Frage von R3MiXALKAN, 86

Wie kann ein Staat pleite gehen?

Wie oben schon beschrieben wie kann ein Staat pleite werden, was tut man dagegen, können sie nicht so viel geld ausdrucken wieviel sie wollen. Ich bitte um Antworten. (Keine Wikipedia antworten bitte)

Antwort
von FrageSchlumpf, 4

Also mal ganz generell. Ein Staat ( in meiner Definition z.B. die Rechtspersönlichkeit BRD , heißt aber nicht das ganze Land oder so, da wird leider falsch vermengt ) geht genauso Pleite wie jedes andere Wirtschaftssubjekt auch:

1. Es sind Schulden vorhanden, die a.) bei Fälligkeit nicht aus Einkommen zurückbezahlt werden oder b.) die Schulden nicht durch eine neue Kreditvereinbarung verlängert werden können.

2. Es sind zwar noch keine Schulden vorhanden, eine rechtmäßige Forderung kann aber aus Einkommen nicht bestritten werden und es wird von niemand Kredit zur Verfügung gestellt.

Man erkennt sofort : Das Wesen einer jeden Pleite ( Staat, Unternehmen, Privat ) ist immer, dass "der Rest der Welt" keine Kredite ( mehr ) gewährt. Wenn dieser Zustand eintritt ist zumindest jeder mit Schulden bei der nächsten Fälligkeit pleite. Kreditgewährung hängt immer an der subjektiven Bonitätseinschätzung und ist somit spekulativ. D.h. ob man pleite wird oder nicht, hängt auch immer von der Spekulation der Kreditgeber ab.

Was das "Geld drucken" ( völlig idiotischer und falscher Begriff ) angeht, so liegt der Irrtum bei vielen leider darin, dass der Staat ( in o.g. Definition ) kein "Geld druckt". Zumindest theoretisch kann aber jede Bank dem Staat unbeschränkt Kredit gewähren. Das ist dann aber nicht unbedingt "Geld drucken" sondern eben erst mal Kreditprolongation. Faktisch führt es aber dazu, da es ja noch einen Kreditgeber gibt dazu, dass der Staat faktisch nicht pleite gehen kann.

Um zu glauben, dass Staatsschulden ab einem gewissen Niveau immer und zwingend zu Inflation führen, muss man a.) ziemlich wenig Ahnung von Geldpolitik haben und b.) mit hoher Wahrscheinlichkeit bei der Bundesbank, der EZB oder einer EU-Behörde arbeiten.

Antwort
von berkersheim, 28

Im Prinzip kann auch ein Staat "pleite" gehen. Das bedeutet, dass er erst mal keine Kredite mehr bekommt. Im zweiten Schritt bedeutet das, dass er dann keine Importe mehr bezahlen kann. Geld drucken kann er wie verrückt, nur will das außer Landes keiner, weil es wertlos ist. Geld hat nur einen Wert, wenn es als abstrakte Repräsentanz für reale Werte im Kreis der Handel Treibenden anerkannt ist. Gilt ein Staat als pleite, weil zahlungsunfähig (mit anerkanntem Geld), kocht dessen Gesellschaft im eigenen Saft, ist auf die eigene Leistungsfähigkeit verwiesen. Was sie nicht produzieren, können sie nicht handeln und verbrauchen, weil sie nichts importieren können. Pochen andere Staaten auf ihr Recht, ausgeliehenes Geld zurück zu bekommen, können sie Konten und Vermögen von Staatsbürgern dieses Landes sperren und einziehen, um offen Schulden mindestens teilweise abzudecken.

Antwort
von Interesierter, 30

Wenn ein Staat seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, ist er pleite.

So lange der Staat die Kontrolle über die eigene Währung hat und die Schulden nicht in einer fremden Währung aufgenommen wurden, kann sich ein Staat über die Notenpresse finanzieren. 

Dabei wird aber der Wert des Geldes stetig sinken und damit natürlich das Vertrauen von Investoren, deren Investitionen ebenfalls an Wert verlieren, nachhaltig zerstört. Das schädigt die Wirtschaft nachhaltig, was wiederum zu Arbeitsplatzverlusten führt. Das bringt dann die Staatsfinanzen weiter in Schieflage.

Antwort
von HelmeSchmidt, 23

Nein wie schon geschrieben wurde kann ein Staat nicht einfach mehr Geld drucken. Der von Pleite bedrohte Staat hat nur die Möglichkeit entweder auf der Ausgabenseite zu kürzen oder die Einnahmen zu erhöhen.

Das heißt entweder Steuern und Abgaben erhöhen oder Staatseigentum zu verkaufen.

Antwort
von GravityZero, 47

Wenn du immer weiter Geld druckst sinkt der Wert. Pleite kann er gehen wenn die Ausgaben dauerhaft höher sind als die Einnahmen durch Steuern.

Antwort
von Hannibu, 34

Man kann nicht einfach mehr Geld drücken. Stell dir vor Geld wären Actionfiguren oder so. Umso mehr es von einer bestimmten gibt, umso niedriger ist ihr Wert. Das heißt, selbst wenn mehr Geld in Umlauf gebracht wird, ist der Staat nicht zwangsläufig reicher.

Antwort
von heide2012, 16

Betrachtet man Staatspleiten geschichtlich, dann gibt es eigentlich nur zwei Ursachen dafür. Erstens die Überschuldung des betreffenden Staates und / oder die Machtübernahme, aber ohne gleichzeitige Übernahme der Schulden.

Zu 1:

Eine Staatspleite, oder besser ausgedrückt, ein Staatsbankrott kommt oft dadurch zusatnde, dass die Politik nicht gut genug gewirtschaftet hat, sie hat einfach mehr Geld ausgegeben als eingenommen wurde. Dann erfolgte eine Aufnahme von Krediten oder auch Staatsanleihen,  für die aber Zinsen anfallen. Wird weiter schöecht gewirtschaftet, also mehr ausgegeben als eigenommen, dann können oft die Kredite nicht mehr bedient werden, die Zinsen schon gar nicht. Hinzu kommt, dass wenn ein Staat schon viele Schulden hat, er keine günstigen Kredite mehr bekommt, d.h. immer höhere Zinsen anfallen. Und so entsteht eine Art Schuldenspirale, aus der der Staat aus eigener Kraft nicht mehr herauskommt. (Googele dazu mal bei Interesse "Pro-Kopf-Verschuldung")

Zu 2:

Wenn sich das Regime in einem Staat total ändert (durch eine Machtübernahme), werden die Schulden der vorherigen Regierung meistens  nicht  übernommen. Das war beispielsweise  1917 in Russland so, als aus dem Zarenreich die Beispiel die Sowjetunion entstand und die Schulden des Zarenreiches nicht übernommen wurden.

Antwort
von Roderic, 8

Auslandsschulden müssen in der Währung des Kreditgebers zurückgezahlt werden.

Da nützt das Audrucken von tonnenweise bunten Papierzettelchen mit dem Zeichen der Landeswährung und vielen Nullen hinter der 1 gar nichts.

Antwort
von Margita1881, 38

wenn man es so wie Griechenland handhabt; aber das hast bestimmt schon in den Nachrichten mitbekommen, wie das am besten gemacht wird !

Antwort
von Stkuber, 11

Wenn der Staat selber Geld druckt, passiert es wie in Deutschland 1922-1923, dass eine riesige Inflation entsteht.
Dann ist das Geld nichts mehr wert, und wird im wahrsten Sinne des Wortes nur noch als Klopapier benutzt

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