Frage von MrMuffinxxx, 78

Wie kann ich ein feuchtes Kellerloch unterm Garten gegen drückende Nässe Schützen?

Hallo an alle!

Ich habe unter meinem Garten von einem längst abgerissenen Haus einen übrig gebliebenen Keller mit Zugang über eine Treppe. Nun hatte ich die Überlegung, mir in diesen Keller eine Werkstatt zu bauen. Nur scheint dieser Keller aus verputzten Betonplatten zu bestehen und beim Bau nie gegen Feuchtigkeit gedichtet worden zu sein.

Wenn ich nun Werkzeuge und Werkzeugmaschinen dort rein stellen will, hab ich die Sorge, dass diese in der sehr nassen Umgebung (Wasser tropft teilweise von der Decke, Stahlträger sind verrostet und der Putz bröckelt überall ab) korrodieren würden. Ich gehe davon aus, dass weder der Boden, noch Decke oder Wände wasserdicht sind.

Der Keller darf nicht aufgegraben werden, muss also von innen gedichtet werden. Habe ich vielleicht eine Möglichkeit, es auf diese Art hinzubekommen?

mfg, Muffin

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Onki73, 58

Voraussetzung für eine Trocknung ist eine wasserdichte Kellerdecke und eine Temperierung des Kellers. Ohne Temperierung (mal googeln) wird der Keller durch Feuchteausgleich immer die Feuchtigkeit der Umgebung annehmen, da hilft auf Dauer auch kein neuer äußerer Schwarzanstrich, weil es bei erdberührten Wänden auch zur Auffeuchtung der Wände aus der Raumluft kommt.

Kommentar von MrMuffinxxx ,

Ich hatte überlegt, Durchzug zu schaffen, um die Wände von innen zu trocknen. Ein Schwarzanstrich von außen kommt sowieso nicht in Frage, da ich, wie gesagt, den Raum nicht von außen aufgraben kann. lg

Kommentar von Onki73 ,

Lüften grundsätzlich nur, wenn die Kellerwände (innere Oberfläche) wärmer sind, als die Außenlufttemperatur. So wird Kondensat verhindert.

Weiterhin muss beachtet werden, dass die eingelüftete Luft durch Temperaturangleichung an der Wandoberfläche eine geringere rel. Luftfeuchte bildet, als die Wand an Oberflächenfeuchte besitzt. Kühlt die Luft an der Wandoberfläche aus, so steigt die rel. Luftfeuchte an. Erwärmt sich die Luft an der Wandoberfläche, so sinkt die rel. Luftfeuchte.

Dazu bitte das Mollier-H-X-Diagramm verwenden (mal googeln).

Linksseitig findet man im Diagramm die Temperaturen - die Linien verlaufen waagerecht durch das Diagramm. Von links unten nach rechts oben verlaufen die gebogenen Linien der rel. Luftfeuchte.

Mit der Messung der allgemeinem Raumluftfeuchte (rel. Luftfeuchte) und der Raumlufttemperatur in Kellermitte (diese Werte bildet einen Kreuzungspunkt im Diagramm) und der Temperatur der Wandoberfläche (mittels IR-Thermometer messen!) geht man von dem zuerst ermittelten Punkt senkrecht zur waagerechten Temperaturlinie der Wandoberfläche und kann dort an diesem zweiten Punkt die rel. Luftfeuchte im Wandoberflächenkontakt ablesen (abschätzen).

Diese rel. Luftfeuchte im Wandoberflächenkontakt entspricht der Oberflächenfeuchte aw.

100% rel. Luftfeuchte entspricht der Oberflächenfeuchte von 1,0aw, 50% rel. Luftfechte entspricht 0,5aw, usw.

Ab 70% rel. Luftfeuchte vor einer Oberfläche (0,7aw) besteht Schimmelgefahr, wenn organische Nahrung für den Schimmel vorhanden ist.

Um mittels Lüftung den Keller zu trocknen bitte als Erstes die Oberflächenfeuchte (rel. Luftfeuchte im Oberflächenkontakt) im ungelüfteten Kellerraum (ruhendes System) mit dem Mollier-H-X-Diagramm ermitteln.

Dann die Außenlufttemperatur und Außenluftfeuchte (Außenwetterstation mit Hygrometer) ermitteln.

Wenn diese Werte der Außenluft beim Hineinlüften in den Keller vor der Kellerwand mit ihrer Oberflächentemperatur einen geringeren Wert bilden (mit dem Mollier-H-X-Diagramm ermitteln), als die zuerst ermittelte rel. Luftfeuchte im Oberflächenkontakt der Kellerwand, dann wird durch das Lüften ein Feuchtegefälle von der Wand zur davor befindlichen trockeneren Luft entstehen, was die Wand trocknen lässt.

Ist etwas kompliziert beschrieben, aber wenn man die Oberflächentemperatur der Kellerwand durch die oben beschriebene Temperierung hebt, dann kann man mit dem Lüften fast nichts mehr verkehrt machen, weil das Feuchtegefälle -von der wärmeren Wandoberfläche ausgehend- hin zu der davor befindlichen und durch die Erwärmung trocken gewordene Luft größer wird.

Antwort
von Miramar1234, 56

Sei vorsichtig! Du mußt von einem Fachmann,Baustatiker oder Bausachverständigen unbedingt prüfen lassen,ob Baufälligkeit gegeben ist oder eine eingeschränkte Tragfähigkeit der Abschlußdecke vorliegt.Wenn Du das gemacht hast ,kann man sich allen anderen Fragen nähern.Unterläßt Du diese Prüfung,begehst den Keller,bist Du in Lebensgefahr.Und laß Dich nicht täuschen,auch die dicksten Betonplatten,Ziegelsteine können die Tragfähigkeit verlieren.Sehr lange der Nässe ausgesetzte Stahlträger auch.LG

Kommentar von MrMuffinxxx ,

alles klar, dann werde das Projekt wohl stilllegen müssen, an einen Fachmann ist aus Kostengründen nicht zu denken. Danke.

Antwort
von Herb3472, 51

Vergiss das, den Raum bekommst Du von innen nie trocken. Schade um das Werkzeug!

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