Frage von Xboytheunseen, 281

Wie kann ich als Jugendlicher eine Art Patientenverfügung (aber für Maschienen) festhalten, denn ich hab Angst, das im Notfall nicht alles getan würde?

Also meine Bruder hat gerade unsere Eltern im Schlafzimmer über das Thema Unfall und Koma diskutieren hören und ein bisschen an der Tür gelauscht.

Unsere Eltern wohl gesagt, dass sie niemals an Maschienen hängen wollen würden und das grausam finden und meinen, man sollte jemanden eher gehen lassen und sie scheinen wohl auch schon Patientenverfügungen gegen Maschienen zu haben, nur Organspende, die haben sie erlaubt, so wie er das verstanden hat

Also dass die Einstellung unserer Eltern in dieser Richtung geht haben wir ja schon geahnt und wir akzeptieren auch, dass sie das für so wollen.

Dummerweise sehen mein Bruder und ich (wir sind beide fast 15, Zwillinge) das anders, wir wollen nämlich, auf jeden Fall, falls einem von uns was passiert, egal was ist, solange wie nur irgend möglich, das man versucht uns zu retten und auch mit allen nur erdenklichen Möglichkeiten am leben zu erhalten, egal wie die Prognosen sind

Dafür haben wir uns viel zu gern, als das wir ertragen könnten, dass der andere sterben gelassen wird und für uns selbst wollen wir das ich nicht.

Und wir wollen auch nicht einfach so als Organspender herhalten, nicht bei den unzureichenden Testkriterien wie sie Momentan gelten.

Also und jetzt haben wir Angst, das unsere Eltern uns im Notfall nach ihrer Ansichten nach behandeln lassen und nachher nicht alles getan wird und der dem was passiert nachher, weil es angeblich "so besser" oder "das beste für ihn" ist sterben gelassen wird.

Was können wir tun um unseren Willen festzuhalten, geht das mit einer Verfügung oder würde das irgendwie klappen, wenn mein Bruder und ich uns gegenseitig irgendeine Art Vollmacht geben und wie bekommen wir das hin, da wir ja erst 14 sind, kann ein Anwalt das für uns regeln ?

Ich würde ja meinen Cousin fragen, der studier Jura, aber der ist für 4 Wochen im Ausland und hat kein Whattsapp.

Also habt ihr vielleich Ideen ?

Antwort
von Negreira, 80

Ihr seid jetzt in einem Alter, wo das Denken an Sterben völlig irrational und voller Angst ist. Man hat das Leben vor sich, will alles mitnehmen, was es zu bieten hat, da kommen einem Gedanken und Meinungen zum einem endgültigen Nicht-mehr-da-sein schlimm vor.

Normalerweise wird für Kranke, egal wie krank sie sind, alles nur menschenmögliche getan. Kein Arzt stellt einfach ein Beatmungsgerät ab. Aber auch, wenn Du Dir nicht vorstellen kannst, wie das ist, ich finde es furchtbar schlimm, nur noch an Geräten, Schläuchen und Apparaten zu liegen, einen Katheder hier, eine Windel da, ohne Aussicht auf Heilung oder Erfolg. Du bekommst ständig irgendwelche Medikamente, die Dein Bewußtsein trüben, die Dich unter Umständen auch näher an den Tod heranbringen, denn Schmerzen möchtest Du doch sicher auch nicht haben, oder?

Daß man seine Organe nicht spenden will, ist ja die eine Seite. Wie es mit der Altersgrenze bei der Selbstbestimmung ist, weiß ich nicht, aber ich denke, spätestens mit 18 könnt Ihr das bestimmen. So lange sind Eure Eltern dafür die Ansprechpartner, wobei ich mir nicht vorstellen kann, daß sie im Fall der Fälle gegen Euren ausdrücklich geäußerten Wunsch verstoßen würden.

Bei der Uni Bochum gibt es ein Ethik-Zentrum, die haben auch Patientenverfügungen. Allerdings hat man mir jetzt gesagt, die Ankreuzformulare seien nicht 100%ig sicher, da sie von verschiedenen Seiten angefochten wurden. Man müsse immer etwas handschriftliches dazu schreiben. Das ist aber immer für den von Euch nicht gewünschten Fall, nämlich daß jemand nicht an Apparaten hängen will.

Wenn unter der Ärztekamme entsprechende Links sind (ich habe noch nicht dort nachgesehen, weiß es also nicht), dann könnt Ihr die entsprechend ausfüllen und vielleicht bei Eurem Arzt hinterlegen, nur mal so für alle Fälle. Auch eine Kopie in der Geldbörse oder dort, wo man sie findet, wäre ganz hilfreich.

Auch ältere Menschen möchten nicht alle diese Patientenverfügungen unterschreiben, denn auch hier gehen die Meinungen erheblich auseinander. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir aber sagen, daß sich mit zunehmendem Alter auch Deine Ansichten hinsichtlich der Weise, wie mit Dir verfahren werden soll, wenn es nicht mehr weiter geht, ändern werden.

Antwort
von LiselotteHerz, 118

Wer keinen Organspendeausweis bei sich hat, bei dem werden auch keine Organe entnommen - das gilt zumindest für Erwachsene.

Ihr könnt doch einfach schriftlich festlegen, was ihr wollt und was ihr auf alle Fälle ablehnt und dieses Schriftstück Euren Eltern geben. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob sie als Erziehungsberechtigte bei Euch nicht doch das letzte Wort hätten, da ihr noch minderjährig seid. Das müsst ihr mit ihnen klären. lg Lilo

Kommentar von Xboytheunseen ,

Wie das mit Organspende abläuft, das wissen wir ja.

Im Moment ist keiner von uns emotional in der Lage, sich mit dieser Entscheidung zu befassen, daher werden wir wohl erstmal ablehnen und das dann nochmal überdenken, wenn wir so 16-17 sind und emotional reifer.

HIer bei der Frage ging es eher um den Koma Fall, dass wir nicht wollen, das dass die Erlösungsgedanken unserer Eltern uns im ernstfall die Lebenserhaltung kosten

Kommentar von LiselotteHerz ,

Das ist Eure Entscheidung, die ihr spätestens mit 18 ganz allein fällen könnt. Es ist kaum davon auszugehen, dass einer von Euch jetzt ins Koma fällt und eine derartige Entscheidung getroffen werden muss.

Meine persönliche Meinung: Lieber wäre ich tot, als jahrelang im Wachkoma zu liegen und mich nicht mitteilen zu können. Und wenn mein Körper nur noch funktionieren würde, weil ich an lebenserhaltende Maschinen angeschlossen bin, kann ich das nicht als Leben bezeichnen, das ist Dahinvegetieren.

Kommentar von Xboytheunseen ,

Hoffendlich passiert sowas nicht, ich häng sowohl an meinem Bruder, als auch an meinem Leben :)

Aber trotzdem würden wir auch gerne schon vor 18, dass unsere Wünsche beachtet werden.

Kommentar von LiselotteHerz ,

Dann müsst ihr das mit Euren Eltern klären und darauf behaaren, dass Eure Wünsche berücksichtigt werden. So ist das nunmal, dass Jugenliche in solchen Fällen nicht das alleinige Sagen haben. Wenn jemand ins Koma fällt oder ein künstliches Koma herbeigeführt werden muss, müssen immer die Eltern unterschreiben, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen.

Antwort
von ASRvw, 64

Mahlzeit.

Wenn Dir die Rechtssicherheit einer Patientenverfügung knappe 10,- Eur wert ist, dann empfehle ich Dir unter

http://igsl-shop.de//vorsorge-treffen/16/umfassende-vorsorgemappe?c=5

die "Umfassende Vorsorgemappe" zu bestellen. Herausgeber ist die Internationale Gesellschaft für Sterbebegleitung und Lebensbeistand.

Die Mappe umfasst neben einem Vordruck für eine Patientenverfügung auch Vordrucke für verschiedene Vollmachten, ein umfangreiches Infoheft mit Erklärungen, eine Vorlage für testamentarische Verfügungen und eine Notfallkarte.

Die Formulare sind wirklich gut. Ich habe mit diesen schon oft gearbeitet und auch gegenüber Ärzten, Krankenhäusern, Krankenkassen und Behörden nie Probleme gehabt.

Wenn Du die Formulare entsprechend Deiner Wünsche und Vorstellungen ausgefüllt hast, gehst Du damit zu Deinem Hausarzt. Der bespricht diese mit Dir, erklärt Dir genau, was darin was genau bedeutet und macht sich ein Bild davon, ob das was Du tatsächlich Deinem Willen entspricht. Anschließend beglaubigt er die Formulare mit seiner Unterschrift und seinem Praxisstempel, was für die Rechtssicherheit essentiell ist.

Du hast die Möglichkeit, diese Mappe selbst aufzubewahren oder sie bei Deinem Hausarzt aufbewahren zu lassen und den Notfallausweis entsprechend auszufüllen. Den musst Du dann wie einen Organspendeausweis immer bei Dir haben und im Falle das Falles, können sie behandelnde Ärzte etc. Kopien Deiner Verfügungen bei Deinem Hausarzt anfordern.

Alle Formulare bieten Raum für nachträgliche Änderungen. Du kannst Deine Verfügung also jederzeit Deinen aktuellen Lebensumständen anpassen.

Weitere Informationen zu der Mappe findest Du auch online unter

http://www.igsl.de/vorsorgemappe/die-vorsorgemappe.html

Aufsetzen kannst Du eine Patientenverfügung in Deutschland ab dem 14. Lebensjahr. Solange Du noch keine 18 bist, muss diese dann aber neben Deiner Unterschrift und der des Arztes auch von Deinen Eltern mit unterschrieben sein.

Daher solltest Du zuvor mit Deinen Eltern über dieses Thema und Deine Ansichten und Wünsche sprechen.

HiH

ASRvw de André

Antwort
von Dickie59, 21

Hallo,

der gesetzliche Grundsatz hilft euch. Deshalb gibt es ja die Sterbehilfe, da Menschen die unsagbar schwer krank sind und Schmerzen haben, am Leben erhalten werden.

Dabei wollen sie nur eins, wenn sie merken, es ist nicht mehr zu ertragen und nicht in der Lage sind den Suizid auszuüben,  STERBEN.

Probleme können hierbei sein, das dir Behandlungsmethoden als gesetzlich Versicherte nicht zur Verfügung stehen, da die Kosten nicht von der GKV übernommen werden. Also wird man dich auf die versicherten Möglichkeiten lange am Leben erhalten.

Beste Grüße

Dickie59

Antwort
von labertasche01, 164

Also in Deutschland kann man ab 14 Jahren eine Patientenverfügung ausfüllen.
http://www.patientenverfuegung.de/

In wie weit dann aber euere Eltern das letzte Wort haben ( da ihr noch minderjährig seid) ist eine Grauzone .
Aber auf jeden Fall habt ihr damit eure Eltern informiert wie ihr das wollt und vielleicht berücksichtigen Sie euren Wunsch ja.
Schaden kann es nicht!  

Kommentar von Xboytheunseen ,

Geht so eine Patientenverfügung denn überhaupt andersrum ?

Weil keiner von uns möchte im ernstfall "human ermordet" werden indem ihm die Maschienen weggenommen werden

Kommentar von labertasche01 ,

Man kann eine Standart Vorlage nehmen und Sätze streichen, oder man schreibt einfach eine alleine .
Dabei kann man die Vorlage als Hilfestellung nehmen an was man alles denken muss.  

Kommentar von Xboytheunseen ,

Das klingt doch gut :)

Also selber welche machen ?

Weil diese Vorgefertigsten Dinger sehen alle nur den Fall vor, das Leute draufgehen wollen.

Das es auch Menschen gibt, die auf jeden Fall, egal was ist überleben wolllen, daran denken die offenbar nicht.

Kommentar von ASRvw ,

Mahlzeit.

Die Vordrucke der Vorsorgemappe, die ich in meiner eigentlichen Antwort weiter unten empfohlen habe, eignen sich für beide Richtungen.

Du kannst frei auswählen, was Du willst. Du musst nicht alles ankreuzen, kannst auch für Dich nicht zufreffende Absätze komplett streichen und in den Vurdrucken auch vermerken, dass weitere Papiere beachtet werden sollen.

Ich habe in meiner Verfügung mit dieser Mappe auch recht differenzierte, spezifische Vorgaben gemacht und auf weitere Dokumente verwiesen. Als ein solches weiteres Dokument habe ich einen umfangreichen Text aufgesetzt, in dem ich genau ausgeführt habe, wie ich über das Leben, das Sterben und einzelne Krankheiten denke.

Das ist bei mir recht komplex, da zum Beispiel mein größter Wunsch der ist, den Sterbeprozess bewusst zu erleben und das ich eben keinen Pfarrer, sondern einen buddistischen Meister bei mir haben möchte, der mich bewusst durch den Sterbeprozess leitet.

Dieses Dokument ist an die Verfügung geheftet, darin genau vermerkt und somit untrennbar mit dieser Verbunden. Und so kann im Falle eines Falles ein Arzt,.der die Verfügung ausführen muss nicht nur sehen was ich verfügt habe, sondern genau nachlesen, warum ich mich so und nicht anders entschieden habe.

Das kannst Du in Deiner Verfügung selbstverständlich auch machen. Schreib einfach alle Deine Gedanken zum Leben, zum Sterben und zu Deinen Entscheidungen auf und lasse diese in Deine Verfügung einfließen.

Und bedenke vor allem, dass eine solche Verfügung nicht endgültig ist. Du kannst sie jederzeit ändern oder vernichten lassen und durch eine neue erstzen, wenn sich in Deinem Leben oder Denken etwas geändert hat.

Und bitte lasse Dir nicht erzählen, dass Du in Deinem jungen Alter noch nicht reif genug bist, eine zu schreiben. Das ist totaler Humbug. Wer reif genug ist, sich eigene Gedanken über das Leben und den Tod zu machen, der ist auch reif genug, mit einer solchen Verfügung für sich zu entscheiden, wie mit ihm im Falle eines Falles verfahren werden soll. Und sie ist wie gesagt nicht endgültig. Man kann sie jederzeit anpassen, ändern, neu schreiben oder aufheben, wenn sich etwas geändert hat und sie nicht mehr up to date zu den aktuellen Gedanken ist.

Also lass Dich nicht irritieren. Mache eine. Aufheben kann man sie später immer noch. Aber wenn mal was passiert und mal selbst nicht mehr in der Lage ist, etwas zu entscheiden, kann man keine mehr machen - egal wie sehr man es sich dann wünscht.

Kommentar von labertasche01 ,

Vielleicht liegt das daran das in der Regel alles für dein Überleben getan wird.
Die Frau eines Bekannten hatte Gehirnbluten. Sie kam ins Krankenhaus , wurde dann Künstlich Beatmet und Ernährt. Ihr Mann war dagegen , weil er wusste das sie das nicht wollte. Aber sie hatte keine Verfügung . Also entschied ein Richter das sie beatmet und ernährt wird . Sie liegt seit 12(!!) Jahren im Wachkoma und bekommt alles mit ( merkt man an ihren Reaktionen ).  
Das möchte ich nicht, und dafür sind die Standart Vorlagen gedacht.
Aber das muss jeder selbst entscheiden .  

Kommentar von Xboytheunseen ,

Oh, das klingt ja echt mies :(

Aber für mich ist der Gedanke gar nicht mehr zu existieren einfach viel viel schlimmer als der Gedanke behindert zu sein.

Und weder ich könnte ertragen, das mein Zwillingsbruder stirbt, noch könnte er das bei mir ertragen, das ich sterbe und da ist doch allemal besser, noch soweit wie möglich zu existieren und da zu sein.

Dann hätte der eine den anderen wenigstens nicht komplett verloren und zusätlich gäbe es zumindest noch eine minimale Chanche, dass das Schicksal sich vielleicht doch noch irgendwann umentscheidet und derjenige doch noch wieder aufwacht.

Wenn man aber tot, weil man keine Beatmung oder Ernährung erhaltet hat, dann verrotten diese Chanche in der Erde oder wird im Krematorum zu Asche.

Kommentar von labertasche01 ,

Ich denke mal das ist bei Zwillingen noch intensiver. Weil da meistens die Bindung größer ist.
Ich wünsche euch auf jeden Fall das es nie nötig sein wird .

Kommentar von Xboytheunseen ,

Jaaaa, das ist so zwischen uns

Ich hoffe auch, das sowas nie nie nötig ist, soetwaas wäre viel zu grausam.

Antwort
von skyberlin, 82

oh boys.

geht auf die seiten der landesärztekammern, bundesärztekammer, des gesundheits- und justizministeriums. infos durchlesen, passende verfügungen downloaden, ausfüllen, was euch wichtig erscheint.

mutti geben, beim arzt hinterlegen und noch einem vertrauten menschen.

fertig. ist das sooo schwierig?  könnt natürlich auch einen notar bezahlen, ist aber unnötig.

machts einfach!!! meine geschwister und ich haben das längst gemacht. lg SKY

Antwort
von Fiddi, 5

Es empfiehlt sich immer eine Patientenverfügung zu haben, egal in welchem Alter man ist.

Wichtig ist nur das diese Patientenverfügung auch an einem sicheren Ort verwahrt wird und ein Mensch des Vertrauens weiss wo sich diese im Ernstfall befindet. Damit die Eltern nicht sagen können, wenn sie anderer Meinung sind als was da drinnen steht, das keine Patientenverfügung existiert.

Antwort
von tapri, 79

du kannst ab 14 eine gültige Patientenverfügung erstellen. Die eine Seite ist, jemanden gehen zu lassen um IHN zu erlösen oder jemanden leiden zu lassen für den eigenen Egoismus

Kommentar von Xboytheunseen ,

Ich finde nicht, das draufgehen Erlösung ist, vielleicht irgendwann im hohen Alter, aber definitiv nicht für Jugendliche

Wenn man draufgeht ist man komplett weg und hat nicht mehr und da bleib ich lieber irgendwie am leben.

Und was ist an unserer Einstellung Egoismus ?

Kommentar von Flupp66 ,

"Am Leben" ist aber leider auch so eine Sache, wenn nur noch die Technik dafür sorgt, dass du lebst.

Kommentar von Xboytheunseen ,

Es ist scheixxe, klar, aber wirklich komplett tot zu sein ist viel viel schlimmer

Kommentar von Flupp66 ,

Und was hat man davon, dass man da dann liegt und kein Leben mehr hat? 

Kommentar von Xboytheunseen ,

Wer weis denn, wieviel Leben man in Wirklichkeit doch noch hat.

Es gab schon Leute, die nach Jahren wieder aufgewacht sind.

Allein schon um die Geringe Chanche zu waren ist es das wert weiterzuleben.

Und außerdem könnte keiner von uns aushalten, wenn der andere stirbt.

Kommentar von tapri ,

ich meinte nicht eure Einstellung ist Egoismus, sondern: sterben muss man alleine und sterben ist für den Sterbenden das Ende, da sollten sich die Hinterbliebenen nicht so wichtig nehmen. Der Sterbende steht im Mittelpunkt. Genau steht es wenn jemand erlöst werden sollte vom Leben. Jeder sollte selber entscheiden können, was für ihn lebenswert ist.

Kommentar von Xboytheunseen ,

Wir betrachten halt alles zusammen und sind sehr sehr oft, derselben Meinung.

Und wenn unsere Meinungen übereinstimmen, wieso nicht zusammen beschließen ?

Ich glaube statt lebenswert sollte man dieses Zustand eher nicht sterbenswert nennen, denn ist natürlich schrecklich und grauenvoll, aber eben nicht so schlimm, wie für immer aufzuhören zu existieren

Und hierbei geht es uns ja darum, selber zu entscheiden und von der Einstellung unserer Eltern unabhängig zu sein

Kommentar von skyberlin ,

tut das, entscheidet selber für euch. by the way: natürlich muß jeder von euch zweisteinen eine EIGENE verfügung ausfüllen/verfassen. ihr könnt nicht eine für euch beide zusammen machen, das ist euch aber bitte mit IQ von sokrates klar, oder? lol, have a nice day and keep smiling :-)))

Antwort
von Homing, 14

Solange ihr noch nicht volljährig seid, entscheiden eure Eltern für Euch.

Ab 18 dürft ihr selber entscheiden.

Kommentar von Xboytheunseen ,

Also per Anwalt durchsetzen lassen.

Wobei mir hier viele geschrieben haben, dass man auch schon ab 14 Verfügungen machen kann.

Antwort
von kakashifan009, 59

Da ihr beide über 14 Jahre alt seit, habt ihr das Recht selber eine Patientenverfügung aufzusetzen und darin selber festzuhalten was ihr später wollt und was nicht. 

Ihr solltet euch aber dennoch noch einmal mit euren Eltern zusammensetzen da sie sicher auch ein Mitspracherecht haben da ihr noch Minderjährig seit. Ich weiß das es für dich in diesem Moment sicher schwer zu verstehen ist, aber es ist fast noch schlimmer zu wissen das der Angehörige eigentlich schon tot ist und nur noch von Maschinen am Leben erhalten wird, als ihn friedlich gehen zu lassen

Ich denke in der Hinsicht solltet ihr auch eure Eltern verstehen 

Kommentar von Xboytheunseen ,

Ja, wir verstehen sie, dass sie für sich einen anderen Weg wählen.

Aber sollte mir etwas passieren, dann möchte, das ich und mein Körper, so behandelt wird, wie ich das wünsche.

Wir sehen sowas nicht als "friedlich gehen lassen", sondern eher als draufgehen lassen, durch ersticken oder verdursten lassen, für uns ist sowas Euthanasie.

Wenn es andersrum wäre, verstehe ich ein Mitspracherecht der Eltern, aber auch ein Kind oder Jugendlicher sollte entscheiden dürfen, dass er 100%ig zu seinem Leben steht, egal was passiert

Und bin nicht erstmal unabhänging davon wie leicht oder schwer es für andere ist, ich derjenige, der zählt, sollte mir etwas passieren ?

Zumindest für meinen Bruder wäre auch viel leichter zu ertragen, wenn wüsste, dass mit mir so umgegangen wird, wie ich es wollen würde und meine restlichen Angehörigen, ok...die kommen nach meinem Bruder...

Kommentar von FloTheBrain ,

Euthanasie ist Mord.

Einen nicht mehr lebensfähigen Menschen nicht mehr künstlich am Leben zu halten ist Gnade.

Nicht die Begrifflichkeiten missbrauchen.

Kommentar von Xboytheunseen ,

Gnade ist es nur, wenn dieser Mensch es vorher so gewollt hat.

Geschieht es gegen dessen vorherigen Willen, dann ist es Euthanasie

Kommentar von FloTheBrain ,

Hast dir gerade selbst widersprochen!

Antwort
von AcoxD, 114

Redet erst mit euren Eltern darüber .Mit der Rechtslage an sich kenne ich mich nicht aus .

Wenn ihr eure Organe nicht spenden wollt, schreibt einen Brief in dem ihr deutlich macht ,das ihr eure Organe nicht spenden wollt (Mit Unterschrift e.c.t)

Kommentar von Xboytheunseen ,

Das mit der Organspende, da wollen wir erstmal nicht mehr dran denken, dass hat uns zu viele Sorgen gemacht.

Ab 14 dürfen wir da ja Nein sagen und wir werden auch erstmal Nein sagen und dann später, wenn wir emotional etwas reifer sind, uns nochmal daran setzen und unsere Entscheidungen genau überdenken und dann vielleicht unsere Meinungen "updaten"

Aber uns geht es hier auch hauptsächlich um den Koma Fall, also ohne Organspende und ohne komplett angeblich "hirntod" zu sein

Antwort
von FloTheBrain, 26

In Deutschland und im Rest von Europa wird IMMER ALLES MACHBARE GETAN um einen Patienten vor dem Tod zu retten. Wenn Angehörige gefragt werden, ob die Maßnahmen beendet werden dürfen, dann ist da eh nichts mehr zu machen.

Früher gab es das Problem (nicht in Deutschland), dass wegen der Organspende manchmal zu schnell der Stecker gezogen wurde. Heute entscheiden überall in der entwickelten Welt andere Ärzte, die mit der Organentnahme nichts zu tun haben, ob es noch Sinn macht oder nicht.


Du wirst also auch ohne Patientenverfügung nicht einfach so umgebracht.

Kommentar von Xboytheunseen ,

Aber auch wenn "nichts mehr zu machen" ist, will ich nicht abgeschaltet werden.

Auch dann kann man noch Jahre leben, wenn richtig behandelt

Kommentar von FloTheBrain ,

Von der bloßen Existenz als "Kartoffel" hast du dann aber nichts mehr. Und das wird dich deine noch kommende Lebenserfahrung lehren, ist es besser die Geräte abzuschalten und den Menschen zu erlösen.

Die Diagnostik ist inzwischen soweit, Gehirnfunktionen und Schäden genau zu erkennen. Wenn man weiß, dass die Person in diesem Körper nie mehr wiederkommen wird, dann ist es für alle okay die Sache zu beenden.

Alles andere sind nur verlängerte Qualen.

Kommentar von Xboytheunseen ,

Ich sehe das nicht als Erlösung, sondern nur aufgeben der Behandlung.

Wenn ich für mich entscheide, dass ich weiterbehandelt werden möchte, dann ist das doch OK, oder ?

Mal davon ab käme mein Bruder nicht mehr klar, wenn ich tot wäre und irgendwo verrotten oder verbrannt werden würde.

Wenn man mich aber weiterbehandelt, dann hätte er mich wenigstens noch zum streicheln.

Kommentar von FloTheBrain ,

Wenn klar ist, dass eine Behandlung keine Verbesserung mehr bringt und der Mensch hirntot, oder im Koma ohne Chance auf Erwachen, oder ohne künstliche Lebenserhaltungsmaßnahmen nicht am Leben bleiben kann und dabei keine Interaktion mehr mit der Umgebung möglich ist, dann ist es menschenunwürdig und selbstgerecht diesen Menschen "am Leben" halten zu wollen.

Ebenso kann so eine lebende Leiche zur Belastung für die Angehörigen werden, die dazu gezwungen werden nicht abschließen zu dürfen.

Wer einfach nur - koste es was es wolle - die Lunge und das Herz am Laufen halten will, der hat sich einfach nicht gründlich Gedanken zu dem Thema gemacht. Ich würde eine gewisse Naivität unterstellen.

Aber ich schlage dir was vor.

Lass uns in 25 Jahren noch mal hier treffen und schreiben. Bis dahin wirst du lehrreiche Erfahrungen, auch mit dem Tod, gemacht haben und schlauer sein als heute.

Kommentar von Xboytheunseen ,

Aber was für mich würdig ist, entscheide doch ich.

Wer "hirntod" ist, der hat leider dank unserer Gesetze keine Wahl, aber der zweite Fall mit dem Koma ist genau der, bei dem ich mich absichern will.

Wenn ich will, dass ich dann "weiter am laufen erhalten" werde, dann ist das doch nur meine Entscheidung oder ?

Ich finde das allemal besser als irgendwo zu verrotten, der Gedanke ist einfach viel einfacher zu ertragen, als der Gedanke, dass mein Körper verrottet oder verbrannt wird und nichts von mir übrig bleibt

Und der letzte Fall klingt für mich so, als ob das Bewusstsein noch intakt wäre, wie beim Stammhirnausfall.

Da ist man eindeutig noch bewusst am leben und keine wie du es nennst lebende Leiche, sondern ein komplett Gelähmter.

Und für meinen Zwillingsbruder wäre das am wenigesten belastend, was ich gewollt hätte und sorry, aber alle meine anderen Angehörigen kommen erst nach ihm.

Kommentar von FloTheBrain ,

Irgendwann zu sterben und zu verrotten oder verbrannt zu werden ist der natürliche Lauf der Dinge. Dieser Tatsache entkommst du nicht. Und ich hoffe für dich (wie für alle anderen auch), dass du nicht leiden musst und kein Gefängnis (dein Körper) voller wahnsinniger und verzweifelter Qualen erleben musst, das du mit so einer verzweifelten Patientenverfügung zumindest ermöglicht hast.

Du hast noch nicht verstanden was Qualen und Leiden sind, weil du vermutlich noch keine erlebt hast und deine Welt schön einfach ist. Irgendwo beneidenswert. Aber das wird nicht für immer so sein.

Du wirst irgendwann tot sein. Ich werde irgendwann tot sein. Alle Menschen die du kennst werden irgendwann tot sein. Alle Menschen die du noch kennen lernst werden irgendwann tot sein. Alle Menschen die jetzt gerade mit uns auf diesem Planeten leben, um uns herum, werden irgendwann tot sein. Da gibt es kein Entrinnen und kein Hinauszögern was auch nur irgend einen Sinn ergäbe.

Das macht uns alle gleich.

Und mit diesen warmen Worten verabschiede ich mich aus einem einseitigen Gespräch ;-)

Kommentar von Xboytheunseen ,

Vielleicht lass ich mich auch in so eine Kryokapsel packen :)

Kommentar von FloTheBrain ,

Ohne Sauerstoff sterben sofort die Gehirnzellen ab, dabei zersetzen sie sich. Das Gehirn wird zuerst zu Brei.

Damit das also funktioniert müsstest du in weniger als 1 Minute nach dem Tod sofort gekühlt und eingefroren werden. Da aber vorher noch dein Blut gegen ein Frostschutzmittel getauscht werden muss, klappt es eh nicht.

Gewaltiger Betrug das Ganze. Nimmt nur naiven Leuten die Angst vor dem Tod. Tot, sind sie dann allerdings trotzdem.

Was vielleicht irgendwann gehen könnte wäre das Bewusstsein in einen Computer zu übertragen. Dann wäre man aber zu dem Zeitpunkt zurückgesetzt, an dem man sich hat scannen lassen. Um solch einen Scan zu schaffen bräuchte man Quantencomputer und viel viel Speicherplatz. In so einer Gesellschaft wäre es das einzige Ziel im Leben genug auf der hohen Kante zu haben um sich das dann leisten zu können. Vermutlich würden nur die reichsten es schaffen und dann, da sie ja unsterblich geworden wären, ihren Einfluss ewig ausdehnen und die Schere zwischen Arm und Reich würde nur noch weiter gehen. = Unschön und nicht wünschenswert.

Aber es gibt auch Hirnforscher, die der Meinung sind, das würde niemals funktionieren, da das Gehirn Hard- und Software funktional verbindet.

Aufgeklärte Menschen nehmen daher einfach gelassen hin, dass das Leben endlich ist. Sie versuchen das Beste aus ihrem Leben zu machen und gehen nicht anderen Menschen mit z.B. lebenszeitverschwendender Religion auf die Nerven. 

Kommentar von Xboytheunseen ,

Ich rede von einem Zeitpunkt, wo Menschen in der Lage sind, abgestorbene Zellen wieder ans laufen zu bringen.

Da Zellen nur Biochemische Maschienen sind, wäre soetwas für die Zukunft locker denkbar.

Dann könnte man dem "Brei" mit samt dem restlichen Körper wieder leben einhauchen und gegebenenfalls sogar die Alterrung der Zellen löschen.

Das mit einer Minute (übrigens sind es sogar 4) wäre nur, wenn man die Zellen in lebendem Zustand halten will, aber da die Reise sowieso so weit geht, bis oben genannte Technologie erfunden ist, spielt das keine Rolle

Ich rede von Kryokonservierung, nicht von Kryostasis

Kommentar von FloTheBrain ,

Unter realen Umständen ist sowas nicht machbar. Die Zellen sterben nicht nur, die gehen sofort in Lyse.

Aber was weiß ich schon, ich habe nur Biochemie und Mikrobiologie studiert und arbeite regelmäßig mit menschlichen und tierischen Zellkulturen.

Kommentar von FloTheBrain ,

Und mein letzter Beitrag dazu:

Du kannst die Realität wahrhaben wollen oder auch nicht, ihren Gesetzmäßigkeiten unterliegst du trotzdem! Egal was du dir in deinem Kopf zurecht denkst oder nicht ;-)

Kommentar von Xboytheunseen ,

naja, dann sagt man halt den Zellen, deren Wiederinbetriebnahme geklappt sie sollen sich vermehren und die anderen ersetzen.

In einer Zukunft, in der man Zellen einfach so wieder in Betrieb setzen kann, sollte auch das kein Problem sein.

Fakt ist, dass wir nicht wissen, was die Zukunft bringt, aber ich bin ziemlich sicher, dass solche Technologien kommen werden, wenn sich die Menschheit vorher nicht selbst vernichtet oder durch Kriege wieder ins Mittelalter zurückschickt.

Wenn nicht in 100, dann sicher in 1000 oder 2000 Jahren, der Fortschritt wird kommen.

Wer weis, vielleicht werden die Forscher dann, die jetzigen Versuche mit Zellkulturen die du so machst genauso belächeln, wie wir die Alchemie des Mittelalters

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