Frage von MYMY55, 110

Wie kann ich aus einer Bedarfsgemeinschafft Austreten so das ich mein komplettes Azubi Gehalt behalten kann und nix angerechnet wird?

Hallo Community und zwar bräuchte ich ein paar Tipps! Es geht darum, ich beginne ab dem 1.8.16 eine Ausbildung und verdiene im ersten Jahr brutto 980€ so jetzt zum Problem ich lebe zurzeit bei meinem Vater, dieser bezieht Hartz 4. wie kann ich verhindern das mein Geld angerechnet wird zur einer "Bedarfsgemeinschaft"? -(abgesehen davon das er arbeiten gehen sollte was aus gesundheitlichen Gründen nicht geht) er riet mir mich bei meiner Oma und Opa umzumelden da beide arbeiten. Müsste ich theoretisch doch dann nix abdrücken oder? Und so die Zwangsenteignung meines Lohnes verhindern. Wäre ich so aus dem Schneider? Ich muss aufjedenfall verhindern das das passiert und mein Geld angerechnet wird.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Ausbildung, Geld, Hartz 4, ..., 60

Was geht denn bei dir ab ?

Denkst du das dich deine Großeltern kostenlos bei sich wohnen lassen,wenn sie dann durch dich einen Mehrverbrauch haben,da musst du auch was abdrücken ?

Ob du nun bei deinem Vater wohnen bleibst oder nicht,etwas von deinem Einkommen musst du sicher abgeben,bei deinem Vater würde es sicher mehr sein als bei deinen Großeltern.

Aber dein Vater müsste dann ggf.nach einer Übergangszeit aus der Wohnung ausziehen,wenn er dann die Differenz von angemessenen zu unangemessenen Mietkosten nicht aus eigener Tasche zahlen könnte.

Denn nach deinem Auszug wird die Wohnung für ihn alleine sicher nicht mehr angemessen sein,dann würde ihm das Jobcenter in der Regel diese dann unangemessenen Kosten nur für weitere 6 Monate zahlen,danach nur noch was für 1 Person angemessen bei euch ist und wenn er nicht umziehen will müsste er dann die Differenz selber zuzahlen.

Bei 980 € Brutto würdest du ca. 775 € Netto auf dein Konto bekommen.

Auf deine 980 € Brutto stehen dir nach § 11 b SGB - ll Freibeträge auf dein Erwerbseinkommen zu,dass sind dann zunächst 100 € Grundfreibetrag und von den übersteigenden 880 € ( 100 € - 1000 € Brutto ) stehen dir 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto noch mal 10 % Freibetrag zu.

Also kommen bei den 880 € Überhang noch mal 176 € Freibetrag zu den 100 € Grundfreibetrag dazu,dein Freibetrag liegt dann insgesamt bei 276 €.

Diese 276 € würde dir das Jobcenter theoretisch von deinen ca. 775 € Netto abziehen,dass ergibt dann dein anrechenbares Netto von ca. 499 €.

Von diesen ca. 499 € geht dein Regelsatz von 324 € ab,wenn du schon min. 18 bist,darunter würden es 306 € sein.

Also blieben hier angenommen noch ca. 175 € übrig und dazu käme dein Kindergeld von 190 €,dann läge dein Überhang bei ca. 365 € und der würde auf deinen Kopfanteil der KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung angerechnet,also bei 2 Personen 50 % der Warmmiete.

Angenommen dein Vater bekommt bzw.muss 500 € zahlen,dann läge dein Kopfanteil bei 250 € pro Monat,du hättest dann einen Überschuss von ca. 115 € die du zur eigenen Bedarfsdeckung nicht mehr benötigen würdest.

Diese würden dann auf den Bedarf deines Vaters angerechnet,also dann seine Leistungen dementsprechend gekürzt,wenn er also kein weiteres Einkommen hat wo er schon Freibeträge geltend macht,dann würde ihm das Jobcenter von den angenommenen 115 € seine 30 € Versicherungspauschale theoretisch abziehen,es blieben dann ca. 85 € anrechenbares Einkommen übrig,dass dann deinem Vater abgezogen würde.

Er hätte dann 30 € mehr als vorher.

Du würdest von deinem Kindergeld also noch ca. 75 € zur eigenen Bedarfsdeckung selber benötigen ( 115 € Überschuss + 75 € = 190 € Kindergeld ),da du aber keinen Anspruch mehr auf Leistungen vom Jobcenter hättest,würdest du eh aus der BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) deines Vaters raus sein.

Dir blieben also deine ca. 775 € Netto und von deinem zu zahlenden Kopfanteil für die KDU - könntest du diese benötigten angenommenen 75 € vom Kindergeld schon mal abziehen,denn das Kindergeld wird ja dein Vater sicher aufs Konto bekommen.

Also müsstest du dann noch die Differenz von angenommen 175 € ( 250 € Kopfanteil der KDU minus diese angenommenen 75 € = 175 € ) aus deinen ca. 775 € Netto deinen Vater geben.

Es blieben dir dann noch ca. 600 € und davon müsstest du noch deinen Anteil für den Haushaltsstrom usw.zahlen,dazu noch Kostgeld für deine Verpflegung oder du machst das dann selber und der Rest würde dann deine sein.

Würdest du bzw.dein Vater dem Jobcenter mitteilen ( du müsstest dann unterschreiben ) das du freiwillig auf Leistungen verzichtest,dann würde dein Kindergeld vollständig auf den Bedarf deines Vaters angerechnet,abzüglich der evtl. 30 €.

Du hättest dann also noch mal angenommen diese 75 € weniger zur Verfügung.

Wenn du bei deinem Vater ausziehst,dich abmeldest und bei deinen Großeltern einziehst,dann hast du deine angenommenen ca. 775 € Netto + deine 190 € Kindergeld,die stehen dir dann von deinem Vater zu,gesamt dann ca. 965 € und davon geht dann das ab was deine Großeltern evtl.von dir verlangen.

Kommentar von MYMY55 ,

Entspann dich und Mach nicht so viel Politik :D Trotzdem danke 

Kommentar von isomatte ,

Du hast nichts verstanden,aber das wird sicher mit den Jahren noch kommen !

Antwort
von auchmama, 15

Müsste ich theoretisch doch dann nix abdrücken oder?

Such Dir eine eigene Bleibe, dann brauchst Du nix "abdrücken" und musst nur Deine eigenen Kosten, mit Deinem Einkommen, alleine decken! Oder meinst Du wirklich, dass das Geld, welches Du dann in Deiner Ausbildung bekommst, nur für Dein Vergnügen da ist und das Jobcenter weiterhin Deinen Mietanteil und Deine Verpflegung bezahlt?

Du wirst nichts verhindern können, weil diese Angaben zu Deinem Ausbildungsbeginn "meldepflichtig" sind und jedem normalen Arbeitnehmer wird jeden Monat auch ein Großteil seines Einkommens "zwangsenteignet" - der Vermieter und die Stadtwerke holen sich ihren Anteil, Versicherungen und die Lebensmittelgeschäfte sowieso - warum sollte es Dir denn besser gehen als allen anderen?

Zahlen musst Du für Deinen Verbrauch überall - herzlich willkommen im Leben ;-)

Antwort
von SimonG30, 42

Und so die Zwangsenteignung meines Lohnes verhindern.

Zwangsenteignung? Du müsstest Deine Ausbildungsvergütung nutzen um für Dich und Deinen Lebensunterhalt aufzukommen. Das ist kein Taschengeld zur freien Verfügung.

Nur Ummelden zu den Großeltern würde das nicht ändern, denn das Jobcenter würde die Wohung Deines Vaters nicht ewig , sondern in der Regel 6 Monate weiterzahlen, wenn sie zu groß & teuer für ihn alleine ist. 

Ich muss aufjedenfall verhindern das das passiert und mein Geld angerechnet wird.

Dann zieh ganz aus & finanziere Dein Leben selbst. Mit dieser Ausbildungsvergütung + Kindergeld müsste dies machbar sein... Das kann Dir auch kein Amt verbieten, wenn Du es Dir finanziell ohne Hilfen leisten kannst. Für Deinen Vater hätte es am Ende aber wohl die selben Folgen (s.o.)

Kommentar von MYMY55 ,

Apropo Kindergeld Vieleicht weist du Bescheid, kriegt mein Vater immer noch mein Kinder Geld ausgezahlt auch wenn ich in einer Ausbildung bin und Bei meinen Großeltern angemeldet bin ? Dankeschön 

Kommentar von petrapetra64 ,

ja, dein vater kriegt weiterhin Kindergeld und es wird ihm angerechnet auf seinen Bedarf, wenn dein Bedarf gedeckt ist. Ziehst du aus zu den Grosseltern, solltest du daher gleich die Abzweigung des Kindergeldes bei der Familienkasse beantragen, dann kriegst du es auf dein eigenes Konto.

Kommentar von auchmama ,

Ziehst du aus zu den Grosseltern, solltest du daher gleich die Abzweigung des Kindergeldes bei der Familienkasse beantragen, dann kriegst du es auf dein eigenes Konto.

Leider nicht ganz richtig!

Wenn der junge Mann zu den Großeltern zieht, dann können die Großeltern einen Kindergeldantrag stellen und dann wird das KG auf das Konto der Großeltern überwiesen.

Erst wenn man ganz alleine wohnt und keiner mehr direkt oder indirekt für den Unterhalt aufkommt, erst dann bekommt man sein KG auf sein eigenes Konto - so lange man noch in der Ausbildung ist!

Antwort
von grossbaer, 43

Du und dein Vater bilden eine Bedarfsgemeinschaft. Von daher beziehst du wahrscheinlich auch Leistungen vom Jobcenter. Wenn du unter 25 Jahre alt bist, kannst du ohne Zustimmung des Jobcenters in der Regel nicht ausziehen. Du brauchst erst eine Genehmigung und die bekommst du nur unter besonderen Umständen. Ansonsten kannst du es vergessen.

Die Idee von dir finde ich sehr egoistisch. Anscheinend willst du dein ganzes Geld für dich alleine behalten. Dein Vater hat auch jahrelang Geld für dich bezahlt und dich durchgefüttert. Von dem her kannst du jetzt auch mal einige Abzüge in Kauf nehmen und mit deinem Geld zum Unterhalt beitragen. Das Geld ist zum Leben da und nicht zum verjubeln.

Kommentar von auchmama ,

Wenn du unter 25 Jahre alt bist, kannst du ohne Zustimmung des Jobcenters in der Regel nicht ausziehen. Du brauchst erst eine Genehmigung und die bekommst du nur unter besonderen Umständen. Ansonsten kannst du es vergessen.

Bei 980 Euro brutto, plus 190 Euro Kindergeld, kann das "Kind" mit 18 Jahren sofort ausziehen. Bei den Beträgen wird das "Kind" kein Hartz4 mehr bekommen und kann mit seinem Geld hingehen wo es will!

Die Regelung zum Alter "25 Jahre" besteht nur dann, wenn sowohl die Eltern als auch der Nachwuchs, komplett von Hartz4 lebt. Warum sollte denn dann das Jobcenter, einem unter 25-Jährigen, auch noch zusätzlich eine eigene Wohnung finanzieren?

In diesem Fall reicht aber das eigene Einkommen, um sehr wohl für sich allein zu sorgen - so einfach ist das ;-)

Kommentar von isomatte ,

Die U 25 Regelung trifft auch dann zu wenn die Familie kein Hartz lV bezieht !

Wenn das Kind kein Einkommen hat oder aber seinen Bedarf nach dem SGB - ll nicht aus eigenem Einkommen decken kann und von Anfang an auf ALG - 2 angewiesen wäre,also mit seinem evtl.Einkommen nicht schon in einer Wohnung / Zimmer wohnen würde,dann muss das Kind auch erst mal einen Antrag stellen und die Zusicherung zur Kostenübernahme bekommen.

Also es muss dann auch einen wichtigen Grund für den Auszug U 25 nachweisen können oder aber die Eltern setzten das volljährige Kind vor die Tür,dann ist die Bedürftigkeit ja auch gegeben und wenn dann das Kind noch eine abgeschlossene Berufsausbildung hätte und die Eltern nach dem BGB - nicht mehr zum Unterhalt verpflichtet sind,dann kann das Jobcenter gar nichts machen,es muss dann Hilfe bekommen wenn die sonstigen Voraussetzungen erfüllt sind.

Antwort
von melly2626, 49

Die einzige Möglichkeit ist ausziehen. Richte dir ein Zimmer bei Oma oder Opa oder sonstigen Verwandten ein. Ob du dort dann schläfst oder nicht ist deine Sache. Bei deinem Vater das Zimmer kannst du lassen und er kann angeben dass du nur zu Besuch bei ihm bist. So könntest du trotzdem dort wohnen bleiben. Müsstest aber dich bei Oma und Opa anmelden.

Kommentar von melly2626 ,

Außerdem können die dir deinen Lohn nicht weg Nehmern... Sie kürzen aber deinem Vater das Geld.

Antwort
von implying, 56

klingt nach einer guten idee... allerdings solltest du dann auch tatsächlich dort wohnen, denn man kann nicht einfach einen falschen wohnsitz angeben. darauf berufen sich ja auch sämtliche anderen institutionen.

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