Frage von DudelFlanders, 104

Wie kann es sein, dass heute unter Städten so viele Blindgänger gefunden werden (bei Bauarbeiten, usw.) - wieso hat man die nicht damals direkt beseitigt?

Heute ist es doch total oft so, dass im Boden irgendwelche Blindgänger gefunden werde.... mitten in der Stadt oder von mir aus auch an Randgebieten.

Wieso hat man die damals kurz nach Ende des WW2 nicht gleich entfernt? Da hätte man doch noch gut erkennen müssen, wo Bomben liegen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wolfram0815, 49

In manchen Gegenden sah es noch dam Krieg verheerend aus. Krater an Krater, viel Schutt usw. Viele Krater wurde oftmals mit Bauschutt zugeschüttet. Ob da jetzt noch ein Blindgänger drunter liegt oder nicht. Es ist ja nicht so, dass ein Blindgänger schön an der Oberfläche liegt. Damals hat man sicher auch die sichtbaren Blindgänger entschärft und entsorgt.

Kommentar von DudelFlanders ,

Achso... ich dachte, dass der Schutt aus den Kratern beseitigt wurde und nicht einfach zugeschüttet. Dann hätte man die Bomben ja normalerweise sehen müssen.

Kommentar von wolfram0815 ,

Ja, so ist es. Man muß aber auch bedenken, dass nach so einem Bombenangriff wenigstens die Straßen wieder begeh-und befahrbar sein mußten. Dann mußte wieder Schutt beseitigt geräumt werden, um Verschüttete aus Häusern und Bunkern zu befreien. Und wohin damit? Am Besten, so fern vorhanden, ins nächste Loch. 

Antwort
von SiViHa72, 52

Teils hat es auch erstmal gedauert, bis die Alliierten Luftaufnahmen rausrückten, auf denen die bombardierten Gegenden zu sehen sind. Damit kann man heute ganz gut schauen, aber wie gesagt- die gabs nicht gleich nach dem Krieg.

Und dann war oft schon was überbaut oder die Einschläge nicht mehr sichtbar und/oder bekannt.

Deshalb ist der Kampmittelräumdienst heute auch immer noch bei vielen Großbaustellen gefragt, z.B. wenn an alten Bahnhöfen genaut wird (Bhf Nürnberg hatte letzter Jahre wiederholt Sperrungen wegen KMR)

Antwort
von Andrastor, 33

Finde mal einen Blindgänger unter den Trümmern eines eingesürzten Bauwerkes, mit Tonnen an Schutt und Steinen drauf.

Die Teile sind damals machmal recht tief im Boden versunken und wurden dann einfach verschüttet. Sowas zu finden war nicht immer einfach.

Antwort
von MarkusKapunkt, 42

Die Bomben aus dem zweiten weltkrieg waren lange nicht so zuverlässig wie es heutige Kampfmittel sind (oder zumindest sein sollten). Einige detonierten überhaupt nicht, manche erst nach viel zu langer Zeit. Da die Allierten sehr viele Luftangriffe über Deutschland flogen, blieben eine ganze Menge von diesen Bomben in den zerstörten Städten liegen und wurden von den Trümmern bedeckt - denn allszu oft gingen die Bomben auch hoch.

Nach dem Krieg gab es zunächst nur das Bestreben, die zerstörten Städte wieder aufzubauen. Nach Blingängern wurde nicht intensiv gesucht, dies war auch gar nicht möglich, da die Militärs der Amerikaner und Engländer keine Einsicht in Einsatzpläne aus dem Krieg gaben - Man wusste also gar nicht, wo genau die Bomben gefallen waren und wo die wahrscheinlichkeit hoch war, noch Blindgänger zu finden.

Heute sind diese Einsatzbefehle und auch Luftbilder aus jener Zeit freigegeben, so dass nach Überresten von Kampfmitteln aus dem zweiten Weltkrieg gesucht werden kann. Übrigens ist die Situation in anderen Ländern Europas auch nicht anders - in Großbritannien werden heute ebenalls manchmal noch Blindgänger aus dem Krieg entschärft, welche die deutschen Bomber abgeworfen haben.

Antwort
von Ruenbezahl, 34

Man hat damals selbstverständlich alle Blindgänger entschärft, die man finden konnte. In ländlichen Gebieten war man über jeden Blindgänger froh, weil der Sprengstoff für Arbeiten in Wald und Feld verwendet wurde und das Metall verkauft werden konnte. Es war aber vor allem in den Städten unmöglich, alle Blindgänger zu finden, weil gerade die nicht explodierten Bomben tief in die Erde eingedrungen sind und keinen Explosionskrater verursacht haben.

Kommentar von DudelFlanders ,

Explosionskrater nicht.. aber doch tiefe Löcher.

Kommentar von Valdes14 ,

Die mit Trümmer verdeckt wurden

Kommentar von WDHWDH ,

Die ehemaligen Bomben wurden nicht für Sprengstoffe, sondern der Inhalt-SALPETER- für  Düngemittel verwendet

Kommentar von WDHWDH ,

Die in Vietnam für die A! verwendbaren Bomben kamen ,da zum "verschrotten " bereitgelegt- von Düngemittelfirmen zur Wiederverwendung.

Kommentar von Ruenbezahl ,

In meiner Gegend hat man während des Zweiten Weltkrieges den Sprengstoff aus den Blindgängern dazu verwendet, Luftschutzstollen in den Berg zu sprengen.

Antwort
von voayager, 26

Man muß die Blindgänger doch erst mal finden, bevor man sie entschärfen kann. Unzählige von ihnen liegen irgendwo im Erdreich und werden nicht slten durch Zufall oder Bauarbeiten entdeckt.

Kommentar von DudelFlanders ,

Ja, heute. Mir ging es ja um damals, zu der Zeit als man alles wieder aufgebaut und die Trümmer abgetragen hat.

Kommentar von voayager ,

Da wurden halt viele Bombenkrater einfach zugeschüttet, es warenb einfach zu viele, um sie all zu überprüfen. Dann isses auch so, dass Fleigebomben, sofern sie auf weichen Boden fallen, sich in diesen hineinbohren und anschließend nicht mehr zu sehen sind.

Antwort
von Skinman, 19

Dann wäre das "Wirtschaftswunder" mangels Arbeitskräften, die was Produktives unternehmen, leider ausgefallen.

Oder man hätte direkt Südeuropa komplett als Gastarbeiter importieren müssen.

Kommentar von DudelFlanders ,

Weil ein paar Hundert Leute in Deutschland bereits so ab 1946/1947 Bomben entschärft hätten, hätte es das Wirtschaftswunder nicht gegeben? Ziemlich unwahrscheinlich.

Kommentar von Skinman ,

Mit ein paar hundert Leuten wäre man eben nicht hingekommen, wenn das Ziel eine weitgehend rückstandsfreie Beseitigung gewesen wäre.

https://en.wikipedia.org/wiki/Unexploded_ordnance#Germany

Es werden in Deutschland nach wie vor JEDEN TAG Blindgänger gefunden, im Schnitt 15 Stück.

Seit 74 Jahren.

Die meisten tauchen nur nicht in den überregionalen Medien auf, weil es sich nur um "kleine" Artilleriegranaten und so was handelt.

Antwort
von rolfzuhause, 46

Da hatte man die Technik des Entschärfens noch nicht. Man kann nicht einfach eine aktive Bombe wegräumen. Sonst würde jetzt auch nicht immer vor Ort entschärft. Das konnte man damals noch nicht.

Kommentar von DudelFlanders ,

Und dann haben sie sich einfach so getraut Marktplätze und Hauptstraßen über die Bomben zu bauen (und/oder wiederzuerrichten), die nur in wenigen Metern tiefe liegen... Respekt.

Kommentar von wolfram0815 ,

Damals war das Entschärfen von Blindgängern erheblich einfacher wie heute! 

Diejenigen Bomben, die man heute noch findet, sind derart verrostet, dass man den Zünder oft gar nicht mehr raus schrauben kann. Bzw. ein gewaltsames heraus schrauben würde zu einer Detonation führen. Darum werden hin und wieder großräumig die Menschen evakuiert und dann die Bombe kontrolliert gesprengt.

Kommentar von SiViHa72 ,

Auch,w eil man nie garantieren kann, dass die Dinger beim Entschärfen nicht hochgehen. Ist ein ziemlich krasser Job, hab einen von den Herren öfter hier im Büro.

Kommentar von earnest ,

Selbverständlich konnte man "damals" Bomben entschärfen. Das war sogar viel einfacher alsjetzt, weil z.B. die Zünder noch nicht verrostet waren.

Antwort
von JBEZorg, 12

Und woher sollten die Mittel kommen für die Entfernunf ALLER Blindgänger damals? Dann wären wohl Deine Grosseltern verhungert Deutschland hatte enug Sorgen nach dem Krieg um da eine grossangelegte Suche nach Blindgängern zu starten. Ausserdem hast Du wohl keine ahnung wieviel Bomben abgeworfen wurden Greif Dir eine Handvoll Zucker und schütte sie auf den Boden. Und nun sammele jedes Körnchen ein. Mach nicht zu lange!

Kommentar von DudelFlanders ,

Was hat dein Beispiel mit dem Zucker mit der Menge an abgeworfenen Bomben zu tun?

Nichts oder weniger als nichts?

Kommentar von JBEZorg ,

Ja eben. Du verstehst die Menge nicht.

Kommentar von DudelFlanders ,

Doch ich verstehe die Menge. Die kann man ja zumindest grob aus den Einsatzberichten der Alliierten ablesen. Natürlich nicht auf die einzelne Bombe exakt.

Ich verstehe nicht, wo dein Problem liegt.

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