Hallo, mein neuer Mann und ich sind seit ca. 2 Jahren ein Paar. Er hat einen Sohn (14) aus erster Ehe, der bisher bei seiner Mutter lebte. Die Mutter hatte über 7 Jahre einen neuen Lebenspartner, der etwa vor 2 Jahren wieder aus dem Leben des 14 jährigen verschwand. Der Junge hatte es schon immer in der Schule nicht leicht, aber er ist nicht dumm. Nun jetzt ist aber die Situation so, dass die Mutter völlig überfordert ist und der Junge bei uns leben soll. Ich habe eine Tochter (9) die nur 1-er und manchmal 2-er schreibt. Gestern waren wir beim Elterngespräch in der Schule des Jungen und man hat uns mitgeteilt, man überlege ihn auf die Hauptschule zu stecken. Wir mussten wirklich schlucken und erfuhren erstmals, dass man glaubt, der Junge habe sich aufgegeben. Auch über diverse Fehltage und Vorfälle wurden wir aufgeklärt. Ich denke die Mutter wollte es geheim halten vor uns um ihren Sohn vor der möglichen Schelte des Vaters zu schützen. Ich habe keine Ahnung, wie wir dieses Problem angehen sollen. Ich habe den Jungen in mein Herz geschlossen und bin mir bewußt, dass wir alles versuchen müssen, dass er wieder an sich selbst glaubt und vorallem, dass er sein Selbstwertgefühl steigert. Aber keiner legt eine Anleitung bei, wie man das am Besten anstellt. Wir werden wohl auch fremde Hilfe benötigen. Wer hat für uns wichtige Tipps? Wir wären für jede Hilfe dankbar.
also. mir ging es mit 15 auch so, dass mein stiefvater aus meinem leben verschwunden ist. daran hat euer sohn sicher zu knabbern. meine eltern haben damals alles erdenkliche falsch gemacht... und ich bin völlig durchgedreht, schlechte noten, schule schwänzen, so wie oben beschrieben. rückblickend weiß ich, was ich damals gebraucht hätte: das gefühl, dass meine eltern für mich da sind, dass ich ihnen was bedeute, auch wenn ich mist gebaut hab, dass ich nicht so "ignoriert" werde. ich denke, das mistbauen ist eine art schrei um aufmerksamkeit. zeigt dem jungen, dass er euch wichtig ist, dass er zur familie gehört, bezieht auch die kleine stiefschwester ein und dann bietet ihm an, beim lernen zu helfen, sowas eben... er braucht jemanden, auf den er sich verlassen kann.
An Schulen gibt es doch meist sowas wie einen Schulpsychologen oder beratungslehrer, vielleicht solltest du dich mal an die wenden

Schimpfen bringt gar nichts. Es is sicher eine gute Idee, mit dem Beratungslehrer Kontakt aufzunehmen ung ggf. einen Psychologen zu Rate zu ziehen. Das könnte auch hilfreich für den Jungen sein beim Einleben in Eure Familie.
Ich fürchte auch, dass wir da auf jeden Fall Hilfe benötigen. Ich mache mich schon schlau, um in Erfahrung zu bringen, wo die richtige Wahl liegen könnte. Aber das ist schwieriger als ich es mir vorgestellt habe.
Kristall08 am 18. November 2008 12:52 Wir haben hier einen ganz tollen Psychologen, der auch mit Kinder arbeitet (hat selber fünf). Das hilft Dir leider nicht.
Manchmal sind auch die Erziehungsberatungen von der Caritas oder dem Kinderhilfswerk sehr gut. Viel Erfolg! Ich finde es toll, dass Du Dir so viele Gedanken um ein "fremdes" Kind machst.

Sicherheit und Selbstbewusstsein bei einem Jungen kann nur ein maennliches Wesen vermitteln. Bei der Mutter sucht man nur den Schutz. Hier muesste die maennliche Seite mehr auf ihn eingehen. Viel gemeinsames unternehmen und eine Therapie gemeinsam angehen.
Dahin gehen meine Überlegungen auch. Aber ich fürchte dafür müssen die beiden sich erstmal wieder neu finden. Von alle 14 Tage am Wochenende und im Urlaub kann man nicht von einem vertrauten Zusammenleben jeden Tag ausgehen.

das ist nicht einfach, gerade in diesem alter! da ist professionelle hilfe nötig. es gibt anlaufstellen für jugendliche, ich denke aber das hier auch das jugendamt weiterhelfen kann.
Mit dem Jugendamt, dass ist interessant. Können die mir sagen, welcher Psychologe etc. dem Jungen helfen kann? Ich werde nichts unversucht lassen.
das wichtigtse macht ihr, ihr wollt ihm helfen und glaubt an ihn! wichtig ist, dass ihr herausfindet, ob er sich wirklich aufgegeben hat oder er nur gerade keine perspektiven sieht. 14 ist genau das alter, wo sie gar nichts mehr wissen, nur von sekunde zu sekunde denken, darum erreicht man mit gesprächen wenig: sie wissen ja, welches verhalten erwartet wird und sagen dann genau das, was man hören will...und im nächsten unbeobachteten moment ist es vergessen. es hilft nur enger kontakt mit der schule (auch dort muss man registrieren, dass ihr euch kümmert, dann kümmern die sich auch!!) und mit dem jungen. regeln und kontrolle, aber auch vertrauen und freiraum. genau absprechen. auf jeden fall auch beratung durch fachleute!
Danke für die Antwort, wir müssen es hinbekommen und wir sind dankbar für alle Ratschläge. Wir haben viel aufgenommen und sind voller Hoffnung irgendwie über die schwierige Phase hinwegzukommen.

Wenn ihr einen Psychologen sucht: ruft auch mal bei der Krankenkasse des Jungen an und sagt, dass ihr sehr dringend einen Kinder- und Jugendpsychologen braucht. Die meisten Krankenkassen haben eine Liste, wo manchmal sogar vermerkt ist, wie lang evtl. Wartezeiten sind.--- Ansonsten: Steht hinter dem Jungen, macht für ihn einen Neuanfang daraus und überlegt mit ihm gemeinsam, wie er aus dieser Sitation raus kommt.

Was ist an einer Hauptschule so schlimm? Mein Sohn geht auch auf die Hauptschule und ist deswegen nicht dumm oder schlechter als andere.
Ich möchte ja nicht sagen, dass die Hauptschule schlimm ist, nur wir wußten nicht dass es 5 vor 12 ist und man dies in der Schule schon bespricht.
danimaus76 am 18. November 2008 12:35 Was möchte er denn? Wenn er auf der Schule bleiben möchte wird er durch seinen Willen und eure Hilfe das schaffen. vieleicht gibt es die Möglichkeit zur Nachhilfe oder zusätzlichen Förderungen. Ich find es nur traurig das Hauptschüler immer als katastrophal hingestellt werden.

sorry, aber das ist mir zu viel Text... versuch doch mal, das ganze in 2 Sätze zu fassen...