Frage von dobrindan, 88

Wie kann eine rechtspopulistische Partei wirtschaftsliberal sein?

Wirtschaftsliberalismus setzt internationalen Handel voraus – diesen lehnen rechtspopulistische Parteien vehement ab. Auch ist Wirtschaftsliberalismus immer mit Globalisierung verbunden – paradoxerweise machen rechtspopulistische Parteien genau gegen diese Wahlkampf.

Parteien wie die SVP in der Schweiz, die FPÖ in Österreich, UKIP in Großbritannien und die AfD in Deutschland vertreten klar wirtschaftsliberale Standpunkte, bezeichnen sich teilweise auch so. Nur wie geht das zusammen? Wie kann eine rechtspopulistische Partei auf der einen Seite für freie Marktwirtschaft eintreten, aber auf der anderen Seite Politik gegen Elemente dieser machen?

Antwort
von FrageSchlumpf, 18

Wie Du später korrigierst. Wirtschaftsliberal ist nicht immer oder nur Globalisierung. Da spielt auch vieles andere rein. Z.B. die weite Welt des "Recht des Stärkeren" ( nennt sich freie Märkte ) , Umverteilung von unten nach oben usw usw.

Die AfD z.B. tritt für eine Abschaffung des Mindeslohnes ein, wenn das nicht wirtschaftsliberal ist, weiß ich echt nicht.

Natürlich gibt es in den - vermeintlich - rechtspopulistiischen Parteien, wie in anderen Parteien auch, in den programmatischen Teilen gewisse Widersprüch in sich.

Antwort
von MrHilfestellung, 35

Politik ist nicht eindimensional. 

Man kann sehr gut rechte Ansichten haben und gleichzeitig auch bei anderen Problemstellungen zentristische oder sogar linke (Querfront) haben.

Antwort
von eleteroj, 40

rechtspopulistisch ist eine leere Worthülse zum Zweck der Denunzierung erfolgreicher politischer Opposition, Beispiel AfD: der unpopuläre/unpopulistische V Kanzler Gabriel schwingt die ganz grosse Nazi-Keule, etikettiert AfD als rechtsexremistisch, als rechtsradikal und will sie beobachten lassen. Die Linke spricht gar vom Sammelbecken braunen Gedankenguts.

In den Staatssendern einigt man sich, von Wahlerfolg zu Wahlerfolg auf immer moderatere Titel und ist momentan bei "rechtspopulistisch" angelangt, was natürlich immer noch denunziatorisch gemeint ist. Wie vor ein paar Jahren gegen die Linke, also nicht einfach die Partei beim Namen PDS sondern "die SED Nachfolgeorganisation PDS/Die Linke".

Warum eigentlich nicht "die wirtschaftshörige CDU", "die TTIPdurchwinkenwollende SPD", "die sich von Pädophilen nicht ausreichend abgrenzenden Grünen" etc etc was da sonst noch alles sich anbieten würde als Adjektiva.

Ob und inwieweit DIE AfD noch wirtschaftsliberal sei, sieht man nach dem 30.04.2016 wenn das neue Grundsatzprogramm verabschiedet ist.

Momentan sind die Wirtschaftsliberalen mehrheitlich ausgetreten und in "ALFA" neuaufgestellt. Ein moderat wirtschaftsliberaler ist Meuthen, mit Betonung auf Stärkung des Mittelstandes und gegen die Dominanz transnationaler Konzerne; ein pointierter Vertreter einer nachhaltigen Sozial- und Familienpolitik ist Björn Höcke, der in seinen Reden davon spricht, dass die AfD die alte SPD beerben wird.

In der AfD wird darüber hart diskutiert, im Gegensatz zu den etablierten Parteien, obwohl es auch da nicht um Glaubenssätze sondern ausschliesslich und knallhart um Interessen geht.

Kommentar von Ahzmandius ,

Was hat es mit Denunzierung zu tun, wenn man die Aussagen der Parteinen so zitiert wie sie gesagt werden (und die fraglichen Punkte aus dem Wahlprogramm auflistet)???

Kommentar von eleteroj ,

denunziatorisch ist es, wenn ein zwangsfinanzierter Staatssender, zum Zweck der Regierungspropaganda, regierungskritischen Parteien abwertend gemeinte Etiketten anheftet, während den etablierten Parteien solche Etiketten nicht beigefügt sind, nicht wahr? Siehe meine Vorschläge oben.

Antwort
von etsnen, 41

Gegenfrage: wie können wähler der CDU (christlich demokratische Union) trotz dem christlichen Grundsatz der Nächstenliebe gegen Flüchtlinge wettern? Wie kann die SPD (Arbeiterpartei) durch die Agenda 2010 Politik gegen die Arbeiterschicht betreiben? uvm...

Entweder wir haben es hier mit double-think (siehe George Orwell) zu tun, oder aber es ist nicht immer drin, was außen dran steht.

Das Programm einer populistischen Partei muss nicht unbedingt sinnig sein, wenn das Volk (populus) nicht über ein bestimmtes gesundes Maß an Bildung und Intelligenz verfügt.

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