es ist sogar ein “Bedürfnis“ von mir geworden. Mir geht es ausser dem ritzen einigermaßen gut, ich lache und habe wieder Spaß am Leben aber das ritzen... ich könnte das jeden Tag machen aber ich weiß, das es nicht gut ist und ich bereue das hinterher so sehr aber ich denke mir hald auch das meine Arme eh schon voller Narben sind und es eh keiner merkt wenn noch ein paar dazu kommen.. Was würdet ihr in meiner Situation machen? Was ratet ihr mir? Wie kann ich damit aufhören?

Antwort
von Wonnepoppen, 29

Ich denke, auch fürs "ritzen" gibt es Selbsthilfe Gruppen, oder Foren hier im Internet, wo du dich mit anderen austauschen kannst?

vielleicht wäre das etwas für dich?

Oder du wendest dich mal an eine Beratungsstelle, die dafür zuständig ist?

Antwort
von blacksoul04, 26

versuch nicht sofort auf 'entzug' zu gehen.. mach es weiter regelmäßig aber weniger und nicht so tief.. und falls du wirklich nicht anders kannst such dir alternativen wie zum beispiel ein hobby oder - wie ich damals- mach sport bis zum umfallen, das lenkt ab und du fühlst dich besser. Du bekommst deinen kopf frei :) hoffe ich konnte dir helfen..

Kommentar von Wonnepoppen ,

Sport wurde schon gemacht, half nichts!

Antwort
von Line555, 18

Hallo,

vielleicht möchtest du mir als jemand, der mit dem Ritzen nicht vertraut ist (ich praktiziere eher so etwas wie Skin Picking (an der Haut rumpulen und -drücken), weil es mich währenddessen in so einen Trance-artigen Zustand versetzt) erklären, welches Gefühl das Schneiden bei dir auslöst?

Mir fallen spontan zwei Sachen ein, aber ich bin keine Therapeutin, daher sind es eher Gedanken als "Handfestes".

Bei diesen selbstvertletzenden Handlungen unterscheidet man meines Wissens nach in die "bloße Sensation", die durch die Selbstverletzung ausgelöst wird - sprich, die Stoffe, die im Körper dabei ausgeschüttet werden und als positiv erlebt werden.

Und dann gibt es die wahrscheinlich tiefer liegende Variante, dass die sich ritzende Person mit jenem Schneiden tatsächlich selbsttötenden Impulsen nachgeht, die sie jedoch nicht gänzlich auszuführen bereit ist.

Gut möglich, dass beides auch in- und miteinander verschränkt ist.

So oder so ist es eine ernste Sache, aber das weißt du ja bereits.

Ich für meinen Teil kenne diese Schmerzsensation, wenn es mir schlecht geht. Das ist mir aufgefallen, als ich mal hingefallen bin und sich durch den Schmerz ein emotionales Ventil auftat, das ich ausgekostet habe. Auch das Gefühl "da zu sein", ganz im Moment. Bei Liebeskummer habe ich auch gern exzessiv Scharfes (Ingwer) gegessen, weil ich das auf wohltuend empfand.

Schreib doch gern noch ein bisschen.

Antwort
von MrsAntwort, 19

Hey :) habe so ungefähr das selbe erlebt/ erlebe es immer noch, nur mich trifft es nicht so hart.

(Ich bin seit 1,5 Jahren in Therapie) erst war ich in einer Verhaltenstherapie dann bei einem Therapeuten.

Also ich habe mich nicht so direkt geritzt.. d.h. habe mich nicht geritzt, dann kam ich mit andern depressiven in kontakt, und die haben mich dazu gebracht und wieder da raus geholfen, da ich nicht tief drin war. (Die Narben habe ich noch :/ ist jetzt 8 Monate her)

(Werde auch gemobbt) weißt Du..., den Leuten, den es schlecht geht...., die bekommen noch mehr auf den Sack

Jedenfalls mir hat das geholfen :

Ich habe mir gesagt " Wenn ich mich umbringe oder verletzte, ist das wie wenn sie mir den Schaden hinzufügen nur indirekt"

Also ich Ritze mich wegen Ihnen, und will mich umbringen wegen ihnen.

Also ist das wie wenn sie mich umbringen oder mich verletzen nur indirekt.

Dann haben die gewonnen und ich verloren, das will ich nicht. Das ist kein Weg.

Und andern helfen, bei GuteFrage, darum bin ich Goldfragant :/ das hilft echt :) wenigstens mir. Sport tut mir auch gut, hilft Dir aber anscheinend nicht :/ das war alles, es ist die Willensstärke, was es aus macht.

Es gibt Menschen, die zum Beispiel mit dem Rauchen anfangen, NUR um sich zu bewiesen, dass man nicht abhängig wird und so. (Das machst du nicht!!!) aber das ist alles möglich, Willensstärke ist alles :)

Ich bin Männlich und 13 Jahre alt (zu deiner Information)

Viel Glück.

Kommentar von xX0noxXname0xX ,

Hi, danke für deine Antwort! (:

Du hast mir mit deiner Antwort so einiges klar gemacht, danke. Ich will auch unbedingt damit aufhören und ich habe es 3Wochen geschafft aber wenn dieses Bedürfnis oder dieses Verlangen danach kommt dann habe ich das Gefühl das ich es machen muss. Ich kann dann nicht mehr klar denken und ich kann mich wenn es etwas schlimmer wird nicht mehr kontrollieren :-/ ich hab grade keine ahnung wie ich das beschreiben soll... 

Danke, dir auch viel Glück (:

Kommentar von MrsAntwort ,

Hey :) ich weiß nicht ob ich das schon gesagt habe, aber nimm ein Gummiband und hau oder wie ich das nennen soll, an ein Handgelenk, wenn Du ein Verlangen verspürst :)

Du schaffst das :*

Kommentar von MrsAntwort ,

Achso und (falls ich das noch nicht gesagt habe), dass ich eine feste Freundin hatte, die für mich da war :) Sie hat mich verstanden, da sie selbst depressiv war.

Antwort
von vdeparty, 22

Befreie dich von dem Gedanken jetzt sofort und für immer aufzuhören.

Das führt nur zu noch größerem Druck, der Angst zu versagen und schließlich Wut, Angst und dergleichen.

Natürlich kann man sich eine Ersatzhandlung suchen, wie Sport, doch meiner Erfahrung nach ist die einzige Hilfe, die langfristig wirkt, die Ursache und nicht die Symptome zu bekämpfen.

Falls du mit deinem bisherigen Therapeuten schlechte Erfahrungen gesammelt hast bzw. das Gefühl hattest, dass nicht auf die wichtigen Punkt eingegangen wurde, dann scheue dich nicht davor, einen anderen Fachmann aufzusuchen.

Meine erste Psychiaterin hat mich immer schnell abgewickelt mit "Wie geht's uns heute?" und dergleichen... sie verschrieb mir starke Medikamente, die ich mich weigerte zu nehmen, aus Angst abzustumpfen.

Ich habe schließlich einen Therapeuten gefunden, der auf meinen Wunsch nach alternativer Heilung sofort einging. Selbst beschloss ich dann mit Bachblütentropfen und Johanniskraut-Tabletten die Therapie zu unterstützen.

Wichtiger war aber stets das Reden und die Übungen mit dem Therapeuten.

Was mir auch geholfen hat, war Ehrlichkeit zu mir selber:
Sagen zu können "ich habe dieses Problem. Ich trage es mit mir, jeden Tag. Auch heute. Meine Narben verblassen. Doch ich hatte Rückfälle. Und vielleicht werde ich wieder welche haben. Doch mit dem Wissen darüber bin ich vorbereitet"

Es war ein langer Weg bis dahin. Ich wünsche dir, dass du deinen Weg findest!

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