Frage von Pauli203, 42

Wie kann es sein das mich der Tod meiner Oma nur einen Tag wirklich berührt hat?

Hallo wie oben steht ist meine oma vor ein paar tagen gestorben, als ich sie kurz vor ihrem Tod das letzte mal gesehen habe, konnte ich mir die Tränen verkneifen, als ich am abend erfuhr das sie gestorben ist kamen ein paar Tränen und ich habe mich schlecht gefühlt. Am nächsten Tag waren alle noch total traurig und ich habe einfach so weiter gemacht wie immer, meine Eltern haben sehr oft geweint ind ich gar nicht mehr. Sie bedeutet mir sehr viel weshalb ich nicht verstehe warum ich nicht mehr traurig bin. Meine Eltern haben gesagt ich könnte ruhig alles raus lassen, aber es kommt nichts.... Kann es vielleicht daran liegen das mich Filme wie Saw etc und Serien wie the walking dead, Game of Thrones oder Breaking Bad oder Spiele wie GTA oder bo3 so abgestumpft haben das ich kaum noch Trauer verspüre? Oder hat das einen anderen Grund?

Antwort
von Existentiell, 24

Jeder trauert auf seine eigene Art und Weise. Die einen weinen viel, andere wiederum nicht. Es kann auch sein, dass du das momentan unterbewusst verdrängst und deswegen nicht wirklich "ausbrechen" kannst.

Wichtig ist, dass du viel darüber sprichst und dennoch versucht, den Tod deiner Oma zu verarbeiten (nicht in Form von weinen, sondern allgemein), weil diese Trauer dich sonst nach Jahren einholen kann.

Mein Beileid für dich und deine Familie.

Kommentar von Pauli203 ,

Dankeschön.. aber darüber zu sprechen halte ich für Kontra Produktiv, weil es mir ja im Moment gut geht, und ich denke dass wenn ich darüber rede auch wieder mehr darüber nachdenke was schlecht wäre

Antwort
von PeterKremsner, 11

Nein es geht jeder Mensch anders mit Trauer um, einige Menschen weinen und die anderen sind Recht ruhig und weinen nicht aber die kleinsten Änderungen können einen Gefühlsausbruch bewirken etc.

Es kann auch sein, dass du die Trauer schon zum Teil verarbeitet hast wenn du seit zB einigen Wochen oder gar Monaten weißt, dass deine Oma sehr bald sterben wird.

Kommentar von Pauli203 ,

Ne, war leider sehr plötzlich habe sie ein paar Tage vorher noch gesehen, und plötzlich liegt sie im Krankenhaus und 2 Tage später stirbt sie.

Kommentar von PeterKremsner ,

Dann ist es vermutlich einfach so, dass du deine Trauer anders Verarbeitest als deine Eltern, das ist nicht schlecht und in keinster weise irgendeine Störung, wichtig ist nur, dass du die Trauer verarbeitest.

 Egal ob mit Träumen oder mit Gesprächen über das Leben deiner Oma oder auch mit Tagträumen von deiner Oma etc.

Du darfst aber den Schmerz nicht verdrängen, also eine Haltung nach der Art: "Ich spreche nicht über meine Oma weil ich dann traurig währe" halte ich für schlecht, weil du im Endeffekt eine Trauer hast, aber diese Zwanghaft unterdrückst.

Kommentar von Pauli203 ,

Was du oben beschreibt passiert gar nicht bei mir, ich habe innerlich schon damit abgeschlossen weil ich sie kurz vor dem Tod ja nochmal gesehen habe

Kommentar von PeterKremsner ,

Ich habe mich damit auf dieses Kommentar bezogen:

Dankeschön.. aber darüber zu sprechen halte ich für Kontra Produktiv, weil es mir ja im Moment gut geht, und ich denke dass wenn ich darüber rede auch wieder mehr darüber nachdenke was schlecht wäre

Antwort
von TailorDurden, 13

Ich geh auch so wie Du mit Trauer um, bin da ganz ähnlich. Ich bin schon etwas älter und aus meiner Familie sind schon einige verstorben, denen ich eigentlich sehr nahestand.

Ich besitze eigentlich sehr viel Empathie. Wie bei Dir, werde ich durchaus emotional, wenn ich noch eine lebendige Person vor mir habe - gerade, wenn es ihr schlecht geht. Aber wenn jemand stirbt, dann empfinde ich da fast gar nichts, ich möchte dann am liebsten sofort mit dem Thema abschließen und woanders weitermachen, während alle noch lange trauern. Mir selber hat das nie geschadet, ich muss mich da auch nicht mehr aussprechen, ich behalte meist nur noch die guten Erinnerungen und gut ist es.

Jeder geht wohl etwas anders damit um und man muss sich auch nicht dafür rechtfertigen. Das ist überhaupt keine Abgestumpftheit wegen Medienkonsum oder so, das ist einfach eine Verarbeitungsstrategie aus dem Unterbewusstsein.

Alles ist okay :-)

Kommentar von Pauli203 ,

Was bringt es mir mich länger damit zu beschäftigen, es ist schade aber warum sollte ich jetzt alles einstellen und nicht schlecht und unwohl fühlen? Mir geht es ja gut.

Kommentar von TailorDurden ,

Sehe ich ganz genauso :-) Hast Du an meiner Antwort etwas missverstanden? Ich habe doch nirgends gesagt, dass Du das tun solltest.

Kommentar von Pauli203 ,

es ist schade aber warum sollte ich jetzt alles einstellen und mich schlecht und unwohl fühlen*

Kommentar von TailorDurden ,

Wer erwartet das denn? Niemand! Es ist alles okay..

Kommentar von Pauli203 ,

Nein das meinte ich nicht, ich wollte nur nochmal meinen/unseren Standpunkt damit vertreten

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