Wie kann ich die BKK überzeugen, mein tatsächliches Jahreseinkommen bei der Beitragsfestsetzung zu berücksichtigen?

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2 Antworten

Ich mag deinen Beitrag nicht lesen!

Zu viele Zahlen, zu wenig gegliedert. Drum erzähle ich dir sinngemäß den Inhalt u.a. von § 240 SGB V und auch was der Staat damit bezweckt.

  1. Für freiwllig Versicherte der GKV, zu denen Selbständige ohne private Krankenvollversicherung immer gehören, gilt immer die Beitragsbemessungsgrenze als prinzipielle Beitragsgrundlage für Kranken- und Pflegeversicherung.
  2. Niedrigeres Einkommen ist unaufgefordert nachzuweisen, da man gegenüber jeder Sparte der Sozialversicherung gem. §§ 60 ff SGB I Mitwirkungspflichten hat. Kommt man denen nicht nach, hat man halt Pech.
  3. Wird niedrigeres Einkommen nachgewiesen, ist dies als Beitragsgrundlage zu nehmen, mit gewissen Einschränkungen.
  4. Zu viel gezahlte Beiträge wenn verpasster Mitwirkungen sind nicht erstattbar
  5. Es gibt etwas das nennt sich Mindestbeitragsbemessungsgrundlage. Für hauptberuflich Selbständige beträgt diese 75% der Bezugsgröße. In Fällen sozialer Härte, oder im Gründungsjahr kann abweichend auf 50% der Bezugsgröße heruntergesetzt werden.
Warum also?

Schau mal, Angestellte bezahlen ihre KV-Beiträge prozentual von ihrem Bruttoverdienst (entspricht deinem Vorsteuergewinn auf den Monat runtergebrochen). Jemand der vollzeit arbeiten geht für den Mindestlohn hat etwa 1.450,- € brutto im Monat zur Verfügung, wovon ihm etwa 1.075,- € netto bleiben.

Nimmst du jetzt dagegen den hauptberuflich Selbständigen (der auch Vollzeit arbeitet) entsprechen diese 1.400,- € brutto etwa 50% der Bezugsgröße. Der Unterschied bleibt darin, dass der Selbständige keinen Arbeitgeber hat, sondern 100% der Beiträge allein aufwendet. Dafür hat er aber freie Systemwahl und kann auf sein Einkommen viel mehr Einfluss ausüben als der Angestellte (Erhöhe einfach die Preise, reduziere deine Betriebsausgaben).

Und wenn du als Selbständiger nicht in der Lage bist zumindest 1.450,- € im Monat als Gewinn vor Steuern zu erwirtschaften, dann frag dich mal ob du nicht am Ende des Tages nur ein sehr teures Hobby hast.

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Kommentar von EddaBerlin
25.01.2016, 15:55

Herzlichen Dank für Deine Antwort, Kevin. Es tut mir leid, wenn mein Post unübersichtlich ist. Das Problem ist, dass ich 2014 im Schnitt monatlich 2.696,08 € erwirtschaftet habe, die BKK aber 11.836,46 € ansetzt, weil sie das Einkommen in Relation zu den "selbständigen" Tage setzt und nicht zum ganzen Jahr.

Anderes Beispiel: Wenn ich 2014 nur einen Tag selbständig gewesen wäre, z.B. als Weihnachtsmann 500,00 € verdient hätte, setzt mich die BKK dann 2015 auch auf den Höchstbeitrag, weil ich nun das ganze Jahr selbständig bin und 110.000 € (220 AT) bis 178.00 € (365 Tage) verdienen werde/könnte?  

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Darf ich fragen, inn welcher Branche Du selbständig bist und was für einen Laden Du hast :-) ?

In Deinem Fall würde sich evtl eine Beratung lohnen. Schau wo es was Günstiges für Selbständige gibt, am Besten auf Stundenbasis - nicht auf Streitwertbasis.

Ich gebe Dir Recht, wir Selbständige werden nur noch abgezockt !

Und ja, ich glaube, daß oft bei der KrV gegenüber den Selbständigen versucht wird, mächtig abzuzocken.

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Kommentar von EddaBerlin
25.01.2016, 16:16

Vielen Dank für Deine Antwort.

Ich bin freiberufliche Trainerin und Beraterin. Ich habe nicht täglich und auch nicht regelmäßig Arbeit, zwischen Akquisition und Auftrag vergeht Zeit und die Vor- und Nachbereitung wird in der Regel nicht bezahlt.

Die Sozial-Gesetzgebung hinkt der Arbeitsmarktentwicklung 30 Jahre  hinterher. Es gibt von Jahr zu Jahr weniger Arbeitnehmer dafür mehr Freiberufliche oder Selbständige, die nicht mehr als Angestellte arbeiten wollen oder können, aber auch keine Unternehmer mit mehreren Angestellten und Millionen Gewinn sind.

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