Frage von giega, 168

Wie kann ich als Mutter noch helfen?

Mein 22 jähriger Sohn ist dabei sich sein ganzes Leben zu verbauen. Er hatte nach seiner Ausbildung in mehreren Jobs gearbeitet, diese hat er immer geschmissen. Irgendwann geht er einfach nicht mehr hin oder er ruft z.B. bei Krankheit den AG nicht an und bleibt fern. Wenn er Probleme hat, verkriecht er sich und lässt niemand an sich ran. Er weiß selbst, daß er Mist baut aber ihm fehlt der Mut dafür gerade zu stehen. Er blockiert sich selbst. Das finazielle Dilemma, Schuldenanhäufung, wie Krankenkasse, Mietrückstände etc wird immer größer. Er selbst hat wohl schon fast resigniert. Ich war heute soweit den Kontakt komplett abzubrechen, weil mich das stark belastet. Gibt es Anlaufstellen wo er sich zwecks Beratung ( vllt auch psychisch ) hinwenden kann, damit es wieder einen Lichtblick gibt?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von toomuchtrouble, 32

Dein Sohn ist gelähmt. Aus sich selbst heraus wird bei ihm nichts mehr passieren. Dass Du Dich um ihn kümmerst, ist schön, wird aber an seiner Gesamtmisere nichts ändern. Erwerbsloseninitiaven, Schuldner- und sonstige Beratungen setzen einen Grad an Selbstorganisation voraus, den er nicht mehr mitbringt, wenn er ihn überhaupt jemals gehabt hat, womit wir bei den psychischen Problemen sind, die Teil des Problems, aber auch der Lösung sind.

Hierbei ist es unerheblich, ob das Kindchen Depression heißt, obwohl ich in diese Richtung gehen würde.

http://www.psychiatrie.de/bapk/

Ausgangspunkt sollte Deine Stabiltität und Deine Fähigkeit zur Abgrenzung sein. Hier sind Selbsthilfegruppen und die Beratungsangebote für Angehörige hilfreich. Das gilt vor allem dann, wenn es keine unvorbelasteten Freunde und Angehörige gibt, die Euch unterstützen, begleiten und orientieren können. Andererseits gibt es vielleicht einen Onkel, der ihn mal auf den Pott setzen könnte und ihn in die Klinik fährt.

Wenn Du das psychosoziale Beratungsangebot einer Stadt wie Hannover studierst, gibt es zahlreiche Optionen.

http://www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Gesundheit/Beratungsstellen/...

In einer vergleichbaren Situation würde ich mich auch bei einem volljährigen Kind an die Elternambulanz der Psychosomatik der medizinischen Hochschule wenden und mich an deren Ratschlägen orientieren.

https://www.mh-hannover.de/fileadmin/kliniken/psychosomatik_psychotherapie/downl...

Antwort
von wilees, 168

So lange Dein Sohn nicht selbst etwas macht / unternimmt, sind Dir die Hände gebunden. Ist er selbst der Auffassung, dass er um sein Leben in den Griff zu bekommen, Hilfe benötigt kann er Unterstützung einfordern. Aber dies muß er !! sagen / machen.

Vielleicht kann hier der sozial-psychiatrische Dienst des Gesundheitsamtes beratend zur Seite stehen. Ihm könnte dann möglicherweise ein Betreuer an die Seite gestellt werden.

Aber es liegt immer wieder an ihm, dies zu bejahen oder zu verneinen. Wenn es nicht anders geht, musst Du ihn - auch wenn dies schwer ist - erst einmal untergehen lassen.

Kommentar von giega ,

Es ist wie ein Kreislauf, es fängt immer wieder von vorne an und endet katastrophal. Danke für den Tip mit dem Gesundheitsamt!

Antwort
von fraschi, 86

Natürlich ist eine Mutter immer für Ihre Kinder da, aber nach dem 18. Lebensjahr des Sohnes ist es mit dem Einfluss normalerweise zum größten Teil vorbei und er muß für sein Handeln selbst geradestehen.

Natürlich kann und soll eine Mutter helfen, jedoch geht das nicht gegen seinen Willen. Aber den Kontakt abzubrechen ist die schlechteste Lösung, auch dann, wenn der Sohn reihenweise Fehler macht.

In einem solchen Fall hilft zunächst eine Schuldenberatung, um diese böse Falle zu beseitigen.

Eine psychologische Beratung / Behandlung ist aber auch nur mit seiner Unterstützung möglich, denn Ärzte können nur mit dem Patienten gemeinsam eine Strategie entwickeln b.z.w. handeln.

Und so ist das auch mit der Schuldenberatung....ohne Ihren Sohn geht leider nichts.

Optimal wäre, beides gleichzeitig zu beginnen......

Hoffentlich ist Ihr Sohn einsichtig.....

Beratungsstellen gibt es sicherlich in Ihrer Nähe....sie finden sie im Internet.

Mit freundlichen Grüßen,

fraschi

P.S.: Viel Glück.....und die Hoffnung nicht aufgeben !

Kommentar von giega ,

Vielen Dank für Ihre Tips, den Kontakt werde ich natürlich nicht abbrechen, es war aus reiner Verzweiflung geschrieben.

Antwort
von BarbaraAndree, 84

Sicher gibt es Institutionen, an die man sich wenden kann, aber DEIN SOHN muss das auch wollen ER muss den Weg gehen und aus diesem "Teufelskreis" selbst herauswollen. Du kannst ihn dabei unterstützen und ihn auf dem Weg begleiten. Aber wenn er selbst nicht dahintersteht, wird er bei der nächsten Gelegenheit die Flucht ergreifen. Ich habe einen Link gefunden, der vielleicht passen könnte, versuche einmal in deiner Stadt ähnliche Stellen zu finden:

http://www.diakonie-leipziger-land.de/pskb/psychosoziale-beratung-fuer-menschen-...

Alles Gute.

Kommentar von Seanna ,

Das geht aber nur wenn DER SOHN das will und NUR wenn er ein psychiatrisches Problem hat. Psychosoziale Beratung ist nicht für reine Schuldenproblematik gedacht oder geeignet.

Kommentar von BarbaraAndree ,

Wenn ein Mensch mit seinem Leben nicht mehr fertig wird, ihm alles über den Kopf wächst, er ohne Grund nicht mehr zur Arbeit erscheint, Schulden macht, weil er die Übersicht verliert und sich dann verkriecht - lässt das nicht auf psychische Probleme schließen? Es gilt doch, die Ursache zu finden, um ihn dann wieder in ein normales Leben zurückzuführen.

Kommentar von giega ,

Ich werde alles versuchen das er wieder auf die Beine kommt - mit ihm zusammen. Danke für den Rat!

Kommentar von giega ,

Habe eben im Internet eine solche Anlaufstelle in meiner Stadt gefunden! Lieben Dank nochmals!

Kommentar von BarbaraAndree ,

Das freut mich und ich wünsche dir alles erdenklich Gute. Hoffentlich hast du soviel Einfluss auf deinen Sohn, dass er einsieht, dass er so, wie er jetzt lebt, keine Zukunft hat.

Antwort
von Seanna, 137

Sofern er TATSÄCHLICH ein psychiatrisches Problem hat, kann er sich bzw ihr euch gemeinsam an den sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt wenden.

Wenn er nicht will oder kein psychiatrisches Problem vorliegt, sind die aber nicht zuständig.

Die helfen weder bei reinen Schulden, noch entgegen dem Willen der Betroffenen, sofern keine Eigen- oder Fremdgefährdung vorliegt.

Antwort
von Kokosnuss1314, 90

Du musst dich vor ihn setzen und ein ernstes Gespräch mit ihm führen ! Du musst ihm sagen das du ihn liebst und das er dir alles anvertrauen kann! Und das es dich sehr verletzt wenn er sich so benimmt beziehungsweise niemanden an sich ranlasst.

Kontakt abbrechen ? Geht's noch ? Er ist dein Sohn und du willst Kontakt abbrechen. Es ist Sch*iß egal was er macht, du musst versuchen es wieder hinzubekommen und nicht sofort euren Kontakt abbrechen! Was wärst du bitte für eine Mutter, wenn du es wirklich getan hättest ? Wie soll dein Sohn dir dann noch in die Augen schauen ?

Kommentar von giega ,

Solche Gespräche hatten wir gefühlt schon tausende. Ich breche den Kontakt natürlich nicht ab, es ist und bleibt immer mein Kind.

Kommentar von Kokosnuss1314 ,

Gut das du den Kontakt nicht abbrichst!

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