Frage von sternchenmaus12, 68

Wie kann Ich Eine feste Verbindung aufbauen?

Ich hatte am Montag Probereiten wegen einer Reitbeteiligung.Das lief ziemlich gut,nur ich habe nur getrabt und bin schritt gegangen,weil ich noch angst habe, zu galoppieren,da ich das Pferd ja noch nicht richtig kenne.Morgen habe ich noch ein Treffen am Stall mit der Besi und sie meinte ich soll mehr vertrauen aufbauen und Ihn (Max) besser kennenlernen. Wie kann ich denn vertrauen aufbauen,bzw. Ihn dazu bringen mir zu vertrauen,damit wir eine Gute Zukunft vor uns haben.:) Und wenn ihr Jetzt schreibt sowas wie:Bodenarbeit oder so, dann beschreibt etwas konkreter, zB. Irgendwelche Tricks oder so. Danke im Voraus:)Lg

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 31

Vertrauen, oder sag besser: Beziehung

braucht ZEIT.

Bodenarbeit ist ja ganz nett, aber lass dir zeigen, wie es geht, aber unbedingt nötig ist das Seilchenschwingen nicht. Das Pferd von der Weide holen, es putzen, seine Hufe hochheben, es füttern, satteln... ALLES was rund ums Pferd geschieht, ist Bodenarbeit.

Sei geduldig, sei freundlich und einfühlsam zu dem Tier, dann kommt die Beziehung ganz von alleine.

Umgekehrt: ich kenne eine Frau, die sehr viel Bodenarbeit mit ihrem Pferd gemacht hat. Sie kann das auch, hat 1000e Euro ausgegeben, um das von berühmten Trainern zu lernen. Das Pferd hat auch einen hohen Parellilevel. Es ist unendlich viel gehorsamer als mein Pferd. Wenn die Besitzerin 5 m vom Hänger entfernt steht und mit den Fingern schnipst, steigt das Pferd ein. Ganz von alleine.
Toll/Gähn. Mein Pferd würde mir den Vogel zeigen. Aber ich kenne kaum eine Paarung von Besitzer/Pferd, wo weniger Beziehung herrscht. Das Pferd mag seine Besitzerin nicht mal.  Wenn sie kommt, sieht es aus, als könne es sich gleich übergeben. "Da kommt die blöde Tusse. Kann die nicht wegbleiben?"
Es ist gehorsam, ja, aber wehe, wenn diese Tünche dann mal Risse bekommt. Die Besitzerin muss ihrem Pferd nicht umsonst Sedalin geben, wenn sie mit dem Pferd zu Fuß von A nach B gehen soll.

Verwechsel bitte niemals Vertrauen mit Gehorsam.

Vertrauen bekommt man vom Pferd geschenkt. Weil es mit seinem freundlichen Menschen eine Beziehung eingeht.
WEnn ich mal einen Tag nicht zum Pferd kann, und es dann, wenn ich komme, auf mich zuläuft und "ruft": "Frauchen, ja wo warst du denn? Lange nicht gesehen." das ist Beziehung und Vertrauen. Aber dafür braucht man mindestens 1 Jahr.

Ach ja, und zu allererst muss der Mensch dem Pferd vertrauen. Da hat die Besi recht: lerne das Pferd kennen. Den Vertrauensvorschuss muss der Mensch leisten.

Und noch was: die beliebte "Ich Cheffe, du nix" Ideologie mancher Bodenarbeiter führt zu allem, nur niemals zum Vertrauen.

Kommentar von VanyVeggie ,

Sehr schön geschrieben! :) 

Kommentar von sternchenmaus12 ,

Dankeschön für deinen text,hat mir weiter geholfen.:)

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 25

Da sein, beobachten, führen, putzen, alles eben ohne drauf sitzen. Dabei lernt man ein Pferd doch recht schnell kennen.

Man muß sich aber auch Zeit lassen, das geht nicht in 2 mal Besuchen.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde, 11

Das ist eine Frage der Persönlichkeit. Wenn ein Lehrer in die Klasee kommt, der eine ruhige, souveräne Ausstrahlung hat, werden die Schüler ihn gleich mögen. Und wenn er sich dann in der weiteren Zeir als zuverlässig und gerecht zeigt, werden sie ihm auch vertrauen . Genau so macht es das Pferd mit dem Menschen. Biete ihm, Ruhe und zuverlässige Führung, dann vertraut es dir bald.

Und wegen  dem reiten im Galopp - biete auch da dem Pferd eine zuverlässige, gleichmäßige, weiche Zügelverbindung, und einen geschmeidigen Sitz, dann fühlt es sich unter dir sicher und läuft zufrieden.

" In der Ruhe liegt die Kraft" 😊

Antwort
von dap123, 34

Vertrauen aufbauen kannst du durch regelmäßigen Umgang mit ihm. Ich würde dir aber vorschlagen erst einmal auf Schulpferden so sicher reiten zu lernen, dass galoppieren auf fremden Pferden kein Problem mehr ist.

Kommentar von sternchenmaus12 ,

Aber er ist etwas sensibler, die besi hat ihn mal für mich galoppiert, und er ist ja recht flott mit seinen 21Jahren,die schulpferde dagegen sind nett und wissen was sie tun sollen.

Kommentar von sukueh ,

Nicht böse sein, aber bist du wirklich der Meinung, dass dieses Pferd tatsächlich die richtige RB für dich ist ? 

Was machst du denn, wenn das Pferdchen mal unverhofft angaloppiert ? Kann ja mal vorkommen. Oder wenn das Pferd selbst entscheidet, was es tun soll, weil "es ja nicht weiß, was es tun soll" ? 

Ich würde mir erst dann eine RB suchen, wenn ich selber aktiv reiten könnte, d.h., ich derjenige bin, der ein Pferd reitet und nicht nur auf einem Pferd, das weiß, was von ihm verlangt wird, sitze.

Und Vertrauen lässt sich nur durch Zeit erwerben. Es gibt keine "Übungen" oder "Tricks" a la "in drei Schritten zum perfekten Vertrauensverhältnis mit dem Pferd". 

Denk doch mal an dein Verhältnis zu deiner besten Freundin ? Hast du das auch mit "Übungen" erworben ? Kam das von heute auf morgen ? Nein, eine Freundschaft ist auch etwas, was erst mit der Zeit wachsen kann und muss und geht normalerweise nicht von heute auf morgen.

Genau so ist es bei Pferden auch..... 

Und man soll sich nicht von dem Hype um Bodenarbeit täuschen lassen. Bodenarbeitsübungen bringen überhaupt nichts, wenn der übrige Umgang nicht auch passt. Jeglicher Umgang im Alltag IST Bodenarbeit. 

Kommentar von Dahika ,

Daumen hoch, außer dem Einwand mit dem Galoppieren. Da bin ich gelassener und denke: das kommt schon noch.

Kommentar von sternchenmaus12 ,

Ich kann galoppieren, nur muss ich das Pferd besser kennenlernen,um die Macken zu kennen die es hat.

Kommentar von friesennarr ,

Egal wie sicher man reiten kann - es ist immer vorsicht geboten bei fremden Pferden.

Ich reite jetzt seit 40 Jahren und bin immer noch vorsichtig, wenn ich ein mir unbekanntes Pferd handle oder reite. Wenn ich ein feeling bekommen hab fürs Pferd, dann kann man auch alles mögliche machen, aber bis dahin sollte man nicht einfach kopflos draufloswerkeln.

Kommentar von sternchenmaus12 ,

Gebe dir Recht, dass will ich ja ganze zeit erklären.

Kommentar von sukueh ,

Es besteht aber doch ein Unterschied zwischen "Vorsicht" und "Unsicherheit". Ich kann ein fremdes Pferd "vorsichtig" reiten, damit ich ein "Feeling" dafür bekomme, was aber zumindest meinem Empfinden nach schon ein Unterschied zu "Unsicherheit, weil man ja nur Schulpferde, die wissen was sie tun sollen" geritten ist. 

Und letztlich ging es in der Frage ja darum, wie Vertrauen aufgebaut wird, auch dieses wird meiner Meinung nach durch "aktives" Reiten und nicht nur drauf sitzen und Pferdchen laufen lassen, gebildet. 

Und das Thema "Galopp" kam deshalb zur Sprache, weil die Fragestellerin schrieb, sie hätte Angst davor gehabt, weil sie das Pferd ja noch nicht kennt. Deshalb sollte man sich ja auch als RB das Pferd erstmal vorreiten lassen, damit man sieht, wie das Pferd so tickt. 

Vorsicht ist meiner Meinung nach etwas anderes als "Angst". "Angst" auf dem Pferd ist immer schlecht... Wie soll ein "ängstlicher" Reiter dem Pferd den notwendigen Vertrauensvorschuss geben ? 

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