Frage von chikaalarm, 58

Wie kann ich einfacher Französisch lernen?

Ich habe seit Anfang 6. Klasse in der Schule Französisch (Ich bin jetzt in der 9.), doch wir hatten so oft Lehrerwechsel und Ausfall dass ich garnicht mitgekommen bin. Ich gehe auf eine Gesamtschule und hatte mir bisher nicht so viele Gedanken gemacht über meinen Abschluss, doch bin letztens zum Schluss gekommen dass ich Abitur machen möchte. Habt ihr Tipps wie ich besser lernen kann, speziell für Französisch? Damit ich aufholen kann, und ja mir ist klar dass es sehr viel ist.

P.s. Wenn ihr Tipps insgesamt so zum lernen habt sind sie auch gerne Willkommen! Danke!

Expertenantwort
von AstridDerPu, Community-Experte für Sprache & lernen, 22

Hallo,

auch wenn ein Aufenthalt im französischsprachigen Ausland (Ferienfreizeit, Gastfamilie, Schüleraustausch, Au Pair, work und travel usw.)
am besten wäre, um Französisch zu lernen (möglichst allein, sonst schickt man gerne seine Begleitung vor), stellen Auslandsreisen doch meist ein
zeitliches+ finanzielles Problem dar.

Tipps für daheim:

Um Vokabeln effizient zu lernen, d. h. so, dass man sie auch abrufen + anwenden kann, sollte man sie nicht nur stur auswendig lernen, sondern

- Wortfamilien damit bilden: (Themen; Gegenteil; Nomen m. passendem Verb + Adjektiv; etc.),

- Beispielsätze bilden

- Redewendungen aufschreiben

- Phrasale Verben lernen

- Vokabeln mit ihren (grammatikal.) Besonderheiten aufschreiben + lernen,

z.B. Präpositionen, unregelm. Plural, Verb, Adjektiv, Adverb, usw.

- Du kannst auch Haftnotizen m. dem jeweiligen franz. Wort auf alle Gegenstände, Haushaltsgeräte, etc.

oder anderen Vokabeln in die ganze Wohnung kleben + Vokabeln sozusagen im Vorbeigehen lernen.

Dabei ist es egal, ob du mit dem guten, alten Vokabelheft, einem Karteikasten o. einem elektronischen Vokabeltrainer arbeitest.

Die meisten Schulen in Bayern empfehlen phase6, als Vokabeltrainer. Den muss man aber kaufen.

- Kostenlose Vokabeltrainer findest du bei pons.com, navendo.de, vokker.net, vocabulix.com, vokabel.org, teachmaster.de

Egal für welches System du dich entscheidest, wichtig ist, dass du regelmäßig übst, jeden Tag 10 - 15 Minuten bringt mehr
als wochenlang nichts + dann Endlossitzungen von 1 Std. + mehr.

- Vokabeln sollten auch mit allen Sinnen (sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen/anfassen) gelernt

+ am besten auch noch gesprochen, gesungen, gerappt, rhythmisch, in Versen + geturnt werden (typische Handbewegung).

Denk nur mal an das Lied 'Head and shoulders, knees and toes', was die Kinder - du vielleicht auch - heute schon im Kindergarten oder in der Grundschule im
Englischunterricht lernen.

- Vokabeln kann man auch spielen(d lernen) Stadt, Land, Fluß auf Französisch, wer kennt die meisten Tiere, Möbel, Kleidungsstücke,
Körperteile, Lebensmittel usw. auf Französisch ?, Teekesselchen, Taboo, Memory, Bingo, Scrabble uvm.

indem man

- franz. Fernsehen schaut

- franz. Radio hört

- franz. Podcasts hört

- Vokabeln als MP3 aufnimmt + immer wieder abspielt + anhört, dabei mitspricht o. in eine Sprechlücke spricht

- franz. Bücher liest:

- Le Petit Prince von Antoine de Saint-Exupéry

- Le petit Nicolas (Der kleine Nick) von René Goscinny

- Jules Verne: In 80 Tagen um die Welt, 20.000 Meilen unter den Meeren, Reise zum Mittelpunkt der Erde, Von der Erde zum Mond

- zweisprachige Bücher bekommst du beim Buchhändler deines Vertrauens oder

- im Reclam-Verlag

- bei den Schulbuchverlagen

- wenn du bei amazon.de die Suchbegriffe zweisprachige Bücher eingibst.

Empfehlenswert sind auch franz. Bücher, die auch auf Deutsch erhältlich sind, so dass man dort auch mal nachschauen kann, wenn man gar nicht mehr weiter
weiß.

Tipp z. Lesen franz. Bücher:

Nicht jedes neue o. unbekannte Wort nachschlagen + rausschreiben. Das wird schnell zu viel + man blättert mehr im Wörterbuch, als dass man liest. So
verliert man schnell den Spaß am Lesen. Nur Wörter nachschlagen, aufschreiben + lernen, die du für wirklich notwendig erachtest + wenn sich dir ansonsten
der Sinn einer Passage nicht erschließt. Viele Wörter erklären sich ja auch bereits durch den Kontext.

- franz. Zeitungen, Zeitschriften + Comics liest, z.B.

- Ecoute, (mit Worterklärung + verschied. Schwierigkeitsgraden; manchmal auch i.d. Bücherei erhältlich)

- DVDs auch mal auf Franz. schaut (v.a. wenn man den Lieblingsfilm auf Deutsch eh schon in + auswendig kennt.)

- sich einen Französisch-Sprach- o. Konversationskurs (z.B. VHS), eine Theatergruppe, einen Lesezirkel usw. sucht

- Auch privat, mit Freunden, Familie usw. Französisch spricht + Alltagssituationen nachstellt: Tagesablauf, Kochen, Einkaufen, Arzt, Kino, Theater,
Krankenhaus, Bäcker, Museum, Bahnhof, Flughafen, Hotel, Restaurant usw.

- Beim Spazierengehen, auf dem Weg zur Schule, beim Einkaufen usw. überlegt, wie die Dinge, die man sieht auf Französisch heißen. Wörter, die man nicht
kannte, daheim im Wörterbuch nachschaut.

- Skype einrichtet + französische Muttersprachler als Gesprächspartner sucht

- französische Brief/Email/Chatfreund/in o Tandempartner sucht

- französisches Tagebuch schreibt

Da eine Sprache aber nicht nur eine Aneinanderreihung v. Vokabeln ist, sondern diese auch noch möglichst sinnvoll zu Sätzen verbunden werden sollen, ist es
genauso wichtig, regelmäßig 10 - 15 Minuten Grammatik zu üben, z.B. auf folgenden kostenlosen Übungsseiten im Internet:

- francais.lingolia.com/de/

- bildunginteraktiv.com/p/franzosisch-videos-neu.html

- francaisfacile.com/

- einfranzose.de/

- alfred-echtle.de/

Versuche es auch mal mit Telekolleg Französisch
youtube.com/watch?v=ifdR60xsmyc&index=48&list=PLkrHAqiagZ03OLwaonxyCJZSoGn-6nVQ0

:-) AstridDerPu (Astrid l'ourson)

Expertenantwort
von LolleFee, Community-Experte für Schule, Sprache, franzoesisch, 14

Du beginnst nicht bei Null, Du kannst nicht nichts, sondern hast Lücken. Du musst also auch nicht von vorne beginnen. Zielführender ist es, die Lücken zu finden.

Zum Wortschatz: Mit Verlaub, liebe Schulbuchverlage, aber manche Lektionen sind so alltags- und lebensfern, dass sie schon fast lächerlich sind. Dementsprechend wird einem auch die ein oder andere Vokabel, die man als Schüler so zu lernen hat, wahrscheinlich nie wieder begegnen. (Keine Ahnung, ob Ihr Découvertes habt, ich denke da bspw. gerade an die Zirkusclown-Lektion...) Gerade jetzt, wo es immer mehr zum freien Schreiben kommt, rate ich also dazu, sich einen individuellen Wortschatz anzueignen und nicht jede Vokabel zu lernen, die man können müsste. Das gilt natürlich nicht für aktuelle Vokabeln, aber man darf Vokabeln, die man nicht braucht, auch wieder vergessen. Dagegen sollte man die Vokabeln, die man offensichtlich  immer wieder braucht, auch lernen und nicht einfach immer wieder nur nachschlagen. Vokabeln immer mit Anschluss lernen.

Benutze keine Übersetzungssoftware. Du lernst im schlimmsten Fall nicht nur nichts, sondern sogar Falsches. Wenn Du ein Wort nicht weißt, schlag es in einem Wörterbuch nach, das geht auch online, bspw. auf pons.com. Nimm nicht das erste Wort, sondern guck, in welchem Zusammenhang welches Wort kommen muss. Aber lass die Finger von den Übersetzungssoftwares, die können einem Lerner nicht helfen, noch nicht einmal eine Idee vermitteln. Eigentlich dürfte das mittlerweile bekannt sein, aber leider gibt es zu viele Gegenbeispiele. 

Zur Grammatik: Lös Dich vom Deutschen. Schreib gleich auf Französisch und lieber einfache Sätze mit Subjekt - Verb - Objekt (ggf. noch eine Ergänzung an den Satzanfang), aber dafür richtig. Wenn Du einen Nebensatz dranhängst, gilt auch für den Nebensatz (bspw. mit parce que) meist Subjekt - Verb - Objekt. Wenn Du dabei sicher bist, dann kann man auch die Satzstruktur verfeinern. Geh von einem einfachen Niveau aus, Du bist in Französisch auch im 4. Lernjahr noch relativer Anfänger, das Niveau im Deutschen ist damit nicht zu vergleichen. 

In der 9. musst Du schon Texte schreiben. Wenn Du einen Text zurück bekommst, dann analysiere Deine Fehler. Meist handelt es sich nämlich nicht um Flüchtigkeitsfehler, sondern die Fehler haben System. Es sind immer wieder die gleichen Fehler, und möglicherweise kennst Du sogar die Regeln. Doch diese sind nicht ausreichend automatisiert. "Beliebte" Fehlerquellen sind bspw. Artikel (bestimmt/unbestimmt/Teilung), Angleichung des participe passé, Angleichung von Adjektiven, Objektpronomen. Arbeite gezielt an den Fehlerquellen, bis Du nicht mehr darauf achten musst, weil Du es automatisch richtig machst.

Ganz wichtig sind meines Erachtens die Konjugationen. Dabei reicht es erstmal, Verben im présent, im imparfait und im futur simple konjugieren zu können und das participe passé der Verben zu kennen, damit kann man (fast) alle anderen Zeiten bilden. Wenn Du die kannst, dann ist der Subjonctif dran.

Du bist jetzt zwar im 4. Lernjahr, aber letztlich sind das nur etwa 700 Schulstunden (gerechnet 40 Schulwochen pro Jahr, 5 Schulstunden pro Woche inkl. Hausaufgaben). Die kann man aufholen, wenn man systematisch an die Sache herangeht. Bau auf Deinem Wissen auf, bau nichts Neues daneben.

Antwort
von Zeitnot, 30

Ich würde es mit einem kleinen Austausch versuchen :-) Am besten privat und über keine Organisation, da dort meist andere Jugendliche mitfahren, die dann vor Ort untereinander Deutsch sprechen, was nicht gerade zielführend ist.. Wenn du ein paar Wochen deiner Ferien in einer französischen Familie verbringst, wird dir Französisch leichter fallen..

Antwort
von botanicus, 16

Französische Lektüre lesen, Zeitungen (gibt es auch auf Schulniveau), Schüleraustausch.

Antwort
von AlexGrieserer, 7

Generell kannst du deine Fremdsprachenkenntnisse gut mit Hilfe einer Sprachreise verbessern. Vor einigen Monaten habe ich eine Sprachreise bei der Agentur www.sprachdirekt.de gebucht und bis heute habe ich das Gefühl, dass mir diese einiges gebracht hat :)

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