Wie kann ich dieses Arbeitszeugnis bewerten?

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11 Antworten

Offenbar hat da jemand nicht wirklich Ahnung vom Zeugnisschreiben... Folgende Anmerkungen zu deinem Zeugnis:

geboren am 30.05.1980 (falsches Datum!)

Das muss natürlich korrigiert werden.

wohnhaft in XXX

Das gehört nicht in ein Zeugnis.

(hier wurde mit Tipex und handschriftlich korrigiert)

Das geht gar nicht!

Sie war (...) in der Lage ihre Meinung zu vertreten

Autsch! Klingt nach Querulantin.

Ihre Aufgaben hat sie zu unserer Zufriedenheit erfüllt.

Das deutet auf ein "ausreichend" hin.

Ihr Verständnis zu Vorgesetzten und Kollegen war stets zufriedenstellend.

Steht dort tatsächlich "Verständnis" oder ist das ein Übertragungsfehler von dir. "Verhalten" oder ein sinngemäßes Wort wäre angebracht. "Stets zufriedenstellend" ist auch eher ein ausreichend.

Mit ihren Umgangsformen waren wir stets außerordentlich zufrieden.

Was soll das jetzt? Das widerspricht dem gerade gesagten völlig.

Frau XXX schied im beiderseitigen Einvernehmen im Dezember 2015 (ich schied im August 2015 aus und wurde wenige Tage vor der Prüfung darauf hingewiesen, dass ich nicht übernommen werde) aus unserem Unternehmen aus.

Das verstehe ich jetzt nicht. Du hast die Prüfung erfolgreich abgeschlossen? Dann gehört das auch so ins Zeugnis und nicht "im beiderseitigen Einvernehmen".

Wir wünschen Frau XXX für ihren weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute, Gesundheit und weiterhin besonders viel Erfolg.

Diese Schlussformel ist ein Axxxxtritt. Kein Dank für deine Leistung, kein Bedauern darüber, dass du gehst. Dass man Gesundheit wünscht, ist sehr unüblich, und die Formulierung "weiterhin viel Erfolg" klingt wie Hohn, denn man die Leistungsbeurteilung deutet auf alles hin, aber keinen Erfolg.

Selbst das Datum vom 24.08. stimmt nicht, da ich es erst am 12.09.2016 erhalten habe.

Beide Daten sind falsch. Das Ausstellungsdatum muss mit dem letzten Tag des Vertrags übereinstimmen. Alles andere gibt Anlass zu unnötigen Spekulationen.

Da liegt noch viel mehr im Argen, was ich jetzt noch nicht erwähnt habe. Nirgends ist beispielsweise dein Lernerfolg bewertet. Dieses Zeugnis ist - bitte entschuldige - absoluter Müll und nicht das Papier wert.

Was kann ich gegen dieses Zeugnis tun?

Ganz einfach: Du schickst es im Original mittels Einwurf-Einschreiben zurück, listest alle Mängel auf und forderst Nachbesserung innerhalb von 2 Wochen. Weise darauf hin, dass du nach erfolglosem Ablaufen der Frist einen Anwalt beauftragen wirst. Natürlich machst du für diesen Fall eine Kopie deines Zeugnisses.

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1. Sämtliche falschen Daten müssen natürlich korrigiert werden, auch Korrekturen mit Tippex gehen überhaupt nicht.

2. Wenn die Ärztin mit Dir zufrieden war, würde ich an Deiner Stelle zunächst mit ihr sprechen. Zeige ihr das Ungetüm und bitte sie, ein korrektes Zeugnis für Dich erstellen zu lassen.

3. Formulierungen wie "zu unserer Zufriedenheit" und "zufriedenstellend" bedeuten Zeugnisnote 4+. Das darf nur dann darin stehen, wenn Du fast durch die Prüfung gefallen wärest. Sonst muss es heissen "stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" und "ausserordentlich zufriedenstellend". Du warst eine Auszubildende und darfst nicht wie eine Mitarbeiterin, die nach zwei Jahren geht, beurteilt werden.

4. Die Schlussformel "weiterhin besonders viel Erfolg" klingt schon fast hämisch. Was soll das denn? Wer hat eigentlich dieses Zeugnis geschrieben? Deine Azubi-Kollegin, die neidisch auf Dich war? Darf sie gar nicht.

5. Zum Datum: Wenn in dem Zeugnis steht, dass Du im Dezember ausgeschieden bist, muss das auch bei der Beschäftigungsdauer und beim Ausstellungsdatum stehen. Drei verschiedene Daten gehen gar nicht.

6. Im beiderseitigen Einvernehmen würde ich auch ändern lassen. mit Abschluss ihrer Ausbildung wäre wohl korrekt und auch angebracht.

Wie gesagt, kläre das mit der Ärztin. Wenn Du danach ein vernünftiges Zeugnis bekommst, ist ja alles gut.

Wenn aber nicht, oder es zieht sich und nichts passiert, ja, dann solltest Du allerdings einen Fachanwalt für Arbeitsrecht konsultieren.

Einem jungen Menschen schon den Start ins Berufsleben zu ruinieren, ist echt mies.

Viel Erfolg! :)

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Kommentar von Karpardor
28.09.2016, 11:12

"Sie war tüchtig und in der Lage ihre Meinung zu vertreten. "

Würde ich auch ändern lassen, denn das bedeutet übersetzt:

"Sie hat eine hohe Meinung von sich und verträgt keine Kritik"

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Also für mich ist das Zeugnis schlecht. Es klingt fast als ob du den Bereich komplett eingenommen hast und dir kaum was hast sagen lassen. Zudem deutet es an das du einen zu engen Kontakt zu den Kindern hattest und keinen profesionellen Abstand gehalten hast. Es sagt aus das du durchaus gut warst aber keine Kritik annehmen kannst. Würde mich mit diesem Zeugnis nicht bewerben. Frage nach Einen anderes nicht qualifizierten Zeugnis wo nur Fakten stehen wie Ausbildung Ort und Dauer lg

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Zunächst mal ohne Anwalt um ein ordentliches Zeugnis bitten.

Zum einen formal richtig und ohne Tippexausbesserungen

zum anderen hinsichtlich der Formulierung, vor allem dieses Teils:

*******************************

Sie war tüchtig und in der Lage ihre Meinung zu vertreten
=> sie hielt sich nicht an Anweisungen sondern arbeitete nach ihrem Gutdünken

Sie fand sich in neuen Situationen zurecht, Sie zeigte für ihre Arbeit
Verständnis und Interesse.
=> Selbstverständlichkeiten werden hier besonders betont in einer Art die Note 6 bedeutet

Ihre Aufgaben hat sie zu unserer Zufriedenheit erfüllt.
=> Note 3


Ihr Verständnis zu Vorgesetzten und Kollegen war stets
zufriedenstellend.
=> Verständnis für Vorgesetzte ?? Das grenzt an Note 7 und attestiert Aufmüpfigkeit, über Chefs herziehen und deren Arbeit infrage zu stellen

Ihr liebevoller und aufgeschlossener Umgang mit unseren Patienten ermöglichte Frau Kittel zu jeder Zeit einen positiven Kontakt
=> die Mitarbeiterin war nur am plaudern mit den Patienten statt ihre Arbeit zu machen

***********************************

Sehr oft wird auch die stupde Arbeit Post Ein/Ausgang betont, was den Eindruck erweckt, dass kaum andere Fähigkeiten da sind und Eigeninitiative völlig fehlt. Es wurde lt. Zeugnis nur das gemacht was angeschafft wurde, aber kein Handstrich mehr.


Der Schlusssatz wäre gut, wenn er nicht eine Wort enthielte, das den gesamten Inhalt ins Gegenteil umdreht: "besonders" viel Erfolg , d.h. bis jetzt gab es keinen


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Kommentar von GWIFACH
28.09.2016, 09:28

kleiner Tipp noch:
Formuliere dein gewünschtes Arbeitszeugnis selbst, so wie du deine Arbeitsleistung und dein Verhalten bewerten würdest.

Im Internet gibt es zahlreiche Seiten mit Formulierungsmöglichkeiten samt Bedeutung.

Da offensichtlich nicht alles immer "stets zur vollsten Zufriedenheit" war, solltest du so eine Formulierung auch nur für das verwenden, das tatsächlich gut gelaufen ist.
Anderes, wo es tatsächlich Kritikpunkte gab, lässt du entweder weg oder formulierst im Notenbereich 3-4, den etwas zu loben was nicht lobenswert war, macht das Zeugnis unglaubwürdig und würde nicht vom Arbeitgeber unterschrieben.

Vereinbare einen Termin beim alten Arbeitgeber und gehe deinen Formulierungsvorschlag mit ihm/ihr durch.

Weigert dieser sich, deinen Vorschlag anzunehmen oder ggf. teilweise umzuformulieren, kannst du dich immer noch anwaltlich beraten lassen.

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Kommentar von DarthMario72
28.09.2016, 09:57

Ihre Aufgaben hat sie zu unserer Zufriedenheit erfüllt.
=> Note 3

Falsch. Das ist "ausreichend"

Der Schlusssatz wäre gut, wenn er nicht eine Wort enthielte, das den gesamten Inhalt ins Gegenteil umdreht: "besonders" viel Erfolg , d.h. bis jetzt gab es keinen

Dann wäre der Schlusssatz immer noch mies!

Formuliere dein gewünschtes Arbeitszeugnis selbst

Da die Fragestellerin offensichtlich selbst keine Ahnung von der Zeugnissprache hat, rate ich davon dringend ab!

4

Das Zeugnis macht alles andere, als einen positiven Eindruck.

Sie war tüchtig und in der Lage ihre Meinung zu vertreten.

Die Tatsache, dass Du deine Meinung vertreten konntest, bedeutet nichts anderes, als das Du gern diskutiert und die Meinung der Vorgesetzten/Kollegen in Frage gestellt hast.

Sie fand sich in neuen Situationen zurecht, Sie zeigte für ihre Arbeit Verständnis und Interesse.

Wenn Du für deine Arbeit Verständnis zeigst, ist das auch nicht positiv. So nach dem Motto: Du hast zwar eigentlich keinen Bock auf die Arbeit, aber hast es halt gemacht, weil Du musstest.

Die Formulierung, dass Du Verständnis hast, kann als Mangelhaft bewertet werden.

Die Tatsache, dass Dir künftig besonders viel Erfolg gewünscht wird, lässt den Schluss zu, dass Du in diesem Unternehmen keinen Erfolg hattest.

Alle inhaltlichen Fehler müssen natürlich korrigiert werden.

Frau XXX schied im beiderseitigen Einvernehmen im Dezember 2015 (ich schied im August 2015 aus und wurde wenige Tage vor der Prüfung darauf hingewiesen, dass ich nicht übernommen werde) aus unserem Unternehmen aus.

Das verstehe ich nicht. Wenn Du nicht übernommen worden bist, hätte dein Ausbildungsverhältnis im August, also mit Bestehen der Prüfung geendet.

Warum erst im Dezember?

Wenn im Zeugnis geschrieben steht, dass Du bis 17.08.2015 als Auszubildende beschäftigt warst, kann nicht in der Schlussformel stehen, dass Du im Dezember aus dem Unternehmen ausgeschieden bist.

Hier müsste stehen, dass das Ausbildungsverhältnis mit bestehen der Abschlussprüfung beendet wurde.

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Das Zeugnis ist das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben ist.

Es handelt sich ja um ein Ausbildungszeugnis und muss deshalb auch so betitelt werden und die erfolgreiche Abschlussprüfung ebenfalls.

Inhaltlich und von der Form her würde ich ebenfalls all die Punkte an dem Zeugnis bemängeln, die dir hier bereits von "DarthMario" und ChristianLE" genannt wurden und ergänzen:

dass man dir am Schluss noch "Gesundheit" wünscht ist nicht (nur) unüblich, sondern ein Hinweis für den zukunftigen AG, dass du häufig einen Krankenschein hattest.

Reklamiere es zeitnah.....und wenn das Nichts nützt, dann mit anwaltlicher Hilfe.

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Hallo,

das Zeugnis ist eher schlecht. Die Arbeit wurde nur zur Zufriedenheit und nicht stets zur vollsten Zufriedenheit erfüllt (also gerade mal so), die Arbeitnehmerin war in der Lage, ihre Meinung zu vertreten (Meckerziege, Nörglerin), dazu das Tippex, die falschen Angaben.

An diesem Zeugnis wirst Du nicht viel Freude haben. Nimm Dir einen Anwalt.

Alles Gute,

Willy

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Da sind einige Formulierungen drin, die meiner Meinung nach nun überhaupt nicht zusammenpassen wollen:

Unter "Sie war ... in der Lage ihre Meinung zu vertreten" beispielsweise würde ich verstehen, daß Du renitent bzw. rechthaberisch gewesen bist. Andererseits ist man mit Deinen Umgangsformen angeblich mehr als zufrieden. 

Ich bin im Lesen von Arbeitszeugnissen nicht geübt und muß selbst auch keine formulieren. Und ein Arzt bin ich auch nicht. Aber wenn ich einer wäre, dann würde ich aufgrund dieses Zeugnisses darauf verzichten, Dich zum Vorstellungsgespräch einzuladen.

Da sollte sich also tatsächlich ein Fachmann drum kümmern.

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Kommentar von Geralidina
28.09.2016, 09:27

Solche widersprüchlichen Aussagen werden oft benutzt um eine Aussage negativ wirken zu lassen. Die Aussage wäre alleinig gut aber durch den Widerspruch wird sie herabgesetzt und hinterlässt einen negativen Beigeschmack.

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wieso, ist doch eine super beurteilung

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Kommentar von Geralidina
28.09.2016, 09:14

Du scheinst keine Ahnung zu haben. Ich bin auch kein Vollprofi aber da sind Standardfloskeln drin die alles andere als "super" sind.

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Kommentar von applegeek
28.09.2016, 09:14

Ja, offensichtlich sieht es dort so aus, aber eigentlich ist es das nicht. Es ist meistens so, dass in Arbeitszeugnisen Floskeln verwendet werden, so dass es für den Außenstehenden so aussieht, als hätte man den besten Mitarbeiter vor sich. Sind aber eigentlich alles nur codes, die die Firmen unter sich verwenden, da ja die Arbeitszeugnisse bei neuen Firmen auch abgegeben werden müssen, so dass ich der Chef eine Meinung über den an Werber bilden kann. Da gibt es auch spezielle Anwälte für, die das genauer aufschlüsseln können. Man kann am Ende sagen, wenn etwas unnatürlich hoch gelobt wird, das es meistens nicht so gut läuft.

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Kommentar von DarthMario72
28.09.2016, 09:58

Was daran soll bitteschön "super" sein???

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Das die obersten Chef gegen dich waren merkt man ganz deutlich. Das ist alles andere als ein gutes Zeugnis.

Tippex und handschriftliche Korrekturen gehen gar nicht. Alleine schon deshalb unbedingt ändern lassen.

 Die Daten z.B. Wenn du im August ausgeschieden bist müssen sie das auch hinschreiben und nicht im Dezember.

"Ihr Verständnis zu Vorgesetzten und Kollegen war stets zufriedenstellend." Oh je das klingt nicht so gut. Scheint so als hätte es Probleme  gegeben. 

"Sie war tüchtig und in der Lage ihre Meinung zu vertreten."

Könnte man damit auslegen das du vorlaut warst und immer gegen irgendwelche Anweisungen oder Regeln warst und immer quer geschossen hast.

"Sie zeigte für ihre Arbeit Verständnis und Interesse."

Note 4 oder 5. Verständnis und Interesse aber mehr eben auch nicht.

Ihre Aufgaben hat sie zu unserer Zufriedenheit erfüllt.
Note 4


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Kommentar von Geralidina
28.09.2016, 09:19

Übrigens solche Formfehler wie mit dem Tippex degradieren dein Zeugnis nochmal zusätzlich. In dem Zeugnis wird wirklich kein gutes Haar an dir gelassen.

Nimm das Zeugnis bloß nicht so an. Geh zu einem Anwalt lass es dort von einem Fachmann bewerten und geh dagegen vor.

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