Frage von mondeofahrer, 90

Wie kann ich die Bildung einer Fahrgemeinschaft umgehen?

Guten Abend,

ich muss in der kommenden Woche zu einer Tagung fahren. Das sind etwa 200 Kilometer einfach. Die Tagung betrifft den Verein, in dem ich Mitglied bin. Es ist eine Tagung des Dachverbands, ich bin Delegierter unserer Ortsgruppe.

Einige Delegierte aus Nachbarvereinen sprachen mich bei einer Bezirkssitzung recht respektlos an und stellten im Plenum fest, ich müsse alle mitnehmen. Grund: Ich fahre eine große Limousine mit viel Platz, in der ist es für lange Strecken doch komfortabler als in einem Golf oder anderen Kleinwagen. Das alles wurde mit einer solchen Selbstverständlichkeit und ohne mich zu fragen losgelassen (und vom Bezirksvorstand für sehr gut befunden), dass es mich einfach ärgerte. Sie haben sich im Grunde selbst eingeladen. Und das in einem sehr forschen Ton. An den Benzinkosten würde man sich beteiligen aber das ist mir egal. Mich ärgert diese selbstherrliche Art der "Selbsteinladung in mein Auto". Ich müsste auch rund 40 Kilometer fahren um diese Leute abzuholen, da sie meinten ich sollte sie bitte zuhause abholen wegen dem Gepäck. Auch das regte mich auf.

Ich würde dort am liebsten allein hinfahren weil mich das ärgert. Nur weil ich ein großes Auto habe, hat keiner das Recht sich selbst in dieses einzuladen. Ich möchte keinen Streit mit den anderen Delegierten haben, aber weiß nicht wie ich es ihnen sagen soll. Ich würde ihnen am liebsten sagen, sie sollen mit dem Zug fahren oder mit dem eigenen Auto, aber nicht mit mir. Kann ich das?

Die Tagung beginnt am Freitagabend und geht über das Wochenende, ich fahre direkt von der Arbeit dorthin. Möchte auch nicht vorher 40 Kilometer durch den Kreis tingeln und alle einsammeln. Muss auch am Sonntagmorgen bereits nach dem Frühstück wieder weg, da ich am Mittag eine private Verpflichtung zuhause habe und zwei Stunden bestimmt fahren werde.

Haben Sie einen Vorschlag.

Ich wäre Ihnen sehr dankbar.

Joachim

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von olivengruen, 23

Kann ich das?

Ob du das kannst, wissen wir nicht; aber du solltest es tun, wenn du deinen Bedürfnissen einen größeren Wert einräumst als der - aus meiner Sicht - unverschämten Selbstbedienung deiner Vereinskollegen.

Vor einiger Zeit habe ich selbst den ´Fehler´ begangen, Vereinsmitglieder in meinem Wagen zu einer gemeinsamen Veranstaltung mitzunehmen, die mir sonst auch nicht sooo angenehm sind. das Ende vom Lied war, dass mich das ständige Geschwatze so abgelenkt hat, dass ich bei rot über eine Ampel fuhr und mich die gesamte Fahrt auch sehr anstrengte. Am Ende der Veranstaltung wollten die auch keineswegs gehen, sondern erstmal was trinken und es sich ´gemütlich´ machen und ich saß da auf heißen Kohlen. Ich war selbst sehr überrumpelt von der Situation. Später gab es dann eine 2. Chance, und da hab ich dann die ´Mitfahrgelegenheit´ aus organisatorischen und terminlichen Gründen abgelehnt.

Vllt. schreibst du eine freundliche Mail an die Betreffenden, dass du um Verständnises dafür bittest, dass es dir an diesem Wochenende organisatorisch und terminlich ebenfalls nicht möglich ist. Fertig, keine weiteren Erklärungen! Das zieht sonst einen Rattenschwanz nach sich :o(

Viel Glück und eine hoffentlich entspannte Fahrt!

Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 18

Hallo Joachim,

in der Situation empfehle ich es, eine formlose Rundmail zu verschicken mit dem Hinweis, dass eine Fahrgemeinschaft nicht angeboten werden kann. Du musst deinen Vereinsmitgliedern keinerlei Rechenschaft abgeben; es reicht wenn du einfach schreibst, dass es "halt nicht klappt", Punkt!

Ich kann deinen Unmut verstehen, würde aber den Leuten nicht vorhalten warum genau du dich so entschlossen hast.. das würde böses Blut schüren & wäre in diesem Sinne eher Kontraproduktiv, finde ich. 

Antwort
von derhandkuss, 49

Stelle ganz einfach klar, dass es Dein Zeitplan weder auf der Hin- noch auf der Rückfahrt zulässt, irgend welche Umwege zu fahren. Du kannst für eine pünkt-liche, an den Zeiten der Veranstaltung orientierte Hin- und Rückfahrt nicht garantieren. Unnötige Zeitverzögerungen / Zeitverschiebungen möchtest Du weder Dir noch den anderen Teilnehmern zumuten. Basta!

Antwort
von peterobm, 37

setz ein Rundschreiben auf, du bestimmst den Treffpunkt und dort wartest auf die Mitfahrer; unbedingt erwähnen solltest du, dass man bereits am Sonntag direkt nach dem Frühstück die Heimreise antreten wird. 

Du hast eine anderweitige Verpflichtung gegen Mittag. 

Unter den Umständen bist bereit alle mitzunehmen - ansonsten muss sich halt jeder um seine Fahrt selbst kümmern. 

Das wurde alles bestimmt ohne deine Mitsprache und Einverständnis. 

Antwort
von Matahleo, 46

Hallo Joachim,

du musst gar keinen mitnehmen! Und wenn, dann bestimmst du die Regeln.

Also am besten gleich per Mail hinsetzen und eine klare Ansage an alle machen. 

So nach dem Motto:
"Bei unserem letzten Treffen wurde ich von euch ziemlich überrumpelt und als Fahrer zur Tagung auserkoren. Was mir dabei völlig entfallen war ist die Tatsache, dass ich am Sonntag bereits nach dem Mittagessen wegen anderweitiger Verpflichtungen zurück muss. 

Außerdem kann ich aus zeitlichen Gründen nicht jeden von zu Hause abholen.

Es ist also angebracht, dass ihr euch um eure Fahrt selber kümmert, außer ihr kommt am ....(Datum) um ... Uhr zu folgendem Treffpunkt und fahrt am Sonntag selbstständig zurück."

So in etwa könntest du es schaffen keinen Streit zu fabrizieren und gleichzeitig eine Mahnung und eine Art Entschuldigung einzufügen. 

Deinen Ärger verstehe ich sehr gut, ich kenne das. Und eben deshalb kommt so eine Klarstellung, aber bitte ziemlich schnell, ganz gut. 

LG Mata

Kommentar von Tahetea ,

das hat wenig bis kein Taktgefühl und ist so  mit Sicherheit nicht im Sinne des Fragestellers

Kommentar von 1q3c6njjj ,

Doch, genau so sollte man da reagieren, schließlich wurde er auch ungefragt in diese Situation gedrängt.

Wie würdest Du denn reagieren?

Kommentar von Matahleo ,

Naja, Taktgefühl ist Ansichtssache. Ich finde wohl, dass es freundlich aber eben ach bestimmt geschrieben ist, denn der Fragesteller wurde nicht gerade Taktvoll nach seiner Meinung gefragt. 

Und klare Ansagen in einem freundlichen Ton sind einfach verständlich. 
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man mit Menschen, die einen dermaßen überrumpeln Klartext reden muss, sonst checken die in der Regel gar nichts. Denn es ist viel einfacher den anderen an seinen Schuldgefühlen zu packen, an seinem Taktgefühl herumzumäkeln als sich selbst Gedanken über sein eigenes Verhalten zu machen. 

Aber kann ja jeder machen wie er will, ne :) 

Antwort
von Taimanka, 61

Ist eine entspannte Zugreise für Dich eine Option? Ohne die anderen. Dann braucht Deine Frau den Wagen oder er muss zur Inspektion/ Werkstatt.

Du kannst auch auf halber Strecke zum Zielort vorher einen Termin haben. Nach der Sitzung hast Du Urlaub, ein paar Tag mit Deiner Frau in einer Gegend, die entgegengesetzt der Fahrrichtung Heimat liegt. 

Frühzeitig eine höfliche Rundmail an alle, die sich so selbstlos eingeladen haben. Es tut Dir leid, die An- und Rückreise muss leider umdisponiert werden.

Ich kenne solche Situationen. "Begeisterte" (nicht-Autobesitzer) möchten dann gerne mitfahren, sitzen hinten im Auto, schlafen, schwatzen, mampfen oder lachen sich einen Ast über ihr Witze und unsereins darf aufmerksam hunderte von Kilometern abfahren.  Nein Danke. 

Antwort
von brummitga, 46

was und wo und mit wem wohin du mit deinem Privat-PKW fährst ist doch deine Sache.

Antwort
von FeeGoToCof, 58

Klare Haltung - klare Worte!

Ein überzeugtes: NEIN, das ist mir nicht recht.

Bitte suchen Sie nach einer anderen Lösung.

Man muss auch aushalten können, wenn man nicht von jedermann geliebt wird. Das ist normal!


Kommentar von Taimanka ,

das sehe ich etwas anders, dies hier ist eine Vereinigung, die auf gleicher Gesinnung und Interessen beruht. Da darf man für den sonstigen Zusammenhalt ruhig subtilere Aussagen treffen. 

Kommentar von FeeGoToCof ,

Ich bin anderer Meinung. Sich zu verstellen birgt für die Zukunft das Potential, ständig in ähnlich gelagerte Situationen zu geraten. Dies gilt es vermutlich nachhaltig zu vermeiden - wenn ich den Fragesteller richtig verstanden habe?!

Also: klare Worte, die sich gerne darauf stützen mögen, dass die Art und Weise der "Gemeinschaft" bei der "Selbsteinladung" eine wegweisende Rolle spielte.

Kommentar von Taimanka ,

Ich sehe das anders.

Das ist eine Gemeinschaft, die sich aufgrund der gleichen Gesinnung gebildet hat. Sie haben sich zusammengetan, um gemeinsam etwas zu erreichen. Es ist, so wie es sich liest, kein Arbeitsverhältnis.

In solchen Vereinigungen sollte man anders miteinander umgehen. Die von Dir beschriebene Art und Weise ist völlig unnötig, um das Ziel zu erreichen. Etwas Geduld, Taktgefühl und Verbindlichkeit den anderen gegenüber ist angezeigt, und keine Hauruckmethode. 

Nach der von Dir beschriebenen Ansage bräuchte der Fragesteller sich wirklich nicht zu wundern, wenn vice versa von den anderen auch nichts mehr kommt. 

Das vergiftet das Vereinsklima und es ist nicht zuletzt die Vereinsarbeit, die darunter leidet. 

Kommentar von FeeGoToCof ,

Aha...verstehe...der Zweck heiligt also die Mittel?!

Tut mir leid, aber Deine Sichtweise ist mir zu "regierungstreu".

Antwort
von 1q3c6njjj, 39

Du musst Deine Ablehnung diesen Umständen ggü. so schnell wie möglich artikulieren, notfalls per Email. Immer freundlich bleiben.

Bist Du dazu nicht in der Lage, dann kann man das halt mit Dir machen, es wird dann nicht das letzte Mal gewesen sein. Anders herum, wer braucht schon solche "Freunde", die nicht mal ordentlich fragen können.

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