Frage von Acanis, 32

Wie kann ich Audio-Protokolle auf Konferenzen aufnehmen?

Hallo zusammen,

ich bin in einer Studenteninitiative aktiv, die sich mehrmals im Jahr mit einer großen Gruppe in Deutschland trifft, um gemeinsam Entscheidungen zu treffen, die den gesamten Verein betreffen. (Delegiertenversammlungen -> Konferenzen)

Dort würden wir gerne aus Gründen der Wissenssicherung zusätzlich Audio-Protokolle einführen. Dabei haben unsere Recherchen bisher allerdings nichts ergeben. "Konferenz" ist so ein unterschiedlich interpretierbares Wort und bei uns geht es wirklich darum, an die 80 Leute in einem "Hörsaal" (oft wirklich in der Uni) aufzunehmen.

Was haben wir für Möglichkeiten? Gibt es da welche ohne Mikros, die extra rumgereicht werden müssen?

Vielen Dank und Grüße Björn

Antwort
von TheStone, 25

Leider machst du keine Angaben zum Budget.

Gute Fieldrecorder (z.B. Zoom H1, H2n, H4 oder H6)  werden relativ genau das aufnehmen, was du auch mit deinen Ohren an der Stelle hören kannst, an dem sich das Mikrofon befindet. (die eingebauten Mikrofonkappseln sind nicht besonders hochwertig. Neben ein wenig Hintergrundrauschen färben die Mikrofone auch ein wenig. Trotzdem ist die räumliche Abbildung so gut, dass du dich drauf verlassen kannst, dass das was du hörst hinterher auch auf der Aufnahme ist mit genau so viel Hallanteil, mit der relativen Lautstärke und aus der Richtung aus der dus auch selbst an der Stelle hörst, an der das Mikrofon bei der Aufnahme steht.)

Alternativ könntest du auch Grenzflächenmikrofone im Raum verteilen oder Kleinmembranmikrofone mit Kugelcharakteristik an die Decke hängen. (Ich weiß jetzt nicht, wie die Räumlichkeit genau aussieht...)

In dem Fall brauchst du allerdings neben den Mikrofonen noch Vorverstärker, Audointerface und einen Computer. Je nach Anzahl und Qualität der verwendeten Mikrofone und damit einhergehend der nötigen Kanäle befindest du dich da schnell im fünfstelligen Bereich. 

Kommentar von TheStone ,

Ach ja. die mittelteure Methode hab ich vergessen: Zwei gute Kleinmembranmikrofone in einer Stereoanordnung an einer Stelle im Raum platzieren an der alles gut zu hören ist. Also ganz ähnlich, wie die Methode mit dem Fielrecorder nur mit besseren Mikrofonen. Dafür ist dann allerdings auch ein Audiointerface und ein Computer notwendig, allerdings reichen hierbei zwei Kanäle im Gegensatz zur ganz teuren und aufwändigen Methode aus.

Kommentar von Acanis ,

Hey, vielen Dank schon mal :)! Wo bewege ich mich dann preislich? Ich habe kein Budget genannt, weil sich das aus dem Bedarf ergibt.. Ist erstmal eine Recherche. Jeder Euro tut weh, da wir gemeinnützig sind, aber evtl. könnten wir ein paar zweckgebundene Spenden dafür akquirieren. Dementsprechend würde ich auch gerne unterschiedliche Preisklassen betrachten. 

Kommentar von TheStone ,

Die Variante mit dem field recorder würde c.a. zwischen 100 und 400 Euro kosten. (wobei ich, wegen der fünf eingebauten Mikrofon Kappseln, die in alle Richtungen ausgerichtet sind, zum H2n für c.a. 170 Euro raten würde...)

Die Variante, Mikrofone im ganzen Saal zu verteilen, etwa 10 000 Euro. (Die Variante hat den Vorteil, dass idealerweise jeder im Saal mindestens ein Mikrofon in der nähe hat, dass ihn direkt aufnimmt, die aufgenommene Person also auf der Aufnahme immer relativ nah klingt.)

Die Variante mit der Stereomikrofonie zwischen etwa 300 und 1000 Euro für die Mikrofone (je nach gewünschter Qualität), zuzüglich c.a. 500 Euro für ein Interface. Außerdem wird noch ein Computer dazu benötigt. Diese Variante bringt allerdings vor allem den Vorteil, eines unverfälschteren, originalgetreueren Klanges. Wenns hauptsächlich um Sprachverständlichkeit geht, lohnt sich der Mehrpreis zu der Variante mit einem Field Recorder meiner Meinung nach nicht.

Kommentar von TheStone ,

Was bei Audioprotokollen übrigens oft problematisch ist, ist, dass es sich hinterher oft als schwierig herausstellt, alle anwesenden an der Stimme auseinanderzuhalten. Erst recht bei einer so hohen Anzahl. Du mußt also damit rechnen, dass du hinterher nicht mehr rekonstruieren kannst, wer was gesagt hat, es sei denn, jeder hat sich immer brav vorgestellt, bevor er sein statement abgegeben hat. 

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