Frage von Himmelsschaf, 87

Wie kann ich die Beweglichkeit meiner Lendenwirbelsäule trainieren?

Ich hatte jahrelang mit Rückenbeschwerden zu kämpfen, habe auch zu wenig Sport gemacht. Als ich jetzt mit Yoga angefangen habe, ist mir aufgefallen dass ich meine Lendenwirbelsäule nicht bewegen kann. Ungefähr auf Taillenhöhe steht ein Wirbel etwas heraus, darunter ist alles steif. Gibt es irgendwelche Übungen oder sonstige Methoden, mit denen ich die Beweglichkeit wieder herstellen kann? War lange in Physiotherapie, da ist nie jemandem etwas aufgefallen...

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Yogamag, 52

Hallo Himmelsschaf,

dass du diese Steifheit und auch den dominanten Wirbel feststellst, ist die erste Reaktion auf Yoga.

Du schreibst, dass du "jetzt" mit Yoga begonnen hast. Gehst du denn zum Unterricht oder übst du mit Filmchen aus dem Internet?

  • ich halte eine gute Yogaschule für zwingend, wenn man mit dieser Kunst beginnt. Ein Filmchen korrigiert dich nicht, weil dich niemand sieht und dabei kannst du viel falsch machen.
  • beim Vidoe-Glotzen bist du auch abgelenkt, konzentrierst dich nicht auf dich, sondern auf den Bildschirm- das ist kein Yoga, sondern einfach machen, nachmachen...
  • selbstverständlich gibt es Übungen, die deine Wirbelsäule und auch den Rest des Körpers (und auch deinen Geist) flexibler machen. Die kannst du aber nicht hier lernen, auch nicht auf Youtube, sondern bei einem/ einer guten Lehrer/in.

http://www.iyengar-yoga-deutschland.de/unterricht/lehrersuche-text

Diese Leute sind sehr gut ausgebildet, schauen auf die Schüler, korrigieren und gehen auf deine "Problemzonen" ein.

Kommentar von Himmelsschaf ,

Danke, ich bin in einem echten Kurs mit echter Lehrerin ;)

Kommentar von Yogamag ,

Dann sprich doch deine Yoga-Lehrerin drauf an! Sie müsste wissen, wie und was du üben kannst, ohne deine LWS zu überfordern. Lehrer sind auch dazu da!!!!!!

Kommentar von Yogamag ,

PS. Die LWS hat von Natur aus eine hohe Beweglichkeit nach hinten, sprich Rückwärtsbeugung. Vorwärtsstreckungen eher im Mittelmass, Seitneigung wenig und Drehungen gar nicht. Darum sind Vorwärtsstreckungen auch problematisch, wenn sie erzwungen werden oder unter Belastung erfolgen. Um die LWS auf gesunde Art in Vorwärtsstreckungen zu bringen (zB mit gestreckten Beinen die Finger auf den Boden setzen), ist es grundlegend wichtig, die rückwärtigen Beinmuskeln und die Gesässmuskeln zu dehnen, während der Rücken lang (konkav) bleibt... Strecken und nicht beugen, und die Flexion aus dem Becken erzielen- das ist die Devise! Wenn du so übst, bleibt dein Rücken gesund.

Kommentar von Himmelsschaf ,

Danke für den Tipp! Ich bemühe mich das zu beherzigen :)

Antwort
von FraeuleinPolle, 43

Kenne ich nur zu gut... Bei mir hat Yoga echt Wunder gewirkt. Aber es braucht Zeit und regelmässiges "üben". Seit meine Rumpfmuskulatur stärker geworden ist, hat sich meine gesamte Körperhaltung massiv verbessert und meine Schmerzen sind verschwunden.

In der Anfangszeit habe ich folgendes Video täglich gemacht, was meine Flexibilität spürbar verbessert hat: 

Zur Kräftigung des Rumpfes kann ich dir vor allem folgendes (und viele ihrer weiteren Videos) ans Herz legen:

Ich mache dieses Video 2x pro Woche und es hat mir mehr als alles andere geholfen, an Stärke zu gewinnen und schmerzfrei zu werden.

Viel Erfolg! :)

Antwort
von TRichter1956, 38

Mhm, die Lendenwirbelsäule unterhalb der Taille ist von Natur aus fast unbeweglich, da gibt es nicht viel zu holen. Aber es könnte helfen, wenn Du schreibst, ob Du irgendwelche Bewegungseinschränkungen hast, dann wird es leichter, Deine Frage zu beantworten.

Kommentar von Himmelsschaf ,

Naja die einzigen Einschränkungen die ich habe sind die, dass ich manche Yogaübungen nicht machen kann. Ich kann mich zum Beispiel nicht mit geraden Beinen und durchgedrücktem Rücken hinsetzen. Ich kippe hinten über, weil ich meinen Rücken nicht weit genug durchbiegen kann um mich auszubalancieren. Ich kann meinen Rücken nicht ganz rund machen und mich zum Beispiel mit gegrätschten Beinen kaum nach vorne lehnen. Sowas halt.

Kommentar von TRichter1956 ,

Ok, gibt es eine Diagnose für Dein Rückenleiden?

Kommentar von Yogamag ,

Wie ich bereits in meinem Kommentar oben geschrieben habe, sind dein rückwärtigen Beinmuskeln zu kurz. Dann kippt das Becken nach hinten, wenn du mit gestreckten Beinen auf dem Boden sitzt.

Ich als Yogalehrerin würde dir sofort soviel Decken unter den Hintern legen, bis du das Becken aufrichten kannst. Dann, bevor du dich jemals nach vorne beugst, müsstest du mit einem Gurt um die Füsse und in den Händen gehalten, die Beine strecken lernen und dabei den Oberkörper aufrichten... die Beine würden quietschen, jedenfalls eine geraume Zeit. Aber irgendwann kommt die Dehnung und dann werden diese Übungen genussvoll und dein Körper streckt sich- sowohl im Oberkörper als auch in den Beinen.

Yoga ist unbequem. Wenn es bequem wird, machst du kein Yoga. Das sage ich meinen SchülerInnen. In der Bequemlichkeit geht der Geist/Kopf spazieren und ist überall, aber nicht in dir. Keine Konzentration, kein Fokus, keine Ruhe im Kopf.

Ich verstehe nicht, wie deine Yogalehrerin das nicht sehen kann!

Es ist traurig, dass dir da nicht geholfen wird. Wofür ist denn ein Lehrer da?

Wenn deine Lehrerin keine Rücksicht auf deine Konstitution nimmt, es nicht einmal sieht, ist sie eine schlechte Lehrerin. Das ist wie in der Schule....

Pass auf dich und deinen Rücken auf, wenn du in solchen Positionen bist!

Und verdammt nochmal such dir eine gute Yogaschule, wo man dich anguckt und deine Probleme sieht und hilft und nicht nur vorne hockt und was vormacht mit geschlossenen oder verklärten Augen.

Heutzutage wimmelt es von Yogalehrern, die in 100 Stunden (oder lass es 500 sein) eine Ausbildung gemacht haben und eigentlich keine Ahnung von dem haben, was sie vermitteln.

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