Frage von oberin, 54

Wie kann ich als Hobbyfotograf am besten Fuß fassen, wenn ich für Zeitungen/Presse als Freiberufler tätig sein möchte?

Antwort
von Energiefan03, 43

In dem du dich zunächst mal mit dem Urheberrecht (UrhG) befasst. Da kannst nachlesen, welche Rechte dir lebenslang und darüber hinaus bis zu 70 Jahren nach deinem Tode) zustehen. Nur so kannst du auch Angebote und Ankäufe der Verwertungsrechte durch Dritte grob beurteilen. Im konkreten Fall brauchst du allerdings anwaltliche Hilfe, um die Bedingungen zu durchleuchten. Ob du dann €10 oder 50 pro Bild bekommst ist nicht mehr wichtig, sondern die Antwort auf die Frage, was du damit verkaufst hast und die Zeitung, der Verlag, der Buchautor usw. usw. mit deinem Foto machen darf (auch weiterverkaufen und ob du dagegen z.B. abgesichert bist).

Kommentar von oberin ,

Danke. Das wäre dann schon der 2. oder 3. Schritt. Aber wie gehe ich es am besten an als Freiberufler überhaupt dort Fuß zu fassen? Einfach anrufen und sagen "Hallo. ich bin Hobbyfotograf und mache ab heute Bilder für Sie", wird ja wahrscheinlich nicht so einfach funktionieren. Vielleicht hat deshalb jemand Erfahrung hier, der mir expliziet dazu ein paar Tipps geben kann. Wäre toll.

Kommentar von Energiefan03 ,

Ich würde mit einer kleinen Mustermappe zur nächsten Redaktion deiner Tageszeitung gehen und denen zeigen, was du kannst und bisher auch an Schnappschüssen gefertigt hast. Vorheriger Anruf und Terminvereinbarung mit dem Redaktionsleiter wäre durchaus sinnvoll.

...und ich würde mich nicht Hobbyfotograf nennen, wenn du ein Gewerbe angemeldet hast. Hobby klingt dann abwertend.

Antwort
von Kristall08, 34

Als "Hobbyfotograf" eher nicht.

Für den Druck müssen die Bilder eine extrem gute Auflösung haben. Qualität aus der Knipskiste reicht definitiv nicht aus. Gesucht werden immer Fotografen für Sportfotos, das liegt allerdings hauptsächlich daran, dass die dafür erforderliche Ausrüstung so um die 10.000 Euro kostet.

Versuchen könntest du, als freier Mitarbeiter bei einer Lokalzeitung unterzukommen. Dann müsstest du aber vermutlich auch schreiben, nicht nur die Fotos machen.

Man wird dir Verträge vorlegen, in denen du alle Rechte an deinen Bildern und Texten abtrittst. Das ist zwar nicht rechtens, aber wenn du das nicht unterschreibst, kriegst du keine Aufträge, ganz einfach.

Kommentar von Energiefan03 ,

Das ist falsch, da Urheberrechte gem. UrhG gar nicht abgetreten werden können.

Nur Verwertungs- / Nutzungsrechte können vom Urheber eingeräumt werden. Wenn er sie einräumt ist das natürlich rechtens und dafür gibt es eine entsprechende Vergütung.

Ohne Nutzungsrecht könnte die Presse das Foto nämlich nicht veröffentlichen.

Kommentar von Kristall08 ,

Energiefan03, das ist nicht falsch, sondern die Realität. Ich sagte nicht, dass es rechtens sei. Ich sagte lediglich, dass es so geschieht.

Wenn man aber nicht unterschreibt oder dagegen klagt, ist man sofort raus aus dem Geschäft. Es gibt nämlich immer noch genügend andere, die es dann trotzdem machen.

Kommentar von Energiefan03 ,

Auch alle anderen können nicht alle Rechte abtreten, selbst dann wenn es fälschlicher Weise in einem Vertrag stehen sollte.

Das Urheberrecht bleibt gesetzlich beim Fotografen. Lediglich Nutzungs- bzw. Verwertungsrechte können auf verschiedene Weise einem Dritten oder mehreren Nutzern eingeräumt werden.

(Um das Wort "abgetreten" jetzt mal zur Klarstellung nicht zu verwenden.)

Eine seriöse Zeitung, oder andere seriöse Institutionen werden per Vertrag niemals "alle Rechte" einschl. Urheberrecht, für sich in Anspruch nehmen wollen. Der Vertrag wäre von vorne herein unwirksam.

Selbst dann, wenn du Fotos bei Internet-Verlagen oder Bild usw. einreichst, geht es nur um die Verwertungsrechte und die können sehr umfassend und sogar ausschließlich erworben / überlassen werden.

 

Kommentar von Kristall08 ,

Versuchst du jetzt ernsthaft, das mit mir zu diskutieren?

Dass das rechtlich nicht haltbar ist, was die Verlage machen, ist klar. Sie tun es trotzdem. Auch die seriösen.

Aber welche Zeitung würde das schon öffentlich zugeben? 3:)

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